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Weihnachten: Chinas Aufschwung und Lieferschwierigkeiten vor dem Fest

Trotz immer heftiger werdender Coronazahlen in verschiedenen westlichen Industriestaaten, gibt es Lieferschwierigkeiten vor Weihnachten!

Wenn das Krisenmeldungen sein sollen: Trotz immer heftiger werdender Coronazahlen in verschiedenen westlichen Industriestaaten, gibt es Lieferschwierigkeiten vor Weihnachten. Eine große Nachfrage nach Produkten aus China trifft dabei auf eine überlastete Transportkapazität. Nach kommender Rezession klingt das nicht.

Große Lieferschwierigkeiten für Weihnachten

Der deutsche Einzelhandel hofft in diesem Jahr mehr denn je im Geschäft vor Weihnachten viele Verluste des Jahres wettzumachen. Aber wie es derzeit aussieht, ist es äußerst schwierig die Kauflust der Deutschen zu befriedigen: ob die große Nachfrage an Elektronik, Spielzeug, Sportartikel oder Mode, es deuten sich Lieferschwierigkeiten an. Schuld daran haben überlastete Handelsrouten nach Fernost, für den europäischen Handel, aber auch für die USA. Selbst der Onlineriese Amazon ist mit seinen Kapazitäten am Anschlag. Deutsche Logistiker sprechen von einer Lage, die sie noch nie erlebt hätten, Aussicht auf Besserung gebe es erst im neuen Jahr.

Die Gründe für die Engpässe

Zunächst liegt es an der Pandemie, denn die Händler orderten während der Corona-Krise zu wenig Waren. Dann hat sich der Online-Handel im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, wie ein E-Commerce-Experte berichtete. Die Händler waren beim Einkauf, bei der Lagerhaltung und im Versand darauf nicht eingerichtet. Zudem hat sich die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal mit 4,9 Prozent viel schneller erholt als erwartet, das Volumen für Seefracht ist in die Höhe geschossen. Für die Schifffahrtsrouten brachte es der Vorstand für Luft- und Seefracht bei Schenker auf den Punkt: „Die Schiffe sind bis obenhin voll, alles was schwimmt, ist unterwegs.“ Die Statistiken der Londoner Seefracht-Beratungsfirma Drewry zeigen auch ein hohes Verladevolumen in den Häfen. Denn auch die Nachfrage aus den USA nach Konsumgütern sei derzeit extrem groß, quer über die ganze Produktpalette. China ist schon wieder auf dem Weg zu alten Wachstumsraten, nach den Zahlen der Engländer lag der chinesische Umschlag bereits im September mehr als 50 Prozent über dem Durchschnitt der letzten Jahre und erreichte damit ein Allzeithoch. Durch die Engpässe in der Schifffahrt bleibt derzeit jeder vierte Container im Hafen von Shanghai stehen. Jetzt versuchen Logistiker vor Weihnachten auf Bahn oder Flugzeuge auszuweichen.

Was aber nicht so einfach ist, denn während der Pandemie wurden die Luftfrachtkapazitäten gekürzt und es fehlt der Stauraum im Passagierverkehr, der noch unter der Hälfte der Vor-Coronazeiten notiert.

Der Ausweg über die Seidenstraße

Es gibt schon seit Langem den Zugverkehr von Duisburg in die chinesischen Metropolen, eine Strecke über 11.000 Kilometer. Aber auch hier sind die Kapazitäten rasch erschöpft, schließlich passen auf einen Zug nur etwa 80 Container gegenüber 24.000 auf einem großen Frachtschiff.

Aber auch der gute Lastkraftwagen erlebt eine Renaissance. Marktführer Schenker schickt extrea vor Weihnachten seine Laster auf die lange Strecke, auch wenn die Transportkosten das Vierfache zum Schifftransport ausmachen. China scheint einmal mehr, wie schon nach der Finanzkrise 2009, die Lokomotive der Weltwirtschaft zu werden.

Chinas aktueller Exportboom

Auch wenn für viele westliche Staaten durch die zweite Coronawelle im vierten Quartal eine so genannte „Double-Dip-Recession“ droht, wird China als einzige Wirtschaftsnation in diesem Jahr wieder ein Wachstum verzeichnen. Dies wurde einmal mehr an den kürzlich veröffentlichten Exportdaten deutlich.

Die chinesischen Ausfuhren legten im November auf Monatssicht sprunghaft zu, um 21,1 Prozent, wie die Statistikbehörde meldete. Anders als die Importe, die mit plus 4,5 Prozent hinter den Erwartungen zurückblieben. Das Resultat ist wieder einmal ein Anstieg des Handelsdefizits um 102,9 Prozent auf 75 Milliarden US-Dollar. Wie gehabt trägt der Außenhandel zur Erholung der chinesischen Volkswirtschaft bei.

