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Aktien: Wann endet das Patt zwischen Bullen und Bären?

Aktien - wann endet das Patt?

Zweifelsohne ist das die Eine-Million-Dollar-Frage im Bereich Aktien, aber es ist mehr als auffällig dass weder positive Unternehmenszahlen, noch negative Inflationsdaten die Märkte aus dem Gleichgewicht bringen konnten. Die Finanzmärkte als Ganzes hangeln sich von Woche zu Woche weiter und hoffen von irgendwo Nachrichten zu bekommen, wann das Pendel zur einen oder anderen Seite hin ausschlägt.

Am besten Infos von der Federal Reserve, aber die weiß es vermutlich auch nicht. Aber was ist eigentlich verantwortlich für die minimalsten Kursschwankungen beim S&P 500 in dem letzten fünf Handelstagen, aber auch schon seit fast acht Wochen. Eine Spanne zwischen 4150 und 4200 Punkten – was hält das wichtigste Aktienbarometer in dieser engen Handelsspanne?

Hohe Bewertung von Aktien versus Anlagenotstand

Es gibt gewiss unendlich viel Gründe für die Bewegungen von Aktien, für die Motive für einen Kauf oder einen Verkauf der Titel, aber anscheinend halten sich die widerstreitenden Interessen gerade die Waage. Aber gibt es nicht ein paar zentrale Faktoren, die die Investoren daran hindern, ein paar größere Gewinne mitzunehmen – angesichts einer Rallye, die den Leitindex von Ende Oktober mit 3282 Punkten bis Anfang Mai fast ohne nennenswerte Korrektur auf 4230 Punkte getrieben hatte?

Die amerikanische Aktien sind nicht billig, ob man den Warren Buffett-Indikator von 220 heranzieht (das Verhältnis zwischen Marktkapitalisierung US-Märkte und US-BIP), oder das geglättete Shiller KGV von über 35, oder auch den KGV-Vergleich über viele Jahrzehnte.

Die Bewertungen von Aktien

Die Flut, die alle Boote hebt

Wie schon oft erwähnt (und auch schon mehrfach gezeigt), der monetäre Faktor ist wahrscheinlich der wichtigste von vielen Faktoren an der Börse, weil er das Geld an die Kapitalmärkte treibt, wie diese fast schon extrem anmutende Korrelation zwischen Liquiditätszufuhr und S&P 500 aufzeigt.

Aktien und Liquidität

Aber warum nicht in Anleihen?

Was die aktuelle Hausse der Aktien so korrekturarm macht – wenn man den externen Schock im März letzten Jahres außen vor lässt – ist das Außerkraftsetzen des natürlichen Regulativs für die Aktienmärkte, die Rentenmärkte. Ein Quantitative Easing jagd das nächste und die aktuellen Anleihe-Notkaufprogramme machen ein Ausweichen aus einem teuren Aktienmarkt in einen Bondmarkt äußerst schwer, denn dieser ist nicht nur in den USA noch sehr viel teurer. Nichts zeigt besser als dieser Langfristchart von Charlie Billello diese Zwangslage und wie tief die Realrenditen in den Negativbereich abgestürzt sind.

Die reale Rendite

Das Verhältnis Aktien- zu Anleiherenditen beschreibt das große Dilemma für die großen Kapitalsammelstellen, bei ihrem Kampf um Rendite in einem Markt, der allein bei Aktien und Staatsanleihen über 170 Billionen Dollar schwer ist. Eine sehr vereinfachte Darstellung des verflixten Anlagenotstandes, der die Investoren anscheinend mehr und mehr in den Attentismus gedrängt hat. Worauf wartet man?

Fazit

Was könnte also die schon mehrfach beschriebene Pattsituation zwischen Bullen und Bären beenden? Zunächst einmal eine Rückkehr zu positiver Realrendite oder die Aussicht hierfür (Tapering). Oder ein weiterer Anstieg der Inflationsraten, dauerhaft und auch über die vier Prozent hinausgehend, denn bis zu diesem Level gelten Aktien als Inflationsschutz.

Aber auch alle wirtschaftlichen Einflüsse, die einen Wirtschaftsaufschwung einbremsen und einen Rückgang der Unternehmensgewinne zur Folge hätten. Ob politischer Natur, durch einen externen Schock oder durch wirtschaftliche Entwicklungen, die die eingepreisten Unternehmensgewinne in Frage stellen. Dies würde zu einer Korrektur führen und zwar vermutlich nicht deshalb, weil der Anleihemarkt unmittelbar als Alternative lockt, sondern die Aussicht auf wieder steigende Anleihekurse und die Hoffnung darüber (vorerst) günstigere Einstiegskurse in die Aktienmärkte zu bekommen. Der Anlass für einen Ausbruch aus der ungewöhnlichen Range muss wieder ein unerwarteter sein, ob banal oder mächtig, denn sonst hätten die Märkte schon versucht, dies vorher einzupreisen.

Das nächste Ereignis, heute um 14:30 Uhr, ist bekannt – das Ergebnis jedoch nicht und noch weniger die Reaktionen der Märkte darauf..



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1 Kommentar

  1. Allein in DE wartet über eine Billion Privatkapital um in die Börse zu fliessen gemäss einer Insiderinformation eines Broker aufgrund der neu eröffneten Konten. Wenn das keine Erwartungen bei Bullen weckt!! Dazu kommt noch die zu erwartende Zwangswirtschaft der Weltrettungsaktion, die den Unternehmen eine noch nie dagewesene Gewinnchance durch die zwangsweisen Ersatzkäufe etc. bescheren wird. Allein nur die Beseitigung der bestehenden Marktsättigung bei den Autoherstellern verspricht goldene Zeiten. Selbstverständlich ist dann der wiederum gewaltige Anstieg des Schuldenberges ein Problem, das die nächste Generation dann lösen kann – sofern die Hyperinflation nicht doch noch dazwischen kommt.

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