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Verschuldung in USA: Kauft die Fed deswegen weiter Anleihen?

Verschuldung in den USA: das darf nicht platzen!

Die Verschuldung des Staates USA ist eine Sache, schließlich gibt es eine Notenbank, die ständig für Nachschub an frischem Geld sorgen kann. Anders dagegen die Schulden von Firmen, aber auch von Konsumenten, deren Höhe und vor allem deren Tragfähigkeit schon eine große Rolle spielen. Hierzu die letzten Daten der Fed von New York.

US-Haushalte mit weiter steigender Verschuldung

Wie die New Yorker Filiale der Fed in ihrem „Quarterly Report on Household“ für das erste Quartal 2021 berichtete, ist die Verschuldung der amerikanischen Haushalte um 85 Milliarden Dollar (0,6%) gestiegen, auf 14,64 Billionen Dollar. Damit stiegen diese um 344 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Während die Hypothekenkredite, die Schulden für Autos und für die Studenten substanziell gestiegen sind, haben sich die Kreditkartenschulden reduziert – dem Helikoptergeld der US-Regierung sei gedankt.

Natürlich blickt die Federal Reserve auf die Entwicklung dieser Schulden, schließlich gab es vor nicht allzu langer Zeit die große Finanzkrise eben wegen der Schuldenexplosion am Immobilienmarkt (Subprime-Krise).

Wie man aus diesem Chart schön erkennen kann, haben die Häuserkredite das Niveau zu 2008 bereits überschritten.

Verschuldung Haushalte

Was von vielen Ökonomen als sehr bedenklich angesehen wird, ist der stetige Anstieg der Studentenkredite, eine Entwicklung, die schon seit dem Jahrtausendwechsel unaufhörlich nach oben zeigt. Der größte Anstieg im Korb der US-Inflation, schon seit Jahren. Die USA, ein Staat mit Abertausenden an verschuldeten Jungakademikern – und es ist kein Ende in Sicht?

Verschuldung Autos Studentenkredite

Auch in Relation zum US-BIP, die Haushalte auf neuem Schuldenniveau:

Verschuldung in den USA gesamt

Fazit

Trotz der großen Stützen durch die US-Regierung mit ihren über fünf Billionen Dollar schweren Rettungspaketen, mit viel Helikoptergeld und der Unterstützung der Arbeitslosen, die in vielen Fällen sogar mehr Geld zur Verfügung hatten als durch ihre vorherige reguläre Arbeit, ist die Verschuldung der privaten Haushalte dennoch weiter gestiegen. Die 14,64 Billionen Dollar entsprechen fast dem Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, China. Den größten Anteil bilden die Immobilienschulden der Amerikaner, die sich aber aufgrund der drastisch gestiegen Hauspreise auch bisher immer weiter verschulden konnten. Das Eigenheim als Kreditquelle.

Dazu noch der starke Anstieg der Verschuldung bei Studenten und Autokrediten. All das weiß natürlich Fed-Chef Jerome Powell, schließlich stammen die Daten von einer der Fed-Regional-Banken.

Wahrscheinlich ist das ein weiterer Grund dafür, dass er so zögerlich ist, die Finanzierungsbedingungen in den USA auch trotz erkennbarer Exzesse an den Märkten zu verschlechtern. Denn die gesamte Verschuldung der USA hat bereits die 80 Billionen Dollar-Grenze überschritten – und da schlägt jedes Zehntel Prozent an Kreditzinsen so richtig schwer ins Kontor.



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2 Kommentare

  1. Die Fed weiß doch aber auch, das ein Festhalten an der aktuellen Vorgehensweise die Gründe für das Zögern nur noch verstärkt.

    1. …deswegen versucht sie mit Wortakrobatik die Blasen langsam zurückzuführen…wie gestern z.B. als gesagt wurde, dass die FED schnell reagieren kann hinsichtlich Tappering und Zinsanhebung…allein die Märkte interessiert das Gesagte nicht…sie wollen Taten sehen…und Taten will die FED aber nicht machen, zumindest keine die wirkliche Konsequenzen haben…ein gar lustiges Schauspiel…da wird irgendetwas anderes herhalten müssen, um eine Änderung herbeizuführen…aber was kann das wohl sein…

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