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Absturz des Tages: Unilever nach dem geplatzten Deal mit Kraft – Absage durch Warren Buffett

Am Freitag war die Welt noch in Ordnung für die Aktionäre des großen Konsumgüter-Herstellers Unilever: man war begeistert über die geplante Übernahme durch den amerikanischen Konzern Kraft. Daraus wird nun nichts, vor allem wegen Warren Buffett. Kraft-Aktien erwartet morgen ein Kursmassaker!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Am Freitag war die Welt noch in Ordnung für die Aktionäre des großen Konsumgüter-Herstellers Unilever: man war begeistert über die geplante Übernahme durch den amerikanischen Konzern Kraft, die Aktie hob nach Bekanntwerden der Übernahmeabsicht regelrecht ab – ebenso wie die von Kraft, wäre doch Kraft und Unilever dann weiltweit die Nummer zwei in der Branche hinter Nestle geworden.

Aber daraus wird nun nichts, und das vor allem aus einem Grund: der Übernahmeversuch ist zu früh geleaked worden, und nach der eher schüchternen Ablehnung des Angebots durch Unilever (der gebotene Preis von 50 Dollar pro Aktie sei viel zu niedrig) ist die Übernahme nun vom Tisch. Der Grund: die beiden Groß-Aktionäre von Kraft, Warren Buffetts Berkshire Hathaway mit einem Anteil von 27% an Kraft sowie der Konzern 3G mit einem Anteil von 24% wollen grundsätzlich keine feindliche Übernahme! So hatte etwa Berkshire Hathaway in seinem Jahresbericht 2015 explizit darauf hingewiesen, dass man sich nur an Unternehmen beteilige, die keine feindlichen Übernahmen machen würden („will join only with partners making friendly acquisitions“).

Und so heißt es für die Aktionäre von Unilever: wie gewonnen, so zerronen! Der Aktienkurs bricht zwitweise um 9% ein, das war der größte Tagesverlust seit 17 Jahren der ansonsten eher schwerfälligen Unilever-Aktie:


(Unilever, gehandelt in London; die Aktie ist auch an der NYSE notiert..)

Zusammen hatten Kraft und Unilever in 2016 einen Umsatz von 84,8 Milliarden Dollar, man wäre dann dem Platzhirschen der Branche Nestle dicht auf die Fersen gerückt. Vorbei und aus.

Noch übler aber dürfte die Geschichte für Kraft-Aktionäre laufen, wenn morgen die Wall Street wieder eröffnet: die Kraft-Aktie hatte ca. 10% zugelegt am Freitag, und nun droht morgen ein Kurs-Massaker:

Denn der Schaden für Kraft ist größer als der für Unilever: noch am Mittwoch hatte Kraft nach Vorlage schwacher Zahlen in einer Telefonkonferenz mit Analysten gesagt, dass man keine Notwendigkeit sehe für eine Übernahme. Das kratzt an der Glaubwürdigkeit, erste Stimmen sprechen nun von einem überhasteten, schlecht durchdachten Übernahmeversuch. Zwar haben Kraft und Unilever wenig Überschneidungen bei ihren Produkten, doch hätte die geplante Übernahme auch am Einspruch der Kartellbehörden scheitern können. Und letztlich musste man doch auch bei Kraft damit rechnen, dass das Erstangebot zur Übernahme vom Übernahme-Kandidaten als zu niedrig eingestuft wird – wie das bei großen Übernahmeversuchen zuletzt stets der Fall war (Bayer-Monsanto etc.).

All das dürfte nun dafür sorgen, dass Kraft-Aktien morgen zweistellig abverkauft werden – sehr zum Schaden von Warren Buffett und Berkshire Hathaway..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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