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Zinssenkungen in Schwellenländern: Eine Lawine, so groß wie seit der Finanzkrise nicht mehr

Gleich mal vorab. Schauen Sie bitte auf die folgende Grafik. Südkorea ist kein Schwellenland, aber dort ist die Inflation für August gerade heute früh mit 0,00% vermeldet worden. Es geht also rasant in Richtung Deflation in diesem so wichtigen Produktionsstandort in Asien. Also bald auch runter mit den Zinsen in Seoul? Zinssenkungen sind im Monat August lawinenartig über den Planeten herein gebrochen. Schwellenländer haben im Juli 8 Zinssenkungen durchgeführt, und im August waren es netto schon 14. Das ist momentan so viel wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.


source: tradingeconomics.com

Die Kritik von Donald Trump an seiner eigenen Notenbank kann man schon verstehen. Überall auf dem Planeten fallen die Zinsen. Die EZB wird aller Voraussicht nach am 12. September einen deutlichen Schritt machen, worauf wohl auch viele andere Europäer folgen dürften (Schweiz etc?). Nur die USA, die werden mit einem stärkeren Dollar immer teurer für Käufer von US-Waren.

Am Härtesten treffen dürfte Donald Trump vielleicht die überraschende Zinssenkung in Mexiko? Gut, vielleicht kaufen nicht all zu viele ausländische Käufer ihre Waren in mexikanischen Peso, sondern in US-Dollar? Aber als Symbol kann Trump sagen: Schaut her, an der südlichen Grenze zu uns werden die Zinsen gesenkt, und wir? Aber zurück zu den Schwellenländern. Bei den Zinssenkungen waren auch für die globale Konjunktur weniger bedeutende Staaten mit dabei wie Jamaica, Moldavien und Botswana. Aber eben auch große wichtige Akteure wie Mexiko, Türkei, Indonesien, Indien, Russland und Brasilien!

Man muss auch bedenken: Die konjunkturelle Lage in vielen Schwellenländern ist bereits ziemlich mies (wir berichteten schon mehrmals darüber). Auch in Euroland ist vor allem die Industrieproduktion schon stark auf dem Rückzug. Aber in den USA ist die Lage „noch“ zu gut – so sieht es wohl die Fed. Daher wird der Dollar stärker, und alles gegen den Dollar derzeit tendenziell schwächer. So wertet auch der Euro immer weiter ab im Erwartung der EZB-Zinssenkung am 12. September.



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4 Kommentare

  1. Einige der FED-Mitglieder wollen lieber Trump beseitigen, als die Wirtschaft retten – bzw. durch die Beseitigung Trumps den Globalismus.
    Zitat „Trumps Wiederwahl stellt eine Bedrohung für die US- und Weltwirtschaft, die Unabhängigkeit der Fed und ihre Fähigkeit, ihre Beschäftigungs- und Inflationsziele zu erreichen, dar.“ Daher sollte die Fed es unterlassen, die Rezession zu vermeiden, meint Bill Dudley, ein ehemaliges Fed-Mitglied.
    Hier einiges andere von dieser grauen Eminenz.
    https://finanzmarktwelt.de/fed-dudley-warnung-vor-ueberhitzung-der-wirtschaft-und-abgehobenen-marktpreisen-und-warum-das-kein-problem-sein-soll-78183/

    1. Die Aussage “ viel Zwietracht gesät. Nun wird das riesige Blumen-Bouquet aus Stahl errichtet – glücklich sind damit trotzdem nicht alle.“ ist doch völlig korrekt.

      1. @tm, ich kann die von Ihnen zitierte Aussage weder im Artikel finden, noch bei @sabine oder in dem Link von ihr. Ebenso ist es bei Sabines Zitat. Wurden die beiden Kommentare versehentlich unter dem falschen Artikel abgelegt?

  2. Pingback: Weltweite Zinssenkungen | Esperides UG (haftungsbeschränkt)

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