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Warum der Weltmarktpreis für Weizen gerade spürbar fällt

Der Weltmarktpreis für Weizen ist die letzten Tage spürbar gefallen. Dies liegt an neuen Hoffnungen um den Verladehafen Odessa in der Ukraine.

Ernte von Weizen

Der Weltmarktpreis für Weizen stieg deutlich an ab dem 24. Februar aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Denn Teile der Anbauflächen wurden besetzt, und Aussaaten und Ernten wurden beeinträchtigt. Und seit Wochen sieht man, dass die Seetransporte von Weizen ab dem ukrainischen Hafen Odessa durch das Schwarze Meer auf den Weltmarkt nicht möglich sind. Vielen Ländern fehlt jetzt der Weizen aus der Ukraine. Aber es gibt Hoffnung.

Weltmarktpreis für Weizen fällt

Aufgrund des globalen Gedränges um Weizen steigt daher der Weltmarktpreis, den man im Futures-Kontrakt an der Terminbörse CBOT in Chicago ablesen kann. Der Preis stieg Ende Februar zügig von 858 US-Cent je Scheffel auf bis zu 1.336 US-Cent je Scheffel am 8. März. Den Preisverlauf seit Anfang Februar sehen wir im folgenden TradingView Chart. Montag war Feiertag in den USA. Daher sahen wir von Freitag Abend einen Sprung auf Dienstag früh – Freitag noch bei 1.040 US-Cent je Scheffel, so sehen wir seit Dienstag den schnellen Preisrückgang auf heute 973 US-Cent je Scheffel im Tief. Auch wenn der Preis aktuell etwas ansteigt – mit dem heutigen Tief sah der Terminmarkt für Weizen zum ersten Mal seit Anfang April einen Preis von unter 1.000 US-Cent je Scheffel. Der Terminmarkt für europäischen Weizen an der Euronext ist seit Ende letzter Woche entsprechend gefallen von 395 Euro je Tonne auf aktuell 374 Euro je Tonne.

Freier Verschiffungskorridor über Odessa in Sicht

Dieser jüngste Preisrückgang bei Weizen am Terminmarkt kann sich fortsetzen. Er hängt aber von der Nachrichtenlage in den nächsten Tagen ab. Laut konkreten türkischen Medienberichten reist wohl noch diese Woche eine türkische Delegation nach Moskau. Dann soll nächste Woche ein Treffen in Istanbul folgen mit Vertretern der Türkei, Russland, Ukraine und der Vereinten Nationen. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und UN-Generalsekretär Antonio Guterres könnten an dem Treffen teilnehmen. Es geht dabei um einen Korridor, damit aus dem ukrainischen Hafen Odessa ohne russische Behinderung Weizen und Mais per Schiff auf den Weltmarkt gelangen können.

Es soll um Mengen von 30-35 Millionen Tonnen Getreide in den nächsten 6-8 Monaten gehen. Kommt diese Menge aus der Ukraine auf den Weltmarkt, wäre dies preisdämpfend, denn das Angebot am Weltmarkt würde dadurch vergrößert. Der Terminmarkt preist dieses mögliche Ereignis schon mal vorab ein über fallende Kurse. Aber gerade in diesem Krieg ist ja alles unklar. Wird es wirklich zu einer Einigung kommen? Wenn nicht, kann der Terminpreis für Weizen auch schnell wieder ansteigen.

Kursverlauf von Weizen an der CBOT seit Februar



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