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Warum steigt der Euro?

Der Euro steigt zu Jahresbeginn auf den höchsten Stand seit September 2017 - und handelt nun schon in Sichtweite der Höchststände des Vorjahres. Aber warum? Eigentlich spricht derzeit alles gegen den Euro..

FMW-Redaktion

Der Euro steigt zu Jahresbeginn auf den höchsten Stand seit September 2017 – und handelt nun schon in Sichtweite der Höchststände des Vorjahres. Aber warum?


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Eigentlich spricht derzeit nicht wirklich viel für die Gemeinschaftswährung! Da ist zunächst einmal Deutschland: noch ist völlig unklar, ob es zu einer Großen Koalition kommt – vielmehr ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bei einer Befragung der SPD-Mitglieder eben diese Mitglieder mit „nein“ stimmen werden, weil sie spüren, dass eine erneute Koalition für die SPD mit Merkel die Partei noch weiter schwächen dürfte. Was dann käme, wären Neuwahlen, aber was soll bei diesen Neuahlen dann anderes heraus kommen als bei den Wahlen letzten September?

Vielmehr ist zu vermuten, dass wir ein sehr ähnliches Ergebnis bekommen würden. Da die Jamaika-Koalition sich wohl auf absehbare Zeit aufgrund der atmospährische Störungen erledigt haben dürfte, wäre dann das einzig denkbare Ergebnis eine Minderheitsregierung der CDU/CSU, toleriert von der SPD. Faktisch hieße das: Merkel ist nur noch ein Schatten ihrer einstigen dominanten Stellung. Deutschland würde dann als Führungsmacht der Eurozone faktisch ausfallen – Merkel müsste bei internationalen Verhandlungen stets in Berlin anrufen, bevor sie irgend etwas vereinbaren kann.

Dann Italien, wo am 04.März gewählt wird. Wahrscheinlich ist nach dem derzeitigen Stand der Umfragen, dass es auch hier nicht zu einer stabilen Regierung reichen wird – also auch hier bestenfalls eine Minderheitsregierung, vielleicht sogar der Sieg von Parteien, die den Euro ablehnen. Sollte das passieren, droht der Eurozone insgesamt, droht vor allem der „Idee Euro“ Ungemach.

Dazu jetzt noch die Konflikte mit Polen wegen der Flüchtlingsfrage, nachdem die EU den Artikel 7 (die „nukleare Option“) aktiviert hat. Man bestraft also ein Land, das wie kein anderes von den Mitteln der EU profitiert – ohnehin scheint Ost-Mitteleuropa nicht so recht dem Wertekanon der alten EU zu entsprechen. Also auch hier Fliehkärfte, die sich im Jahr 2018 noch verstärken könnten!

Das einizige Argument, das eigentlich für den Euro spricht, ist deshLB die Dollar-Schwäche. Hier spielt man offenkundig eine weiteren massiven Anstieg der US-verschuldzng durch die US-Steuerreform. Aber das könnte sich als eher kurzfristiges Phänomen erweisen – möglich ist, dass durch die US-Steuerreform Dollars aus dem Ausland wieder in die USA zurück gesogen werden, womit Dollar-Bedarf in der „Restwelt“ entsteht.

Also spricht mnches dafür, dass für den Euro die Luft dünner wird, zumal die EZB einem Anstieg der Gemeinschaftswährung über die 1,20 mit eher sehr gemischten Gefühlen begegnen dürfte..



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3 Kommentare

  1. Vorab ein gutes Neues!

    Der „Dollarbedarf in der Restwelt“ könnte schwächer ausfallen als erwartet, http://www.goldseiten.de/artikel/359037–Yuan-fuer-Oel-…-Gold-fuer-Yuan.html

  2. –Deutschland würde dann als Führungsmacht der Eurozone faktisch ausfallen – —
    Lach…ausser in der Haftung,ist DE eine Fuehrungsmacht!!
    Hat man denn die Siegermacht Frankreich etwa vergessen,die bei Entscheidungen immer das letzte Wort hat….auch unter Holland u.jetzt Macron?
    DE wird nur in den dt.Medien so dargestellt,als sei sie eine Fuehrungsmacht!
    DE entwickelt sich als Rothschild getriebener(Macron)…ins finanz.Abseits!
    DE regiert seit 12 Jahren nicht mehr, ausser seine eigenen Buerger in die Armut zu treiben!!!
    so schauts aus…

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