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Warum Rohstoff-Fonds nicht auf Dauer funktionieren können!

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Vorsicht bei Rohstoff-Fonds

Rohstoff-Investments sind ein Trend. Rohstoffe sind nicht vermehrbar, der Verbrauch steigt – was soll hier also langfristig schief gehen? So denken viele Anleger und schwupps, ist der Öl-ETF gekauft. Doch schlimmstenfalls ist das Investment nach wenigen Monaten ein Totalverlust, obwohl der Ölpreis unverändert bleibt. Die Situation auf dem Ölmarkt zeigt, weshalb Rohstoff-Derivate ohne physische Lagerung des Rohstoffs auf Dauer nicht funktionieren.

Der weltgrößte Öl-ETF, der United States Oil Fund, hat trotz eines 71-prozentigen Kursverlusts in diesem Jahr 4,1 Milliarden US-Dollar Fondsvolumen. Seit der Auflegung des Fonds im Jahr 2006 verlor jeder Anteilsschein 93,7% seines Werts. Dass der Fonds trotzdem 4,1 Milliarden US-Dollar verwaltet, liegt an einem extremen Wachstum der ausgegebenen Anteilsscheine. Während der Ölpreis in diesem Jahr crashte, explodierte das Fondsvolumen. Gab es am 29. Februar 2020 erst 156,4 Millionen Anteilsscheine mit einem Fondsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar, so sind es heute bereits 1,188 Milliarden Anteilsscheine. Die niedrigen Ölpreise haben also viele Anleger motiviert, ihr Geld in Öl-ETFs zu stecken. Doch haben diese Anleger auch bekommen, was sie erwarteten? Zum Beispiel Öl für -37 US-Dollar? Nein, haben sie nicht.

Der größte Öl-ETF dominiert den Terminmarkt

In was hat der Fonds sein Geld investiert? Er besitzt heute 137.000 Future-Kontrakte für WTI Öl an der NYMEX mit Fälligkeit im Juni, weitere 29.000 mit Fälligkeit im Juli sowie 21.000 und 5.000 Kontrakte gleicher Fälligkeiten an der ICE. Damit besitzt der Fonds mehr als 10% aller an der NYMEX gehandelten Juni-Futures und rund 20% der an der ICE gehandelten Kontrakte. Gestern war das Verhältnis noch katastrophaler, als der Fonds an der NYMEX ein Viertel aller verkauften Juni-Kontrakte besaß.

Für Anleger von Rohstoff-Fonds ist das ein riesiges Problem. Denn der Markt weiß ganz genau, dass diese Fonds all diese Futures auf jeden Fall in wenigen Wochen verkaufen MÜSSEN. Um jeden Preis. Wenn der Markt weiß, dass einige der größten Futurekäufer um jeden Preis verkaufen müssen, ist das ein ganz schlechtes Vorzeichen für die Preise, die die Fonds beim Verkauf realisieren können.

Der Benchmark des Fonds ist der jeweils nächstfällige Future-Kontrakt. Und diesem Preis folgt der Fonds sehr genau, indem er genau diese Futures in Massen kauft. Das Problem ist nur, dass dieser Benchmark nicht das reflektiert, was sicherlich viele Anleger annehmen. Es ist nicht der Ölpreis, den wir jeden Tag als „den Ölpreis“ auf diversen Kurs-Webseiten angezeigt bekommen. Angezeigt wird uns heute ein WTI-Preis von 4,39 US-Dollar. Doch schon der Juni-Kontrakt kostet 13,41 US-Dollar.

Welche Bedeutung hat diese Preisdifferenz? Ganz einfach: Der Rohstoff-Fonds kann bei Future-Fälligkeit kein Rohöl in physischer Form entgegen nehmen. Er besitzt keine riesigen Tanks, in denen er das Öl für die Fondsanleger lagern könnte. Der Fonds besitzt lediglich ein Bankkonto, mit dem Futures gekauft werden. Das heißt auch, dass der Fonds ständig fällige Futures verkaufen und neue Futures mit längerer Laufzeit kaufen muss, rollen genannt. Wenn der Fonds jetzt vom Mai- in den Juni-Kontrakt rollt, entsteht ein Verlust von 9,02 US-Dollar pro Future-Kontrakt. Der Fonds hat aber nicht heute gerollt, da heute der letztmögliche Handelstag für den Future ist. Was er heute nicht verkaufen könnte, würde ein enormes Problem darstellen. Die Fondsgesellschaft müsste dann Rohöl in Cushing abholen gehen.

Zum Glück hat der Fonds weder heute noch gestern gerollt, sondern bereits zwischen dem 7. und 13. April. Damals war der Preisabstand zwischen dem Mai- und dem Juni-Kontrakt zwar auch schon groß, jedoch nicht so katastrophal hoch wie heute oder gestern. Geld, das Anleger gestern bei -37 US-Dollar pro Barrel in den Fonds steckten, floss damit aber auch nicht in den Mai-Kontrakt, der -37 US-Dollar kostete. Es floss in den Juni-Kontrakt, der gute 50 US-Dollar mehr kostete.

