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US-Techaktien in Gefahr, Hype-Aktien im Tal, Bitcoin läuft noch

Wir schauen uns in diesem Artikel einige Chartverläufe an, unter anderem von US-Techaktien, Hype-Aktien, und dem Bitcoin. Es geht um eine gefährliche Trendumkehr, den eingeschlafenen Hype, und die Fortsetzung einer großen Euphorie.

US-Techaktien in Gefahr

Um auf die US-Techaktien zu schauen, nutzen wir an dieser Stelle den entscheidenden Index als Maßstab, den Nasdaq 100. Im folgenden Chart sehen wir im Vergleich den Nasdaq (blau) gegen die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen (orange) seit Oktober 2020. Man sieht gut, wie beide im März mit dem Ausbruch der Coronakrise abstürzten. Die Aktien stürzten wegen des Konjunktureinbruchs ein, und die Renditen wegen der anstehenden lockeren Geldpolitik der Fed infolge der Krise. Während die US-Techaktien danach haussierten, blieb die Rendite lange im Keller. Die letzten Wochen im Zuge der anziehenden Inflationserwartungen stieg die Rendite kräftig an, von Niveaus um 0,70 Prozent im Herbst 2020 auf aktuell sogar 1,60 Prozent – ganz frisch befeuert durch besser als erwartete US-Arbeitsmarktdaten (bessere Konjunktur gleich höhere Inflationserwartung).

Mal eben mehr als verdoppelt hat sich die Rendite in wenigen Monaten! Also sind US-Anleihen nun deutlich attraktiver für Anleger. Stürzen US-Techaktien im Gegenzug ab? Nun, was wir im Chart bei der blauen Linie sehen, könnte der Anfang des Absturzes sein, als Gegenstück zu den steigenden Anleiherenditen. Wichtig für die Märkte: Fed-Chef Powell hat gestern die Gelegenheit nicht genutzt, mit Aussagen den Renditeanstieg zu stoppen (mehr dazu hier). Das ist kurzfristig erst einmal schlecht für den Aktienmarkt.

US-Techaktien gegen Anleiherendite
Chart: Tradingview

Hype-Aktien

Seit Wochen schauen wir nun täglich genauer auf zahlreiche Hype-Aktien, und wo sich Chancen für Trader ergeben könnten (zuletzt heute früh). Dazu zählen die großen Highflyer-Werte wie Gamestop und AMC, aber auch ganze Branchen wie Wasserstoff-Aktien und Cannabis-Aktien. Sie alle sind seit Tagen out bei den Anlegern. Die schlechte Stimmung am Gesamtmarkt hat wohl auch den Privatzockern auf den Magen geschlagen. Im Chart sehen wir seit Oktober den Kursverlauf der Aktien von Plug Power (Wasserstoff), Gamestop, Tesla, und einen ETF für Cannabis-Aktien.

Zwar waren die Zeitpunkte der Hypes unterschiedlich. Aber gemeinsam haben all diese Werte, dass sie kurz nach dem Hype wieder abstürzten – wobei Tesla natürlich nicht in dieses Schema fällt. Die Aktie steigt ja seit längerer Zeit an, stürzt aber parallel zu den Hype-Aktien seit einigen Tagen ab. Gamestop hat ab dem 24. Februar dank erneuter Attacken der Reddit-Meute (Wallstreetbets-Forum) einen zweiten Versuch gestartet nach oben zu laufen, was bis jetzt ein wenig Erfolg gezeigt hat. Aber insgesamt gesehen befinden sich diese Hype-Aktien in einem Tal. Sie können aber jederzeit wieder anspringen, weil sie dank einer riesigen Zocker-Meute auch unabhängig von Anleiherenditen eine gewisse Zeit lang ein Eigenleben führen können.

Chart vergleicht mehrere Aktien
Chart: Tradingview

Bitcoin

Die weltweit größte Kryptowährung Bitcoin hat zwar von der Spitze am 21. Februar unterm Strich bis jetzt 10.000 Dollar verloren auf aktuell 48.548 Dollar. Trotzdem sieht man in diesem Kursverlauf seit Oktober 2020, dass hier noch keine Schwäche zu sehen ist. Kritisch war es Ende Februar, wo der Bitcoin auf 43.200 Dollar rutschte. Da sah es nach dem großen Crash aus. Aber können die Zocker den Bitcoin auf den jetzigen Niveaus halten, wirkt es weiterhin wie ein Eigenleben unabhängig vom Kapitalmarkt. Aber bei einem neuen Aktiencrash, kann es dann wieder so laufen wie im März 2020, wo neben Gold auch der Bitcoin kurzzeitig abstürzte, weil Anleger verschiedene Assets zu Cash machten? Möglich ist das durchaus. Aber man sieht ja. Damals sprach man von einem Kurs von 5.000 Dollar in der Kryptowährung, und jetzt liegen wir auf Niveaus um die 50.000 Dollar.