Damit rechnet man für das Gesamtjahr mit einem Wachstum von 2,0 bis 2,2 Prozent, während die Welt um mindestens vier Prozent schrumpft.

Frühindikatoren und die gerade erwähnten Transportdaten deuten darauf hin, dass das Wachstum Chinas im vierten Quartal mindestens 5,5 Prozent erreichen könnte. Wie es zum Beispiel der Caixin-Einkaufsmanagerindex für November andeutet, mit seinem Anstieg von 53,6 auf 54,9 Punkten für das Verarbeitende Gewerbe. Der Index kletterte bereits den siebten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit November 2010.

Kein Wunder, dass das chinesische Wirtschaftswachstum sowie das Außenhandelsbilanzdefizit den USA ein Dorn im Auge ist. Auch unter Präsident Joe Biden sollte es weitere Sanktionen gegen chinesische Exportunternehmen geben. 2020, ein Wachstum in China und eine starke Schrumpfung des BIP in den USA. Damit verringert sich der Abstand in der Wirtschaftsleistung der beiden Supermächte ein weiteres Mal ganz deutlich. Auch für das Jahr 2021, für das der Internationale Währungsfond (IWF) sogar ein chinesisches Wachstum von 8,2 prognostiziert. Und es geht um ein Land, welches im Jahr 2021 schon 19 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts (kaufkraftbereinigt) repräsentieren soll (statista).

Fazit

Die geschilderten wirtschaftlichen Engpässe gerade vor Weihnachten klingen nicht nach kommender Wirtschaftskrise. China ist eher ein Beispiel dafür, was passieren wird, wenn der Westen aus seiner Krise, dem permanenten Wechsel von Schließen und Öffnen von Wirtschaftszweigen, herauskommt.

Vergessen wir nicht: Die USA haben bereits jetzt nach knapp neun Monate der Pandemie über 15,5 Millionen Coronainfektionen, bei einer Dunkelziffer, die eher näher am Faktor 10, als bei fünf liegt. Das bedeutet, dass man dort in den nächsten Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zunehmenden Rückgang der Beeinträchtigung durch Covid-19 erleben könnten. Bei einer Riesenanzahl von bereits Herdenimmunisierten und durch die täglichen Impfungen hinzukommender Hunderttausender – wenn nichts dazwischen kommt.

Wer behauptet, die Wirtschaft könne durch die vielen Schäden nicht so schell wachsen, zumindest in der Anfangszeit übersieht eines: Staaten und Notenbanken haben bereits einen Betrag entsprechend 12 Prozent des weltweiten Sozialprodukts locker gemacht, welches in die Wirtschaft und an die Märkte geflossen ist und auch noch fließen wird. Und es wird „noch“ wirken, ob durch den 750 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds der EU, den billionenschweren Stimuluspaket von Joe Biden, welches zumindest abgeschwächt kommen wird, oder auch durch das gerade erst beschlossene Förderpaket Japans (700 Milliarden Dollar).

Die Börsen, die sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken, preisen dies trotz des aktuellen Gegenwindes gerade ein, bei allen Unsicherheiten, die die Zukunft mit sich bringt. Haben wir schon vergessen, dass die Börsen im zweiten Quartal 2020 global um über 40 Prozent gestiegen sind, obwohl dieses Quartal den größten Wirtschaftseinbruch (Lockdown) nach dem Krieg gebracht hat? Größer geht eine Divergenz zwischen wirtschaftlicher Gegenwart und Börsenverfassung nicht. Oder ebenso deutlich in der Finanzkrise, als am 6. März 2009 der S&P 500 mit 676 Punkten sein Tief erreichte, oder der Dax mit 3666 Punkten. Zum Jahresende 2009 wurde die größte Rezession in einem Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg festgestellt. Der Dax stand im Dezember 2009 aber schon wieder bei 6000 Punkten, der S&P 500 bei 1115 Punkten. Wer also wartet, bis die guten Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, wird in den allermeisten Fällen mit seiner Performance den Kürzeren ziehen. Das war schon immer so und nicht nur in diesem Jahrhundert. Börsen antizipieren und sie bilanzieren nicht.

Auch wenn es immer wieder zu Fehlprognosen kommt.

Die Lieferschwierigkeiten zu Weihnachten und das Wachstum in China



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1 Kommentar

  1. Hallo, das Geschehen habe ich im Container Index schon vor einigen Tagen gesehen (https://fbx.freightos.com/)
    Aber warum sinkt der Baltic Dry Index, wenn schon seit Monaten die Frachtraten steigen. Irgendwann müssen doch auch Rohstoffe nachgeliefert werden, wenn das Geschäft so brummt. Oder sind das alles Waren die im letzten Lockdown schon auf Lager produziert waren und nun abverkauft werden? Also nur ein gewisser Nachholeffekt.

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