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Aktien: Allzeithochs trotz Hiobsbotschaften, was erwarten die Anleger?

Wehe, wenn eine oder mehrere eingepreiste Prämissen der Aktienmärkte sich nicht erfüllen werden!

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Aktien handeln auf Allzeithoch – trotz des Coronavirus! Drastisch steigende Zahlen aus China zu Erkrankungen und Todesfälle durch den Covid-19, Verlängerungen von Werkstilllegungen und Flugverbindungen, immer mehr Unternehmensmeldungen, die auf einen veritablen Einbruch bei Umsatz und Gewinn hindeuten. Von Großfirmen wie Apple, McDonalds, Nike, Starbucks, Exxon, Chevron, Boeing, Hyundai, Nissan und, und…. die Liste ließe sich noch deutlich verlängern.

China als Werkbank für die Welt, als Zulieferer und Abnehmer von unzähligen Produkten befindet sich im Stillstand und dennoch löst dies keine negativen Kursreaktionen bei Aktien aus. Ganz im Gegenteil, die Notierungen steigen sogar auf neue Allzeithochs, wie bei unserem Leitindex. Wie passt das zusammen?

Es sind vermutlich vier Hoffnungen, die für den Optimismus der Anleger verantwortlich sind: Zunächst einmal die Grundvoraussetzung, dass der Höhepunkt der Covid-19-Ausbreitung in den nächsten Wochen überschritten sein wird. Dann die Erwartung eines großen Nachholeffekts, die Hoffnung auf weitere Liquidität der Notenbanken und auf fiskalpolitische Maßnahmen der vom Coronavirus betroffenen Staaten.

Der Wirtschaftseinbruch und die Folgen

Die Prognosen der Volkswirte sind ein einziges Stochern im Nebel, mit großer Bandbreite für das erste Quartal. Insgesamt haben Ökonomen in den vergangenen Tagen ihre Prognosen für China von sechs auf fünf Prozent reduziert, bezogen auf das Gesamtjahr. Das ist der Versuch etwas in mathematische Größen zu fassen, was aber überhaupt noch nicht möglich erscheint, selbst Fed-Chef Powell hat bei seinem Humphrey-Hawkins-Testimony noch davon gesprochen, dass die Auswirkungen des Coronavirus derzeit nicht abschätzbar seien. Dass diese von Tag zu Tag schwerwiegender werden, wird deutlich, wenn man sich die Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft betrachtet.

Das Beratungsunternehmen Oxford Economics stellte in einer Analyse über die möglichen Folgen des Virus fest, dass der Anteil an Zwischenprodukten aus China an der Gesamtproduktion des Sektors Elektronik für die Welt bei 10 Prozent liegt. Da 13 Prozent aller Güterexporte aus China stammen, geht das Analysehaus davon aus, dass die Weltwirtschaft 2020 auf ein Wachstum von 2,3 Prozent zurückfallen könnte, auf den schwächsten Wert seit der Finanzkrise von 2009. Allerdings ohne zu präzisieren, wie lange der Ausfall Chinas hierfür dauern müsste. Einige Schäden sind allerdings jetzt schon messbar:

Nach einer Einschätzung der Luftfahrtorganisation ICAO haben die Fluggesellschaften wegen der gestrichenen Flüge bereits jetzt schon Umsatzausfälle von vier bis fünf Milliarden Euro.

So haben inzwischen 70 Airlines weltweit alle internationale Flüge von und nach China gecancelt und 50 weitere Airlines Beschränkungen der Flugpläne verhängt. Auch werden diese Maßnahmen nach und nach verlängert.

China steht mittlerweile für bis zu 17 Prozent der Weltwirtschaft. Es ist in der Textilwirtschaft führend, ebenso in der Elektronikbranche, zugleich hat sich die Pharmabranche zur Apotheke der Welt entwickelt.

So ist unschwer zu schlussfolgern, was der große Faktor in der Virusepidemie, neben den medizinischen Aspekten ist – es ist der Faktor Zeit.