So schnell halbiert sich das Fondsvermögen in vier Wochen!

Im Mai, wenn der nächste Future-Kontrakt fällig wird, kann sich das Desaster dieser Woche wiederholen. Wenn auf einmal alle Future-Besitzer auf Teufel komm raus verkaufen müssen, weil sie kein physisches Öl lagern können, kann der Preis genauso in die Tiefe rauschen wie in diesem Monat. Im schlimmsten Fall könnte der Fonds einen Totalverlust darstellen, weil er für die heute teuer gekauften Juni-Kontrakte nicht nur kein Geld mehr bekommt, sondern beim Verkauf sogar noch Geld nachschießen muss.

Aber selbst wenn der Fonds noch zu positiven Preisen verkaufen könnte, wird die Rolle teuer. Zahlt der Fonds monatlich 10 US-Dollar pro Barrel, um in den nächstfälligen Kontrakt rollen zu können, sind das bei 192.000 Kontrakten a 1.000 Barrel 1,92 Milliarden US-Dollar oder knapp die Hälfte des Fondsvermögens.

Kaufen Sie Rohstoffinvestments nur mit physischer Lagerung!

Rohöl zeigt derzeit, weshalb Rohstoff-Derivate auf Dauer nicht funktionieren können, wenn sie den abgebildeten Rohstoff nicht tatsächlich in physischer Form besitzen. Die Abbildung mittels Futures führt zwangsläufig irgendwann dazu, dass die Rollkosten das Fondsvermögen auffressen. Nämlich immer dann, wenn es eine akute Überversorgung mit dem Rohstoff gibt, die den Preis für sofortige Abnahme in die Tiefe drückt.

Die Probleme, die Ölkäufer derzeit am Futuremarkt haben, sind übrigens genau die Kehrseite der Probleme, die Goldverkäufer zur gleichen Zeit haben. Während die Käufer von Ölfutures KEINE physische Lieferung annehmen können und diese durch den Futureverkauf um jeden Preis vermeiden müssen, wollen viele Käufer von Goldfutures auf jeden Fall EINE Lieferung. Darum stieg beim Gold der Preis für sofortige Lieferung signifikant über den Preis für spätere Lieferung, während beim Öl der Preis für sofortige Lieferung ins Bodenlose stürzte, der Preis für Lieferung in der Zukunft aber relativ stabil bleibt. Beim Gold besteht aktuell Mangel, bei Öl aktuell Überversorgung. Doch für die nahe Zukunft geht der Markt davon aus, dass sich beide Situation entspannen werden. Im Vorteil sind jetzt diejenigen Marktteilnehmer, die Gold liefern und Öl lagern können. Beide machen das Geschäft ihres Lebens.

Übrigens: Im Falle von Gold zählen die Käufer der Gold-Derivate nicht zu den Verlierern. Verkauft ein Gold-Fonds seine bald fälligen Futures und kauft dafür Futures mit weiter in der Zukunft liegender Fälligkeit, entsteht ein Rollgewinn. Ob die Chance auf diese Rollgewinne jedoch das Risiko aufwiegt, dass sich das Fondsvolumen bei einer einzigen Rolle halbiert, bezweifle ich.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    frank

    22. April 2020 11:47 at 11:47

    Sehr geehrter Herr Schuhmanns,

    vielen Dank für diesen und all die anderen Beiträge zu Öl. Ich hab auch „blind“ in diverse Öl-Zertifikate investiert, die den Ölpreis 1:1 abbilden. Die genaue Funktionsweise dieser Derivate war bzw. ist mir immer noch nicht ganz klar. Ich möchte deshalb ein selbstausgedachtes Beispiel beschreiben, mit der Bitte um Bewertung.

    Angenommen, ich investiere heute 1 Mio. EUR in einen Öl Juni-Kontrakt zu 10 EUR, dann halte ich 100 Tsd. Stück. Diese muss ich am Laufzeit Ende verkaufen und das Geld dann wiederum in den nächsten Juli-Kontrakt investieren, also „rollen“. Angenommen der Juni-Kontrakt steht zum „Roll-Termin“ bei nur mehr 5 EUR, verliere ich 500 Tsd. EUR. Diese 500 Tsd. EUR muss ich nun wieder in den teureren Juli-Kontrakt reinvestieren. Wenn der Juli-Kontrakt dann beispielsweise bei 10 EUR steht, verliere ich wiederum usw. Ich verliere also kontinuierlich Geld, sollten sich die Kurse nicht irgendwann erholen. Irgendwann ist das Geld aufgebraucht.

