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Konsum auf Pump verhindert Rezession Wirtschaft USA: Warum der US-Konsum immer noch brummt

Das seltsame Wirtschaftswunder in einem total überschuldeten Land

Wirtschaft USA Konsum stark warum

Gut zwei Jahre nach dem Auslaufen der opulenten Rettungpakete für die Wirtschaft der USA, aber auch für den Konsumenten – Stichwort Helikopterschecks – hatten Viele erwartet, dass dem US-Verbraucher so nach und nach das Geld ausgeht. Schließlich hatte die USA eine Inflationphase erlebt, mit fast neun Prozent im Verbraucherpreisindex CPI, wie es dies schon seit den 1980-er-Jahren nicht mehr gegeben hat. Doch der Konsument schwächelt nicht, ganz im Gegenteil: das US-Verbrauchervertrauen gewinnt Monat für Monat weiter an Stärke. Daher auch die resiliente Wirtschaft in den USA, inmitten einer sich abschwächenden Weltkonjunktur, obwohl Ökonomen jetzt schon über ein Jahr mit einer US-Rezession gerechnet haben. Was also sind die Gründe für einen immer noch so starken US-Konsumenten?

Wirtschaft USA: Robuster Konsum – Grund Nummer eins, die abflauende Inflation

Der Höhepunkt der US-Inflation war der Juni 2022 mit 9,1 Prozent, anschließend ging es steil bergab, 12 Monate lang, bis es seit Sommer 2023 im Bereich der 3-Prozent-Marke eine untere Plateaubildung gibt.

Bilello Chart US CPI vs Core CPI Wirtschaft USA

Aber was die Stimmung des normalen Verbrauchers in den USA zweifellos ansteigen ließ, war der Rückgang der so essenziellen Nahrungsmittelpreise:

Bilello Chart Food Price Inflation

Ebenso bedeutend ist der Rückgang der Spritpreise in den USA, der von jeher ein Politikum darstellt. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Chancen für einen US-Präsidenten für eine Wiederwahl sich sehr schnell reduzierten, falls die Gallone Benzin über ein gewisses Maß angestiegen war. Die Anzeige an der US-Zapfsäule, das Symbol für Inflation in den USA! Und diese Preise sind gewaltig ins Rutschen gekommen, wie diese Grafik zeigt:

Advisor Perspectives US Gasoline Prices Wirtschaft USA

Auf Niveaus wie schon vor 10 Jahren. Preise, unbeeindruckt von einem Nahostkonflikt und auch darauf zurückzuführen, dass die Amerikaner nach Öl bohren wie noch nie (13 Millionen Barrel pro Tag).

Grund Nummer zwei, die positiven Reallöhne

Die großen Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitslose in der Coronakrise und die demografische Entwicklung in den USA haben dazu geführt, dass die Firmen nicht nur alles versuchen, die Arbeitnehmer im Betrieb zu halten, man hat Ihnen durch die hohen Inflationsraten auch sehr große Lohnsteigerungen gewährt. Im Zusammenhang mit einer rasch fallenden Inflation führte das schließlich zu einem positiven Lohnwachstum. Nach gut zwei Jahren mit negativem Einkommen, gibt es bereits seit acht Monaten einen spürbaren Kaufkraftzuwachs:

Bilello Chart US Real Average Earnings

Ergebnis: Das gestiegene Verbrauchervertrauen

Das Zusammentreffen von sinkender Inflation und steigender Kaufkraft führte dazu, dass das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan in den letzten beiden Monaten so stark gestiegen ist, wie seit 1991 nicht mehr:

Advisor Perspectives Consumer Sentiment Uni Michigan Wirtschaft USA

In Deutschland schwer vorstellbar: Da gibt es über 500 Millionen Kreditkarten, bei denen über 22 Prozent an Kreditzinsen verlangt werden. Abermillionen an Amerikanern leben von Paycheck zu Paycheck, die Methode „Buy now, pay later“ floriert und trotzdem steigt das Verbrauchervertrauen steil nach oben.

Was für ein Widerspruch: Der Frühindikator des Conference Board fiel am Montag zwar „nur“ um 0,1 Prozent, aber dies war bereits der 21. Monat in Folge mit einem Rückgang. Die Industrie schwächelt, der Konsument shoppt und hält damit die Wirtschaft der USA auf Trapp!

Fazit

Wie lange kann sich das seltsame Wirtschaftswunder in einem total überschuldeten Land wie den USA weiter halten? Bei einem Haushaltsdefizit von 7 Prozent und das schon über mehrere Jahre? Kommt es zur Umsetzung des Szenarios eines Soft Landing der Wirtschaft in den USA, dem plötzlich eine immer größere Wahrscheinlichkeit zugeschrieben wird.

