Indizes

Wann registriert Donald Trump das Votum der Wall Street für seine Handelspolitik?

Wenn man das absolute Kursniveau der großen Wall Street Indizes betrachtet, so könnte man denken „Business as usual“, eine kleine Korrektur, aber in Kombination mit anderen Kennzahlen bekommt man ein anderes Bild.

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Hier ein kurzer Faktencheck:

 

  • Der von Donald Trump so beachtete Dow Jones Index ist zwar immer erst vier Prozent von seinem Allzeithoch gefallen. Aber er sinkt schon die fünfte Woche in Folge und so etwas gab es zum letzten Mal im Jahr 2011. Die Anleger registrieren mehr und mehr die Gefahren für einen weltweiten Abschwung durch die Eskalation im Handelsstreit mit möglichen ubiqitären Kollateralschäden
  • Über die Hälfte der S&P 500 Unternehmen befinden sich bereits im Korrekturmodus (-10%).
  • Wenn man eine Verschärfung oder Erleichterung im Handelsstreit beurteilen will, muss man sich nur den Kurs von Apple ansehen.
  • Der globale Manufacturing-Index fällt schon zwölf Monate in Folge, die längste Verluststrecke seit 20 Jahren.
  • Der für Deutschland so aussagekräftige Ifo-Index fällt bereits seit August 2018, 10 Monate lang, mit nur einem Ausreißer.
  • Jetzt spüren die US-Einzelhändler die inflationstreibenden und geschäftsschädigenden Wirkungen der Zölle.
  • Der Retail-Index (Einzelhandel) fällt auch bereits die dritte Woche hintereinander.
  • Die stärksten Sektoren an der Wall Street sind Versorger, Immobilen und Konsumgüter des täglichen Gebrauchs – typische Umschichtungen vor Krisen.
  • Die Märkte wollen eine Trade-Deal und das Weiße Haus möchte das Einlenken Chinas. Beides widerspricht sich.
  • Die US-Anleihemärkte rebellieren und treiben die Anleiherenditen in die Tiefe, früher, als es die Fed mit einer Zinssenkung vermag, die fast schon gewohnheitsmäßig „behind the curve“ ist.
  • Die 10-Jährigen US-Anleihen erreichten den tiefsten Stand seit 2017.

 

Donald Trump reagiert bisher nur mit einem geplanten Hilfspaket für die US-Farmer in Höhe von 16 Milliarden Dollar. Diese wollen aber einen „Trade not Aid“. Insgesamt sah man am gestrigen Mittwoch einen „Selloff“ an den großen Aktienmärkten der Welt. Man spürt, welche Folgen die Zölle und die Sanktionen auf das System der weltweiten Lieferketten mehr und mehr entfalten. Und wer hat es dummerweise in der Hand – Donald Trump. So hielt sich an der Wall Street der sarkastische Spruch: Die Märkte sind nur einen Tweet entfernt, von neuen All Time Highs oder von einem Einbruch über 10 Prozent. Derzeit spricht Vieles für die zweite Variante.

 

Mein Fazit

Den Sargnagel für die Konjunktur könnte Trump nach dem 24. Juni (Ablauf der Prüfzeit) einschlagen, in dem er Zölle auf die restlichen 335 $ Chinaeinfuhren erhebt. Angesichts des Lamentos der großen Einzelhändler in den USA schon eine leicht „suizidale“ Trotzreaktion. Hat Finanzminister Mnuchin nicht gerade erst mit dem CEO von Wal-Mart telefoniert?

Der nächste Tweet von Trump könnte wieder eine heftige Kursreaktion auslösen, wenn man diesen nur voraussehen könnte – werden sich manche Trader denken..



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5 Kommentare

  1. für mich ist Tramp ein großer Junge, der mal Präsident spielen möchte, er könnte genau so gut mal versuchen Lokführer zu sein, je nach Lust und Laune

  2. Herr Müller – ich schreib hier sehr selten aber jetzt muss ich mal was loswerden: Ihre Artikel sind exzellent. Ein Lese-Genuss. Und sie treffen den Nagel auf den Kopf.

    Trump braucht einen Deal – sonst kollabieren „seine“ Aktienmärkte und er verliert die Wahl 2020.

    Ich danke Ihnen.

    1. @Martin. Danke für die Blumen. Viele Grüße

  3. Die Märkte setzten gerade mal an der Oberkante eines mehrjährigen Trendkanals zurück. Keine sorge zur Panik. Fallen wird es aber ohnehin, das liegt aber an den Algos und Tradern. Und nicht an Trump oder Handelsstreit. 800- 1000 Punkte im Nasdaq. Ein Crash ist das aber nicht.

  4. Mark Malvin

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