    Hab ich das so richtig verstanden?

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    thinkSelf

    22. April 2020 12:29 at 12:29

    Das ist genau das Problem mit Derivaten. Werden sie als Preisabsicherungsinstrument für reale Güter eingesetzt, machen sie Sinn. Denn damit kann ich mein reales Geschäft gegen unvorhersehbare Preisschwankungen „versichern“ und dadurch notwendige Planungssicherheit erzeugen.

    Gehe ich aber den Weg der rein finanziellen Erfüllung (das war das eigentliche Ziel der „Finanzmarktderegulierungen“), dann wird das Derivatgeschäft von der Realwirtschaft abgekoppelt und es entsteht eine Art Wettbüro. Bei Wettbüros und Pokerrunden ensteht aber kein Gewinn, sondern das eingesetzte Geld wird im Rahmen eines Nullsummenspiels nur zwischen den Teilnehmern umverteilt. Weshalb der ein oder andere durchaus mal 6 Richtige mit Zusatzzahl ziehen kann, aber in Summe steht immer ein Verlust.

    Gegenüber einem „normalen“ Wettbüro hat das Derivategeschäft allerdings den Vorteil das man gerne mal „ausgebailt“ wird. Das heißt die Verlierer der Runde gehen auf die Straße und prügeln die Verluste aus den zufällig vorbeikommenden Passanten raus. Und werden dabei auch noch von der Polizei unterstützt. Natürlich nur wenn sie „systemrelevant“ sind. Also zur Hot Wolle gehören.

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    Segler

    22. April 2020 12:33 at 12:33

    Danke Herr Schumanns. Es bleibt zu hoffen, dass Ihre Zeilen möglichst viele Leser erreichen.
    Für die Fundsbranche ist es ein gigantisch gut laufendes Geschäftsmodell. Die Gebühren sind eine wahre Cash Cow. Multiplizieren Sie diese spasseshalber einmal mit der Zahl der gehandelten Anteile ;-)
    Informierte Menschen, welche die Eigenarten von Rohstoffmärkten durchschauen und damit die prinziellen Nachteile solcher Funds kennen, sind nicht im Interesse jener Branche.
    Frank zumindest hat es verstanden.

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    Jörg Fichl

    22. April 2020 22:13 at 22:13

    Ich sehe es nicht so extrem – diese Fonds haben einen „integrierten Hebel“ durch den Rollover, sind von daher sehr spekulativ, aber gerade in Ausnahmesituationen wie derzeit können sie Sinn machen – irgendwann wird sich der Ölpreis wieder in normaleren Bahnen bewegen, und für spekulative Anleger, die sich nicht auf das Risiko Futures einlassen wollen oder können bieten sie eine interessante Option.

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    Johannes

    23. April 2020 12:46 at 12:46

    Ich hätte da mal eine Anmerkung zu Futures zu machen. Wenn man das Beispiel von Frank nimmt mit 100.000 Kontrakten mit aktuellem Future-Kurs 10 EUR, heißt das nicht, dass man beim Kauf eines Futures (ein Long-Opening) 1 Mio EUR zahlt. Man zahlt eine gewisse Gebühr, die einen Bruchteil des Kurswerts beträgt und muss eine Initial-Margin hinterlegen, die das Risiko für den nächsten Tag absichert. Diese Initial-Margin ist aber nicht weg, die bekommt man nach dem Closing des Futures wieder zurück. Dann gibt es jeden Tag eine Gewinn- und Verlustverrechnung. Angenommen der Kurs fällt am nächsten Tag auf 8 EUR. Dann zahlt man im obigen Fall (10-8)*100.000 = 200.000 EUR an den Kontrahenten. Steigt der Kurs auf 12 erhält man entsprechend (12-8)*100.000 = 200.000 EUR. Das ist die sogenannte Variation-Margin. Per Saldo gewinnt bzw. verliert man letztlich über die Haltedauer die Differenz (Closing-Kurs – Opening-Kurs)*100.000. Rollgewinne oder -verluste haben nichts mit den Kursen von Kontrakten zu verschiedenen Verfallterminen zu tun, sondern nur wie sich der Kassapreis im Vergleich zum Futurepreis des gehaltenen Kontrakts entwickelt. Wenn ich den alten Kontrakt zu Kurs x schließe und den neuen Kontrakt zu y öffne, hat das Verhältnis von x und y nichts mit den Rollgewinnen oder -verlusten zu tun.

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      Segler

      23. April 2020 16:08 at 16:08

      @Johannes. Mit Ihrer Berechnung haben sie recht solange Sie INNERHALB des jeweiligen Kontraktes bleiben und INNERHALB seines Zeiraumes Kursdifferenzen nutzen im Sinne von Daytrading oder Swingtrading.
      Sobald sie längerfristig investieren und von einem Anstieg des Ölpreises profitieren wollen – sei es direkt mit Futures oder mit Hilfe eines Funds – MÜSSEN sie rollen.
      Im aktuellen Fall des Öls haben sie dann einen erheblichen Rollverlust.
      Einem Kurzfristhändler ist die Strukturkurve natürlich egal.

