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„Ähnlich wie 1937“

Redaktion

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Sind wir kurz vor einer Weltwirtschaftskrise? Einer der wichtigsten Hedgefondsmanager ist Ray Dalio. Sein Fonds Bridgewater verwaltet 150 Milliarden Dollar, und man hört ihm zu. So sagt er aktuell, dass man derzeit in einer Phase sei, die dem Jahr 1937 sehr ähnlich sei. Die Zinsen seien niedrig, die Bewertungen hoch – und die Notenbanken würden aktuell ihre Geldpolitik zu ändern (Zinsen rauf und Gelddrucken zurückfahren).

Daher sehe er Parallelen zu den Zeiten der Großen Rezession gegen Ende der 30er-Jahre, so sagte er es zu „Business Insider“. In zwei Jahren beginne die Zeit, über die er sich jetzt Sorgen mache. Die Fed werde dann erneut die Geldmenge erhöhen und mehr Geld drucken um das Defizit der USA zu finanzieren. Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen werde sehr gering sein. Der US-Dollar werde ziemlich schwach sein und gut 30% abwerten.

Also gibt Dalio den USA noch gut zwei Jahr Zeit. Die neue Krise werde noch schwerwiegender sein als die Finanzkrise im Jahr 2008. Es werde eher eine Dollar-Krise als eine Schulden-Krise sein, so Dalio. Und es werde eine Politik- und Sozial-Krise geben, die zu größeren innenpolitischen Verwerfungen in den USA führen werde als im Jahr 2008.

Dazu unser kleiner Kommentar: Naja… eher eine Dollar-Krise als Schulden-Krise? Die Amerikaner sind jetzt höher verschuldet als im Jahr 2008. Von daher werden auch die Schulden ein massives Problem werden! Aber so viel zu unserer Meinung. Die Finanzkrise des Jahres 2008 habe laut Dalio bereits die Weltwirtschaftskrise zwischen den Jahren 1929-1932 widergespiegelt. Und jetzt befinden wir uns also im Jahr 1937, und warten auf 1939?

Ray Dalio
Ray Dalio. Foto: Grameen America – https://vimeo.com/247028348 (CC BY 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    RoSi

    20. September 2018 17:54 at 17:54

    …aber vorher sehen wir noch die 50.000 beim DJI, wetten Hr. Dalio!?

    • Avatar

      Bernd Schneider

      20. September 2018 18:42 at 18:42

      da wette ich mit Dir, dass das bestimmt nicht passiert. Um was wollen wir wetten,?

  2. Avatar

    Marcus

    20. September 2018 17:55 at 17:55

    Das Bridgewater Associates sehr pessimistisch eingestellt ist und viele Short-Positionen besitzt, muss er das ja zwangsläufig sagen. Das die Welt ein Schuldenproblem hat das ist mehr als offensichtlich. Ich denke die nächste Finanzkrise kommt erneut vom Immobilienmarkt (Blasenbildung) und aus dem Unternehmenssektor (Zahlungsausfälle bei Unternehmensanleihen).

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    G3ckOoo

    20. September 2018 18:05 at 18:05

    Definitiv. Wer sich mit dem Thema beschäftigt sieht die Parallelen. Das ist der „tolle“ Kreislauf des Kapitalismus, welcher am Ende eines langen Zyklus immer als Ergebnis das größtmögliche Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich hat. 8 Menschen besitzen soviel wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Nur damit man einmal eine Vorstellung bekommt wo wir uns aktuell befinden. Und die Konzentration nimmt weiter zu, bis zu jenem Zeitpunkt in dem die Bevölkerung die Schuldenlast zu gunsten weniger reicher nicht mehr tragen kann und das System kolabiert. Als folge gibt es Rezession und Krieg.

    Dabei ist es kein Schuldenproblem, sondern in erster Linie ein Problem des Ungleichgewichts. Ein, ich nenne es mal System-Reset, ist nichts anders als eine Vermögensumverteilung wieder von Oben nach Unten. Es werden nämlich Vermögen und Schulden gleichermaßen wieder aus dem Spiel genommen.

    Ihr solltet einmal folgendes Video als Einzelbeitrag verlinken. Hier werden die letzten 100 Jahre Finanzgeschichte super zusammengefasst.
    https://www.youtube.com/watch?v=SSBqeOLs_ds&t=66s

    • Avatar

      Sabine

      20. September 2018 21:33 at 21:33

      Fiat money ist das Problem. Nur das ermöglicht Riesenblasen. Gold- oder Silbergeld macht dies nicht. Also einfach dieses Papiergeldsystem abschaffen…
      Aber wie sagen die Rothschilds: alle profitieren, deswegen will es keiner abschaffen.
      Die Musik spielt noch, auch wenn das Schiff schon sinkt.

      • Avatar

        TraderBS

        21. September 2018 09:54 at 09:54

        Sabine, Fiat Money ist nicht mal das Problem! Mehr Geld in Umlauf zu bringen ist sogar absolut sinnvoll, denn erst dadurch entstehen Anreize Geld auszugeben oder zu investieren, um es in den Kreislauf und in die Gesellschaft zurückzubringen!

        Ohne Fiat Money wäre es genau umgedreht: Alle Menschen würde wieder dazu übergehen die Rücklagen anzuhäufen. Statt die Gesellschaft zu versorgen, beginnt eine Rückwärts-Spirale zur Selbstversorgung mit entsprechenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen!

