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Goldpreis taumelt Warum Gold noch länger unter Druck bleibt – Neue Tiefs drohen

Warum Gold noch länger unter Druck bleibt - Neue Tiefs drohen

Der Goldpreis ist erneut unter Druck geraten, nachdem der Dollar und die US-Renditen ihren Höhenflug wieder aufgenommen haben. Gold gab im gestrigen Handel um 1,4 Prozent nach und fiel dabei unter die Marke von 1.630 USD. Es sieht ganz danach aus, als ob die Gold-Bullen noch eine weitere Durststrecke aushalten müssen, bevor sich das Blatt im nächsten Jahr wendet.

Aktuell überwiegen die Sorgen vor steigenden Zinsen die Argumente für Gold als Inflationsschutz. Der aggressive geldpolitische Kurs der US-Notenbank ist nach wie vor der dominierende Belastungsfaktor für Gold, da die steigenden Zinsen den US-Dollar auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gebracht haben. Die negative Korrelation von Gold und Dollar kommt derzeit deutlich zum Tragen. Die anhaltende restriktive Geldpolitik dürfte den Goldpreis daher weiter belasten.

Der Druck auf Gold bleibt hoch

Der Goldpreis notiert wieder nahe seinen Jahrestiefs, da Spekulationen über eine weitere aggressive Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank und die mögliche Auslösung einer Rezession die Anleger erneut in den US-Dollar flüchten lassen. Zudem bieten die stark gestiegenen US-Renditen auf Staatsanleihen eine gute Alternative zum zinslosen Gold. Die 10-jährige Rendite auf US-Staatsanleihen notiert mit 4,17 % mittlerweile auf dem höchsten Stand seit 2008.

Täglich melden sich derzeit Fed-Mitglieder zu Wort, die das Mantra einer falkenhaften Geldpolitik aufrechterhalten. Am Mittwoch erklärte beispielsweise der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, dass die US-Notenbank ihre Straffungsmaßnahmen nicht unterbrechen könne, wenn der Leitzins das angestrebte Niveau von rund 4,6 % erreicht habe, aber die Inflation weiter hoch bleibe. Die Rhetorik der Notenbanker stützt den starken Dollar und die hohen Renditen und belastet zugleich das gelbe Edelmetall. Die Faktoren wie zum Beispiel der angespannte Arbeitsmarkt oder ein erneuter Anstieg der Energiepreise im Winter könnten die Inflation hoch halten. Besserung für Gold ist erst in Sicht, wenn die Inflation signifikant zurückgeht und die Fed Signale einer Umkehr ihrer harten Gangart sendet.

Es ist davon auszugehen, dass die US-Zinsen und der US-Dollar erst zu Beginn des nächsten Jahres ihren Höchststand erreichen. Die Fed lässt bislang überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihren straffen Zinskurs noch in diesem Jahr beendet. Somit dürfte die Dollarstärke anhalten sowie die Renditen weiter ansteigen. Da bereits ein Großteil der kommenden Zinsanhebungen eingepreist ist, könnte sich der Goldpreis in den nächsten Monaten stabil halten. Denkbar wäre, dass er zwischen 1.600 und 1.700 Dollar eine Seitwärtsrange ausbildet.

Goldpreis: Hält das Jahrestief?

Es bleibt dabei, die Gold-Bären haben das Ruder fest in der Hand, solange der Goldpreis unter der technisch wichtigen Marke von 1.680 USD notiert. Der Goldpreis notiert aktuell bei 1.630 Dollar und kommt damit seinem Jahrestief bei 1.614 USD wieder sehr nahe. Der Bruch der Unterstützung bei 1.643/40 USD hat den Weg nach unten geebnet. Fällt der Goldpreis ebenfalls durch das Jahrestief, rückt zuerst die runde Marke von 1.600 USD in den Fokus. Dort könnte schon eine Reaktion erfolgen. Wenn nicht, könnte er noch bis in den Bereich von 1.574/70 USD fallen, ehe es zu einer Gegenbewegung kommt. Die Zone zwischen 1.570 und 1.555 USD stellt eine starke horizontale Unterstützung dar. Ein Rebound könnte den Goldpreis zunächst bis 1.643 und 1.656 USD bringen. Auch ein Anstieg bis zur 200-Wochen-Linie (1.687 US) wäre durchaus möglich.

Renditen und Dollar belasten den Goldpreis - Jahrestief im Blick

Gold – Chart von TradingView

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