      • Avatar

        Johannes

        23. April 2020 17:04 at 17:04

        Ich versuche es noch mal mit einem Beispiel (jeweils nur ein Kontrakt):
        Ich mache eine Opening zum Verfall Juni am 15.4.2020 zum Kurs 10
        Ich mache eine Closing zum Verfall Juni am 15.5.2020 zum Kurs 5
        Und rolle in den nächsten Verfall
        Ich mache eine Opening zum Verfall Juli am 15.5.2020 zum Kurs 50
        Ich mache eine Closing zum Verfall Juli am 15.6.2020 zum Kurs 46
        Dann habe ich per Saldo
        (5-10) + (46-50) = -9
        also einen Verlust von 9.
        Den vielfach unterstellten Verlust von 5-50 beim Rollen (Kurse vom 15.5.2020 im neuen und alten Verfall) gibt es nicht.
        Wenn der Kassa-Kurs (also der Preis des physischen Rohstoffs) am
        15.4.2020 = 8 und am
        15.5.2020 = 6 wäre
        hätte ich im Juni-Verfall einen Rollverlust da -5 -6.
        Der Rollgewinn /-verlust bezieht sich immer auf den Vergleich zum Kassamarkt.

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        Lausi

        23. April 2020 22:49 at 22:49

        Mal eine Frage, @Segler: Wenn man in Öl längerfristig investieren/spekulieren will, so kann man doch auch einen Future kaufen, der z.B. erst im Jahr 2021 fällig wird, oder? Diese Future werden doch jetzt auch schon gehandelt. Wo ist da der Nachteil? Das da der Preis bei 30$ und nicht bei 20$ liegt? Danke für eine Antwort!

        • Avatar

          Segler

          24. April 2020 09:44 at 09:44

          Ja was denn nun ? – Investieren ODER Spekulieren ?
          Investieren heisst: Ich kaufe mich in Unternehmen ein und erwarte langfristig einen kontinuierlichen Gewinn und Anstieg des Unternehmenswertes.
          Dies basierend auf der Annahme einer global steigenden Bevölkerung mit ebenso steigenden Umsätzen, Prosperität, Innovation und gegenseitigem Befruchten.
          Als Beispiel im Aktienmarkt kaufen Sie einen Anteil an Coca Cola oder Johnson&Johnson.
          In den Rohstoffmärkten gibt es dieses Prizip nicht !
          Hier sprechen wir von Produkten, die in folgender Reihenfolge
          1.) hergestellt/gefördert/gezüchtet/angebaut werden
          2.) Verpackt/gelagert/transportiert/ werden müssen
          3.) Umgewandelt werden (z.B. in Treibstoff/Nahrung/Kleidung …)

          Alle Rohstoffe werden verbraucht ! (Ausnahme ist zum Teil Gold)
          Es sind range Märkte. Sie bewegen sich in einer Bandbreite
          Es gibt keine kontinuierliche langfristige Steigerung des Preises und keinen Gewinn wie bei z.B. Dividenden
          In manchen Märkten gibt es sogar jahrzehntelangen Preisverfall (Gas, Schweine)
          Fazit:
          Rohstoffe sind prinzipiell nicht geeignet zum Investieren !
          Rohstoffe sind prinzipiell für kleine Händler wie wir, nur fürs Trading geeignet

          Wer anderes behauptet, der hat entweder das Prinzip von Rohstoffmärkten nicht verstanden, oder er will Ihnen ein (langfristig für Sie als Käufer sinnloses) Produkt verkaufen, welches für ihn ein Riesengeschäft ist.
          Ein Öl-ETF von der bnp beispielsweise oder den bekannten US Öl Fund USO.
          Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen: Ein „Investieren“ in Rohstoffen gleicht dem Glauben an ein perpetuum mobile.
          Beim Thema Trading (Ausnutzen von Trends, Preisdifferenzen, Volatilität, Wetter, Lagerhaltung) wird es dagegen schon spannender.
          Rohstoffmärkte eignen sich hervorragend zum traden – besser als die Aktienmärkte. Aber das ist ein anderes Thema

          • Avatar

            Lausi

            24. April 2020 10:30 at 10:30

            Danke für die Antwort! Mit dem was du sagst (wir waren schon mal beim Du :-) ), hast du sicherlich recht. Für mich ist eine Unterscheidung von spekulieren/investieren auch eine Frage des Zeithorizontes, wo die Grenze nicht genau festgelegt werden kann. Auch in Rohstoffen können sich längerfristige Trends ausbilden, die vielleicht über Jahre anhalten. Von mir aus ist das dann eine Langfrist-Spekulation :-)

            Du bist aber nicht auf meine Frage über den Kauf von Öl-Futures, die erst weit in der Zukunft fällig werden, eingegangen (s. meinen vorhergehenden Post). Danke für eine Antwort.

