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Welches sind derzeit die wichtigsten Faktoren an der Börse?

Was wird derzeit nicht alles gemutmaßt über die Börse – Manipulation, Casino, Kartenblatt. Was ist wirklich der Fall?

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Was wird derzeit nicht alles gemutmaßt über die Börse – Manipulation, Casino, Kartenblatt -, um nur die harmlosen Umschreibungen zu nennen.

Negative Frühindikatoren, Überkauftsignale aus allen Richtungen, Vergleiche mit Zahlenreihen aus der Vergangenheit u.s.w., aber die Börse hält sich nicht daran. Was bestimmt denn dann das Kursgeschehen an den Märkten?

Der wichtigste Faktor ist und bleibt seit Jahrzehnten der monetäre Faktor, sprich die Versorgung mit billigem Geld.

 

Das Gegenteil ist die Verknappung des Schmiermittels, gesehen im Oktober und Dezember letzten Jahres, als die Fed zum dritten und vierten Mal binnen Jahresfrist die Zinsen anhob und weitere Anhebungen in Aussicht stellte.

Nach der 180-Grad-Wende erleben wir seit Ende Dezember gerade das Gegenteil, eine richtige Hausse.
Schlechte Konjunkturdaten und schwache Unternehmensergebnissen spielen solange keine Rolle, bis klar erkennbar wird, dass diese in eine Rezession münden.

Hinzu kommt in der jetzigen Zeit (noch) das astronomische Buyback-Programm der US-Firmen, auch getrieben durch das billige Geld, aber in der Konsequenz ein weiterer Katalysator für die Börsen.

Die Ausnahme von der Regel ist der berühmte „schwarze Schwan“, der exogene, unerwartete Schock, der alles Insiderwissen und Zukunftsspekulation ad absurdum führt. Wie nach 9/11 oder nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, Ereignissen, die zur Panik führten und wirtschaftlich unkalkulierbar sind.

Dies dürften die Hauptgründe für die Kursanstiege seit Jahresbeginn sein, auch wenn jetzt Gewinnmitnahmen immer wahrscheinlicher werden.

Da die Börsen die Zukunft vorwegnehmen (mit einer relativ hohen Trefferquote), kommt man mit Zahlen aus der Vergangenheit nicht richtig weiter. Wenn wir sie in den Medien lesen, sind diese zumeist schon eingepreist. Außer sie repräsentieren einen Trend, der unweigerlich in die Rezession führt.

Der „scheinbar“ dumme Aktienmarkt

Der Vorwurf des dummen Aktienmarktes ist ein Klischee, welches mich immer zum Schmunzeln bringt. Die Börse hat zumindest in den entwickelten Staaten den besten Preisfindungsmechanismus entwickelt, seit Jahrhunderten und neigt nur in Extremphasen zu Über- oder Untertreibungen – in psychologischen Phasen der Gier oder der Angst, oder nach externen Schocks.

Wer sind denn die Käufer oder Verkäufer beim S&P 500, dem effizientesten Markt, den es weltweit gibt? Unzählige Anleger vom Nobelpreisträger bis zum Gelegenheitszocker, aktive Fonds, passive Fonds, Stiftungen, Versicherungen, automatisierte Sparpläne, staatliche Altersvorsorgestellen (401 k), Großbanken mit ihren Handelsabteilungen, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen, Hedgefonds, von denen es bereits 10000 weltweit gibt, mit einem Volumen von über 3 Bio.$, die auf fallende Kurse setzen und Leerverkäufe tätigen können, Staatsfonds (wie der norwegische, der bereits 1% aller Aktien weltweit besitzt oder die arabischen, asiatischen u.s.w.).

Nicht zu vergessen die Tausenden von Mitarbeitern in Unternehmen, vom Vorstand bis zum Lageristen, die als Primärinsider früher als Analysten wissen, ob die Geschäfte der eigenen Firma laufen oder nicht. Oder Langfristanleger wie Warren Buffett, der seine Riesenaktienpakete in der Vergangenheit durchschnittlich 20 Jahre gehalten hat. Dazu Abertausende von Tradern, die mit technischer Analyse oder anderer Analysemethoden, in ihrer Masse vergeblich versuchen den Markt zu schlagen.

Und die mysteriösen Algos der Großbanken. Diese werden eingesetzt, um im Bruchteil einer Sekunde Preisunterschiede auszunutzen (Arbitrage), aber dann wieder aus dem Markt sind. Allerdings wirken sie unglaublich trendverstärkend, wenn es zu Einbrüchen kommt.

Kurzum, ein solcher 20 Tausendmilliarden Dollar schwerer Markt (wie der S&P 500) ist nicht dumm und nur ganz schwer zu manipulieren, weil Millionen Anleger stets an der Preisentwicklung beteiligt sind, die sich nach neuen Zahlen schlagartig ändern kann. Allerdings steht einem ängstlichen Verkäufer immer ein zuversichtlicher Käufer entgegen.

