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Wirklich nur Fake News? Donald Trump laut neuer Umfrage so unbeliebt wie kein US-Präsident zuvor

Make America great again – aber geht das ohne die Amerikaner? Eine Umfrage zeigt, dass Trumps „Shithole“-Äusserungen und Michael Wolff´s „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ dem Image des US-Präsidenten schwer geschadet haben dürften..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Make America great again – aber geht das ohne die Amerikaner? Morgen wird Donald Trump genau ein Jahr im Amt sein, und eine aktuelle Umfrage von NBC/Wall Street Journal zeigt, dass kein US-Präsident nach einem Jahr im Amt niedrigere Zustimmungswerte hat als eben Donald Trump! Nur 39% der Befragten sehen den US-Präsidenten positiv – seit es diese Umfrage gibt, hatte kein US-Präsdient zu diesem Zeitpunkt niedrigere Werte!

Warum sind die Zustimmungswerte von Trump trotz der US-Steuerreform so schlecht?

Die Umfrage wurde zwischen dem 13. und 17.Januar durchgeführt, also nach den „shithole“-Aussagen von Donald Trump über Haiti und afrikanische Länder. Man kann vermuten, dass diese Aussagen – die von Trump nur halbherzig dementiert, hingegen von Ohrenzeugen der beiden politischen Lager bestätigt wurden –  nicht gerade hilfreich waren in jenen Teilen der US-Bevölkerung, die sich durch eben diese Aussagen angesprochen fühlten (vor allem wohl Afroamerikaner!). Bei der Umfrage im Februar 2017, also einen Monat nach Amtsantritt Trumps, hatten seine Zustimmungswerte noch bei 44% Zustimmung gelegen (48% sprachen sich gegen ihn aus damals)!

In welchen Bevölkerungsgruppen sind Trumps Werte am Schlechtesten?

Satte 51% der in der Umfrage Befragten finden seine Amtsführung ganz schlecht, also knapp die absolute Mehrheit! Dagegen sagen sogar 57%, dass sie mit der Art und Weise, wie Trump sein Amt ausführe, nicht einverstanden seien. Wahrscheinlich ist, dass das Buch von Michael Wolff „Fire and Fury: Inside the Trump White House“, das in den USA ein absoluter Bestseller ist, dem Image von Donald Trump zusätzlich geschadet hat.

Dabei ist auffallend, dass Trump bei Weißen nur auf 46% Zustimmugn trifft, bei Männern auf 45%, und bei Senioren auf 41% – eigentlich ja die originäre Zielgruppe Trumps. Bei Afroamerikanern dagegen finden nur 8% der Befragten die Politik Trumps gut, bei Latinos sind es 26%.

Dabei sind junge Menschen negativer gegenüber Trump eingestellt als Ältere: so liegen Trumps Zustimmungswerte in der Altergruppe 18 bis 35 Jahre nur bei 35% – bei den Frauen in dieser Altersgruppe bei nur 33%.

Alles nur Fake News, wie Donald Trump sicher heute per Twitter sagen wird? Die Umfrage unter 900 Menschen (mit einer statistischen Fehlerquote von 3,3%) wurde von Peter Hart, einem den US-Demokraten zuneigenden „pollster“ und von Bill McInturff durchgefüjhert, der den US-Republikanern nahe steht..


Foto: whitehouse.gov

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    19. Januar 2018 13:04 at 13:04

    Heißt das nun, dass 39% der Amerikaner
    – nur FOX News schauen
    – überhaupt keine Nachrichten schauen oder lesen
    – oder gar nicht lesen können?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      19. Januar 2018 13:06 at 13:06

      @leftutti, vermutlich treffen alle drei Punkte zu :)

      • Avatar

        leftutti

        19. Januar 2018 14:04 at 14:04

        @Markus Fugmann, Punkt 3 hieße doch in letzter Konsequenz, dass bei amerikanischen Wahlen in den hoch reliablen, manipulationssicheren Wahlmaschinen Bilder der jeweiligen Kandidaten mit Daumen-hoch- bzw. Daumen-runter-Symbolen zum klicken oder antippen erscheinen müssten :) :)

  2. Avatar

    rinzai

    19. Januar 2018 13:16 at 13:16

    sind das die news, die einen gloriosen Sieg von Hillary prophezeit haben?????

