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Nur in einem Szenario Gasmangellage denkbar Gasspeicher reichen bis Frühjahr? Staatliche Berechnungen

Reichen die Gasspeicher bis zum Frühjahr? Die aktuelle Lage bietet Anlass zu Optimismus. Hier dazu die Neuberechnung der Bundesnetzagentur.

Gasspeicher in Rehden

Die deutschen Gasspeicher sind laut aktuellsten Daten zu über 96,49 Prozent gefüllt. Und dank des recht milden Wetters laufen die Auffüllungen derzeit noch weiter. Wir sind also womöglich in einigen Tagen bei 100 Prozent Füllstand angekommen. Wie lange würden diese Reserven reichen um unter Einbeziehung diverser Faktoren über den Winter zu kommen? Die Bundesnetzagentur hat dazu vor wenigen Minuten eine neue Kalkulation veröffentlicht. Mehrere positive Faktoren haben die Behörde dazu bewogen die Lage neu zu bewerten. Hier in Stichpunkten dazu im Wortlaut von der Bundesnetzagentur:

• Die Füllständer der Gasspeicher sind deutlich höher als prognostiziert und das finale Füllziel des Speichergesetzes (95 % zum 1.11.) wird bei einer Fortschreibung der aktuellen Wetterlage voraussichtlich erfüllt und ggf. sogar übertroffen, obwohl die Importmengen über die Nord Stream 1 Pipeline seit Ende August zum Erliegen gekommen sind;

• die Importe aus den Niederlanden, Belgien und in den letzten Wochen auch aus Frankreich sind noch einmal gestiegen. Deutschland profitiert von der LNG Import-Infrastruktur in den Benelux-Ländern. Die Importmengen aus Norwegen konnten auch gesteigert werden;

• gleichzeitig sind die Exporte nach der endgültigen Liefereinstellung durch die Nord Stream 1 Ende August in Richtung Österreich, Tschechien und Frankreich sehr stark gesunken und dürften vorerst auf einem niedrigen Niveau verbleiben;

• Das dritte schwimmende LNG Terminal (FSRU) in Lubmin geht wahrscheinlich spätestens zum Jahreswechsel in Betrieb. Die jährliche Importmenge von rund 3 bcm erhöht die Versorgungssicherheit im Nordosten deutlich. Aber auch der Südosten dürfte profitieren, weil die zusätzlichen LNG Mengen über die bisherigen Nord Stream 1 Anschlussleitungen ins bayrische Waidhaus genutzt werden können.

Unabhängig davon welche Szenarien angesetzt werden, ist laut Bundesnetzagentur in der Modellierung ein Absenken der Füllstände der Gasspeicher (Ausspeicherbeginn) ab Ende Oktober zu erwarten, was sich auch mit den tatsächlichen Beobachtungen der Vergangenheit deckt. Da aktuell aber eher milde Temperaturen für den Restoktober erwartet werden, könnte das Ausmaß der Ausspeicherung sehr klein ausfallen oder gar komplett verzögert werden. Die Ausspeicherungen werden dabei im Szenario 1 bis Anfang / Mitte März anhalten und dann einen Speicherfüllstand von ca. 54 % erreichen. Eine Gasmangellage droht dadurch nicht.

Im Szenario 2 hält die Ausspeicherung laut der aktuellen Mitteilung der Bundesnetzagentur bis Mitte April an, und die Gasspeicher dürften annähernd entleert sein, was Folgeprobleme für den kommenden Winter aufwirft. Analog zu den dargestellten Ergebnissen eines Normaltemperaturjahres (Durchschnittstemperatur 9,4 Grad) wurden die dargestellten Szenarien für einen Winter mit unterdurchschnittlichen Temperaturen und einer Kälteperiode im Februar (1.-15.02), angelehnt an den kalten Winter in 2012, ermittelt (Durchschnittstemperatur 8,8 Grad). Beim Szenario 1 würden die Speicherfüllstände im März auf ca. 47 % fallen. Szenario 2 mit einer Kälteperiode im Februar wäre das einzige von vier berechneten Szenarien, in dem ein Gasmangellage ab Ende Februar drohen würde, weil die Speicher dann annähernd leer wären.