 

Noch ein paar analytische Sätze zur Markteffizienz, bezogen auf den S&P 500

Wie schwer es ist den Markt zu schlagen, trotz bestem Research und allerlei Beziehungen, zeigen folgende Beispiele. Bill Miller, der Fondsmanager von Legg Mason Value Trust, hält den Weltrekord in der Outperformance des Leitindex. 15 Jahre lang, von 1991 bis 2005, lag er in jedem Jahr über der Quote des weltgrößten Index. Dies war weder Warren Buffett noch David Lynch (Fidelity) gelungen. Im Jahr 2006 brach der Fonds ein und entwickelte sich so schlecht, dass der Manager 2011 entnervt aufgab. Dummerweise war das Volumen seines Fonds 2006 am Höchsten, weil bei einem guten Fonds immer mehr Investoren angezogen werden, das heißt, dass besonders viele Anleger vom Einbruch des Superfonds betroffen waren. Über längere Zeiträume gibt es wohl gar keine Investoren, die mit irgendeiner Marktstrategie besser abschneiden, als der Index.

Das an der Börse geltende Prinzip heißt Regression zum Mittelwert (Mean Reversion). Damit wird jedes Asset bei einer Über-Performance nach einer gewissen Zeit zum Durchschnitt zurückkehren. Der amerikanische Aktienindex hat seit 90 Jahren eine durchschnittliche Entwicklung von 8,8 Prozent p.a. (nominal, für Anleger vor Inflation, Steuern und Gebühren) und ist bei jeder Abweichung immer wieder zum Mittel zurückgekehrt – auch wenn es manchmal länger gedauert hat. Demzufolge muss der S&P 500 korrigieren, nach seinem Superlauf (2009-2019) von 676 auf aktuell 2900 Punkte. Eine Kursperformance von ca. 15% pro Jahr, die weit über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Regression zum Mittelwert wird kommen, keiner weiß aber wann!

Die große Korrektur könnte eingeleitet werden durch eine Änderung der Zinserwartung oder durch eine Rezession. Die Märkte dürften es rechtzeitig anzeigen.

 

Fazit

Die Aktienmärkte haben die beste Informationseffizienz aller Indikatoren, auch wenn sie sich immer wieder mal irren – einen 100-Prozent-Indikator gibt es nicht. Aber die Börse als Unsinn darzustellen, wird dem komplizierten Mechanismus nicht gerecht. Nicht umsonst hat André Kostolany festgestellt: „Börse lehrt Demut.“

 

By Hu Totya – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1222003

18 Kommentare

18 Comments

  1. Marko

    22. April 2019 20:45 at 20:45

    Hallo Wolfgang,

    „Überkauftsignale aus allen Richtungen“ ?!? – Ja, wenn der Bufu total „billig ist“, na dann „volle Kanne rein in den Aktienmarkt, worauf wartet Ihr noch ?!? Short bis der Arzt kommt in den Aktienmarkt !! Beim Bufu,so um die 200 – 250 Punkte, kein Thema…

    Wolfgang, das stimmt einfach nicht, wie kann ich bei einem manipulierten Markt ein „überkauftSignal“ sehen ? Wenn der Anleihemarkt das doch ist, was er ist – manipuliert ?

    Der Anleihemarkt bewegt sich NULL ? In Europa !

    „Das Gegenteil ist die Verknappung des Schmiermittels, gesehen im Oktober und Dezember letzten Jahres, als die Fed zum dritten und vierten Mal binnen Jahresfrist die Zinsen anhob und weitere Anhebungen in Aussicht stellte.“

    Ihr Bären tut so, als sei die FED „alleine“, ok. Die FED/Amis ist die ERDE ?!?

    Wenn dem so wäre, wieso haben wir alle nicht dann den USD als „Weltwährung“ ? Bzw, den Trump als „Weltpräsidenten“ -das wäre natürlich der Knaller (!!!!) ?

    Weil die Amis nicht alleine entscheiden können, könnte dies, vielleicht sein? – Vielleicht ?

    Die Amis , die FED sind anhängig von Europa (EZB), das müssen beide Notenbanken gemeinsam zusammen machen, die Zinserhöhungen, alles andere macht einfach keinen Sinn ?

    Das haben BEIDE Notenbanken nach Lehaman ebenso GEMEINSAM gemacht, d.h. die Zinsschritte nach unten und zwar dosiert zu jeweils 0,25 % ? Und das muss sein, diese Nullzinspolitik muss weg und diesbezüglich sind irgendwelche historischen Kursgewinnreihen egal (!), weil man ja seit 2008 den Markt manipulieren musste, bzw. muss ?