    • Avatar

      Jana

      19. Januar 2018 16:38 at 16:38

      ja scheinbar glauben immer noch genug Leute die Umfragen von denen – vielleicht glauben sogar immer noch einige die Umfragen wonach Killary mit ca. 8% uneinholbar vor Trump lag kurz vor der Wahl

  3. Avatar

    rinzai

    19. Januar 2018 13:18 at 13:18

    900 Teilnehmer, wollen Sie Ihre Leser vera****en?

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    Justin Theim

    19. Januar 2018 14:24 at 14:24

    Wer darauf hinweist, dass sowohl ein den Demokraten als auch ein den Republikanern zugeneigter Journalist diese Umfragen gemacht hat und damit insinuieren will, dass dies objektiv sei, versucht dieselbe Täuschung wie die Umfrage selber.

    Es ist doch bekannt, dass Trump auch in den Reihen der Republikaner viele Feinde hat, er ist nämlich dieser Partei genauso wenig zuzurechnen wie der Partei der Demokraten.

    Die linke Presse suhlt sich aber regelrecht in ihrem rechts-links-Denken, weil sie anderes nicht kann, und stilisiert jeden Furz, den Trump noch nicht mal gelassen haben muss, zu einer Staatskrise.

    Was den Verfasser dieses Machwerks Fire and Fury angeht, so musste dieser in einem Interview mit CBS eingestehen, dass er weder mit Trump selber noch mit irgendeinem Vertreter aus Trumps Team jemals gesprochen habe. Woher kommen denn dann die angeblichen intime Details über Trump? Doch wohl eher erstunken und erlogen!

    Klar, Trump ist ein Raubautz, wenig diplomatisch, vielleicht auch sexistisch, mag alles sein. Aber das waren bisher alle großen Führer auf dieser Welt, ob das nun Djingis Khan war, die Sultane, Napoleon, die Tudors usw usf.

    Letztlich zählt, was diese Leute für ihr Volk getan haben, auch wenn vieles, was dazu evtl. sogar nötig war, zu verurteilen ist.

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      Michael

      19. Januar 2018 15:12 at 15:12

      Ist es nicht ein wenig dick aufgetragen, den oft verwirrten, noch öfter twitternden Covfefe mit Feldherren und Herrschern wie Dschingis Khan, Napoleon, Sultanen oder den Tudors usw. zu vergleichen? Wo und wann wird er sein Waterloo erleben? ;)
      Abgesehen davon, was haben die meisten dieser großartigen Führer schon für ihr Volk getan? Nicht zuletzt haben sie es ein Leben lang mit Kriegen überzogen und dabei 10.000e und 100.000e junger Männer ihres Volkes in den Tod geführt. War das tatsächlich nötig, heiligt der Zweck wirklich alle Mittel?

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      leftutti

      19. Januar 2018 15:22 at 15:22

      @Justin Theim, …er [Trump] ist nämlich dieser Partei [den Republikanern] genauso wenig zuzurechnen wie der Partei der Demokraten. Das bedeutet beim faktischen Zweiparteiensystem, er ist überhaupt nicht zurechnungfähig?! ;)

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        Michael

        19. Januar 2018 15:28 at 15:28

        @leftutti, der Logik zufolge bleibt nur diese einzige Schlussfolgerung. Der war echt gut :) :) :)

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      Ingo

      19. Januar 2018 18:11 at 18:11

      DIE Frage ob er das für sein Volk oder ob er das für sich und seine Buddies alles tut? So wie ich es verstehe, ist die Steuerreform nicht wirklich großartig für die mittleren und geringen Einkommen…dafür aber für die Dickfische…

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      Jana

      19. Januar 2018 18:14 at 18:14

      Neben dem Buch gibt es doch zahlreiche weitere Aktionen gegen Trump die bisher im sande verlaufen sind….die Aktion als die linken auf einmal die ganzen Statuen in den USA abreißen wollten weil sie nachdem sie Jahrzehnte standen auf einmal rassistisch seien. …die Aktion von den NFL Spielern die bei der Hymne nicht mehr stehen wollten auf einmal. .keine Ahnung warum…scheinbar ist die Hymne auf einmal rassistisch weil Trump Präsident ist…..oder eben die ganze angebliche RUS Affäre mit dem erfunden Sachen eines sog. „Journalisten“ das Flynn gegen Trump Aussagen wolle wofür der Typ von ABC dann kurz kein Gehalt mehr bekommen hat weil er die Geschichte frei erfunden hatte. ..das hatte da auch die Börsen mal kurz ca. 2% nach unten geschickt. ….aber das dürfen die Medien heutzutage eben alles…

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        Michael

        19. Januar 2018 18:24 at 18:24

        Die pösen, pösen Metien, puderrosa im Gesicht müsstens eigentlich werden bei all der Schwindelei und den kanzen Fäk Nius. Und immer hacken’s am Trumpi rum, dem süßen armen Schelm ;)

