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Weihnachten: Chinas Aufschwung und Lieferschwierigkeiten vor dem Fest

Trotz immer heftiger werdender Coronazahlen in verschiedenen westlichen Industriestaaten, gibt es Lieferschwierigkeiten vor Weihnachten!

Wolfgang Müller

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am

Wenn das Krisenmeldungen sein sollen: Trotz immer heftiger werdender Coronazahlen in verschiedenen westlichen Industriestaaten, gibt es Lieferschwierigkeiten vor Weihnachten. Eine große Nachfrage nach Produkten aus China trifft dabei auf eine überlastete Transportkapazität. Nach kommender Rezession klingt das nicht.

Große Lieferschwierigkeiten für Weihnachten

Der deutsche Einzelhandel hofft in diesem Jahr mehr denn je im Geschäft vor Weihnachten viele Verluste des Jahres wettzumachen. Aber wie es derzeit aussieht, ist es äußerst schwierig die Kauflust der Deutschen zu befriedigen: ob die große Nachfrage an Elektronik, Spielzeug, Sportartikel oder Mode, es deuten sich Lieferschwierigkeiten an. Schuld daran haben überlastete Handelsrouten nach Fernost, für den europäischen Handel, aber auch für die USA. Selbst der Onlineriese Amazon ist mit seinen Kapazitäten am Anschlag. Deutsche Logistiker sprechen von einer Lage, die sie noch nie erlebt hätten, Aussicht auf Besserung gebe es erst im neuen Jahr.

Die Gründe für die Engpässe

Zunächst liegt es an der Pandemie, denn die Händler orderten während der Corona-Krise zu wenig Waren. Dann hat sich der Online-Handel im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, wie ein E-Commerce-Experte berichtete. Die Händler waren beim Einkauf, bei der Lagerhaltung und im Versand darauf nicht eingerichtet. Zudem hat sich die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal mit 4,9 Prozent viel schneller erholt als erwartet, das Volumen für Seefracht ist in die Höhe geschossen. Für die Schifffahrtsrouten brachte es der Vorstand für Luft- und Seefracht bei Schenker auf den Punkt: „Die Schiffe sind bis obenhin voll, alles was schwimmt, ist unterwegs.“ Die Statistiken der Londoner Seefracht-Beratungsfirma Drewry zeigen auch ein hohes Verladevolumen in den Häfen. Denn auch die Nachfrage aus den USA nach Konsumgütern sei derzeit extrem groß, quer über die ganze Produktpalette. China ist schon wieder auf dem Weg zu alten Wachstumsraten, nach den Zahlen der Engländer lag der chinesische Umschlag bereits im September mehr als 50 Prozent über dem Durchschnitt der letzten Jahre und erreichte damit ein Allzeithoch. Durch die Engpässe in der Schifffahrt bleibt derzeit jeder vierte Container im Hafen von Shanghai stehen. Jetzt versuchen Logistiker vor Weihnachten auf Bahn oder Flugzeuge auszuweichen.

Was aber nicht so einfach ist, denn während der Pandemie wurden die Luftfrachtkapazitäten gekürzt und es fehlt der Stauraum im Passagierverkehr, der noch unter der Hälfte der Vor-Coronazeiten notiert.

Der Ausweg über die Seidenstraße

Es gibt schon seit Langem den Zugverkehr von Duisburg in die chinesischen Metropolen, eine Strecke über 11.000 Kilometer. Aber auch hier sind die Kapazitäten rasch erschöpft, schließlich passen auf einen Zug nur etwa 80 Container gegenüber 24.000 auf einem großen Frachtschiff.

Aber auch der gute Lastkraftwagen erlebt eine Renaissance. Marktführer Schenker schickt extrea vor Weihnachten seine Laster auf die lange Strecke, auch wenn die Transportkosten das Vierfache zum Schifftransport ausmachen. China scheint einmal mehr, wie schon nach der Finanzkrise 2009, die Lokomotive der Weltwirtschaft zu werden.

Chinas aktueller Exportboom

Auch wenn für viele westliche Staaten durch die zweite Coronawelle im vierten Quartal eine so genannte „Double-Dip-Recession“ droht, wird China als einzige Wirtschaftsnation in diesem Jahr wieder ein Wachstum verzeichnen. Dies wurde einmal mehr an den kürzlich veröffentlichten Exportdaten deutlich.

Die chinesischen Ausfuhren legten im November auf Monatssicht sprunghaft zu, um 21,1 Prozent, wie die Statistikbehörde meldete. Anders als die Importe, die mit plus 4,5 Prozent hinter den Erwartungen zurückblieben. Das Resultat ist wieder einmal ein Anstieg des Handelsdefizits um 102,9 Prozent auf 75 Milliarden US-Dollar. Wie gehabt trägt der Außenhandel zur Erholung der chinesischen Volkswirtschaft bei.