    Ja und natürlich ist der S%P 500, der „Dicke“, was man aber sagen kann, dass der S&P zu weit nach vorne gesprescht ist, bedingt durch die Zinmserhöhungen der FED (was auch verständlich war), nur jetzt, dreht sich die Kiste ein wenig.

    Der Markt geht den Weg des geringsten Widerstandes, d.h. der Markt schaut, wo kann ich Schnäppchen machen, und das ist wohl bei den Amis so nicht der Fall ? Gerade nach der Outperformance gegenüber den Europäern ?

    Fazit : deshalb ist der Markt nicht dumm ?

    VG Marko

  2. Marko

    22. April 2019 21:18 at 21:18

    Und wie gesagt, das Problem der EZB ist der Brexit, aber : wenn Ihr Bären meint : der Anleihemarkt ist viel zu billig, „bewerft“ den Markt mit Shorts.

    Aber Analysen von beiden Seiten Bullen wie den Bären gehören gehören dazu, davon „lebt“ so eine Seite wie Finanzmarktwelt.

    Der „Markt“ ist komplex, und das ist die Krux, jeder kann mitmachen (und das ist besonders schlimm !), vielleicht habt Ihr ja Recht und der Markt stützt ab ?

    Wenn Ihr meint, die „FED/die Amis“ ist „die Erde/die Welt“ – ok ? – Wozu haben wir dann eigentlich noch „nationale Wechselkurse“ ?

    Würde das eigentlich funktionieren, die Welt unter der Kandare des USD ?

    VG

    Marko

  3. Wolfgang M.

    23. April 2019 06:59 at 06:59

    @ Marko. Ich weiß nicht, ob Sie meinen Kommentar richtig gelesen haben. Ich habe geschrieben, dass der wichtigste Faktor derzeit das billige Geld ist, eben weil die Notenbanken durch den Aufkauf von Staatsanleihen in Höhe von 10 Billionen Dollar die Zinsen so gesenkt haben (um die Staatsschulden finanzierbar zu machen), dass man aus Renditegründen an den Aktien nicht vorbeikommt. Sollte es nur eine höhere Wahrscheinlichkeit geben, dass die Fed die Zinsen anhebt, werden Sie eine entsprechende Reaktion am Aktienmarkt sehen.
    Auch wenn es mir persönlich auch nicht gefällt. Die USA sind nach wie vor -aktientechnisch- der Nabel der Welt. Die Wall Street repräsentiert den Wert von fast 45% aller Aktienmärkte weltweit. Im MSCI World (mit über 1600 Aktien der größten Aktien weltweit) sind die USA mit 60 % vertreten. Ebenso groß ist auch der Anteil des Dollars als Weltleitwährung.
    Ich weiß nicht, warum Sie immer von der EZB als mächtiger Notenbank schwärmen. Diese sitzt komplett in der Falle, weil Sie die Eurozone retten will und damit auf Zinsanhebungen verzichten muss, um Italien vor dem Staatsbankrott zu retten. Sie agiert aus der Not heraus und will Zeit gewinnen, damit sich die Schuldenquoten in Europa im Vergleich zum BIP weiter absenken. Bei einer Rezession hat sie im Vergleich zur Fed ganz schlechte Karten.
    Apropos Überkauftsignal. Sollen die Kurse im Jahresverlauf weiter so steigen, nach 16 bis 33% plus, von den USA über Europa bis China in den ersten Monaten? Beim S&P 500 käme man dann in Richtung 4000 Punkte – das wäre dann ein Anstieg von 676 Punkten im Jahr 2009 bis zu dieser gewaltigen Indexzahl – eine Versechsfachung binnen eines Jahrzehnts, fast schon Dimensionen, wie in den 1920-er-Jahren.
    Ich bin erstmal weder Bulle noch Bär, sondern versuche das große Bild zu erkennen. Die Notenbanken haben ein großes Experiment gestartet, welches beim Auftreten einer größeren Rezession oder beim Anstieg der Inflation gewaltig in die Bredouille kommt. Ihr Vergleich mit dem KGV des Bund Futures ist doch nicht repräsentativ. Es ist Zeichen dafür, dass sich Investoren vor der großen Korrektur fürchten und da gelten deutsche und US-Staatsanleihen als letzte Rückzugsmöglichkeit, zumindest in höheren Summen.
    Das Fazit meines Kommentars war, dass es die berühmte Regression zum Mittelwert bei den Aktien geben wird, entweder durch eine heftige Korrektur oder durch eine „ewig“ lange Seitwärtsbewegung. Haben wir in Deutschland nicht bereits vor 4 Jahren und 13 Tagen die 12390 Punkte gesehen?
    Viele Grüße

  4. Roberto

    23. April 2019 10:00 at 10:00

    @Wolfgang, das ist ein sehr guter Bericht. Gratulation ! Absolut treffend !