Bitcoin-Kursverlauf seit Oktober 2020
Chart: Tradingview



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5 Kommentare

  1. Ich lese Finanzmarktwelt wirklich gerne und Schätze die Arbeit, Recherche und Infos sehr die hier zusammengetragen werden!

    Die Berichterstattung über Kryptowährungen grenzen aber an Peinlichkeit. Zocker, Jünger usw sind stetige Begriffe die nicht gerade von einer Objektiven Betrachtung zeugen.

    Schade, hier präsentiert man sich wirkich als Boomer ohne das Ökosystem verstanden zu haben, einfach weil man dagegen ist und meint es stehe nichts dahinter….

    Eigentlich sollte man meinen beim sonstigen Sachverstand sollte es möglich sein den Anwendungsbereich und die daseinsberechtigung des ganzen Kryptomarktes zu erkennen, natürlich bei haltet dies Risiken, wie alles im Leben, schon aus dem Bett steigen kann mit dem Tod enden.

    Man kann Bitcoin & Co immerhin zu gute halten, wenn es mal sinkt kann es auch wieder steigen, wenn Fiat Geld mal anfängt zu sinken, wird es nie mehr steigen….

    Aber eventuell sterben die Boomer, dann mit Ihren Schulden, Corona und der ganzen Müll aus, all dem was eigentlich kein Mensch braucht…

    1. Der Begriff „Bitcoin-Jünger“ rührt daher, dass die glühenden Anhänger dieser (guten) Idee allen die sie nicht ebenso uneingeschränkt bejahen, vorwerfen, dass sie die Idee nicht verstanden hätten. Insofern muss man den Begriff leider als sachlich korrekte Beschreibung hinnehmen.

      Völlig unabhängig davon bin ich durchaus der Ansicht, dass der Bitcoin weiter steigen wird, wenn es nur den Marktkräften überlassen bleibt.
      Zwar ist der Bitcoin tatsächlich „nichts“, aber ALLE Alternativen zum Fiat Geld prosperieren. Gold und Silber – die offensichtlichsten Alternativen weil ECHTES Geld – werden aus genau diesem Grund bereits seit Jahrzehnten „gepflegt“. Mit zunehmender Bedeutung kann dies auch dem Bitcoin widerfahren. Da der Bitcoin aber im Gegensatz zu Edelmetallen gar keine Verwendung im realen Leben hat (Silber ca. 50% Industrie, Tendenz wachsend, Gold 10% und zusätzlich ca. 50% Schmuck) erscheint es mir deutlich riskanter. Eine Bekämpfung des Bitcoin über verbale Attacken hinaus, könnte ihn auch vollständig auslöschen. Dies wird man nur in Kauf nehmen, wenn seien Bedeutung eine gewisse Größenordnung überschreitet. DAs sehe ich ähnlich wie der äußerst antifragil wirkende Professor auf Mission Money.

  2. Die Bitcoin -Jünger kritisieren die Ungläubigen ? ? Immerhin sind die Kritiker wie Andreas Beck und der Uni-Professor aus Zürich keine Anfänger und haben gemäss eigenen Angaben Verbindungen und Infos zu den Notenbank- Chefs.Die heutige Nachricht,dass Bitcoin Suisse den Minimal- Konto Bestand für Private von 15000-. auf 100000Fr. -erhöht spricht nicht gerade für eine Volkswährung.
    Die Kryptos sind und bleiben ein digitales SCHNEEBALLSYSTEM für reiche Zocker, die mit einem kleinen Teil ihres Vermögens ihr Spielchen treiben.

  3. An alle Ungläubigen und Wankelmütigen: Lest das Buch „Der Graf von Montecrypto“ (oder so ähnlich) und ihr werdet alle bekehrt sein!

  4. Brett vor demWood

    Die Tesla- Jünger haben schon einen gewaltigen Dämpfer erlebt, ( 40% unter Hoch) Da die Bitcoiner etwa die gleiche Hirnfüllung haben sollten sie gewarnt sein und könnten den Schaden noch begrenzen.Aber Lernen oder Umdenken ist nicht gerade die Stärke von Sektenjüngern die den Ungläubigen Unkenntnis vorwerfen.

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