Es gibt wohl zwei entscheidende Faktoren: Zum einen darf sich die Inflation nicht wieder nach oben bewegen und zum anderen müssen die Unternehmen weiterhin ihre Gewinne und Margen halten können. Denn das Auftreten einer immer wieder in die Zukunft verschobene Wirtschaftsschwäche würde sofort einen Wechsel in diesem Goldilocks-Szenario hervorrufen.

Fallende Unternehmensergebnisse werden regelmäßig durch Entlassungen teilkompensiert mit der Folge, dass die Arbeitnehmer aus dem Konsum gekegelt werden. In einem Land mit einem relativ schwachen Auffangnetz für arbeitslose Arbeitnehmer. Was dann die vom Konsum geprägte US-Wirtschaft in die lang erwartete Rezession führen würde.

Also heißt es wieder einmal: It’s Consumption Stupid.



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6 Kommentare

  1. Wahlkampfstratege der Reps.

    Die Benzin/ Ölpreise wurden durch Auflösen der strategischen Reserven nach unten gedrückt ,irgendwann müssen sie wieder aufgefüllt werden. Zudem ist es eine Waffe im Wirtschaftskrieg, den Westen mit hohen Energiepreisen zu bekämpfen.( neben der geförderten Migration) In der sich abzeichnenden Trump Wahl könnte es auch Elemente geben, die Biden überstimmen und die unausweichliche Korrektur vor den Wahlen provozieren.

    1. trump und seine unterstützer werden zweifellos versuchen die börsen im verlauf des wahlkampfes unter druck zu bringen. das wird neben den ohnedies „zurückgelassenen“ auch die kritische masse der (oberen) mittelschicht mit aktienbesitz bzw. rentner zu seinen gunsten mobilisieren. was so einfach ist auszurechnen wie das amen im gebet, ist die reaktion des mittelständischen ami-wählers auf die (gefühlte) verschlechterung seines „konsumjunkieverwahrlosten-pseudowohlstands-status related to the neighborhood“.

      und ich schätze, da wird sich sobald klar ist wie die chancen stehen auch big money danach orientieren. und sobald heute niki haley vermutlich in den nächsten tagen aus dem rennen ist, wird die heiße phase eingeläutet. ich rechne mit einem höhepunkt über sommer und q3.

      1. @ost (Zitat): „trump und seine unterstützer werden zweifellos versuchen die börsen im verlauf des wahlkampfes unter druck zu bringen.“

        Das ist leider zusammenhangslos (Entschuldigung) ausgedacht. Die US-amerikanische Rentenvorsorge hängt fast komplett am Kapitalmarkt. Wer da nur geringste Zweifel im Hinblick auf die Zukunft streut, braucht sich anschließend nicht (nie) mehr zur Wahl zu stellen. Er kann sich den Rest der Wahlkampfkosten sparen. Der Pioniergeist ist in den USA heilig. Der Finanzmarkt ist ein Teil davon.

  2. @Conrady, Blödsinn, natürlich wird versucht den Dems die Schuld für die Korrektur in die Schuhe zu schieben, was ja zum grossen Teil auch stimmt.Ein S&P von 4000Pt. wäre für die Renten kein Problem, war er doch vor kurzer Zeit noch bei ca.2200Pt. Die Renten wirken sich sowieso erst nach Jahren aus, während die Inflation täglich von den Leuten gespürt wird.

  3. @Wahlkämpfer, „Blödsinn, natürlich wird versucht den Dems die Schuld für die Korrektur in die Schuhe zu schieben“ – das ist eine viel schwächere Aussage als „die Märkte unter Druck bringen“ (@ost) was ja heißt, dass Team Trump Auslöser der Korrektur ist.

    Ich frage mich, wie er das tun soll? Da Trump gut für die Märkte ist, müsste er irgendwie verhindern, dass die Trump-Ralley ’25 los geht, bevor er gewählt wird. Nicht, dass die Märkte seinen Wahlsieg zu früh einpreisen und Biden dafür dann auch noch Wählerstimmen kassiert. Ich möchte nicht der Wahlkampfmanager sein, der das Problem für ihn löst.

  4. Oft wurde auch schon am Anfang einer neuen Regierung hart durchgegriffen und eine Korrektur provoziert um dann wieder durchzustarten.Wenn es Biden gelingt bis zum Schluss das Kartenhaus noch höher zu bauen und zu halten,wäre auch dies ein mögliches Szenario.Auch in diesem Fall könnte man die Ex- Regierung verantwortlich machen und man hätte dann 4Jahre Zeit
    um wieder zu glänzen.Die Chance ist also gross, dass die Blase vor oder kurz nach der Wahl geplatzt wird.

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