Damit rechnet man für das Gesamtjahr mit einem Wachstum von 2,0 bis 2,2 Prozent, während die Welt um mindestens vier Prozent schrumpft.

Frühindikatoren und die gerade erwähnten Transportdaten deuten darauf hin, dass das Wachstum Chinas im vierten Quartal mindestens 5,5 Prozent erreichen könnte. Wie es zum Beispiel der Caixin-Einkaufsmanagerindex für November andeutet, mit seinem Anstieg von 53,6 auf 54,9 Punkten für das Verarbeitende Gewerbe. Der Index kletterte bereits den siebten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit November 2010.

Kein Wunder, dass das chinesische Wirtschaftswachstum sowie das Außenhandelsbilanzdefizit den USA ein Dorn im Auge ist. Auch unter Präsident Joe Biden sollte es weitere Sanktionen gegen chinesische Exportunternehmen geben. 2020, ein Wachstum in China und eine starke Schrumpfung des BIP in den USA. Damit verringert sich der Abstand in der Wirtschaftsleistung der beiden Supermächte ein weiteres Mal ganz deutlich. Auch für das Jahr 2021, für das der Internationale Währungsfond (IWF) sogar ein chinesisches Wachstum von 8,2 prognostiziert. Und es geht um ein Land, welches im Jahr 2021 schon 19 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts (kaufkraftbereinigt) repräsentieren soll (statista).

Fazit

Die geschilderten wirtschaftlichen Engpässe gerade vor Weihnachten klingen nicht nach kommender Wirtschaftskrise. China ist eher ein Beispiel dafür, was passieren wird, wenn der Westen aus seiner Krise, dem permanenten Wechsel von Schließen und Öffnen von Wirtschaftszweigen, herauskommt.

Vergessen wir nicht: Die USA haben bereits jetzt nach knapp neun Monate der Pandemie über 15,5 Millionen Coronainfektionen, bei einer Dunkelziffer, die eher näher am Faktor 10, als bei fünf liegt. Das bedeutet, dass man dort in den nächsten Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zunehmenden Rückgang der Beeinträchtigung durch Covid-19 erleben könnten. Bei einer Riesenanzahl von bereits Herdenimmunisierten und durch die täglichen Impfungen hinzukommender Hunderttausender – wenn nichts dazwischen kommt.

Wer behauptet, die Wirtschaft könne durch die vielen Schäden nicht so schell wachsen, zumindest in der Anfangszeit übersieht eines: Staaten und Notenbanken haben bereits einen Betrag entsprechend 12 Prozent des weltweiten Sozialprodukts locker gemacht, welches in die Wirtschaft und an die Märkte geflossen ist und auch noch fließen wird. Und es wird „noch“ wirken, ob durch den 750 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds der EU, den billionenschweren Stimuluspaket von Joe Biden, welches zumindest abgeschwächt kommen wird, oder auch durch das gerade erst beschlossene Förderpaket Japans (700 Milliarden Dollar).

Die Börsen, die sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken, preisen dies trotz des aktuellen Gegenwindes gerade ein, bei allen Unsicherheiten, die die Zukunft mit sich bringt. Haben wir schon vergessen, dass die Börsen im zweiten Quartal 2020 global um über 40 Prozent gestiegen sind, obwohl dieses Quartal den größten Wirtschaftseinbruch (Lockdown) nach dem Krieg gebracht hat? Größer geht eine Divergenz zwischen wirtschaftlicher Gegenwart und Börsenverfassung nicht. Oder ebenso deutlich in der Finanzkrise, als am 6. März 2009 der S&P 500 mit 676 Punkten sein Tief erreichte, oder der Dax mit 3666 Punkten. Zum Jahresende 2009 wurde die größte Rezession in einem Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg festgestellt. Der Dax stand im Dezember 2009 aber schon wieder bei 6000 Punkten, der S&P 500 bei 1115 Punkten. Wer also wartet, bis die guten Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, wird in den allermeisten Fällen mit seiner Performance den Kürzeren ziehen. Das war schon immer so und nicht nur in diesem Jahrhundert. Börsen antizipieren und sie bilanzieren nicht.

Auch wenn es immer wieder zu Fehlprognosen kommt.

Die Lieferschwierigkeiten zu Weihnachten und das Wachstum in China

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Lars

    9. Dezember 2020 15:04 at 15:04

    Hallo, das Geschehen habe ich im Container Index schon vor einigen Tagen gesehen (https://fbx.freightos.com/)
    Aber warum sinkt der Baltic Dry Index, wenn schon seit Monaten die Frachtraten steigen. Irgendwann müssen doch auch Rohstoffe nachgeliefert werden, wenn das Geschäft so brummt. Oder sind das alles Waren die im letzten Lockdown schon auf Lager produziert waren und nun abverkauft werden? Also nur ein gewisser Nachholeffekt.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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