        • Avatar

          Segler

          24. April 2020 11:08 at 11:08

          Hallo Lausi, Natürlich kannst Du weiter entfernt liegende Futures handeln.
          Einerseits nicht unclever, weil Du damit in den Bereich flacheren Contangos kommst. Andererseits hast Du dort nur geringe moves.
          Zudem ist die Liquidität gering, die Spreads breiter …
          Für mich wäre das Hauptproblem die mangelde Liquidität in den Optionen und durch den langen Zeitabstand kaum mehr rollen zu können.
          Ausserdem:
          Die Informationen aus den Commitments (CoT Daten), der Einfluss der Terminstrukturkurven, die Sentimentindizes, Volumenprofile, Peaks, Spikes, die Beurteilung der Dynamik etc. betreffen fast nur den ersten bis dritten Kontrakt.
          Für die entfernt liegenderen Monate muss man sich mit wessentlich weniger Informationen begnügen.

          • Avatar

            Lausi

            24. April 2020 20:15 at 20:15

            Danke für die Aufklärung!

  6. Avatar

    Johannes

    23. April 2020 13:11 at 13:11

    Es muss natürlich (12-10)*100.000 heißen in meinem Posting von oben.

  7. Avatar

    Johannes

    23. April 2020 17:08 at 17:08

    Irgendwie war ein Teil vom Beispiel weg:
    Wenn der Kassa-Kurs (also der Preis des physischen Rohstoffs) am
    15.4.2020 = 8 und am
    15.5.2020 = 6 wäre
    hätte ich im Juni-Verfall einen Rollverlust da -5 -6
    Der Rollgewinn /-verlust bezieht sich immer auf den Vergleich zum Kassamarkt.

  8. Avatar

    Johannes

    23. April 2020 17:09 at 17:09

    Das Textfeld mag wohl keine „kleiner“ und „größer“ Zeichen :-(

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Märkte

Ölpreis-Rückfall: Nur eine kurze Pause im Aufwärtstrend?

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit Anfang des Jahres im Aufwärtstrend. Seit Freitag scheint ein kleiner Knacks zu entstehen. WTI-Öl fiel vom Hoch bei 53,80 auf aktuell 52,21 Dollar. Letzte Woche besprachen wir die vorhandenen Gründe für die bislang gute Laune am Ölmarkt. Dazu gehörten der schwache US-Dollar, die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März) – vor allem diese letzte Nachricht half dem Ölmarkt bis letzte Woche weiter nach oben.

Die jetzige Schwäche könnte man zum Beispiel darauf zurückführen, dass der US-Dollar nun seit mehreren Tagen am Ansteigen ist. Da alles was in US-Dollar notiert, bei seinem Ansteigen tendenziell schwächelt, kann der aktuelle kleine Rückfall im Ölpreis größtenteils an der Dollar-Stärke liegen. Manche Kommentatoren meinen aktuell auch die wieder ansteigenden Konjunkturängste als Grund ausmachen zu können. Aber gerade jetzt wird doch das Mega-Stimuluspaket in den USA festgezurrt. Also dürfte von daher erstmal alles rund laufen?

Pro und Contra beim Ölpreis

Für einen eventuell weiter fallenden Ölpreis spricht ein Szenario, das ich heute auch in meinem Artikel über Gold erwähnt hatte. Die ehemalige Fed-Chefin und neue US-Finanzministerin Janet Yellen könnte morgen vor dem US-Kongress Aussagen treffen, die eher auf eine weitere Stärkung des US-Dollar schließen lassen. Sie könnte nämlich den Drang für einen schwächeren Dollar (ausgehend von der Trump-Administration) beenden. Ein weiter steigender US-Dollar könnte auch den Ölpreis weiter schwächen.

Aber die neue US-Regierung hält auch einen äußerst positiven Aspekt für den Ölpreis parat. Während Donald Trump alles tat um die Bedingungen für die Öl- und Gas-Industrie in den USA zu lockern, wird Joe Biden aller Voraussicht nach genau das Gegenteil tun. So hört man aktuell (siehe hier die Details), dass Joe Biden in Windeseile das Keystone XL Pipeline-Projekt stoppen könnte, mit dem zukünftig gut 500.000 Barrels Öl pro Tag aus Kanada nach Texas transportiert werden sollten. Der Baustart in den USA wäre nächstes Jahr gewesen. Auch darf man annehmen, dass zahlreiche schärfere Regularien der Ölindustrie in den USA das Leben nicht gerade erleichtern werden.

