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Devisen

Euro fällt immer weiter – ein Absturz mit Ansage ist in Gange

Claudio Kummerfeld

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am

Der Euro hat gegen den US-Dollar in den letzten Wochen und Monaten eine Abwärtsbewegung „mit Ansage“ hingelegt. Wir hatten mehrfach darauf hingewiesen, obwohl auch wir dieses Szenario natürlich nicht mit Sicherheit voraussagen konnten (wir geben hier keine Handelsempfehlungen, und haben auch keine Glaskugel!). Aber (schlecht verstecktes Eigenlob) die Sachlage war und ist relativ eindeutig. Die Zinsdifferenz zwischen USA und Euroland wird aller Voraussicht nach steigen. Die Fed hat ein Mal einen kleinen Zinsschritt gemacht mit -25 Basispunkten. Die EZB dürfte aller Voraussicht nach am 12. September spürbar die Zinsen senken und/oder neue Anleihekäufe verkünden. Alles andere als ein eindeutiges Signal der EZB wäre sehr bullish für den Euro und bärisch für den europäischen Aktienmarkt. Denn der braucht einen neuen Stimulus für die Konjunktur via EZB.

Euro vs USD seit August 2018

Euro schwach und Dollar stark

Die Schwäche des Euro (obiger Chart Euro vs USD seit August 2018) liegt einerseits am Euro selbst, weil alle Welt auf die geldpolitische Schwächung der Euroländer-Währung am 12. September wartet. Andererseits haben wir gleichzeitig auch eine Dollar-Stärke. Vor allem aus wackligen Schwellenländern fließt Geld zurück in den vermeintlich sicheren Dollar-Raum (Risk Off Trade). Lesen Sie dazu auch gerne unseren aktuellen Grundsatz-Artikel Dollar aktuell zu teuer – auch für die USA. Der folgende Chart zeigt den Dollar-Index im Verlauf der letzten 12 Monate. Denn genau anders als die EZB macht die Fed derzeit ja keine Anstalten mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik zu „drohen“. Dafür läuft die Konjunktur in den USA einfach „noch“ viel zu gut. Gleichzeitig läuft vor allem die Industrieproduktion in Europa schon viel zu schwach.

Dollar-Index

Weitere Euro-Schwächung voraus?

Und so steuert der Devisenmarkt womöglich auf eine weitere Schwächung des Euro zu. Ob es wirklich so kommt, wissen wir alle natürlich erst hinterher genau! Gerade seit Anfang letzter Woche setzte eine weitere Abwertung des Euro ein von 1,11 auf jetzt 1,0960. Auch für den Langfristchart ist das sehr bärisch für den Euro vs US-Dollar, dass der Kurs jetzt runter rauscht. Einen entscheidenden Abwärtsschub gab es letzten Freitag aufgrund von Ängsten über die neue Regierungsbildung in Italien. Hedgefonds haben in den USA laut Daten der dortigen Terminmarkt-Börsenaufsicht CFTC zuletzt ihre Wetten auf einen fallenden Euro-Kurs ausgebaut. Denn ja, so möchten wir es sagen: Die Zielgerade zur alles entscheidenden EZB-Sitzung am 12. September ist erreicht.

Weniger als zwei Wochen verbleiben, und alle Welt erwartet fallende Zinsen und neue Anleihekäufe in Euroland. Immer noch scheint der Devisenmarkt dabei zu sein dieses zu erwartende Ereignis im Markt einzupreisen, in Form eines weiter fallenden Euro (gegen USD). Donald Trump zeigte sich am Freitag (siehe Tweet) erzürnt über den immer weiter fallenden Euro, weil damit die europäischen Exporteure auf dem Weltmarkt immer besser da stehen gegenüber Exporteuren, die ihre Waren in US-Dollar verkaufen. Diese verfluchte Fed, die will einfach nicht die Zinsen senken, so kann man nett ausgedrückt die Laune von Donald Trump seit mehreren Wochen vereinfacht zusammenfassen. Wie aber geht es nun weiter für den Euro? Der Chart zeigt jüngst klar abwärts. Die Frage ist nur: Wie weit noch abwärts? Ab welchem Punkt ist die Zinssenkung der EZB am 12. September endgültig im Kurs eingepreist? Das ist die entscheidende Frage.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Michael

    2. September 2019 17:45 at 17:45

    Der jüngste Absturz beim Very British Pfündchen ist aber auch nicht zu verachten, seit Boris ganz demokratisch das Parlament in Zwangsurlaub schickt und Kritiker in den eigenen Reihen mundtot macht, indem er mit Parteiausschluss droht.

  2. Avatar

    jumpin1

    2. September 2019 20:15 at 20:15

    Ehrlich gesagt, hege ich große Zweifel, ob die EZB wirklich im September schon aktiv wird. Denn es steht der ungeregelte Brexit vor der Tür, der neben GB auch viele Euroländer treffen könnte. Wie genau, ist vermutlich auch den Profis in der EZB nicht bekannt.
    Von daher würde ich als Draghi nicht meine letzten Pfeile jetzt verschießen, sondern mittels Wording den Weg für Lagarde erst einmal ebnen. Ich bin gespannt ;-)

  3. Avatar

    Zinslipicket

    2. September 2019 21:49 at 21:49

    @ jumpin 1, bin gleicher Meinung, zudem möchten sie den zukünftigen „ex-Präsidenten“ nicht zu stark
    reizen. Auch ist zu erwarten,dass die Notenbank-Elite spätestens bei Minuszinsen von 10% u.Totalentwertung aller Anlagen innert ca.10 Jahren merken wird, dass sie mit diesem Experiment die Rezession verstärken. Die Amis haben das immerhin schon gemerkt u. gemäss eines kürzlichen Berichtes wird es dort keine Negativzinsen geben.

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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