  5. Michael

    23. April 2019 21:57 at 21:57

    @Wolfgang M., ich erlaube mir, ein paar Anmerkungen und Fragestellungen Ihrer Einschätzung ergänzend hinzuzufügen. Diese beziehen sich auf folgende Aussagen:
    Die Börse hat zumindest in den entwickelten Staaten den besten Preisfindungsmechanismus entwickelt, seit Jahrhunderten und neigt nur in Extremphasen zu Über- oder Untertreibungen – in psychologischen Phasen der Gier oder der Angst, oder nach externen Schocks … Und die mysteriösen Algos der Großbanken. Diese werden eingesetzt, um im Bruchteil einer Sekunde Preisunterschiede auszunutzen (Arbitrage), aber dann wieder aus dem Markt sind. Allerdings wirken sie unglaublich trendverstärkend, wenn es zu Einbrüchen kommt … Die Aktienmärkte haben die beste Informationseffizienz aller Indikatoren, auch wenn sie sich immer wieder mal irren…

    Seit Jahrhunderten, vom Ende des 15. bis in die späten Jahre des 20. Jahrhunderts mögen die Börsen sicherlich als Gradmesser für den Wert von Waren, Rohstoffen und Unternehmen gedient haben.
    Seit etwa 30 Jahren entwickeln sie sich jedoch zusehends mehr und mehr zum Selbstzweck ohne fundamentale Basis für die Werteinschätzung von Rohstoffen, Unternehmen oder Banken im Verhältnis zu dessen tatsächlicher Verfügbarkeit oder Leistungsfähigkeit.

    Weil seither fast dauernd psychologische Phasen der Gier oder der Angst herrschen, wurden und werden substanzlose Garagenfirmen zu Milliarden teuren Highflyern aufgeblasen, dürfen einzelne Schrottbanken Geschäfte abwickeln, die eine ganze Weltwirtschaft in die Krise zu stürzen vermögen, wird mit Geldmengen gehandelt, die in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Leistungsfähigkeit aller Volkswirtschaften dieses Planeten stehen.

    Aus all den genannten Gründen und weil inzwischen etwa alle 10 Jahre gewaltige externe Schocks üblich sind und die mysteriösen Algos der Großbanken trendverstärkend auch im Aufwind wirken, sollte die objektive Intelligenz des scheinbar klugen Aktienmarktes unbedingt laufend kritisch hinterfragt werden.

    Die Informationseffizienz der Aktienmärkte darf daher keinesfalls überschätzt werden, denn die letzten 30 Jahre lehren uns mehrfach zyklisch, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Börsen sind nicht weiterhin ein objektiver Gradmesser für Werteinschätzungen, sondern Instrument und Selbstzweck für Politik, Altersvorsorge und persönliche Bereicherung Weniger auf Kosten sehr Vieler.

    Börse lehrt uns einzig Demut aufgrund der gewaltigen Verluste, die selbst best informierte Börsenprofis regelmäßig erleiden müssen.

    • Wolfgang M.

      23. April 2019 22:58 at 22:58

      @Michael. Hallo. Einspruch. Nur ein paar Antworten.
      Bis auf Japan stehen (fast) alle Börsen nicht weit von ihren Allzeithochs entfernt. Wer nicht verkauft hat oder auf Kredit spekuliert hat, sitzt auf keinen Verlusten.
      Angst und Gier sind unveränderlich menschlich, siehe Tulpenzwiebelhausse oder die Gier in den 1920-ern.
      Rendite ist zwingend mit Risiko verbunden. Der Aktienmarkt liefert deshalb eine „nachgewiesene“ höhere Rendite als andere Anlageklassen, weil das Risiko belohnt werden muss. Es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass die Aktienmarktrendite in den letzten 90 Jahren in den USA im Schnitt fünfmal so hoch war (nach Inflation und Steuern) wie der risikolose Kurzläufer. Wer Renditezusagen von 10 Prozent Glauben geschenkt hat, ging schon immer ein großes Risiko ein.
      Die wertlosen Aktien gab es zu allen Zeiten und früher war der Insiderhandel sogar noch viel extremer als heute. Vor Jahrzehnten gab es keine Börsenaufsichtsbehörde und die Vermögenden kauften sich ihre Tipps.
      Bis auf die Mauscheleien bei kleineren Werten gab es vermutlich noch nie eine solche Informationseffizienz wie heute. Efficient Market Theory – durch das Internet werden Infos in Sekundenschnelle an Jedermann verbreitet und werden eingepreist, früher gab es eine bevorzugte Klientel. Wer gegen Informationspflichten verstößt, wird gemaßregelt, siehe Elon Musk, der fast seinen CEO-Posten in der eigenen Firma verloren hätte. Vor nicht allzu langer Zeit würde man von den Banken noch mehr ausgenommen. Die Sparkassen verlangte ein Prozent Gebühr für den Kauf und Verkauf von Aktien, von der Anlagesumme versteht sich. Ich könnte Ihnen noch hundert Beispiele für positive Entwicklungen, aber natürlich auch viele negative nennen.
      Sorry, wenn ich Ihnen widersprechen muss, die Technik hat sich verbessert, aber der Mensch ist in seinen Schwächen und Stärken kaum anders geworden.
      Viele Grüße

