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Märkte

Warum der Ölpreis weiter fällt – die Nachfrage-Schock ist das Problem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Ölpumpe

Der Ölpreis ist weiter tendenziell am Fallen. Der Trend aus letzter Woche setzt sich damit fort. Auch wenn der absolute Tiefstpreis im WTI-Öl bereits heute Nacht mit 50,60 Dollar erreicht wurde, so ist der Trend doch klar, wie man im Chart gut erkennen kann, der die Entwicklung der letzten zehn Tage zeigt. Vorhin lief der Kurs runter auf 50,83 Dollar (aktuell 51,20). Nimmt er gleich einen neuen Anlauf auf das Tief von heute, welches auch den tiefsten Ölpreis seit Oktober darstellt?

Ölpreis fällt dank Nachfrage-Schock aus China

Ohhh, wie unerwartet (Satire). Aktuelle Berichte zeigen, dass die Nachfrage nach Öl in China dramatisch einbricht. Denn ja, große Teile des Wirtschaftslebens (Konsum, Flüge etc) kommt zum Erliegen durch das Coronavirus, das immer weiter um sich greift. Die Nachfrage nach Öl falle derzeit pro Tag 20% niedriger aus als normal. Es sei ein regelrechter Nachfrage-Schock, der der größte sei seit der Finanzkrise 2008. Und das bedeutet womöglich? Wir könnten schon in Kürze in den Förderländern deutliche Zunahmen der Lagerbestände sehen, da ja die Abnehmer fehlen. Dieser Effekt dürfte sich wohl auch schnell um den Globus fressen. Und somit könnten (nicht müssen) auch die Lagerbestände für Rohöl in den USA deutlich ansteigen? Genauer wissen wir das am Mittwoch Nachmittag.

OPEC mit außerplanmäßiger Maßnahme?

Schon letzte Woche gab es Berichte, dass die OPEC darüber nachdenke eventuell ihre Fördermengenkürzung, die erst im Dezember um 500.000 Barrels pro Tag erhöht wurde, außerplanmäßig erneut auszuweiten, um dem Markt Angebotsmenge zu entziehen. Denn der Ölpreis fällt, und fällt, und fällt. Das ist dein Debakel für die Golfstaaten, deren Staatshaushalte am Tropf der Öl-Einnahmen hängen. Heute nun gibt es neue Berichte, dass die OPEC und ihre Verbündeten darüber nachdenken die Kürzungsmenge nochmal auszuweiten. Kommt es so, könnte der Ölpreis überraschend einen Satz nach oben machen? Kurzfristig? Und danach erneut Schwäche beim Preis, weil der Coronavirus doch mehr Nachfrageeinbruch bei Öl verursacht, als die OPEC an Fördermenge kürzt? Abwarten. Auf jeden Fall bleibt die Lage aktuell tendenziell südwärts gerichtet für Öl.

WTI Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Egal

    4. Februar 2020 11:11 at 11:11

    DER Nachfrageschock

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Indizes

Rüdiger Born: Dax, Dow und S&P 500 im Absturz

Rüdiger Born

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am

Dax, Dow und S&P 500 fallen derzeit deutlich. Die aktuelle charttechnische Lage und mögliche Tradingchancen schaue ich mir im folgenden Video genauer an.

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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am

Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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Aktien

SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

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am

Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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