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Zinssenkungen in Schwellenländern: Eine Lawine, so groß wie seit der Finanzkrise nicht mehr

Claudio Kummerfeld

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Gleich mal vorab. Schauen Sie bitte auf die folgende Grafik. Südkorea ist kein Schwellenland, aber dort ist die Inflation für August gerade heute früh mit 0,00% vermeldet worden. Es geht also rasant in Richtung Deflation in diesem so wichtigen Produktionsstandort in Asien. Also bald auch runter mit den Zinsen in Seoul? Zinssenkungen sind im Monat August lawinenartig über den Planeten herein gebrochen. Schwellenländer haben im Juli 8 Zinssenkungen durchgeführt, und im August waren es netto schon 14. Das ist momentan so viel wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.


source: tradingeconomics.com

Die Kritik von Donald Trump an seiner eigenen Notenbank kann man schon verstehen. Überall auf dem Planeten fallen die Zinsen. Die EZB wird aller Voraussicht nach am 12. September einen deutlichen Schritt machen, worauf wohl auch viele andere Europäer folgen dürften (Schweiz etc?). Nur die USA, die werden mit einem stärkeren Dollar immer teurer für Käufer von US-Waren.

Am Härtesten treffen dürfte Donald Trump vielleicht die überraschende Zinssenkung in Mexiko? Gut, vielleicht kaufen nicht all zu viele ausländische Käufer ihre Waren in mexikanischen Peso, sondern in US-Dollar? Aber als Symbol kann Trump sagen: Schaut her, an der südlichen Grenze zu uns werden die Zinsen gesenkt, und wir? Aber zurück zu den Schwellenländern. Bei den Zinssenkungen waren auch für die globale Konjunktur weniger bedeutende Staaten mit dabei wie Jamaica, Moldavien und Botswana. Aber eben auch große wichtige Akteure wie Mexiko, Türkei, Indonesien, Indien, Russland und Brasilien!

Man muss auch bedenken: Die konjunkturelle Lage in vielen Schwellenländern ist bereits ziemlich mies (wir berichteten schon mehrmals darüber). Auch in Euroland ist vor allem die Industrieproduktion schon stark auf dem Rückzug. Aber in den USA ist die Lage „noch“ zu gut – so sieht es wohl die Fed. Daher wird der Dollar stärker, und alles gegen den Dollar derzeit tendenziell schwächer. So wertet auch der Euro immer weiter ab im Erwartung der EZB-Zinssenkung am 12. September.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    sabine

    3. September 2019 12:17 at 12:17

    Einige der FED-Mitglieder wollen lieber Trump beseitigen, als die Wirtschaft retten – bzw. durch die Beseitigung Trumps den Globalismus.
    Zitat „Trumps Wiederwahl stellt eine Bedrohung für die US- und Weltwirtschaft, die Unabhängigkeit der Fed und ihre Fähigkeit, ihre Beschäftigungs- und Inflationsziele zu erreichen, dar.“ Daher sollte die Fed es unterlassen, die Rezession zu vermeiden, meint Bill Dudley, ein ehemaliges Fed-Mitglied.
    Hier einiges andere von dieser grauen Eminenz.
    https://finanzmarktwelt.de/fed-dudley-warnung-vor-ueberhitzung-der-wirtschaft-und-abgehobenen-marktpreisen-und-warum-das-kein-problem-sein-soll-78183/

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      tm

      3. September 2019 15:18 at 15:18

      Die Aussage “ viel Zwietracht gesät. Nun wird das riesige Blumen-Bouquet aus Stahl errichtet – glücklich sind damit trotzdem nicht alle.“ ist doch völlig korrekt.

      • Avatar

        Johannes

        3. September 2019 16:32 at 16:32

        @tm, ich kann die von Ihnen zitierte Aussage weder im Artikel finden, noch bei @sabine oder in dem Link von ihr. Ebenso ist es bei Sabines Zitat. Wurden die beiden Kommentare versehentlich unter dem falschen Artikel abgelegt?

  2. Pingback: Weltweite Zinssenkungen | Esperides UG (haftungsbeschränkt)

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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