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Wichtig für Öl-Trader: Der heutige Zeitablauf des OPEC-Meetings in Wien

Heute ist es nun endlich so weit, die angebliche Einigung oder eben auch Nicht-Einigung zur Kürzung der OPEC-Fördermenge wird verkündet. Man trifft sich in Wien um nach der…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute ist es nun endlich so weit, die angebliche Einigung oder eben auch Nicht-Einigung zur Kürzung der OPEC-Fördermenge wird verkündet. Man trifft sich in Wien um nach der Vereinbarung von Algier vom 26. September zu verkünden, welches OPEC-Mitglied nun bei welchen Fördermengen pro Tag einfriert oder sogar auf welches Niveau reduziert. Wir hatten in den letzten Tagen und Wochen ausführlich über das ständige Hin und Her berichtet. Wir bleiben bei unserer großen Skepsis, ob es überhaupt zu dieser Reduzierung kommen wird. Die Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern ist sehr groß – aber wie auch letztes Mal ist es möglich, dass die OPEC (um nach außen ihre Handlungsfähigkeit zu präsentieren) eine Art Placebo-Entscheidung verkünden wird, damit die Weltöffentlichkeit sieht: Ja, toll, die OPEC tut was sie angekündigt hat.

Iran und Irak werden wohl gar nicht erst mitmachen bei der Fördermengen-Reduzierung oder Einfrierung, und der Außenstehende Russland wechselt schon fast im Stundentakt seine Meinung. Als der große Player außerhalb der OPEC wäre aber ein klares Signal Russlands vor dem Meeting notwendig gewesen. Nun stehen wir vor einem möglichen Desaster und einem starken Abrutschen des Ölpreises. Aber wir verweisen auf die identische Sitzung zu heute, nämlich die „Oil Freeze“-Konferenz in Doha im April. Dort scheiterte der Oil Freeze so sehr, dass die OPEC einfach gleich ganz auf eine Presseerklärung verzichtete. Trotzdem fiel der Ölpreis nur ganz kurz, um danach gut anzuziehen – eine irrationale Bewegung, die auch heute bei dem verrückten Markt nicht auszuschließen ist. Alles ist möglich dieser Tage beim Öl.

So sieht heute der Fahrplan aus für alle Mutigen, die am „Tag X“ mit Futures, CFDs oder sonstigen Produkten im Öl dabei sein wollen:

10 Uhr deutscher Zeit:
Start des Meetings in Wien in der OPEC-Zentrale, wohl erst mal das übliche Gerede, Essen, Begrüßungsplausch etc. Womöglich sprechen hier schon einzelne Delegierte mit der Presse, um ihre Standpunkte kund zu tun, die sich in den letzten Wochen ständig geändert haben.

Ab 12 Uhr deutscher Zeit:
Beginn der geschlossenen Sitzung mit allen OPEC-Delegierten. Dann fliegen wohl die Fetzen, sämtliche Delegierten werden sich wohl gegenseitig vorwerfen Schuld am niedrigen Ölpreis zu sein, und nicht bereit zu sein zu einer Einigung. Nach dem Motto „Wenn ihr nicht einfriert, machen wir eben auch nicht mit“.

Ab 16 Uhr deutscher Zeit:
Pressekonferenz mit dem Ergebnis.

Aber erfahrungsgemäß, wenn man die letzten offiziellen OPEC-Meetings in Wien betrachtet, sickert womöglich das Ergebnis schon vorher durch, weil einzelne Delegierte sich anscheinend unbedingt wichtig machen müssen bei Pressevertretern. Also: Offiziell ist ein Ergebnis ab 16 Uhr zu erwarten. Möglich aber sind schon marktbewegende Ergebnisse vielleicht um 14 Uhr oder 15 Uhr? Wir haben ein Auge drauf!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    30. November 2016 09:53 at 09:53

    Die Märkte lassen sich nicht täuschen und werden die Entscheidung dementsprechend handeln. Iran und Irak sind nach Saudi Arabien die größten Förderländer. Allerdings könnte Saudi Arabien selbst einen Schritt voraus gehen, immerhin das größte und wichtigste OPEC-Land mit fast 1/3 der OPEC-Fördermenge. Schließlich hat SA den Ölkrieg angezettelt und die Produktion erhöht um die Preise zu drücken. Dazu ist es mit Iran verfeindet und finanziert die Terrorgruppen die im Irak wüten. Verständlich dass Iran und Irak da nicht mitmachen wollen.

  2. Avatar

    Zinsangst

    30. November 2016 10:35 at 10:35

    Aktuell schießt der Ölpreis WTI 5% nach oben. Insider oder Hoffnungsrallye? Ist ja spannend wie im Spielcasino: Chance 50:50 und der Broker gewinnt immer ?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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