      • Michael

        24. April 2019 11:34 at 11:34

        @Wolfgang M., Widerspruch ist legitim und für eine lebhafte, differenzierte Diskussion unerlässlich. Das ist absolut in Ordnung für mich.

        Allerdings sehe ich in Ihrer Antwort kaum einen Widerspruch, da ich weder von Verlusten, noch von der Höhe von Renditen, dem Risiko oder von Insiderhandel geschrieben habe. Mir ging es einzig darum, dass die Börsen keine objektiven Gradmesser mehr für die Werteinschätzung von Waren, Rohstoffen und Unternehmen darstellen, sondern vielmehr zum Selbstzweck mutiert sind, der zusätzlich noch von nicht allzu schlau programmierten Algos befeuert wird.

        Als Beispiel dafür hatte ich den Crash von 1987, die Dotcom-Blase von 2000 oder die Immobilienblase von 2008 angedeutet. Alles relativ regelmäßig und zyklisch auftretende Ereignisse psychologischer Phasen der Gier oder Angst, dominiert von überhöhten Gewinnerwartungen und Ignoranz fundamentaler Bewertungen. Unternehmen, die außer einigen Computern keine physikalischen Anlagegüter hatten, waren plötzlich hunderte Millionen wert. Faule Immobilienkredite wurden aufgrund sinnloser Niedrigzinsen an Jedermann vergeben, gebündelt und am Ende von Banken gehandelt wie Aktienpakete.

        Und was sehen wir heute? Ignoranz fundamentaler Unternehmensbewertungen, völlig abgehobene Werteinschätzungen (z. B. Apple, Facebook, Google, Dotcom eben). Utopische Überschuldung aufgrund viel zu lange vorherrschender sinnloser Niedrigzinsen. Alles irgendwie bekannte Muster, weshalb ich geschrieben hatte, dass die objektive Intelligenz der scheinbar klugen Märkte unbedingt laufend kritisch hinterfragt werden solle und die Informationseffizienz der Aktienmärkte daher keinesfalls überschätzt werden dürfe.
        Denn die letzten 30 Jahre lehren uns mehrfach zyklisch, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Börsen sind nicht weiterhin ein objektiver Gradmesser für Werteinschätzungen, sondern Instrument und Selbstzweck.

      • Michael

        24. April 2019 11:48 at 11:48

        Als Ergänzung, was ich eigentlich mit Selbstzweck meine, darf ein Zitat aus einem heute von Ihnen veröffentlichten Artikel dienen: … oder es geschieht das Surreale. Aktive Fondsmanager, die dem „Börsenbraten“ nicht getraut haben und unterinvestiert blieben, müssen in den Markt rein, um den Anschluss an die passiven ETFs nicht zu verlieren … Neue Allzeithochs generieren in der Regel auch Kaufsignale.

        Selbstzweck in Reinkultur, ohne fundamentale Basis für die Werteinschätzung von Rohstoffen, Unternehmen oder Banken im Verhältnis zu dessen tatsächlicher Verfügbarkeit oder Leistungsfähigkeit.

        • Bundessuperminister für Börsen- und Blasenaufsicht

          24. April 2019 12:06 at 12:06

          @Michael, Sie finden es mit anderen Worten skurril, dass einzelne Firmen mit durchschnittlichen Produkten und unterdurchschnittlichen Service- und Dienstleistungen angeblich soviel wert sind, wie die Niederlande und Schweden zusammen? Dieser Denkansatz ist eine Überlegung wert.

        • Wolfgang M.

          24. April 2019 14:25 at 14:25

          @Michael. Ja, und das ist das uralte Schema an der Börse. Der Fondsmanager und der Kleinanleger (zumindest ein gewisser Teil) sind im Dezember bei 10500 ausgestiegen, weil sie der Meinung waren, die Hausse sei zu Ende. Jetzt „könnte“ es sein, dass sie bei 12500 wieder einsteigen, wegen FOMO und treiben die Kurse wieder nach oben. Bis die Regression zum Mittelwert einsetzt und die zu hohen Kurse in einer Baisse zum langjährigen Durchschnitt gedrückt werden. (USA Aktienrendite; real von 1900 bis 2016 – 6,4% p.a. nach Inflation). Seit 2009 dürfte die Rendite im S&P 500 bei 15% liegen, deshalb ist eine Korrektur überfällig. Der Kleinanleger wird dann wieder bei Dax 10000 aussteigen. Unsere Amygdala tut sich mit Börsenentwicklungen unglaublich schwer, egal wie intelligent wir sind. Die Verlustaversion (Verlustschmerz) ist doppelt so stark ausgeprägt, wie die Freude über den Gewinn (Kahnemann in seinem Lebenswerk). So jetzt höre ich aber auf zu babbeln.
          Grüße nach Nordbayern