Wird es also wegen der neuen Biden-Administration ein Abbremsen beim Anstieg oder sogar ein Schrumpfen bei der Öl-Fördermenge in den USA geben? Möglich wäre es. Dies wäre ein Faktor, der je nach plötzlicher Meldung kurzfristig, aber auch langfristig das Angebot verknappen, und damit dem Ölpreis nach oben helfen würde. Es gibt schon einige Berichte, dass Joe Biden sofort nach Amtsantritt per Dekret zahlreiche Trump-Maßnahmen umkehren wird. Auch in Sachen Naturschutz, Öl und Gas? Dies könnte am Energiemarkt die Preise wie gesagt auch kurzfristig beeinflussen.

Chart zeigt Ölpreis-Verlauf seit dem 30. Dezember

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Gold/Silber

Goldpreis auf wackligen Beinen – morgen weitere Abwertungsgefahr?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich aktuell weiter stark anfällig. Die gesamte letzte Woche ging es fast schon komatös seitwärts im Gold um das Kursniveau von 1.850 Dollar herum. Dann ab Freitag Mittag ging es auch wegen US-Konjunkturdaten bergab auf 1.828 Dollar bis Freitag Abend. Heute Nacht zum Wochenstart dann folgte der Absacker im Goldpreis auf 1.810 Dollar, von dem sich der Markt bis jetzt wieder etwas erholt hat auf 1.833 Dollar.

Aber die Lage bleibt labil. Vor allem muss man sehen, dass neben den Renditen für US-Staatsanleihen (hier ein Vergleich) seit einigen Tagen der US-Dollar immer weiter an Stärke gewinnt. Seit November 2020 befindet sich der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) im Abwärtstrend. Der Index fiel seit November von 94,29 auf 89,16 Indexpunkte bis zum 6. Januar 2021. Dann trat die Kehrtwende ein, und der Index stieg bis jetzt auf 90,83 Punkte. Daran erkennt man die leichte neue Stärke im US-Dollar. Das ist schlecht für den Goldpreis. Denn alles was in US-Dollar gehandelt wird, schwächelt tendenziell, wenn der Dollar ansteigt – und umgekehrt. Im folgenden Chart sehen wir als blaue Linie seit dem 5. Januar den steigenden US-Dollar gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün.

Goldpreis morgen vor weiterem Absturz?

Wird der Goldpreis morgen weiter fallen? Möglich ist das, aber keinesfalls sicher. Der Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnt in seinem ganz frischen Kommentar zu Gold, dass die ehemalige Fed-Chefin und neue US-Finanzministerin Janet Yellen morgen im US-Kongress sprechen wird. Wie im Vorfeld durchgesickert sein soll, werde Janet Yellen eine Rückkehr der Biden-Administration zur Wechselkurspolitik vorheriger Regierungen vor Trump verkünden, nämlich die Wechselkurse wieder allein den Märkten zu überlassen.

Inwieweit dies den Goldpreis beeinflusse, werde laut Carsten Fritsch stark von der Richtung abhängen, die der US-Dollar daraufhin einschlägt. Verbale Interventionen zur Abschwächung des US-Dollar wie unter Donald Trump häufig geschehen, dürften allerdings der Vergangenheit angehören, so seine Meinung. Kann diese neue Passivität also bedeuten, dass die Märkte den US-Dollar positiver sehen, weil die US-Regierung nicht mehr auf eine Abwertung drängt? Ein weiter steigender US-Dollar könnte den Goldpreis daher eventuell weiter schwächen, zumindest auf Sicht der nächsten Tage.

Chart zeigt Vergleich von US-Dollar gegen Goldpreis seit dem 5. Januar

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Indizes

Aktienmärkte: Kommt jetzt die Korrektur? Risiko US-Regierungswechsel

Kommt jetzt die Korrektur der Aktienmärkte – in der Woche des lange erwarteten US-Regierungswechsels? Was dafür spricht – und was nicht..

Wolfgang Müller

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am

Kommt jetzt die Korrektur der Aktienmärkte? Nach einer gefühlt ewig langen Phase des Übergangs von der alten auf eine neue US-Regierung, ist es am Mittwoch endlich soweit: Ein neuer Präsident verspricht Versöhnung, Toleranz und Ruhe. Aber wird dies auch für die Finanzmärkte gelten, die so sehr von den Pushfaktoren, wie Stimuli, Helikoptergeld und niedrigen Zinsen profitiert haben? Könnte nicht gerade die Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung für Volatilität sorgen, denn Joe Bidens Programm ist „zunächst“ einmal nicht nur Wall Street-freundlich?

Aktienmärkte: Treibende und bremsende Faktoren

Es gibt Hunderte von Indikatoren, die zur Beurteilung von Wirtschaft und Börse herangezogen werden, aber nur wenig haben große unmittelbare Bedeutung für die Aktienmärkte.