Aktien: Die Notenbanken und die Liquidität

Der große Gegenspieler zu den katastrophalen fundamentalen Daten ist die Liquiditätshoffnung der Marktteilnehmer, die sich aus der Hoffnung auf ausreichende Maßnahmen der Notenbanken speist. Mit jedem Tag, den Covid-19 wütet, steigt die Wahrscheinlichkeit von geldpolitischen Maßnahmen der People ˋs Bank of China, der Federal Reserve, wie auch aller Notenbanken der Länder, die von der Pandemie betroffen sind. Allen voran China, das mit aller Macht versuchen wird, den Wirtschaftsabschwung abzumildern. Nichts fürchtet die allmächtige Führung mehr, als soziale Unruhe im Lande, mit einem Heer von Abermillionen Wanderarbeitern. In seltsam anmutender Allianz wird die US-Notenbank unterstützend eingreifen, mit dem Bestreben auch nicht die kleinste Wachstumsabschwächung Raum greifen zu lassen. Die Verschuldungsorgie der Wirtschaftssubjekte, vom Staat bis zum kleinen Kreditkarteninhaber erlaubt keine Veränderung der Zinslandschaft.

In „Fed we trust“ scheint die Devise bei Aktien zu sein, das US-Verbrauchervertrauen befindet sich auf dem höchsten Stand seit März 2918, die Aktienmärkte sind seit der theatralischen Verkündung des Phase 1-Deals zu einer angstfreien Anlagezone mutiert.

Jeder Rückschlag wurde bisher zu Nachkäufen genutzt, in schöner „Buy the Dip-Mentalität“, in der Angst etwas zu versäumen. Was angesichts eines Kursanstieges von circa 400 Prozent beim S&P 500 seit März 2009 schon etwas verwunderlich erscheint. Bleibt noch der Hinweis auf den größten Anlagenotstand in der neueren Wirtschaftsgeschichte, aber darüber habe ich bereits am Freitag in dem Artikel über Griechenlands Wunderzinsen berichtet.

Die Maßnahmen der Staaten

Was alle Staaten im Zusammenhang mit der Coronakrise eint, ist das Bestreben die Folgen für die eigene Wirtschaft abzufedern. Bereits seit geraumer Zeit laufen zwei große Wettbewerbe um den Globus. Ein Wettrennen um niedrige Unternehmenssteuern und um eine schwache Währung, dem Protektionismus sei Dank. Dies wird sich fortsetzen, denken wir nur an die Ankündigung der Steuerreform 2.0 in den USA, oder sogar an die ersten Ansätze in Deutschland. Gab es nicht am Freitag auf CNBC sogar das Gerücht, die USA könnten mit Steuererleichterungen die Bürger animieren, Aktien zu kaufen?

Fiskalpolitische und damit nachfrageunterstützende Maßnahmen könnten das Gebot der Stunde im Jahr 2020 sein, auch wenn sie manchmal unter einem anderen Zweck (Kampf gegen den Klimawandel) versteckt werden.

Die größte Sorge der Kommunistischen Partei Chinas scheint die Massenarbeitslosigkeit geworden zu sein. Hierzu gibt es auch eine Studie der chinesischen Personal-Agentur Zhaopin, über die die South China Morning Post berichtete: Derzufolge befinden sich aktuell zehn Prozent der untersuchten Firmen am Rand des Zusammenbruchs. 30 Prozent der Firmen planten Stellenkürzungen, weitere 30 Prozent fürchteten, sie könnten ihren Angestellten nicht rechtzeitig das Gehalt auszahlen. Deshalb auch die Forderung von Parteichef Xi nach dem Politbüro-Treffen, dass die Provinzregierungen nun alles dafür tun müssten, um die Stabilität des Jobmarkts zu garantieren.

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19

Mehr noch als das Mysterium Weltwirtschaft ist die medizinische Seite der Verbreitung sowie die Veränderung des Virus zu sehen. Für Laien völlig undurchsichtig, denn von absolut beherrschbar (die kommende warme Jahreszeit) bis zur globalen Katastrophe (zwei Drittel der Menschheit könnten sich mit dem Virus infizieren), divergieren die Meinungen von Virologen. Nach der Umstellung der Erfassung der Fälle in China lauten die aktuellen Zahlen nach dem Wochenende:

71336 Infizierte

1776 Todesfälle

11145 Personen, die als gesundet eingestuft werden

Das Coronavirus ist vermutlich ansteckender als erwartet, er wütet seit Ende Dezember (offiziell).

Allerdings gibt es in ganz Europa mit seinen über 500 Millionen Einwohnern erst knapp 50 Infizierungen und am Wochenende kamen keine neue Fälle hinzu, während schon 21 Erkrankte als geheilt eingestuft wurden.

Da mache sich jemand einen Reim daraus.

Fazit: Die Schere zwischen der Bewertung von Aktien und Fundamentalem

Was für eine Erwartungshaltung der Börsianer in Sachen Aktien: Der Coronavirus wird bereits in wenigen Wochen eingedämmt sein, der Nachholeffekt zu einem riesigen Nachfrageschub sorgen, die Notenbanken mit Zinssenkungen, Interventionen am Repo-und den Anleihemärkten für eine weitere Liquiditätsschwemme sorgen, die Regierungen mit Steuersenkungen und Konjunkturprogrammen unterstützen, die Inflation in Schach bleiben und die allgemeinen Kapitalmarktzinsen so niedrig bleiben, dass es weiterhin den großen Anlagenotstand gibt. Dazu noch ein US-Präsident im Wahlkampfmodus, der zusammen mit seiner Notenbank alles unternimmt, damit die US-Leitindizes vor den Novembertagen keine substanziellen Rückschläge erleiden. Von all dem gehen die jetzigen Käufer aus, die an den Börsen nicht die Situation von Mitte Februar einpreisen, sondern die Lage im Herbst 2020. Gemäß der Devise, es ist wie bei Rezessionen: Wenn es mit den Nachrichten am schlechtesten aussieht, sind die Kurse schon einen ganzen Schritt weiter.

Aber wehe, wenn eine oder mehrere dieser Prämissen sich nicht erfüllen werden. Dann müsste sich die Schere zwischen Bewertungen bei Aktien und den Kursniveaus rapide schließen. Die Schere zusammenklappen, um zu einem Dolch zu werden, der in den Rücken vieler Anleger gestoßen wird, um es etwas metaphorisch auszudrücken..

Derzeit herrscht trotz Coronavirus Euphorie der Anleger in Sachen Aktien

 

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Sven

    17. Februar 2020 09:08 at 09:08

    Gute Begründungen, warum der Markt immer höher laufen wird. Alles richtig eingeschätzt. Wie gesagt, charttechnisch ist beim DAX Platz bis erst mal über die 16.000er Marke. Mit den zurecht vorhandenen Erwartungen der Anleger ist diesem Markt eigentlich nichts anzuhaben. Entspannen und genießen.

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    Johann Steinhaus

    17. Februar 2020 09:38 at 09:38

    Hallo Herr Müller,
    es ist schon ein „wenig“ krank wie die Märkte auf die derzeitigen Fundamentaldaten reagieren.
    Aber spiegelt das auch nicht wieder wie krank das gesamte Finanzsystem ist ?
    Es sind immer die Liquidität-Spritzen welche den Markt treiben und eine gesunde Marktentwicklung verhindern. Selbst der Grundsatz: Produktionausfall gleich Konsumausfall gleich Gewinnausfall wird nicht wirklich beachtet.
    Nun, die Party geht weiter bis aus der Schere wirklich ein Messer wird.
    Nur, was könnte der Auslöser sein? Vielleicht der erste Infizierte in Afrika.
    Wir werden sehen. Für mich jedenfalls gilt der Grundsatz, „man sollte gehen wenn die Party am schönsten ist “
    Grüße aus Köln

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      Columbo

      17. Februar 2020 09:59 at 09:59

      @Johann Steinhaus

      „Man sollte gehen, wenn die Party am schönsten ist“

      Mich würde interessieren, wohin Sie hingehen, wenn Sie die schöne Party verlassen haben. In den Euro, nachdem Sie Ihre Aktien verkauft haben? Aber wenn das Finanzsystem so krank ist, kommen Sie damit ja vom Regen in die Traufe. In Gold ? In eine Immobilie? Auswandern? Oder gehen Sie dann auf eine andere Party? Beispielsweise die von Mark Friedrich?

      • Avatar

        Johann Steinhaus

        17. Februar 2020 10:41 at 10:41

        Lieber Columbo,

        Geduld ist eine Tugend und was ist mit die größte Beschäftigung eines Trader ?
        Richtig: Warten auf den Einstieg.
        Persönlich brauche ich nicht den großen Kuchen, die Schnitte zum „satt werden“ reicht vollkommen aus.
        Zudem bin ich kein Crash-Apostel oder Weltuntergangs-Fanatiker.
        Allerdings stehen derzeit für mich die Zeichen auf Sturm und da stelle ich mich lieber an die Seitenlinie (auch auf die Gefahr hin das ich den ein oder anderen Punkt nicht mitnehme).

  3. Avatar

    Fetttony

    17. Februar 2020 10:01 at 10:01

    Alles richtig. Wann beginnt die Schere zu schließen, schwer zu sagen.
    Die Put´s warten schon

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    Katja Wohmann

    17. Februar 2020 10:11 at 10:11

    Es ist klar, die Notanbanker sind selbst überzeugt, dass sie auf Wasser gehen können. Auf die Spietze trieb es der Notenbanker der Schweiz, der offiziell behauptete dass es nie mehr eine Krise geben werde, da die Notenbanker dies im Griff hätten. Nun wie wir sehen stimmt das ja auch insofern, dass keine Katastrophenmeldung mehr den Markt beeinflusst, da man sich auf den neuen Jesus Notenbanker verlässt.
    Die Zeche bezahlt dann unsere Jugend entweder mit einer Hyperinflation oder sozialen Unruhen. Aber das ist ja noch ein paar Höhenflüge der Börse entfernt.

  5. Avatar

    Wartebär

    17. Februar 2020 10:39 at 10:39

    @Columbo.Man könnte das ganze Vermögen in Bitcoin, Tesla Aktien u.Whisky umschichten u.mit E.Musk auf den Mars fliegen. Sven Fahnenstäng ist der Reiseführer, er lebt schon lange in den Wolken u.kennt das Ausserirdische.

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Aktien

Optionen: Experte Jens Rabe erklärt, wie sie funktionieren!

Redaktion

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Optionen sind in den letzten Monaten immer wichtiger geworden für das Geschehen an den Aktienmärkten – das gilt ganz besonders für die Kursentwicklung einzelner Aktien wie etwa Apple, Amazon oder Tesla. Vor allem Wetten auf steigende Kurse (Calls) sorgten für einen Höhenflug der US-Tech-Werte: Broker, die diese Optionen an Kunden verkauften, mussten das entsprechende underlying (also etwa die Aktie von Apple etc.) kaufen, um sich gegen eigene Risiken abzusichern – so konnte aus meist eher kleinvolumigen Käufen schnell eine Hebelwirkung entstehen, die für eine spektakuläre Rally der US-Tech-Werte und des Nasdaq sorgte. Es sind dabei in den USA vor allem (kleine) Privatinvestoren, die mit Optionen massiv auf steigende Kurse zocken.

Folgenes Schaubild zeigt, wie aus einem Kauf von Optionen (Calls) auf die Amazon-Aktie im Volumen von 1500 Dollar letztlich Käufe der Amazon-Aktie von 230.000 Dollar resultieren:

Optionen und die Rally von US-Tech-Aktien

Optionen – wie funktionieren sie?

Optionen – das ist zunächst zentral – haben nichts mit den in Deutschland sehr beliebten Optionsscheinen zu tun. Optionsscheine wie auch CFDs sind in den USA verboten, daher greifen Spekulanten in Übersee neben Futures, ETFs und dem direkten Investment in Aktien verstärkt auf Optionen zurück. Wer verstehen will, was an der Wall Street wirklich gespielt wird, sollte sich daher mit Optionen und ihrer Handhabung beschäftigen!

Dafür jedoch braucht man ein gewisses know-how. Vor allem sollte man wissen, dass die Volatilität eine zentrale Rolle spielt, inbesondere die „implizite Volatilität„:

„Während die historische Volatilität die Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder Rohstoffs in der Vergangenheit angibt, ist die implizite Volatilität ein Maßstab für die Markterwartungen an die künftige Volatilität.“

Daneben gibt es Begriffe wie „im Geld“ oder „aus dem Geld“. Dirk Schuhmanns hat dieses Prinzip als ein maßgeblichen und wahrscheinlich bewußt inszentierten Treiber etwa für den Höhenflug der Aktie von Tesla ausgemacht – und zeigt, wie oben im Schaubild anhand der Amazon-Aktie dargestellt, wie das in der Praxis funktioniert:

„Das Prinzip dahinter ist, Call-Optionen kurzer Laufzeit relativ weit aus dem Geld zu kaufen, also mit Ausübungspreisen oberhalb des aktuellen Kurses. Diese Optionen sind günstig und der Optionsverkäufer muss nur wenige Aktien kaufen, um sein Risiko abzusichern. Jetzt braucht es noch eine Zündung des Gemisches. Irgendetwas muss dafür sorgen, dass der Aktienkurs überhaupt erst einmal zu steigen beginnt. (..) Doch wenn der Aktienkurs steigt und sich dem Ausübungspreis der gekauften Optionen nähert, müssen die Market Maker als Verkäufer der Optionen immer mehr Aktien nachkaufen, um ihr steigendes Risiko zu kompensieren. So kann sich eine Absicherungsposition schnell von drei Aktien pro Optionskontrakt auf 80 oder 90 steigern, während der Optionskäufer vielleicht nur den Gegenwert von fünf Aktien investieren musste. Diese zusätzliche Hedging-Nachfrage ist es dann, die den Kurs antreibt. Der Optionskäufer wiederrum kann durch kontinuierliche Nachkäufe neuer Optionen mit höherem Strike dieses Spiel am Laufen halten.“

Wer mehr über Optionen wissen will, ist bei Jens Rabe auf jeden Fall an der richtigen Adresse. In folgendem Video erklärt er Grundprinzipien der Optionen:

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Finanznews

Aktienmärkte: Entscheidende Muster- bullisch oder bärisch? Videoausblick

Markus Fugmann

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Nach wie vor gibt es widersprüchliche Signale für die Aktienmärkte: einerseits positive charttechnische Ausgangsformationen (inverse SKS beim S&P 500 etc.), andererseits deuten vor andere Indikatoren auf wenig Potential auf der Oberseite. Die aktuelle Seitwärtsrange der Aktienmärkte an der Wall Street bleibt weiter intakt, wahrscheinlich solange, bis endlich klar ist, ob man sich zwischen US-Republikanern und US-Demokraten auf ein Stimulus-Paket einigen kann. Die Märkte spielen weiter einen klaren Biden-Sieg – und das hat Konsequenzen für die verschiedenden Assets. Wie sehen diese Konsequenzen aus? Heute Nacht die letzte Fernsehdeabtte zwischen Trump und Biden – der US-Präsident braucht angesichts der derzeitigen Umfragen sehr schnell einen „game changer“..

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Indizes

DAX daily: Der Dax steht in Kürze an einer kritischen Schwelle

Stefan Jäger

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So langsam wird es eng für den Dax. Sollte sich nicht bald eine Erholung einstellen, dann könnten wir noch weitaus tiefere Kurse sehen. Auch am gestrigen Mittwoch hat der Dax an Boden verloren und verzeichnet zum dritten Mal in Folge einen Verlusttag. Bei den US-Indizes sieht die Lage auch nicht viel besser aus. Die Verluste an der Wall Street hielten sich zwar in Grenzen, dennoch stehen die großen Indizes wie der S&P500 und der Nasdaq an der Schwelle zu tieferen Kursen. Im gestrigen Handel ging es für den deutschen Leitindex bereits zur Börseneröffnung vom Tageshoch bei 12.765 kräftig abwärts, was ihn folglich bis zum Tagestief bei 12.545 gebracht hat. Damit hat der Index die Marken auf der Unterseite optimal abgearbeitet. Der Dax beendet den Handelstag mit einer weiteren Kursdelle bei 12.557 am Tagestief, der Abschlag beläuft sich dabei auf 179 Punkten (-1,41 %).