  6. Beobachter

    24. April 2019 07:14 at 07:14

    Respekt vor den guten Analysen des Wolfgang M., aber @ Michael zeigt hier einige Aspekte, die nicht mit früheren Zeiten zu vergleichen sind.Der langfristige Vergleich von Aktien mit Anleihen passt überhaupt nicht mehr.Haben frühere grosse Firmen Generationen überlebt u. konnten als Langfristanlagen gehalten werden,
    ist dies heute nicht mehr möglich.So sagte kürzlich der Amazon Boss die Halbwertszeit von grossen Firmen sei heute kaum höher als 30 bis 40 Jahre.Dass früher schon mit Insider u.Prallelgeschäften getrickst wurde ,u.übrigens streng bestraft wurde weiss man auch, aber die heutige Dimension wo die Notenbanken als staatliche Institutionen die Manipulation in einer noch nie dagewesene Art betreiben ist um Welten grösser.Der Staat macht also etwas was er jedem Bürger verbietet.
    Der Witz dabei ist, dass das Ziel der Wirtschaftserholung mittelfristig durch die Umverteilung von unten nach oben gegenteilig beeinflusst wird.

  7. Wolfgang M.

    24. April 2019 08:03 at 08:03

    @Beobachter. Recht haben Sie mit der Manipulation der Zinsen durch die Anleihekäufe der Notenbanken, um die Staatsschulden finanzierbar zu machen. Dies hat zur Folge, dass die Aktienhausse künstlich verlängert wird, weil die großen Kapitalsammelstellen in den Aktienmarkt müssen, um Rendite zu erwirtschaften. Zweitens bleiben die Zombie-Firmen länger am Leben.
    Aber diese finanzielle Repression ist auch nichts Neues, denn die Amerikaner und Briten haben nach dem Krieg die Anleihezinsen viele Jahre unterhalb der Inflationsrate gehalten, um die Schulden wegzuinflationieren. Was auch gelungen ist. Der Unterschied sind nur die Dimensionen. Aber, Billionen hatten wir auch schon mal.
    Viele Grüße

  8. Beobachter

    24. April 2019 12:06 at 12:06

    Heute morgen habe ich die Vermögensumverteilung kritisiert, 30 Minuten später öffne ich die Zeitung u.sehe einen Artikel wo Jamie Dimon u.Ray Dalio dies zum wiederholten Mal ebenso heftig tun.Einer meint sogar, dass wenn sich der heutige Kapitalismus, beschleunigt durch die Notenbanken, nicht grundlegend verändere,sogar eine Revolution ausgelöst werden könnte. Wer hat’s erfunden? DIE GELBWESTEN LASSEN GRÜSsEN.

  9. Beobachter

    24. April 2019 12:15 at 12:15

    Nachtrag: Bitte googeln : Star Investor Ray Dalio warnt vor Revolution.
    Wenn die grössten Kapitalisten den Kapitalismus kritisieren.

  10. Beobachtet

    24. April 2019 12:37 at 12:37

    Hochachtung vor der Fähigkeit von @ Michael die katastrophale Lage der Weltwirtschaft in kurzen Worten so treffend u.vetständlich zu erklären.Das Problem ist, dass anscheinend die Mehrheit def Teilnehmer u.Strippenzieher noch nicht bereit ist die Sache zu verstehen ,oder verstehen zu wollen.
    Ein Hinausschieben der Probleme hat noch nie geholfen.

    • Michael

      24. April 2019 14:47 at 14:47

      @Beobachtet, herzlichen Dank für die Blumen! Ich sehe allerdings die Weltwirtschaft nicht unbedingt in einem katastrophalen Zustand. Es mag in vielen Staaten Richtung Rezession gehen, manche stecken vielleicht schon mit beiden Beinen darin (wie etwa unsere südeuropäischen Freunde). Doch eine Rezession sehe ich nach langen Zeiten eines, teilweise künstlich geschaffenen oder zu lange am Leben erhaltenen, Aufschwungs als äußerst heilsam an, als reinigendes Gewitter nach langer Hitzeperiode, als heilendes Fieber nach einer Virusinfektion. Es wäre ja nicht die erste Rezession, die wir erleben, bisher traten auch diese relativ regelmäßig und zyklisch auf. In den letzten 50 Jahren 6 in Deutschland, 7 in den USA. Und immer ging es nach den damit verbundenen Marktbereinigungen weiter bergauf als zuvor.

