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Aktien: Kurssturz in China – wird den Notenbanken die Rally zu heiß?

Aktien in China fallen - Kulisse von Shanghai

Zuletzt waren etwas moderate Töne von den großen Notenbanken zu hören. EZB-Chefin Christian Lagarde sprach vom geldpolitischen Abwarten bis man konjunkturell klarer sieht, Fed-Chef Powell reduzierte still und heimlich etwas seine Notenbankbilanz und die chinesische Regierung? Auch hier glauben Beobachter das Bestreben zu erkennen, etwas Dampf aus dem Aktien-Kessel abzulassen.

Großer Rücksetzer an Chinas Börsen

Ähnlich wie am Montag an der Wall Street, als es bei Aktien innerhalb kürzester Zeit eine Kehrtwende gab, ein so genanntes Intraday-Reversal, so fielen auch am Donnerstag in China die Aktienmärkte. So stark wie seit Jahresbeginn nicht mehr an einem Tag. Konkret: Der CSI 300-Index fiel um 4,6 Prozent, der Shanghai Composite und der Shenzhen Composite um minus 4,3 Prozent beziehungsweise um minus fünf Prozent. Der ChiNext-Index, die chinesische Start-up-Börse und so etwas wie ein Pendant zum US-Index Nasdaq, verlor sogar mehr als sechs Prozent.

Erstaunt hatte man auch hier auf FMW zur Kenntnis genommen, dass noch vor zwei Wochen die chinesischen Staatsmedien zu Aktienkäufen aufgerufen hatten. Das Resultat war ein Anstieg des breiten CSI 300-Index um 16 Prozent, allein in diesem Monat. Und genau diese Medien in Gestalt von „People ˋs Daily“ kritisierten offen ein großes chinesisches Unternehmen, welches das Nationalgetränk Maotai herstellt, über dessen Preisgestaltung. Die Folge war ein Kursrutsch bis zur erlaubten 10-Prozentgrenze bei vielen Firmen aus der Branche. Benutzt man diese Methode, um den Markt etwas abzukühlen? Es wäre nicht das erste Mal.

Das Robinhood-Phänomen

Ob in den USA, oder sogar in Deutschland, wo die Depoteröffnungen von Kleinanlegern in die Höhe schießen, bis hin nach China. Privatanleger „zocken“ um die Wette und treiben zumindest einige Aktien in die Höhe. Auch in Fernost haben anscheinend viele Bürger die Banken überrannt, um sich eine Handelsplattform zuzulegen. Natürlich ist so etwas heutzutage über die Suchanfragen in den sozialen Netzwerken rasch aufzudecken. Die chinesischen Staatsmedien haben bereits reagiert und an die Rationalität der Investoren appelliert. Ob dies hilft? Die geopolitischen Spannungen mit den USA nehmen bekanntermaßen auch zu. Normalerweise für die Börsen kein großes Ereignis, aber wenn es in die Lage an den Märkten passt?

Kurzfazit

Auch wenn gerade heute gute Konjunkturdaten aus China vermeldet wurden, mit einer Rückkehr zum Wachstum, auch gegenüber der Vor-Coronazeit 2019 um 3,2 Prozent, scheint man gewillt zu sein, etwas Luft aus den Märkten ablassen zu wollen – soweit dies überhaupt steuerbar ist. Eine weitere ungebremste Rally mit Spekulationsexzessen wie man sie an vielen Märkten vor allem durch Kleinanleger zu beobachtet, birgt die Gefahr eines großen Kurseinbruchs mit sich. Damit wären wir wieder bei der Rolle der Märkte für den Konsum und die Konjunktur, nicht so sehr bei unserem Dax, mit seiner geringen Gewichtung, aber in Ost und West. Es riecht irgendwie nach dem berüchtigten Sommerloch, natürlich nur im übertragenen Sinne.



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2 Kommentare

  1. Wer soll denn verkaufen und den Markt (USA), wenn die Milliardäre und die „Big Player“ (so Dirk Müller) schon längst aus dem Markt sind?

  2. Zuletzt verkauft immer die infantile Hoffnung!!

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