Folgen Sie uns

Meinung

Warum verlassen die Reichen China?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ist der Exodus der Gewinner Vorbote für kommende Turbulenzen?

Man kann davon ausgehen, dass die Superreichen Chinas gut informiert sind über den Zustand der Finanzsektors. Umso aufschlussreicher ist, dass derzeit eine Exoduswelle des großen chinesischen Kapitals nach Australien und Kanada rollt.

Einfallstor für die Fluchtbewegung sind sogenannte Investmentvisa, die Kanada und Australien wohlhabenden Ausländern anbieten. Ein schlauer Gedanke, der unserer biederen Bundesregierung niemals in den Sinn käme: neben Fachkräften versuchen beide Länder gezielt Vermögende anzusprechen, um deren Kapital ins Land zu holen. Dabei müssen schon dreistellige Millionensummen vorzuweisen sein – sonst braucht man sich etwa in Kanada gar nicht erst um ein solches Visum bewerben.

Faktisch ist der Versuch vieler reicher Chinesen, ihr Vermögen ins Ausland zu transferieren, eine Abstimmung mit den Füßen. Erstens ist jedem in China klar, dass Eigentumsverhältnisse – anders als im Westen – nicht wirklich garantiert sind. Gegen eine Enteignung durch den Staat gibt es schon aufgrund des Fehlens einer unabhängigen Justiz im Reich der Mitte kaum Möglichkeiten der Gegenwehr.

Zweitens dürfte den Reichen in China klar sein, dass mit der neuen Führung in China eine andere Mentalität eingezogen ist. Bescheidenheit ist jetzt oberste Tugend – da werden Multimillionäre schnell verdächtig.

Und drittens fürchten die Reichen, dass das kreditgehebelte Kartenhaus der chinesischen Wirtschaft schnell zusammen brechen könnte, wenn die Regierung weiter mit ihrem Vorhaben ernst macht, die Kreditrisiken der Schattenbanken und Trusts zu minimieren – ein Vorhaben, dass eine deflationäre Welle auslösen dürfte.

Die Reichen sitzen zudem auf einer Währung, die nicht frei handelbar ist und von der Regierung gesteuert wird. Die Zeiten, in der alle Welt fest daran glaubte, dass der Yuan nur aufwerten könne, sind definitv vorbei. Faktisch ist der Yuan – vielleicht neben dem britischen Pfund – die überbewertetste Währung der Welt. Die Auswanderung ist daher für viele der Superreichen die einzige Chance, den Yuan zu einem aktuell guten Kurs los zu werden.

Anders als im Westen wird vielen Chinesen immer klarer, dass das derzeitige Wirtschaftsmodell nicht funktionieren kann. So erzählte mir ein Bekannter, der für eine große deutsche Firma regelmäßig in China ist, dass seine Geschäftspartner immer nach einer Möglichkeit Ausschau halten, ausländische Währungen wie den US-Dollar zu erwerben. Auf seinen Reisen sieht er immer wieder leerstehende Geisterstädte, selbst in unmittelbarer Umgebung von Shanghai. Meist sind das noch Rohbauten – die Investoren haben in Erwartung steigender Preise gekauft und sind davon ausgegangen, zu einem späteren Zeitpunkt dann den Bau fortzusetzen, wenn das angestrebte Preisniveau erreicht ist – ein Sinnbild für die extrem spekulative Natur der chinesische Wirtschaft insgesamt!

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Bitcoin

Bitcoin als Warnsignal für die Aktienmärkte? Videoausblick

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist? Bitcoin ist ja eben nicht ein Hedge, sondern vielmehr ein Liebling der Retail-Investoren – und verhält sich damit faktisch wie zyklische Aktien. Daher ist es auch kein Zufall, dass Bitcoin im März 2020 in der ersten Corona-Welle ebenso wie die Aktienmärkte deutlich gefallen ist. Die Aktienmärkte zeigen derzeit ein ähnliches Muster wie 2020: Tech steigt, aber die Marktbreite fehlt wieder – das war bis zur Impfstoff-Meldung am 09.November 2020 das dominante Muster gewesen. Die Luft nach oben scheint dünner zu werden, ohnehin ist die Beste aller Welten lämngst eingepreist, da darf also nichts schief gehen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Bitcoin

Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage