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Unklare Kommunikation Zinsen: Doch EZB-März-Prognosen entscheidend? Kakophonie geht weiter

Was ist wichtiger: Löhne oder Prognosen?

EZB Zinsen Kakophonie

Die EZB bleibt weiter unklar in ihrer Kommunikation: während EZB-Präsidentin Lagarde die weitere Entwicklung der Zinsen davon abhängig gemacht hatte, wie die Lohnsteigerungen ausfallen werden, stellen andere europäische Notenbanker schon baldige Zinssenkungen in Aussicht. So etwa der Italienier Panetta, der erklärte, der Zinsschwenk sei nahe. Der spanische Notenbankchef de Cos hingegen erklärt am Wochenende, dass die März-Prognosen der EZB entscheidend seien – die europäische Notenbank gibt viermal im Jahr Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung und zur Inflation, die sogenannten „projections„.

Was also ist nun entscheidend: die Enwicklung der Löhne, wie Lagarde sagt  – oder doch die Projektionen der EZB, wie de Cos meint? Denn die Daten zur Entwicklung der Löhne werden gar nicht vor der nächsten EZB-Sitzung im März vorliegen. So oder so: die Kakophonie der EZB geht weiter: die EZB-Vertreter der Südländer der Eurozone wollen die Zinsen möglichts schnell senken, die Vertreter der Nordländer (so die Deutsche Schnabel) warnen vor zu schnellen Schritten.

Zinsen: März-Prognosen der EZB entscheidend?

Die neuen Prognosen der EZB für Inflation und Wirtschaftswachstum, die im März veröffentlicht werden, werden laut Ratsmitglied Pablo Hernandez de Cos entscheidend für die Frage sein, wann mit der Senkung der Zinsen begonnen wird. Darüber berichtet Bloomberg.

“Die Projektionen werden entscheidend sein, um erstens zu bestimmen, ob wir ausreichend sicher sein können, dass wir unser mittelfristiges Ziel von 2% unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken erreichen werden, und zweitens, welcher Zinspfad mit dem Erreichen unseres symmetrischen Ziels vereinbar ist”, sagte de Cos, der auch die spanische Zentralbank leitet, in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der zyprischen Zeitung Politis.

EZB Zinsen Inflation fällt langsamer

Die Inflation in der Eurozone fällt langsamer als erwartet

Die Währungshüter der EZB scheinen den Sommer als Zeitraum für eine erste Lockerung der Geldpolitik zu betrachten. Chefvolkswirt Philip Lane sagte am Donnerstag, die März-Prognose biete “die Gelegenheit für eine umfassende Aktualisierung unseres mittelfristigen Inflationsausblicks.”

Das Vertrauen in die Stabsprognosen sei nach der Fehleinschätzung des Preisanstiegs nach der Pandemie und dem Einmarsch Russlands in der Ukraine wieder deutlich gestiegen, so de Cos. “Die Prognosefehler waren in den letzten Quartalen sehr gering und sogar negativ, was bedeutet, dass die Inflationszahlen etwas unter den Prognosen lagen”, sagte er.

De Cos sieht die Disinflation in der Wirtschaft des Euroraums als “weit fortgeschritten” an, und es sei wahrscheinlich, “dass sie sich in den kommenden Quartalen fortsetzen wird.”

 

FMW/Bloomberg

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