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          Jana

          19. Januar 2018 18:48 at 18:48

          Michael Ihren sarkastischen Aussagen dazu ist zu entnehmen, dass Sie es nicht so schlimm finden wenn z:B Brian Ross von ABC frei erfundene Tatsachen in die Welt setzt und damit alleine auf Basis einer Lüge kurzfristig Börsen nach unten schickt. Meine Frage dazu: Warum finden Sie so etwas in Ordnung?
          Danke.

          http://www.epochtimes.de/politik/welt/falschmeldung-zu-flynn-aussagen-us-sender-abc-suspendiert-korrespondenten-a2284071.html

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            Michael

            19. Januar 2018 20:37 at 20:37

            Jana, ich finde es nicht so schlimm bzw. in Ordnung, weil

            1.) es sich nicht um frei erfundene Tatsachen (widerspricht sich der Begriff nicht eigentlich in sich?) handelt, sondern lediglich der Zeitpunkt unrichtig war. Die eigentliche Lumperei an sich bleibt laut dem von Ihnen zitierten Bericht eine wahre Tatsache: Ross berichtete kurz darauf, Flynn werde aussagen, dass Trump ihn während des Wahlkampfs zu einer Kontaktaufnahme mit Moskau aufgefordert habe.
            Später korrigierte ABC die Angabe und berichtete, seine Quelle habe vielmehr gesagt, Trumps Anweisung sei während der Übergangsphase zwischen der Präsidentschaftswahl von November 2016 und dem Amtsantritt Ende Januar erfolgt.

            2.) Die Börsen praktisch jeden zweiten Tag kurzfristig aufgrund einer Lüge (offizielle Begrifflichkeit lautet Insiderbericht, Dementi aus gut informierten Quellen, Aussage des EZB-Präsidenten u. ä.) Nervenzusammenbrüche erleiden, nur um dann umso vehementer die Bullenparty weiter zu feiern. So sorgen solche News doch nur für die dringend erhofften neuen Einstiegspunkte. Weiterhin sehe ich keinen auch nur im Ansatz bewiesenen Zusammenhang, dass alleine aufgrund dieses einen einzigen Berichts die weltweiten Aktienmärkte 2% nach unten geschickt wurden.

            3.) Sie sich nicht alleine auf das falsche Datum in dem Bericht von Flynn beziehen, sondern die ganze Russland-Affäre von vornherein als linke Fake-News abtun, unabhängig davon, was Sonderermittler Mueller bisher schon so alles ans Licht gebracht hat. Daneben führen Sie zahlreiche andere Veröffentlichungen und Aktionen ins Feld, tatsächlich sind es aber nur ganze 3.
            Wobei bei einer dieser Aktionen nicht die „Linken“ alle Statuen abreißen lassen wollten, sondern ein paar Stadtverwaltungen einige wenige Statuen von rassistischen Sklaventreibern entfernt hatten:
            https://www.tagesschau.de/ausland/usa-statuen-101.html
            In Berlin stehen ja auch keine Statuen mehr von Adolf, Josef Wissarionowitsch oder von Wladimir Iljitsch herum. Jeder alte Schrott muss irgendwann recycled werden.

            4.) Meine Aussagen nicht sarkastisch sind, sondern Zitate bzw. Anspielungen auf epochale cineastische Kulturklassiker, die noch Äonen von Generationen überdauern werden, wenn Schelm Donnie schon längst neben den Gebeinen von Georgie und Abe die ewige Ruhe gefunden haben wird ;)

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            Jana

            20. Januar 2018 15:04 at 15:04

            Haha ok am 01.12.17 ist kurz nach der Meldung der Nasdaq ca. 120 Punkte nach unten gegangen,, der Dow über 400 Punkte, der RUSSEL2000 über 40 Punkte -alles kurz nach der Nachricht, also kurz nach 17.00 Uhr. Und nun zu behaupten es hätte nicht damit zu tun – das ist schon ein starkes Stück von Ihnen. Das ist einfach nur Realitätsverweigerung. Es kann ja nicht sein was nich sein darf was? Selbst unsere Medien hier, die ja alle nicht so positiv gegenüber Trump gestimmt sind, mussten danach bezüglich dieser Sache von „schwerem Irrtum“ „Falschmeldung“ und „Fake News“ berichten. ABer uiii ein Nutzer von FMW sieht das in den Kommentaren anders und versucht tatsächich diese journalistische Katastrophe noch zu relativieren -weil man nicht zugeben will, dass den Medien mittlerweile alles Recht ist um gegen Trump zu hetzen. Und diese Sache hier mit B. Ross von ABC News ist ein Paradebeispiel. ABer manche wollen es eben immer noch nicht einsehen. Und was Heißt „was Mueller alles so rausgebracht hat“. Wurde gegen Gesetze verstoßen und hat sich Trump irgendwie strafbar gemacht? – gibt es eine rechtskräftige Verurteilung?….Nein – es gibt garnicht – eine total lächerliche Aktion – und das erkennen auch immer mehr Leute nun. Das ist heiße Luft weil vielen eben Trump nicht auf dieser Position passt. Und die Statuen waren scheinbar in den Zeiten davor (über Jahrzehnte hinweg) kein Thema oder? Nur als Trump Präsident wurde interessiert das jemanden – warum nicht als Obama Präsident war?