Was sagt die Bundesnetzagentur als Fazit? Hier dazu auszugsweise im Wortlaut: Wenn wir in Deutschland unser Sparziel von mindestens 20 % weiterhin einhalten, drei LNG-Terminals spätestens zum Jahresbeginn einspeisen und der erwartete, winterbedingte Rückgang der Importe sowie der Anstieg der aktuell besonders niedrig ausfallenden Exporte eher moderat ausfällt, dann kommen wir ohne eine nationale Gasmangellage durch den Winter. Die Gasspeicher werden bis zum Frühling ausspeichern und dann noch einen für die darauffolgende Befüllungsperiode komfortablen Speicherfüllstand von ca. 50 Prozent aufweisen.

Kommt es jedoch zu einem stärkeren Absinken der Importe oder auch zu einem verstärkten Anstieg der Exporte, was beispielsweise durch einen strengeren Winter in den europäischen Nachbarländern begründet sein kann, so droht auch in Deutschland eine Gasmangellage zum Ende des Winters 2022/2023. Im Vergleich zu den Berechnungen von Anfang August hat sich der Zeitpunkt einer möglichen Gasmangellage in einem besonders kalten Winter und ohne Lieferungen aus der Nord Stream 1 von Ende November auf Ende Februar verschoben. Maßgeblich dafür sind die im ersten Teil beschriebenen vier Faktoren. Die Reduktion des Gasverbrauchs bleibt daher wichtig, um eine weiterhin mögliche Gasmangellage in den Szenarien für
einen kalten Winter zu vermeiden.

Quelle: Bundesnetzagentur



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19 Kommentare

  1. Es wäre ja mal nett, wenn die Bevölkerung nicht nur die Schuld bei der Regierung sucht, sondern tatsächlich einfach mal den Verbrauch reduziert. Einmal warm duschen verbraucht ca. 100 Liter Gas. Wenn also 40 Millionen Erwachsene täglich statt warm kalt duschen, spart man am Tag 4 Millionen Kubikmeter, das sind gut 40 Gigawattstunden. Ist besser als nichts und dazu noch gesund. Heizung von 22 auf 19 Grad drehen spart ca. 16-18% Heizenergie.
    Weniger Autofahren würde auch allgemeine Preisentlastung bringen. Wenn ich in Berlin sehe, wie in jeder Blechkiste in der Regel nur eine Nase sitzt, dann schwant mir, dass den Leuten die Energiekrise hinten vorbei geht. Aber so gewinnt man keinen Krieg. Ja, die Merkel Regierung hat 16 Jahre lang geschlafen, was dieses Thema angeht. Aber diese Meckern hilft jetzt auch nicht. Und ja, das Abschalten der AKW ist gegenwärtig nur als Akt der Sabotage zu beschreiben. Aber man kann das eine tun und das andere nicht lassen. selber sparen und politisch, soweit man es kann, Einfluss nehmen. Aber das ist bekanntermaßen schwierig. Ich glaube, dass durch einfache Verhaltensänderung 30% Energieeinsparung locker möglich sind.

    1. Kompliment. Der beste Sarkasmus ist ja der, den man nicht erkennt.

    2. Also weil Typen wie Du unbedingt Krieg gegen die Russen führen wollen, soll ich frieren und kalt duschen? Geht`s noch?

    3. Hallo Pigeon,

      eigentlich teile ich Deine Meinung im Grundsatz: die Menschen müssen auch mal selbst machen.

      ABER: in Deutschland werden die Probleme ja aktiv von den Regierungen hergestellt. Da wünsche ich mir zuerst, dass endlich mal größere Teile der Bevölkerung ihren Unmut artikulieren.

      Wir können nämlich so langsam in der täglichen Arbeit nicht mehr alles auffangen, was oben falsch entschieden wird.