Der wichtigste Faktor ist nach wie vor der monetäre – und von dieser Seite droht zunächst keine Gefahr. Der Zuwachs der Geldmenge in den USA marschiert auf die 7 Billionen Dollar zu (der Zuwachs beträgt 71 Prozent), das frisch gedruckte Geld der Notenbanken (Fed 120 Mrd. Dollar monatlich) mit ihren ständigen Wertpapierkäufen läuft auf die 10 Billionen Dollar zu. Die Rettungspakete bekommen mit der Ankündigung von Joe Bidens Regierungsprogramm einen weiteren Schub, den die Börsen allerdings schon eingepreist haben.

Geblieben sind allerdings auch die große Euphorie bestimmter Anlegergruppen, die ungesunde Call-Spekulation, die Übertreibungen bei Nebenwerten (Russell 2000) sowie die Spekulationsblasen zum Beispiel in Wasserstofffirmen oder im Bereich der Elektromobilität. Vor allem auch bei der Hyperspekulation mit Penny-Stocks, um nur drei Beispiele zu nennen.

Ebenso die langfristig bedeutsamen Indikatoren, wie der Buffett-Indikator, der Shiller-Index, die ungesunden Abstände der Indizes von ihren Aufwärtstrendlinien und Weitere, auf die ich genau vor einer Woche hingewiesen habe. It doesn’t matter, until it matters.

Die Long-Spekulation im Langfristvergleich

Investoren und Aktienmärkte: alle sind long!

Was kurzfristig die Aktienmärkte sehr belastet und bereits zu einer viertägigen Querbewegung der Indizes geführt hat, war der Renditeanstieg der 10-jährigen US-Treasury bis auf 1,18 Prozent. Diese ist aber nach einem Eingreifen der Federal Reserve wieder auf 1,087 Prozent gefallen. Auch wenn die Zinsen noch sehr niedrig sind, genügen hier schon geringe weitere Anstiege, um zu einer Belastung des Aktienmarktes zu werden.

Die Zinskurve in den USA versteilt sich, erkennbar an der Differenz zwischen der 2- und 10-jährigen Staatsanleihe. Was den Banken zupass kommt, durch das ewige Thema der Fristentransformation, aber eher nicht dem Gesamtmarkt.

Die Saisonalität spricht einmal mehr für eine Korrektur, wie in dem ewigen Chart eindeutig sichtbar.

Aktienmärkte und Saisonalität

Was sich weiter im fast neutralen Bereich befindet, ist der Fear&Greed-Index mit seinen 60 Punkten. Belastend hingegen die Cash-Quote der Fonds, die noch sehr niedrig ist, erst bei einem größeren Rückschlag könnte sich diese wieder ausweiten.

Wie könnte sich die Übertreibung an den Aktienmärkten abbauen?

Dies geht natürlich stets über zwei Wege. Zum einen über eine harte und schnelle Korrektur der Aktienmärkte – und zum anderen über eine längere Seitwärtsphase. Aufgrund der hohen Call-Spekulation in Verbindung mit der hohen Wertpapierkredite (Margin Debt) ist eher von Ersterem auszugehen. Was machen die Märkte heute, an einem Feiertag in den USA – Martin Luther King Day?

Wahrscheinlich gibt es ab mittag wieder einmal Sparflamme an den europäischen Börsen, ohne die Wall Street. Es wird aber weiter Unsicherheit herrschen, wegen der Inaugurationsfeier von Joe Biden. Da man aber Unruhen bereits jetzt schon fast 14 Tage im Voraus entgegenplanen kann, wird Washington gesichert werden wie Fort Knox, mit Zehntausenden von Soldaten, Polizisten, Sicherheitskräften und Geheimdienstmitarbeitern. Die Großmacht USA wird Bilder wie am 6. Januar für die Welt verhindern wollen. Und was so lange bekannt ist, wie mögliche Unruhen am 20. Januar? Das Unheilvolle ist immer das Überraschende, insbesondere für die Aktienmärkte.

Der Fortgang beim Weltprojekt Impfung

Auch wenn gerade das Thema Impfstoffversorgung in aller Munde ist, übersieht man die Geschwindigkeit, wie rasch die Impfkurve nach oben geht. Obwohl es eigentlich erst um die Jahreswende so richtig losging, gab es bereits fast 40 Millionen Impfungen. Voran die USA mit über 12 Mio., China über 10 Mio., Großbritannien über 4 Mio., Israel über 2,2 Mio., selbst Deutschland hat rasch die Einmlillionengrenze überschritten.