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    Jana

    19. Januar 2018 16:36 at 16:36

    FMW naja ob diese Umfrageergebnisse wirklich einen Bericht wert sind? Ich danke kaum. Trump hat so viele Feinde im US Esteblishment. Erwähnt sei z.B. die Untersuchungen des FBIs gegen die Clinton Foundation aufgrund von Korruption – genau diese FBI hatten die Clinton vorher wohl eher „fest im Griff“. Liest man zumindest. Nun seit dem Trump da ist ist der Druck größer auf das FBI auch bei soclhen Sachen mal genauer hinzuschauen.

  6. Avatar

    Michael

    19. Januar 2018 23:59 at 23:59

    @Jana, Gegenfrage: Für uns Männer so schwer zu verstehen, was fasziniert Sie als Frau eigentlich so an dem Narzissten, Rassisten, Misanthropen und Pussygrabber Trump?

    Sind es Eskapaden, wie diese:
    https://www.stern.de/politik/ausland/ex-affaere-oder-nicht–was-pornodarstellerin–stormy-daniels–ueber-donald-trump-erzaehlt-7828098.html

    Ist es die Frisur:
    https://www.focus.de/kultur/vermischtes/donald-trump-endlich-geheimnis-um-donald-trumps-frisur-gelueftet_id_8220788.html

    Oder einfach nur die einfache Tatsache, dass er einer ist, der sich endlich mal der ganzen linksverblendeten Welt zu sagen traut, was er denkt und was Sache ist? Und das per Dekret auch sofort in echte Fakten umsetzt. Ein Mann der Tat. Wie seinerzeit der dunkle Bayer FJS, als dessen unheimlich kongeniale politische und persönliche Reinkarnation er in pissgelbem Gewand auf der Bühne der Weltöffentlichkeit plötzlich erschienen ist?

    Ich freue mich auf Ihre Antwort, so wie auch ich ausführlich auf Ihre Fragen eingegangen bin.

    • Avatar

      Maitdjai

      20. Januar 2018 05:04 at 05:04

      @Michael: Die „Tagesschau“, sowie einen weiteren grossen Teil des „GEZ‘ TVs, wuerde ich, nicht nur in diesem Kontext, mal schoen weglassen. Ich erinnere z. B. an die „katastrophale “ Wahlsendung bei der US-Wahl. Oder auch die Zeit, waehrend des Wahlkampfs.
      Zu Clintons Oralverkehr, mit „Praktikantinnen“ im Oval Office, gab es nicht soviel „Empoerung“ bei all den „Moralwaechtern“, geschweige denn, von seiner Frau!

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      Jana

      20. Januar 2018 14:37 at 14:37

      @Michael: Was soll dieser hirnlose Eingangssatz? Sie stellen eine Behauptung auf und fragen danach warum man diese Behauptung gut findet – was soll das.
      Wenn SIe sich mit der alternativen Person Clinton oder den Vorgängern beschäftigt hätten, dann wären SIe vielleicht informierter.
      Die Politik von Clinton hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu millitärischer Konfrontation mit RUS gekommen – dann wohl der Bündnisfall für D. mit der NATO. Soll ich jetzt analog wie SIe mal fragen: Warum wollen SIe anstatt Trump denn eine weitere Kriegstreibermarionette, die weiterhin überall auf der Welt den Krieg verbreitet? Ist Ihnen mal aufgefallen, dass seit dem Obama weg ist in Syrien und in der Ukraine dann allmählich Friede einkehrt? Aber der Friedensnobelpreisträger Obama wurde gegenüber Trump in den Medien so gut wie nie großartig angegriffen: Schon jede Ankommentierung: „Der Friedensnobelpreisträger B. Obama….“ da wird einem schlecht. Trump kommt mit RUS gut aus und das ist gut für die Welt – auch wenn das das US Esteblishment und seine Medienmarionetten nicht wollen.

      • Avatar

        Gixxer

        21. Januar 2018 12:31 at 12:31

        Was Clinton angeht, kann ich ihnen nur beipflichten.

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Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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