Nicht nur die Risiken rund um die Corona-Pandemie, die US-Präsidentschaftswahl, den Stimulus-Hickhack und den Brexit drücken auf die Stimmung, sondern auch noch ein kräftig anziehender Eurokurs. Zudem sind die Märkte aktuell stark Nachrichten getrieben, was die Situation nicht einfacher macht. Markus Fugmann hat die Themen in einem Video ausführlich besprochen. Setzt sich der Abwärtstrend im Dax fort, dann wären die 200-Tagelinie (EMA) bei 12.415 und das Tief vom 25.09. bei 12.339 weitere interessante Anlaufpunkte. Mit dem Bruch der 12.339 könnte sich die übergeordnet Seitwärtsrange nach unten auflösen. Das hätte dann deutlich tiefere Kurse zur Folge.

News und fundamentale Daten

Am heutigen Tag stehen für die Dax-Anleger wieder ein paar wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Vor wenigen Minuten wurde bereits das GfK Konsumklima aus Deutschland veröffentlicht. Der Index beschreibt das Vertrauen der deutschen Bürger in die konjunkturelle Entwicklung. Der Wert notiert zum sechsten Mal infolge im negativen Bereich – aktuell -3,1 (erwartet -2,8, vorher -1,7). Anschließend folgen noch Daten aus den USA, um 14:30 Uhr sehen wir die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Die Investoren werden auch diesmal wieder genau hinschauen, ob die Anzahl der Erst- und Folgeanträge weiter zurückgeht. Um 16:00 Uhr erscheinen dann noch die Daten der Verkäufe bestehender Häuser (Sep).

Darüber hinaus sehen wir wieder zahlreiche Unternehmensberichte. Unter anderem veröffentlichen die Blue Chips AT&T, Coca-Cola und Intel ihre Zahlen. Aber auch der Mischkonzern Danaher, der Festplattenhersteller Seagate und die Fluggesellschaft Southwest Airlines. In der Nacht auf Freitag folgt dann das zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden. Nur diesmal kann die Debatte nicht so ausarten wie beim ersten Mal, da das Mikrofon stumm geschaltet ist, wenn der andere das Wort hat.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Die Abwärtsbewegung hat sich in der letzten Nacht fortgesetzt und ein Tief bei 12.450 erreicht. Vorbörslich notiert der Dax somit im Minus. Überwindet der Index jedoch die 12.520 ohne vorher ein neues Tief zu machen, dann könnte sich ein 123-Boden ausbilden. Demnach könnte er das Gap zum gestrigen Schlusskurs bei 12.557 schließen und zum Widerstand bei 12.600 laufen. Dort könnte er auch wieder den Rückwärtsgang einlegen und in Richtung des Nachttiefs fallen. Überwindet er allerdings den Bereich, dann folgen die nächsten Hürden bei 12.635 und 12.690. Darüber befindet sich noch eine Widerstandszone zwischen 12.725 und 12.765.

Scheitert der Dax nach einem kurzen Erholungsversuch an der 12.520 oder 12.545, dann dürfte sich die Korrektur fortsetzen. Dafür müsste er das Nachttief bei 12.450 unterschreiten. Dadurch ergeben sich weitere Ziele bei 12.415 (EMA200), 12.400 und 12.382. Dort könnte der Dax erst einmal Halt finden und einen Erholungsversuch starten. Sollte es noch tiefer gehen, dann folgt die 12.339. An dieser Stelle befindet sich auch die Unterkante der übergeordneten Seitwärtsrange (Jul – Okt). Bei einem Bruch befindet sich die nächste Unterstützung erst wieder an der 12.253.

DAX daily: Tagesausblick - H1-Chart - Dax auf dem Weg zur Unterkante der Range

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.919 – Pivot Punkt R2

12.735 – Pivot Punkt R1

12.635 – Pivot Punkt

12.451 – Pivot Punkt S1

12.351 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.469 – Gap 25.09.

12.450 – Nachttief

12.400 – Tageschart

12.382 – 200 % Extension (vom Hoch 13.028)

12.339 – Tagestief 25.09.

12.253 – Tagstief 30.07.

12.247 – 261,8 % Extension (vom Hoch 13.028)

Dax Widerstände (WS):

12.520 – vorbörsliches Hoch

12.545 – Tagestief 21.10.

12.600 – Nackenlinie SKS (H4) – 100 % Ziel  12.015

12.680 -61,8 % Retracement (12.820 – 12.450)

12.725 – mehrfache US (H1)

12.765 – Tageshoch 21.10

12.850 – Tageshoch 20.10.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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