      Was ich vielmehr ansprechen will, ist die völlig überzogene Losgelöstheit der Aktienmärkte von der fundamentalen Realität und das sich deutlich abzeichnende Muster der zyklisch auftretenden Katastrophen aus den letzten 30 Jahren (1987, 2000, 2008, 2019?). Eine Marktkapitalisierung einzelner Firmen mit wahrlich nicht gerade lebenswichtigen oder zumindest herausragenden Gütern und Dienstleistungen, die den Wert der Volkswirtschaften der Niederlande und Schweden zusammen erreicht (Dank an @Bundessuperminister). Eine völlig irrsinnige Marktkapitalisierung einzelner Indizes, die das BIP der gesamten USA um 15% oder das der gesamten EU um 44% übertrifft.

      Einen DOW bei 20.000 bis 21.000, einen S&P 500 bei 2.100 bis 2.200 Punkten sähe ich als realistische und fundamental gerechtfertigte Bewertung an.

  11. Beobachter

    25. April 2019 07:16 at 07:16

    @ Michael, Völlig einverstanden, ich habe mich schlecht ausgedrückt. Mit der katastrophalen Lage meinte ich auch eher die Situation an den Börsen als die Wirtschaft.
    Da 2008 ein Rückgang des S&P von 1400 auf ca.700 noch erträglich war u.im Dez.2018 bei S&P ca. 2500
    die Notenbanken eingreifen mussten um den Weltuntergang zu verhindern, spricht Bände.
    Die US Vorsorgegelder ,die zu 80% in Aktien liegen , deren Buchwert 50bis 100% über Realwerte liegen sind heute das Fundament der ganzen Weltbörsen.Eine Tesla oder Boeing ,die bei funktionierenden Märkten abgestraft werden müssten sind weitere Beispiele für den heutigen Kapitalismus.
    Fazit: Die Börsen müssten fallen, da aber Alle wissen, dass man sie nicht fallen lassen darf, steigen sie eben. wahrlich gute Gründe für nie mehr fallende Kurse.

    • Michael

      25. April 2019 11:00 at 11:00

      @Beobachter, kein Problem, ich dachte mir schon so etwas in der Richtung 😉

      Bemerkenswert ist übrigens, wie rührend man sich in USA um die Vorsorgegelder kümmert. Unserem Maestro von der EZB gehen die Vorsorgegelder der europäischen Bürger völlig am A…. vorbei. Hier ist es nur wichtig, dass sein marodes Land mit seinen noch maroderen Zombie-Banken möglichst lange künstlich am Leben erhalten werden.

      Als Lösung schlägt er dann noch völlig ungeniert vor, die Altersvorsorge ebenfalls in Aktien aufzubauen. Und das zu einem Zeitpunkt extremer Überbewertung inkl. höchster Korrekturgefahr. Damit irgendwann auch noch die letzten nervigen Spareinlagen, Bargeld- und Goldreserven den Jordan hinuntergehen, die ihm anscheinend schon lange ein Dorn im Auge sind.

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Schock für die Wall Street! Marktgeflüster (Video)

Was heute an der Wall Street passiert, ist geradezu symptomatisch: die Aktienmärkte hängen vor allem am Tropf der Notenbanken, Realwirtschaft spielt keine Rolle

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Was heute an der Wall Street passiert, ist geradezu symptomatisch: ganz schwache US-Konjunkturdaten werden völlig ignoriert (Einkaufsmanagerindex Gewerbe fällt erstmals seit 119 unter die 50er-Marke, sprich die US-Industrie schrumpft). Dann aber der Auftritt des Fed-Chefs von Philadelphia, Patrick Harker, in einem CNBC-Interview mit hawkishen Aussagen (keine Zinssenkung notwendig, Fed sollte erst einmal abwarten, weil US-Wirtschaft stark und Inflation langsam anzieht) – und schon reagierte die Wall Street mit einem Abverkauf. Das zeigt einmal mehr, dass die Aktienmärkte vor allem am Tropf der Notenbanken hängen und die Realwirtschaft praktisch keine Rolle spielt. Die Aussagen von Fed-Gouverneur Harker unmittelbar vor der Rede von Jerome Powell in Jackson Hole dürften kein Zufall sein – sie sind eine Botschaft an die Märkte..

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Rüdiger Born: Chance in US-Indizes?

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Hongkong – Proteste eine Gefahr für Zukunft des Finanzzentrums?

Nicht nur wegen der Proteste in Hongkong scheint China Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben

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Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China und hat eigentlich noch bis 2047 als so genannte Sonderverwaltungszone garantierte Sonderrechte. Diese sind durch die schon lange währenden Demonstrationen in Gefahr. China braucht Hongkong wirtschaftlich und umgekehrt. Aber jetzt bahnt sich eine neue Entwicklung an.

