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„Ähnlich wie 1937“

Redaktion

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Sind wir kurz vor einer Weltwirtschaftskrise? Einer der wichtigsten Hedgefondsmanager ist Ray Dalio. Sein Fonds Bridgewater verwaltet 150 Milliarden Dollar, und man hört ihm zu. So sagt er aktuell, dass man derzeit in einer Phase sei, die dem Jahr 1937 sehr ähnlich sei. Die Zinsen seien niedrig, die Bewertungen hoch – und die Notenbanken würden aktuell ihre Geldpolitik zu ändern (Zinsen rauf und Gelddrucken zurückfahren).

Daher sehe er Parallelen zu den Zeiten der Großen Rezession gegen Ende der 30er-Jahre, so sagte er es zu „Business Insider“. In zwei Jahren beginne die Zeit, über die er sich jetzt Sorgen mache. Die Fed werde dann erneut die Geldmenge erhöhen und mehr Geld drucken um das Defizit der USA zu finanzieren. Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen werde sehr gering sein. Der US-Dollar werde ziemlich schwach sein und gut 30% abwerten.

Also gibt Dalio den USA noch gut zwei Jahr Zeit. Die neue Krise werde noch schwerwiegender sein als die Finanzkrise im Jahr 2008. Es werde eher eine Dollar-Krise als eine Schulden-Krise sein, so Dalio. Und es werde eine Politik- und Sozial-Krise geben, die zu größeren innenpolitischen Verwerfungen in den USA führen werde als im Jahr 2008.

Dazu unser kleiner Kommentar: Naja… eher eine Dollar-Krise als Schulden-Krise? Die Amerikaner sind jetzt höher verschuldet als im Jahr 2008. Von daher werden auch die Schulden ein massives Problem werden! Aber so viel zu unserer Meinung. Die Finanzkrise des Jahres 2008 habe laut Dalio bereits die Weltwirtschaftskrise zwischen den Jahren 1929-1932 widergespiegelt. Und jetzt befinden wir uns also im Jahr 1937, und warten auf 1939?

Ray Dalio
Ray Dalio. Foto: Grameen America – https://vimeo.com/247028348 (CC BY 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    RoSi

    20. September 2018 17:54 at 17:54

    …aber vorher sehen wir noch die 50.000 beim DJI, wetten Hr. Dalio!?

    • Avatar

      Bernd Schneider

      20. September 2018 18:42 at 18:42

      da wette ich mit Dir, dass das bestimmt nicht passiert. Um was wollen wir wetten,?

  2. Avatar

    Marcus

    20. September 2018 17:55 at 17:55

    Das Bridgewater Associates sehr pessimistisch eingestellt ist und viele Short-Positionen besitzt, muss er das ja zwangsläufig sagen. Das die Welt ein Schuldenproblem hat das ist mehr als offensichtlich. Ich denke die nächste Finanzkrise kommt erneut vom Immobilienmarkt (Blasenbildung) und aus dem Unternehmenssektor (Zahlungsausfälle bei Unternehmensanleihen).

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    G3ckOoo

    20. September 2018 18:05 at 18:05

    Definitiv. Wer sich mit dem Thema beschäftigt sieht die Parallelen. Das ist der „tolle“ Kreislauf des Kapitalismus, welcher am Ende eines langen Zyklus immer als Ergebnis das größtmögliche Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich hat. 8 Menschen besitzen soviel wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Nur damit man einmal eine Vorstellung bekommt wo wir uns aktuell befinden. Und die Konzentration nimmt weiter zu, bis zu jenem Zeitpunkt in dem die Bevölkerung die Schuldenlast zu gunsten weniger reicher nicht mehr tragen kann und das System kolabiert. Als folge gibt es Rezession und Krieg.

    Dabei ist es kein Schuldenproblem, sondern in erster Linie ein Problem des Ungleichgewichts. Ein, ich nenne es mal System-Reset, ist nichts anders als eine Vermögensumverteilung wieder von Oben nach Unten. Es werden nämlich Vermögen und Schulden gleichermaßen wieder aus dem Spiel genommen.

    Ihr solltet einmal folgendes Video als Einzelbeitrag verlinken. Hier werden die letzten 100 Jahre Finanzgeschichte super zusammengefasst.
    https://www.youtube.com/watch?v=SSBqeOLs_ds&t=66s

    • Avatar

      Sabine

      20. September 2018 21:33 at 21:33

      Fiat money ist das Problem. Nur das ermöglicht Riesenblasen. Gold- oder Silbergeld macht dies nicht. Also einfach dieses Papiergeldsystem abschaffen…
      Aber wie sagen die Rothschilds: alle profitieren, deswegen will es keiner abschaffen.
      Die Musik spielt noch, auch wenn das Schiff schon sinkt.

      • Avatar

        TraderBS

        21. September 2018 09:54 at 09:54

        Sabine, Fiat Money ist nicht mal das Problem! Mehr Geld in Umlauf zu bringen ist sogar absolut sinnvoll, denn erst dadurch entstehen Anreize Geld auszugeben oder zu investieren, um es in den Kreislauf und in die Gesellschaft zurückzubringen!

        Ohne Fiat Money wäre es genau umgedreht: Alle Menschen würde wieder dazu übergehen die Rücklagen anzuhäufen. Statt die Gesellschaft zu versorgen, beginnt eine Rückwärts-Spirale zur Selbstversorgung mit entsprechenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen!