      Und wenn wir warten, bis das so ein Minister am eigenen Leibe bemerkt, dann hat es vorher schon eine Menge Tote gegeben.

      Pleiteticker.de

    4. Ich habe die vielen Jahre in denen ich fern des Wohnortes arbeiten musste jeden morgen geduscht – aber kalt ! und das Bad war auch nicht geheizt. Bei -15° im Winter hatte es dort 0° im Raum. Das Wasser kam aus einem 80 l Boiler den man mit Strom hätte erhitzen müssen. Das hatte dann 3°C. Da wird man wach !!
      Auch wenn Sie hier „tolle“ Tipps von sich geben glaube ich nicht, daß Sie dies aus Sparsamkeit mitgemacht hätten. Sie können es jetzt immer noch tun. Kalt duschen ! dann verbrauchen Sie keine Energie.
      Wieso wollen „WIR“ den Krieg gewinnen ? welchen Krieg machen wir gerade ? Das ist der Krieg der Ukraine und nicht unserer. Die Ukraine hat sich auf den Krieg jahrelang vorbereitet und ihn erwartet. Den Russen wurde ein Falle gestellt damit sie ihn endlich anfangen, denn erwartet wurde er schon im Frühjahr 2021.
      Sie können dafür auch die Studie der RAND Cooperation her nehmen, oder Poroschenkos Aussage, daß Minsk 2 nur abgeschlossen wurde um sich auf den Krieg vorzubereiten.
      Und jetzt soll das plötzlich unser Krieg sein für den wir nicht nur frieren müssen ?

      1. @Ottonorma, mammamia, wo haben Sie denn gearbeitet?
        Bauarbeiter in Sibirien?

        1. Ich denke mal in Sibirien gibt es viel Energie. Es ist wie gesagt Sparsamkeit etwas Unnötiges zu vermeiden. Warum soll ich einen 80 l Wassertank mit Strom erwärmen wenn ich vielleicht beim Duschen 20-25 l verbrauche (habe das gemessen; Zeit gestoppt und dann in dieser Zeit 10 l Wassereimer gefüllt).
          und das Bad hatte keine Heizung. Und : es war in München. Zimmer mit Ölofen. Dafür war es als Zweitwohnung günstig. Der Arbeitgeber zahlt ja sowas nicht.
          Außerdem, da ich wenig geschlafen habe, war ich nach der Kaltdusche putzmunter der Körper erwärmt sich nach Kaltdusche und gesund ist es obendrein. Und : es dient als Übung sich zu überwinden. Also nur Positives, oder ? War es früher anders ? hatte man da ständig Warmwasser ?

          1. @Ottonorma, Sie haben meine uneingeschränkte Bewunderung,
            Aber jetzt haben Sie es schon warm zuhause, oder?
            Ich möchte nämlich nicht, dass Sie zu @Helmut’s zehntausend Erfrorenen dieses Winters gehören.

          2. @Columbo
            Ein harter Hund wie ottonorma erfriert nicht. Der tippt ich schon mit seinem täglichen Kommentar-Dauerbombardement auf minimal 39° C Durchschnittstemperatur. Er braucht die kalten Duschen, um eine kognitive Kernschmelze zu vermeiden. Denn manchmal scheint dabei die Birne bereits so heiß zu laufen, dass er im Fieberwahn die armen Russen als Opfer sieht, die durch eine hinterhältige Falle völlig ohne ihren Willen zum Krieg gezwungen wurden.

  2. Sorry … Pigeon … kalt duschen … no way. 19 Grad … fällt mir ja nicht im Traum ein! Ich bin seit fast 40 Jahren selbständig 9 to 5 kenn ich nicht. Ich bezahle weiß Gott verdammt viele Steuern und bin auch bereit das weiter zu tun aber irgendwo hört die Solidarität auf. Weniger Autofahren geht bei uns am Land nicht … es gibt so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel.