Klar sind die Kapazitäten noch begrenzt, aber nach BioNTech, Moderna, Gamaleya und Sinovac gibt es noch so viele Firmen, die kurz vor der Zulassung stehen und ihre Produktion hochfahren. AstraZeneca, Cansino, Sinopharm (beide China), Vector (RUS), Bhanat (IND), Johnson&Johnson und viele andere, es gibt immer noch 200 Impfstoffprojekte, die versuchen auf den Markt zu kommen, um das große Geschäft zu machen.

Wenn man sich die Milliarden Impfdosen, die schon die ersten Firmen auf den Markt bringen wollen betrachtet (ursprünglich 12,6 Milliarden Dosen von nur 10 Firmen, Pfizer hat gerade angekündigt die Produktion 2021 von 1,3 auf 2 Milliarden Dosen erhöhen zu wollen), kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es in der zweiten Jahreshälfte bereits ein Überangebot an Impfstoffen geben wird, den berühmten Schweinezyklus.

Beträgt nicht der Anteil der unter 15-Jährigen an der Weltbevölkerung von 7,7 Milliarden 26 Prozent, allein in Afrika sind es 41 Prozent und damit viele, die gar nicht geimpft werden (können), auch aus finanziellen Gründen?

Beispiel USA: Hier wird man bereits noch in dieser Woche offiziell die schreckliche Zahl von 25 Millionen Infizierten erreichen, aber was ist mit der Dunkelziffer, wenn diese nur den sehr niedrigen Faktor drei oder vier beträgt? Joe Biden hat angekündigt bereits in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Amerikaner impfen lassen zu wollen, es sollen viele Firmen staatlich gezwungen werden mitzuarbeiten. Würde es dann nicht bereits im Frühjahr vorbei sein mit den großen Infektionszahlen, zumal man nicht vergessen darf, dass es bis dahin auch noch weiter Millionen Infizierte geben wird, die bis dahin die Krankheit durch haben? Dann aber vorrangig Junge, weil die Älteren bereits geimpft sind.

Zur Börse: Klar wird ein Lockdown durch Joe Biden die Aktienmärkte kurzfristig belasten, aber auf welchen Zeitraum blickt denn der Markt, doch nicht auf das Frühjahr? Auch die Sicht, dass sich die Wirtschaftserholung in 2021 durch die Mutation nach hinten verschieben werde, ist eine börsenunspezifische. Die Erholung wird dann eben stärker ausfallen, der Nachholbedarf größer. Hat nicht das Ifo-Institut erst berichtet, dass das „nicht ausgegebene“ Geld in Deutschland bereits 100 Milliarden Euro erreicht hat?

Fazit

Längerfristig wird das neue Regierungsprogramm der Wall Street und den Märkten nicht zu sehr schaden, das zeigt die Vergangenheit, wenn man sich die Performance der Märkte seit dem Zweiten Weltkrieg betrachtet. Das Big Money hat noch zu jeder Zeit seinen Einfluss auf Regierende durchgesetzt und zu sehr ist die Gesellschaft in den USA auf ihren Konsum und ihren Aktienmarkt angewiesen. Kein Präsident wird eine Umschichtung von Wall Street zu Main Street durchsetzen können, wenn die Masse der Senatsmitglieder selbst große Aktienvermögen besitzen, wenn die Altersvorsorge (Pensionskassen) so sehr von den Kapitalmärkten abhängig ist – anders als in Deutschland.

Aber kurz- und mittelfristig könnten die Pläne der neuen Regierung schon für Unsicherheit sorgen, für Volatilität, im Hinblick auf Verschuldung, Inflation und Kapitalmarktzinsen. Noch ist die Auswahl für die großen Kapitalsammelstellen noch sehr einseitig, aber was würde passieren, sollten sich die allgemeine Kapitalmarktzinsen auch nur ein weiteres halbes Prozent nach oben bewegen? Zukunftsmusik? Klar wird die Notenbank verbal und praktisch dagegen ankämpfen, die große Wende wird nicht gleich kommen, aber einen weiteren „Free Lunch“ für die vielen Neuspekulanten wird es 2021 vermutlich nicht noch einmal geben. An den Börsen klappt selten eine Geschichte zweimal hintereinander. Wird der 20. Januar mit all seinen Auswirkungen nicht erst einmal Luft aus der Spekulationsblase an den Märkten lassen, weil man wochenlang Zeit hatte, die Erwartungen einzupreisen? Die kommenden Wochen sind geradezu einladend für eine Phase des Abbaus von Euphorie, das frische Geld ist an den Märkten angekommen, die Unerfahrenen werden nicht schnell genug reich und dann kommen erst einmal Gewinnmitnahmen. Dies war in den letzten fünf Jahren fast immer der Fall, bis auf den Januar 2019, aber da gab es eine Sondersituation wegen Fed-Chef Jerome Powell und seiner zinspolitischen 180-Grad-Wende.

Wird der US-Regierungswechsel zu einer Korrektur der Aktienmärkte führen?

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