  4. Avatar

    Monsun

    20. September 2018 18:17 at 18:17

    So jetzt fehlen noch ca.6Pkt. zum AH(Doppeltop) im DOW….da sollten doch nach diesem Bericht die Alarmglocken laeuten und deswegen sollte man(ich)auf Turbo-Short umschalten!
    Wo kann man (ich) noch investieren?
    Is doch klar,oder….?
    The Miners is your friend…

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    Angsthase

    20. September 2018 19:16 at 19:16

    Hä, 1937?…bei 1929 wäre ich ja noch mitgegangen, aber 10 Jahre später?
    Naja wie dem auch sei… PONZI läßt grüßen.
    Und auf die 2 Jahre würde ich nichts geben.. lieber jetzt sich um seine Schäfchen kümmern… unverhofft kommt oft.

    • Avatar

      tm

      21. September 2018 11:05 at 11:05

      1937 brach die Wirtschaft erneut ein, weil alle dachten, die Weltwirtschaftskrise sei überstanden und man könne wieder zur Normalität übergehen.

  6. Avatar

    Monsun

    20. September 2018 19:50 at 19:50

    Beim 10jahres Chart im Dow,laden die zwei Bergspitzen dazu ein, das Matterhorn bei einem steilen Abstieg bis auf ca.23600 zu vollenden.
    Der Abstieg bis dorthin, wuerde etwa 15 Wochen in Anspruch nehmen.

  7. Avatar

    Gixxer

    20. September 2018 20:07 at 20:07

    Ich hoffe nur, dass sich nicht auch noch ein weiteres Event aus dem Jahr 1939 wiederholt.
    Denn wenn dem so sein sollte, ist die Wirtschaft vermutlich unser kleinstes Problem.

    • Avatar

      Monsun

      20. September 2018 20:36 at 20:36

      Ein aehnliches Event haben wir doch,dass seit Sept.2015 taeglich sein Unwesen treibt und die Tendenz ist steigend!Am 11/12.12.2018,wird in Marakesch der Migranten-Dingsbums Vertrag unterzeichnet!
      Warum stehen/sitzen/liegen in Lybien hunderttausende auf gepackten Koffern?
      Nicht in den Himmel schauen,sondern geradeaus!
      Endefekt ist dann der Buergerkrieg, mit der Amibesetzung im Ruecken…

      • Avatar

        leftutti

        20. September 2018 23:40 at 23:40

        @Monsun, wir haben also ein ähnliches Event wie 1939?
        Einen geistesgestörter Diktator mit einem euphorisierten Arbeiter-Volk im Rücken, der seine Nachbarstaaten überfällt und verhasste Ethnien auslöscht?
        Zugegeben, es gibt 10 bis 15% geistesgestörte Wähler und deren verhasste Ethnien in Deutschland.
        Es gibt tatsächlich auch ein euphorisiertes Volk in Schland. Euphorisiert von 3 bis 4 Urlauben im Jahr, dem neuesten iPhone X für 1.700,- EURO, dem neuesten Wohnmobil, dem aktuellen SUV.

        Es gibt aber nur einen geistesgestörten Diktator 6000 km westlich. Und der schert sich einen Dreck um Schland, der mag Schland gar nicht, weil Schland zu billige Güter produziert und exportiert.
        Faire Exportpolitik sieht nämlich so aus:
        Ein iPhone X-wasauchimmer kostet in USA 1.300 USD (etwa 1111 EUR). Preis in Europa: 1.700 EUR

        Kein Mensch in Schland wird einen Bürgerkrieg entfachen, außer Personen aus Innenministerium, Verfassungsschutz und BND verstricken sich noch offensichtlicher und noch tiefer in die rechtsradikale Szene und werden dafür ihres Postens enthoben, um in höhere und besser bezahlte Positionen aufzurücken.

  8. Avatar

    Monsun

    20. September 2018 21:06 at 21:06

    Und Intraday auch noch ein DT im DOW…die letzte Stunde wird wahrscheinlich noch etwas abgeladen werden, um dann zum Wochenende den Abstieg einzuleiten.

  9. Avatar

    Steven

    21. September 2018 10:21 at 10:21

    2020 haben viele als „crashdatum“ auf dem Schirm.
    Selten das eine Prognose weiter in der Zuknlunft liegt.

    Inzeressant auch: andere Branchen sehen die nächsten zwei Jahre auch als kritisch.
    Zb der Zeitungsbranche, energielieferanten, windenergieHersteller(hier weil die 20 jährige Förderung auslaufen)

  10. Avatar

    tm

    21. September 2018 11:11 at 11:11

    „Die Amerikaner sind jetzt höher verschuldet als im Jahr 2008.“

    Gemäß McKinsey Gesamtschuldenquote 2008: 241%, 2009 248% und Q2 2017 249%..also ja, ein Anstieg, aber kaum der Rede wert. Und gemäß Bloomberg aktuell 248%, damit keine Veränderung zu 2009.

    Verschuldung der Privathaushalte 2008: 97%, 2018: 75%

  11. Avatar

    Monsun

    21. September 2018 11:36 at 11:36

    Herr Fugmann,dass 2020 event.ein Crash in Aussicht steht,das koennen sie nachvollziehen,oder?(siehe Post von @Steven)
    Aber was sich event.danach in DE abspielen koennte,das ziehen sie nicht in Betracht.
    Auf was wollen Sie dann mit o.g.Bericht „Ähnlich wie 1937“hinaus?
    Glauben Sie wirklich daran,dass sich die verfeindeten Gruppen (Antiva und Rechtsradikale)nach 2020(wenn der Crash dann wirklich kommen sollte) die Haende schuetteln werden?
    Ich bin keineswegs einer von denen,sondern die Logik ist fuer mich entscheidend.
    Warum dann die Zensierung meiner Antwort an @Steven?
    U a.ist Fr.Dr.A.Merkel, bei Trump eine Luftpumpe,ebenso der Aussenminister Maas…
    Germany hat in der Welt leider nichts mehr zu melden,ausser sich den Zahlemann raushaengen zu lassen!

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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