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Was ist noch besser als der Betrieb einer Bank? Bank sein ohne das Ausfallrisiko bei Krediten!

Sie selbst verleihen als Bank gar kein Geld mehr, sondern animieren ihre eigenen Kunden mit Guthaben, dass sie ihr Geld direkt an ihre Kunden verleihen, die einen Kredit brauchen. Also ein Geschäft zwischen

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FMW-Redaktion

Ja, das ist doch was Nerviges. Sie haben eine Banklizenz, und dann haben Sie dieses lästige Risiko, dass bei Krediten der Schuldner nicht zurückzahlt. Wie entledigen Sie sich dieses Problems? Ganz einfach. Sie selbst verleihen als Bank gar kein Geld mehr, sondern animieren ihre eigenen Kunden mit Guthaben, dass sie ihr Geld direkt an ihre Kunden verleihen, die einen Kredit brauchen. Also ein Geschäft zwischen zwei Personen direkt, oder einer Person und einer Firma, ohne dass die Bank selbst Geld verleiht. Kann der Kredit nicht bedient werden, ist ihr Bankkunde mit dem Guthaben der Geschädigte – ihre Bankbilanz bleibt von dem Ausfall unberührt.

Bank

Das Prinzip der direkten Kreditvermittlung zwischen Privatpersonen gibt es in Deutschland schon seit Jahren. Die bekanntesten Anbieter sind Smava und Auxmoney. Auf diesen Plattformen kann eine Privatperson, die nach Rendite sucht, ganz gezielt anderen Privatpersonen Geld leihen. Nur die letztliche Geldabwicklung übernimmt eine Bank. Der Betrieb der Plattform wird aber von einer unabhängigen Firma vorgenommen, die mit dem Betrieb einer Bank nichts zu tun hat. Jetzt aber zum ersten Mal in Deutschland gibt es eine Bank, die von sich aus eine eigene hausinterne Plattform solcher Art einrichtet. Und dann gleich Deutschlands Nummer 2 die Commerzbank. Natürlich geht es hierbei offiziell nicht darum eigene Kreditrisiken auszulagern – es gehe darum auf Marktentwicklungen zu reagieren, so die Commerzbank.

Bei dieser Commerzbank-eigenen „Peer-to-Peer-Lending-Plattform“ namens „Main Funders“, die am nächsten Montag den 27. Juni starten soll, wird es zunächst um die direkte Finanzierung mittelständischer Firmen gehen. Hier kann also der Commerzbank-Kunde entscheiden, ob er einem einzelnen Commerzbank-Firmenkunden direkt Geld leihen will. Das Risiko liegt dann alleine beim Kunden, und nicht bei der Bank. Volumen von 200.000 bis 10 Millionen Euro werden möglich sein. Interessant wird dann auch sein, wie es sich mit dem Datenschutz verhält. Denn bisher ist ja so, dass bei den relativ kleinen Privatkrediten, die z.B. über Smava vermittelt werden, für den potenziellen Kreditgeber Einsicht gewährt wird in persönliche Daten des Kreditsuchenden. Erst recht bei deutlich größeren Summen wird die Commerzbank als „Vermittlerplattform“ (heißt ja jetzt neumodisch „Main Funders“) dem geldgebenden Kunden vorab Zugang zu Detailinfos des Kreditsuchenden geben müssen. Anders geht es gar nicht. Oder würden Sie ein paar hunderttausend Euro irgendwem einfach so leihen, ohne Informationen über denjenigen zu haben? Wie viele potenzielle Kreditgeber so an die internen Daten von Firmen kommen?

Laut Commerzbank ist man sogar europaweit die erste Bank, die in den Markt der Kreditplattformen mit einsteigt. Auch wolle man Zitat nicht zuschauen, wie andere diesen Bedarf bedienen. „Mit Main Funders verteidigen wir unsere Wettbewerbsposition“, so die Commerzbank. Naja, bekämpft man damit nicht sich selbst als „Kreditinstitut“? Egal, die Bank wird schon wissen, was sie da tut, oder? Wie kann man als Bank seine Kreditrisiken auslagern und sich über neue Provisionserlöse unabhängig von niedrigen Zinserträgen machen? Die Commerzbank zumindest macht jetzt schon mal einen ersten Schritt Richtung Problemlösung. Doch da kann schnell die Frage aufkommen: Wozu braucht man die Commerzbank bzw. irgendeine Bank noch, wenn sie sogar ihr Kerngeschäft „outsourct“?

Die Commerzbank äußert sich offiziell wie folgt:


„Hohe Investitionsbedarfe, etwa im Zuge von Digitalisierung und Industrie 4.0, stehen heute mehr denn je einer hohen Liquidität durch die anhaltend niedrigen Einlagenzinsen gegenüber. Daraus ergibt sich ein neuer Bedarf an Zusatzangeboten zum herkömmlichen Finanzierungs- und Anlagegeschäft. Mit Main Funders adressieren wir diesen“, so Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand Corporate Banking der Commerzbank. „Gleichzeitig ist Main Funders als Plattform eine wichtige Basis im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie“, so Kotzbauer weiter.

„Main Funders kombiniert die Kompetenzen und langjährige Erfahrung einer etablierten Bank mit denen eines agilen und innovativen Start-ups“, erläutert Birgit Storz, Founder Director des Main Incubators und Bereichsleiterin Segment Management und Development in der Mittelstandsbank der Commerzbank. „Wir nutzen unser Kundennetzwerk, unser Banking-Know-how und unsere erprobten sowie aufsichtsrechtlich genehmigten Prozesse. Gleichzeitig liegt Main Funders eine nutzerfreundliche Plattform zugrunde, die über das Firmenkundenportal einfach zugänglich ist“, so Storz weiter.

Die Entwicklung der neuen Plattform erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Commerzbank und dem Main Incubator. Im Hintergrund von Main Funders agieren die Spezialisten der Commerzbank. Sie übernehmen auch die Prüfung und Bewertung der Kunden und Projekte. Damit sind faire Konditionen durch eine risikoadjustierte Bepreisung in Abhängigkeit von unterschiedlichen Bonitätsklassen gewährleistet. Dreh- und Angelpunkt für erfolgreiche Abschlüsse ist immer eine aussagekräftige Projektbeschreibung.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    joah

    23. Juni 2016 11:51 at 11:51

    Es ist der klägliche Versuch, Realinflation zu erschaffen und – wie schon sehr korrekt dargestellt – nicht das Kreditrisiko zu tragen. In einer sich absehbar kontrahierenden Wirtschaft werden Kreditausfälle allerdings enorm sein. Somit ist hier mutwillig eigen-taktisches Verhalten zu vermuten (Verantwortungsabgabe).

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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