  4. Avatar

    Monsun

    20. September 2018 18:17 at 18:17

    So jetzt fehlen noch ca.6Pkt. zum AH(Doppeltop) im DOW….da sollten doch nach diesem Bericht die Alarmglocken laeuten und deswegen sollte man(ich)auf Turbo-Short umschalten!
    Wo kann man (ich) noch investieren?
    Is doch klar,oder….?
    The Miners is your friend…

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    Angsthase

    20. September 2018 19:16 at 19:16

    Hä, 1937?…bei 1929 wäre ich ja noch mitgegangen, aber 10 Jahre später?
    Naja wie dem auch sei… PONZI läßt grüßen.
    Und auf die 2 Jahre würde ich nichts geben.. lieber jetzt sich um seine Schäfchen kümmern… unverhofft kommt oft.

    • Avatar

      tm

      21. September 2018 11:05 at 11:05

      1937 brach die Wirtschaft erneut ein, weil alle dachten, die Weltwirtschaftskrise sei überstanden und man könne wieder zur Normalität übergehen.

  6. Avatar

    Monsun

    20. September 2018 19:50 at 19:50

    Beim 10jahres Chart im Dow,laden die zwei Bergspitzen dazu ein, das Matterhorn bei einem steilen Abstieg bis auf ca.23600 zu vollenden.
    Der Abstieg bis dorthin, wuerde etwa 15 Wochen in Anspruch nehmen.

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    Gixxer

    20. September 2018 20:07 at 20:07

    Ich hoffe nur, dass sich nicht auch noch ein weiteres Event aus dem Jahr 1939 wiederholt.
    Denn wenn dem so sein sollte, ist die Wirtschaft vermutlich unser kleinstes Problem.

    • Avatar

      Monsun

      20. September 2018 20:36 at 20:36

      Ein aehnliches Event haben wir doch,dass seit Sept.2015 taeglich sein Unwesen treibt und die Tendenz ist steigend!Am 11/12.12.2018,wird in Marakesch der Migranten-Dingsbums Vertrag unterzeichnet!
      Warum stehen/sitzen/liegen in Lybien hunderttausende auf gepackten Koffern?
      Nicht in den Himmel schauen,sondern geradeaus!
      Endefekt ist dann der Buergerkrieg, mit der Amibesetzung im Ruecken…

      • Avatar

        leftutti

        20. September 2018 23:40 at 23:40

        @Monsun, wir haben also ein ähnliches Event wie 1939?
        Einen geistesgestörter Diktator mit einem euphorisierten Arbeiter-Volk im Rücken, der seine Nachbarstaaten überfällt und verhasste Ethnien auslöscht?
        Zugegeben, es gibt 10 bis 15% geistesgestörte Wähler und deren verhasste Ethnien in Deutschland.
        Es gibt tatsächlich auch ein euphorisiertes Volk in Schland. Euphorisiert von 3 bis 4 Urlauben im Jahr, dem neuesten iPhone X für 1.700,- EURO, dem neuesten Wohnmobil, dem aktuellen SUV.

        Es gibt aber nur einen geistesgestörten Diktator 6000 km westlich. Und der schert sich einen Dreck um Schland, der mag Schland gar nicht, weil Schland zu billige Güter produziert und exportiert.
        Faire Exportpolitik sieht nämlich so aus:
        Ein iPhone X-wasauchimmer kostet in USA 1.300 USD (etwa 1111 EUR). Preis in Europa: 1.700 EUR

        Kein Mensch in Schland wird einen Bürgerkrieg entfachen, außer Personen aus Innenministerium, Verfassungsschutz und BND verstricken sich noch offensichtlicher und noch tiefer in die rechtsradikale Szene und werden dafür ihres Postens enthoben, um in höhere und besser bezahlte Positionen aufzurücken.

  8. Avatar

    Monsun

    20. September 2018 21:06 at 21:06

    Und Intraday auch noch ein DT im DOW…die letzte Stunde wird wahrscheinlich noch etwas abgeladen werden, um dann zum Wochenende den Abstieg einzuleiten.

  9. Avatar

    Steven

    21. September 2018 10:21 at 10:21

    2020 haben viele als „crashdatum“ auf dem Schirm.
    Selten das eine Prognose weiter in der Zuknlunft liegt.

    Inzeressant auch: andere Branchen sehen die nächsten zwei Jahre auch als kritisch.
    Zb der Zeitungsbranche, energielieferanten, windenergieHersteller(hier weil die 20 jährige Förderung auslaufen)

  10. Avatar

    tm

    21. September 2018 11:11 at 11:11

    „Die Amerikaner sind jetzt höher verschuldet als im Jahr 2008.“

    Gemäß McKinsey Gesamtschuldenquote 2008: 241%, 2009 248% und Q2 2017 249%..also ja, ein Anstieg, aber kaum der Rede wert. Und gemäß Bloomberg aktuell 248%, damit keine Veränderung zu 2009.

    Verschuldung der Privathaushalte 2008: 97%, 2018: 75%

  11. Avatar

    Monsun

    21. September 2018 11:36 at 11:36

    Herr Fugmann,dass 2020 event.ein Crash in Aussicht steht,das koennen sie nachvollziehen,oder?(siehe Post von @Steven)
    Aber was sich event.danach in DE abspielen koennte,das ziehen sie nicht in Betracht.
    Auf was wollen Sie dann mit o.g.Bericht „Ähnlich wie 1937“hinaus?
    Glauben Sie wirklich daran,dass sich die verfeindeten Gruppen (Antiva und Rechtsradikale)nach 2020(wenn der Crash dann wirklich kommen sollte) die Haende schuetteln werden?
    Ich bin keineswegs einer von denen,sondern die Logik ist fuer mich entscheidend.
    Warum dann die Zensierung meiner Antwort an @Steven?
    U a.ist Fr.Dr.A.Merkel, bei Trump eine Luftpumpe,ebenso der Aussenminister Maas…
    Germany hat in der Welt leider nichts mehr zu melden,ausser sich den Zahlemann raushaengen zu lassen!

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

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Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

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Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

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Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

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Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

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