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Märkte

Ölpreis-Absturz um 5 Dollar – Gründe, Rückblick, Ausblick

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Was für eine Hammer-Bewegung. Binnen 27 Stunden fällt der Ölpreis (WTI) um etwas mehr als 5 Dollar auf einen Tiefstkurs von 57,30 Dollar gestern Abend. Aktuell hat er sich über Nacht etwas erholt auf 58,54 Dollar. Was ist passiert? Und kann man die folgenden Begründungen für diesen Absturz wirklich erst nehmen?

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Lagerbestände, Konjunktur und Handelskrieg

Wir berichteten schon gestern über die Initialzündung für diesen Absturz. Im Chart sieht man ganz klar den Ausgangspunkt beim Ölpreis-Absturz. Es war Mittwoch um 16:30 Uhr deutscher Zeit, als die Öl-Lagerbestände in den USA höher als erwartet vermeldet wurden. Vollere Lager drücken auf den Preis. Aber wie wir gestern schon schrieben, steigen die Lager schon seit Monaten immer weiter an. Also jetzt auf einen Schlag so zu tun, als sei das ein ganz neuer Trend, reicht nicht als Auslöser für einen ganz plötzlichen 5 Dollar starken Absturz.

Trader am Terminmarkt wie auch Finanzmedien in den USA bringen nun noch weitere Gründe für den starken Absturz. Von Mittwoch Abend bis gestern Mittag gab es eine Pause in diesem Mini-Crash. Dann ging es weiter von 61 Dollar runter auf 57,30 Dollar. Dieser zweite Schub war unserer Meinung nach eine Art technischer Abverkauf. Endlich mal kräftig drauf hauen und Luft ablassen nach dem monatelangen Anstieg im Ölpreis! Aber Trader und Finanzmedien sagen dazu, dass neben den Öl-Lagern ja gestern auch noch negative Wirtschaftsdaten aus Europa und Japan hinzu kamen. Und der böse Handelskrieg, der habe gestern (ganz plötzlich?) auch Ängste geschürt. Ja, ja, ganz plötzlich will man bemerkt haben, dass die Konjunktur Probleme bekommen könnte, weshalb die Nachfrageseite schwächeln könnte?

Ölpreis nun nach unten ausgebrannt?

Nach unserer Meinung ist das eine eher fadenscheinige Begründung. Denn schwache Konjunkturdaten gibt es schon seit Monaten, und der Handelskrieg läuft ebenfalls seit Wochen auf Hochtouren. Wir glauben weiterhin an einen technisch bedingten und vielleicht auch überfälligen kräftigen Abverkauf, damit mal Luft aus dem Ballon abgelassen werden kann. Wie geht es weiter? Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit dem 15. Mai. Eingezeichnet sind die beiden Abwärtsschübe seit Mittwoch Nachmittag. Dass nach unten die Luft raus ist, und dass die Begründungen nur vorgeschoben waren, damit man mal kräftig abverkaufen konnte, ist durchaus möglich. Ein neuer, großer, kräftiger Anlauf auf Kurse über 63 oder 65 Dollar ist in den nächsten Tagen möglich. Sicher ist das aber natürlich nicht! Wir können es nicht oft genug betonen. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar.

Ölpreis WTI kurzfristig

Ölpreis-Korrektur im großen Bild

Im folgenden Chart sieht man den Ölpreis-Verlauf seit August 2018. Von 42 Dollar stieg der Kurs bis auf über 66 Dollar. Dass eine Erholung oder auch Pause notwendig war, ist nachvollziehbar. Seit Wochen besprechen wir dieses Thema. Nur wie lange und wie groß diese Verschnaufpause werden würde, konnten auch wir natürlich unmöglich vorhersagen. Nach einem leichten Abwärtstrend seit Ende April hat der Kurs dann seit gestern nochmal kräftig nachgegeben. Frage auch anhand dieses Charts: War es das jetzt mit der Pause? Kann der Öl-Bulle jetzt erneut einsteigen und auf Kurse über 63 oder 65 Dollar spekulieren? Gut möglich. Aber nochmal: Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar, wie man jüngst sehen konnte.