  3. wenn deutschland geographisch neben der sahara liegen würde, ja.

    und wenn du das in Grönland oder in den nordskandinavischen gebieten schreiben würdest, dann würde man dir den hintern versohlen, kriegt man auch warm ums herz.

    sorry aber das ist schwachsinn, kalt duschen ne ne ne im winter.

    1. Krieg mit Russland bedeutet Kälte. Das war vor achtzig Jahren auch schon so.
      Nichts für Warmduscher.

      1. Na ja, da kennen sich die Afrikaner aber mit Norwegen genauso wenig aus wie wir mit den Afrikanern. Denn die Küstenstädte in den die allermeisten Menschen leben sind durch den Golfstrom relativ warm. Norwegen hat eher ein mildes Klima. Bei denen ist es nicht so kalt wie bei uns in Deutschland. Die dargestellten Schneemassen werden eher in den Bergen anzutreffen sein, bzw. ganz oben im Norden.
        Aber nett gemacht das Video. Man sieht die Afrikaner denken an uns und machen sich Sorgen

  4. Zum Glück ist alles gut ;-)
    Zum Glück belügt uns der Staat nie ;-)
    „Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen“

    Was eine Verdummung. Sobald man unabhängige Experten fragt, sieht das Bild auf einmal ganz düster aus.
    Der EU fehlen ca. 120 Mio. Tonnen LNG. Die EU hat nur eine Aufnahmekapazität von ca. 60 Mio. Tonnen LNG!
    Keiner kann die Fördermengen erhöhen. Keiner liefert mehr. Auf dem Weltmarkt sind nur ca. 140 Mio. Tonnen LNG verfügbar…
    Unsere ach so tollen nahezu vollen Speicher sind keine Speicher, sondern Zwischenspeicher.
    Im Winter wurde durchgehend Gas geliefert. Am Ende des Winters waren die Speicher dann auf 25%.
    50% unseres Gases kam aus Russland. Könnte selbst ein Grundschüler berechnen, dass das selbst mit massivsten Sparmaßnahmen nicht ausreichen wird. So schnell wie der Gaspreis abgestürzt ist, wird er auch wieder steigen, sobald es kalt wird…

  5. @columbo
    schön warm ist übertrieben so bei 17, 18° in meinem alten Arbeitszimmer hock ich vorm PC. Warm wird es mit einem Heizkissen unterm Po und ab und zu mit einem Halogenstrahler, 400 Watt, unter dem Schreibtisch. Die Wärme steigt dann empor. Also ein bißchen Thermodynamik sollte man ausnutzen. Wärmt die Beine und Warmluft steigt hoch. So 15 min, dann wird es zu heiß. Der Heizkörper ist wegen einer defekten Zuleitung seit 4 Jahren nicht in Betrieb. Hab auch keine Lust das zu reparieren weil ich auch so klar komme.
    Und natürlich noch einen Pullover über das Hemd und Norwegersocken.
    Aber meine Frau hat´s natürlich warm. Demnächst wird der Kaminofen im Wohnzimmer angeschürt. Dann wird´s warm
    Sehen Sie, andere reden von Nachhaltigkeit (ich kann das Wort auch schon nicht mehr hören) ich praktiziers seit velen Jahren ohne es an die große Glocke zu hängen. Bin preussisch sparsam erzogen. Allerdings bin ich gegen diese dämliche volksverdummende Energiewende.
    Und denken Sie daran : warm macht träge !

    1. @Ottonorma

      Unter diesen Umständen würde ich zum Torero fahren. Vielleicht hat er noch ein Plätzchen unterm Sonnenschirm.

      1. Nee, Sie haben es wieder mal nicht verstanden : ich brauch kaltes Wasser !!

  6. @Helix und columbo
    Ich hatte kurz überlegt ob ich sowas persönliches schreibe, wie hier mit dem Kaltduschen. Aber warum nicht. Mal sehen welche Trolle hier rumagieren und darauf anspringen und unbedingt ihren „intelligenten“ Kommentar dazu abgeben müssen, womit sie sich für mich als Troll geoutet haben. Ich hatte mehr erwartet als nur Euch zwei.

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