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Warum der deutsche Außenhandelsüberschuss weiter drastisch zunehmen wird

Der deutsche Außenhandelsüberschuss ist jetzt schon gigantisch. Er hält die Gesamtbilanz der Eurozone im Handel mit dem Rest der Welt schön dick im Plus, weil beispielsweise aus Ländern wie Frankreich nicht viel kommt. Trump, EU und so ziemlich alle...

FMW-Redaktion

Der deutsche Außenhandelsüberschuss ist jetzt schon gigantisch. Er hält die Gesamtbilanz der Eurozone im Handel mit dem Rest der Welt schön dick im Plus, weil beispielsweise aus Ländern wie Frankreich nicht viel kommt. Trump, EU und so ziemlich alle internationalen Institutionen fordern ständig von „Überschuss-Sündern“ wie Deutschland, dass sie ihre Halde abbauen, in dem sie im Inland mehr konsumieren. Wir haben da aber so eine Ahnung, dass der deutsche Außenhandelsüberschuss in den nächsten Monaten eher weiter explodieren wird.

Das Statistische Bundesamt hat heute seine aktuellste Statistik zu den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht. Gemeint ist damit die Industrie, aber auch alle anderen Betriebe, die Produkte verarbeiten. Hier sieht man, dass die Aufträge im Februar 2018 im Vergleich zu Februar 2017 um 3,5% zunehmen. So weit, so gut. Aber entscheidend für zukünftige Defizite oder Überschüsse im Außenhandel ist, woher dieses Wachstum der Auftragseingänge kommt.

Im Februar 2018 verringerten sich die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 1,4%. Noch klarer wird der Rückgang bei Inlandsaufträgen, wenn man sich den folgenden Chart anschaut, der bis zum Jahr 2010 zurückreicht. Die hellblaue Linie steht für die Inlandsaufträge, gelb für Ausland, und rot für den Gesamtschnitt. Jahrelang haben sich Inlands- und Auslandsaufträge für das hiesige Verarbeitende Gewerbe parallel entwickelt. Damit konnte man grob sagen, dass der Außenhandelsüberschuss nicht weiter dramatisch zunimmt.

Außenhandelsüberschuss vor immer weiteren Anstiegen

Seit gut einem Jahr (rechts in der Grafik) sieht man aber, wie die blauen Inlandsaufträge sich abgekoppelt haben vom steilen Anstieg der Auslandsaufträge. Die Inlandsaufträge stagnieren seit Monaten, und sind zuletzt sogar rückläufig. Die Dramatik dieser Entwicklung wirkt im Chart nicht so groß, weil er wie gesagt bis 2010 zurückreicht. Die Schere geht jetzt immer schneller auseinander. Was bedeutet das in der Realität?

Da die Hersteller immer weniger Geld von inländischen Kunden erhalten, und tendenziell immer mehr Geld von ausländischen Kunden, wird logischerweise auch der Außenhandelsüberschuss Deutschlands immer weiter steigen, weil die Geldzuflüsse für die Hersteller immer mehr aus dem Ausland kommen. Das dürfte unsere „Partner“ im Ausland immer weniger freuen, denn diese Volkswirtschaften müssen sich somit noch mehr verschulden, um bei uns Waren zu kaufen. Aber ist das die Schuld der deutschen Hersteller?

Außenhandelsüberschuss



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1 Kommentar

  1. Raus aus dem Euro.

    Dann normalisiert sich der Handelsüberschuss, der Normalo profitiert von deutlich mehr Kaufkraft und Target II steigt dann auch nicht mehr.

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