Ölpreis WTI langfristig

5 Kommentare

5 Comments

  1. Gixxer

    24. Mai 2019 12:48 at 12:48

    Die Gründe für den Absturz kenne ich auch nicht, ich hatte aber schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass Ende April 2019 in etwa das 61,8% Retracement der Abwärtsbewegung von Oktober bis Dezember 2018 erreicht wurde. In der Folgezeit kam es dann zu einem (drei-welligen) Rückgang bis im Tief auf ca. 60$ am 06.05. Von da an ging es dann wackelig oder überschneidend wie Herr Born immer so schön sagt bis auf nicht ganz 64$ (ca. 50% Retracement des Rückgangs von Ende April bis 06.05.), danach ging es dann zügig nach unten und spätestens gestern wurde man nach unten getriggert (wieder frei nach Rüdiger Born).
    Während der ganzen Zeit gab es meiner Meinung nach mehrere Möglichkeiten relativ risikolos short einzusteigen. Klar, hinterher kann das jeder behaupten.

    Wie sieht es jetzt aber für die kommende Zeit aus?

    Ganz einfach, aktuell sieht es meiner Meinung nach nach einem erfolgten Schub nach unten wieder nach einem wackeligen und überschneidendem Aufwärtsmove aus. Also sollte man sich nun wieder auf die Lauer legen und abwarten, ob es evtl. wieder zu einem Trigger nach unten kommt.
    Ich für meinen Teil denke auf jeden Fall, dass wir trotz der Probleme zwischen USA und Iran noch nicht fertig haben nach unten. Man wird es sehen.

    So, das war jetzt zwar nichts zu den Gründen des Absturzes, aber den Grund muss man ja auch gar nicht kennen, wichtig ist eher, dass man weiß in welche Richtung es geht.

  2. Beobachter

    24. Mai 2019 13:22 at 13:22

    @ Gixxer, ja sie haben recht, der Ölmarkt hat weder mit der Wirtschaft noch den Vorräten etwas zu tun.
    Was auffallend ist, übrigens auch bei anderen Märkten, dass diese 61,8 % Marke sehr oft eine Gegenbewegung auslöst, also charttechnisch bedingt.
    Könnte einmal ein Charttechniker erklären wie man auf diese Marken z.B. 31,2% , 61,8 % u.s.w. kommt.

    • Shong09

      24. Mai 2019 13:31 at 13:31

      Unter Fibonacci sollten Sie etwas dazu finden

  3. Beobachter

    24. Mai 2019 15:28 at 15:28

    @Shong 09, Danke für den Hinweis, hatte die Marke im Auge, getraute mich wegen den Iran Sanktionen nicht zu shorten. War schon eingepreist ,oder typisch unberechenbarer Ölpreis, er fällt. Zwei / drei Wüstensöhne bestimmen diesen Markt, oder konnte der Gröpaz mit einem schmierigen Deal etwas nachhelfen, nachdem die FED mit den Zinsen nicht so richtig spurt ?

    • Shong09

      24. Mai 2019 16:04 at 16:04

      Habe mich wegen der Iran Sanktionen auch keinen Short im Öl getraut. Über den Dow ist quasi der gleiche Trade (Abschwung der Wirtschaft) aber längst nicht so risikoreich bei Ausbruch des Kriegs (meiner Meinung nach) durchzuführen.
      Das Ertragspotenzial mag evtl. im Vergleich leicht niedriger liegen

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Gold/Silber

Goldpreis – neues Jahreshoch

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Eine Analyse über den Goldpreis von Karsten Kagels

Goldpreis setzt Aufwärtstrend fort und erreicht neues Jahreshoch

 

Der abgebildete Wochenchart (mit logarithmischer Skalierung) zeigt die Kursentwicklung des in New York gehandelten Gold-Futures (GC) seit Anfang 2018 bei einem letzten Kurs von $1.523,6. Jeder Kursstab stellt die Kursbewegung für eine Woche dar.