 

Hongkong – Bedeutung für Chinas Wirtschaft

Hongkong ist auf China angewiesen und vice versa. Wie amtliche Statistiken ausweisen, steht das Reich der Mitte allein schon durch seine geografische Nähe für die Hälfte von Hongkongs Handel. Zugleich stammen gut ein Viertel aller Auslandsinvestitionen in Hongkong aus China plus das Kapital aus diversen Steueroasen. Auch logistisch ist Hongkong vom Festland abhängig, denn ein Viertel des elektrischen Stroms bezieht man von dort sowie den größten Teil des benötigten Trinkwassers. Etwa 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet Hongkong mit Tourismus und Einzelhandel. Dabei kommen 80 Prozent der Touristen aus China, die in Hongkong Luxusgüter einkaufen.

Für chinesische Unternehmen hat Hongkong auch eine enorme Bedeutung. Die riesige Metropole ist ein Brückenkopf zu den globalen Finanzmärkten und Drehscheibe für viele Auslandsinvestitionen, die über die ehemalige britische Kronkolonie getätigt werden. Unbestritten auch die Dominanz der dort ansässigen Börse. Globale Investoren haben über die Börse in Hongkong 2,6 Billionen US-Dollar in chinesische Unternehmensaktien investiert. Chinesische Unternehmen nutzen die Stadt, um ausländisches Kapital einzusammeln. Dies ist aber nicht in Stein gemeißelt, wie wir gleich sehen werden.

 

Hongkong kämpft gegen die Rezession

 

Tourismus und Finanzindustrie sind wichtige Größen für das Bruttoinlandsprodukt Hongkongs. Die andauernden Proteste hinterlassen aber mehr und mehr Spuren in der Konjunktur. Allein die Schließung des Hongkonger Flughafens dürfte zu einem Ausfall von fast 14 Tausend Tonnen Fracht im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar geführt haben, wie ortsansässige Fondsmanager verlautbarten. Damit verbunden auch zurückgehende Besucherzahlen, schwächere Einzelhandelsumsätze und geringere Hotelbuchungen.

Hongkongs Regierung hat deshalb ein Konjunkturpaket im Wert von rund 19 Milliarden Hongkong-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro) angekündigt, was aber nicht besonders groß erscheint, wenn man Hongkongs BIP in Höhe von 330 Milliarden Euro in Relation dazu stellt.

Dessen Wirtschaft schwächelt bereits seit Monaten. Im zweiten Quartal des Jahres musste schon ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent vermeldet werden. Im laufenden Quartal dürfte es nicht besser laufen, sodass eine technische Rezession zu erwarten ist. 2018 war das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent gewachsen.

 

Chinas Zukunftspläne – Shenzen, die neue Finanzmetropole?

Auch wenn sich die Regierung in Peking dem Druck der Demonstrationen in Hongkong nicht beugen wird, so scheint man bereits Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben.

Hongkongs Rolle als Finanzplatz könnte an Bedeutung verlieren.

Darauf deutet ein am Sonntag veröffentlichter Plan Pekings hin, in dem eine weitere Öffnung der Wirtschaft von Shenzhen bekanntgegeben wurde – eine riesige Stadt unweit zur Grenze von Hongkong. Die Stadt solle bis 2025 „eine der führenden Städte der Welt im Hinblick auf wirtschaftliche Stärke und die Qualität der Entwicklung“ werden und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine der Top-Metropolen der Welt.

Chinesische Medien sprachen davon, dass Shenzhen besser werden solle als Hongkong und es die einzige Chance für das abtrünnige Hongkong sei, sich vollständig in China zu integrieren. Auch wenn dieses als Drohkulisse zu verstehen ist, als Warnung an die einstige britische Kolonie, den erworbenen Wohlstand nicht zu riskieren, scheint sich hier eine weitere Entwicklung in Gang zu setzen.

 

Fazit

Es wird aus vielen Aktionen deutlich. China möchte sich als Weltmacht etablieren, praktisch in einer neuen bipolaren Welt in Konkurrenz zum Westen auf technologischen und militärischen Gebieten. Gewissermaßen der „Nukleus“ für den laufenden und noch lange währenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Seien es die Entwicklungen um Huawei und Co oder jetzt in Hongkong, man scheint auf eine Art Ost-West-Aufteilung neuer Prägung zuzusteuern. Mittendrin Deutschland, welches als Exportnation große Wirtschaftsbeziehungen sowohl mit den USA als auch mit China unterhält. Ob dies in Zukunft ohne Friktionen weiter möglich sein wird?

 

Hongkong war bislang der Hub für China zu den globalen Finanzmärkten

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