Der Goldpreis setzt ungebrochen seinen Aufwärtstrend fort

 

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und mit einem neuen Jahreshoch bei $1.546,1 bestätigt. Die Wochenkerze stellt sich als positive Trendkerze dar. Der Wochenschlusskurs liegt über der psychologisch wichtigen $1.500 Marke.

Wie geht es weiter mit der Kursentwicklung des Goldpreises?

Aus Sicht des Wochencharts liegt ausgehend vom Jahrestief bei $1.267,3 ein etablierter Aufwärtstrend vor. Die Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Kurse am Goldmarkt liegt weiterhin bei mindestens 60%. Das nächste größere Kursziel könnte die 61,8 % Fibonacci Korrektur bei $1.588,2 sein. Der zurzeit relevante charttechnische Widerstand ist das Tief des Jahres 2012 bei $1.526,7.

Das positive Chartbild würde sich erst dann deutlich verschlechtern , wenn das Tief der letzten Woche bei $1.490,7 unterschritten wird. In diesem Fall könnte sich weiteres Abwärtspotential bis etwa $1.450 eröffnen.

 

Mehr von Karsten Kagels unter https://www.kagels-trading.de/chartanalysen/

 

 

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Finanznews

Selbsterfüllende Prophezeiung! Marktgeflüster (Video)

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Die Aktienmärkte haben heute gute Laune – wohl aus drei eher wenig zwingenden Gründen: erstens die Abwesenheit schlechter Nachrichten mit Hoffnungen, dass Trump und Xi Jinping ein Telefonat führen könnten (was noch nicht passiert ist offenkundig), zweitens wegen des in der Regel bullischen kleinen Verfalls heute. Und drittens weil Deutschland laut einem Bericht des „Spiegel“ im Falle einer Rezession von der schwarzen Null abrücken will. Mittelfristig bedeutsamer aber dürfte die heute veröffentlichten Daten zur US-Verbraucherstimmung sein: sie zeigen, dass die Amerikaner nun eine Rezession erwarten (vor allem auch wegen den Trumpschen Zöllen) und sich daher mit Käufen zurück halten wollen. Das sind schlechte Nachricht für eine derart vom Konsum dominierte Ökonomie der USA (70% des BIP)..

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Anleihen

Wahnsinn! Deutsche Rendite mit neuem Rekordtief – auch sonst Wahnsinn in Europa!

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Was ist denn bitte schön hier los? Heute Mittag ist die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen auf -0,72% gefallen! Aktuell sind es -0,70%. Mal wieder ein neues Rekordtief! Gestern waren es noch es noch -0,66%, und Ende Juli waren es noch -0,40%. Im Chart sieht man den Verlauf der letzten vier Wochen. So dramatisch sieht der Markt also die Konjunktur, und so sehr glaubt der Markt daran, dass die EZB kräftig lockern wird bei ihrer Sitzung im September.

Aber auch sonst tut sich Dramatisches in Euroland! Portugal hat eine Rendite von aktuell nur noch 0,06% für zehn Jahre Laufzeit. Hallo, wo ist hier nochmal die Risikoprämie für einen möglichen Zahlungsausfall des Schuldners? Ach was soll´s, wen interessiert das noch. Stimmt´s Herr Draghi? Die griechische Rendite sinkt heute mit 1,95% auf ein historisches Tief.

Und sonst? Nachdem Deutschland jüngst mit allen Anleihelaufzeiten in die negative Renditezone gerutscht war, hat sich heute Schweden angeschlossen. Dort ist die Rendite für zwanzig Jahre laufende Anleihen jetzt auch im Minus. Tja, Mario Draghi und Christine Lagarde werden es schon richten. Weiter, immer weiter runter. Irgendwann bekommen wir die Konjunktur schon in Schwung?

Anmerkung ganz aktuell: Die Rendite für die deutschen Zehnjährigen steigt aktuell auf -0,65%. Den aktuellen Grund finden sie hier. Wie nachhaltig dieser Mini-Anstieg ist… ungewiss!

Rendite 10 Jahre deutsche Anleihen

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