Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Rally, Stimmung, Handelsdeal

Die aktuelle Rally der Aktienmärkte ist in erster Linie die Kombination aus monetären Faktoren und der Konjunkturhoffnung für 2020

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

In der letzten Handelswoche hatten die Aktienmärkte nach sechs Gewinnwochen tatsächlich korrigiert: der  Dax um fiel um 0,6 Prozent korrigiert, ebenso die erlebten die US-Börsen nachgebende Notierungen. Die Sentimentindikatoren, allen voran ermittelt durch AnimusX – einer wöchentlichen Befragung durch das Handelsblatt – hatten dies angedeutet. Wie aber ist die Stimmung zu Beginn dieser großen Weihnachts-Shoppingwoche?

Aktienmärkte: Anleger werden vorsichtig

Bei einer Zusammenfassung der Ergebnisse sprach der Leiter der Umfrage, Stephan Heibel davon, dass die Anlegerstimmung gespalten sei. Man wolle niedrigere Kurse zum Anstieg nutzen, um an der Jahresendrallye zu partizipieren (klingt für mich wie FOMO in den USA), aber andererseits glaube man nicht an höhere Notierungen in drei Monaten. Dies sei aber selten Basis für nachhaltig steigende Kurse, so der Sentimentexperte.

Viele Anleger laufen der Rallye hinterher, doch dies sei ohne Zukunftsüberzeugung nur kurzfristiger Natur. Bei einem Rückschlag stünden aber Käufer da, um günstiger einzusteigen.

Das klingt für mich eher nach Seitwärtsbewegung.

Auch das fünfwöchige Durchschnittssentiment steht noch auf sehr hohem Niveau – kaum ein Abfall zur Vorwoche – dieses Barometer stand in den letzten drei Jahren nur selten höher.

 

Wie sehen die Positionierungen an den Terminbörsen aus?

Hier bauen sich sentimenttechnisch Gefahren auf. Institutionelle Anleger an der Eurex in Frankfurt spekulieren deutlich auf steigende Kurse, auch die Privaten haben an der Eurex in Stuttgart ihre Vorsicht abgelegt und setzen auf steigende Aktienmärkte (kurzfristig).

Auch andere Umfragen weisen auf ein ungünstiges Sentiment für weiter steigende Kurse hin, wie das von mir gestern erwähnte Ergebnis der Umfrage der Beratungsfirma Sentix. Dieses ergab, dass die Konsolidierungsphase noch nicht beendet sei, ebenso wie die sehr beachtete Erhebung des „Behavioral Finance-Spezialisten“ Joachim Goldberg. Dieser kam bei seiner Erhebung an der Börse Frankfurt zu ähnlichen Resultaten, er geht aber davon aus, dass es eine starke Unterstützung im Bereich von 12 800/12 850 Punkten geben sollte.

 

Was sagen einige Indikatoren für den US-Markt?

Hier sieht Heibel ein etwas gemischtes Bild. Nach seinen Erhebungen traut man dort den Kursgewinnen nicht und sichert sich gegen Rückschläge ab. Eine etwas seltsame Erkenntnis, schließlich ist das amerikanische Angstbarometer VIX gestern auf sensationell niedrige 11,88 Punkte gefallen. Vielleicht bezieht sich Heibel auf die dortige Spekulation auf einen steigenden VIX, was ja mit fallenden Kursen der Aktienmärkte führen müsste.

Die Fondsmanager haben ihre Investitionsquote um sechs Punkte auf 78 Prozent erhöht, sichern sich aber gegen Rückschläge ab. Etwas verwirrend, wie wir schon bei dem Meldungswirrwarr um die Shortpositionierung des Hedgefondsmanagers Ray Dalio erleben konnten.

Ohne Rückschläge im Zusammenhang mit dem Verwirrspiel um den Handelskrieg dürfte aber das berühmte Window Dressing noch einmal anziehen und die Aktienmärkte weiter steigen lassen.

 

Fazit: Aktienmärkte und Jahresendrally

Das Sentiment der Anleger stimmt zwar etwas zur Vorsicht, gegen größere Einbrüche sprechen jedoch ausstehende Aktienrückkäufe und das Window Dressing der großen Fonds. Darauf deutet auch der leicht gestiegene Ifo-Index vom gestrigen Montag hin. Sein Anstieg führt nicht nur zu der Bewertung von Ifo-Chef Clemens Fuest „Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig“, sondern gibt ein wenig Gewissheit, dass es in naher Zukunft erst einmal keine Rezession in Deutschland geben wird.

Das spricht ein weiteres Mal für eine Seitwärtsbewegung an den deutschen Börsen. Die leichte Erholung ist schon längst eingepreist, genauso der Phase 1- Deal. Sollte er kommen, könnten vielleicht sogar Gewinnmitnahmen einsetzen. Ein so lange erwartetes Ereignis löst normalerweise keine Begeisterungsstürme mehr aus und auch das mehrfach erlebte Phänomen einer Short Squeeze ist auch nicht zu erwarten – mangels fehlender Absicherung der Investoren.

 

Aktienmärkte: Woraus speist sich die Rally?

Was mich persönlich wundert, ist die Annahme, dass der Handelsdeal täglich die Kurse an der Wall Street treiben würde. Man kauft höchstens die Aussicht, dass es keine zusätzlichen Zölle mehr geben wird.

Nein, ich denke es ist die Kombination aus der Geldflut der Notenbank, den Aktienrückkäufen (deshalb steigt Apple so stark, außerdem geht der Markt davon aus, dass Apple keine Zölle mehr bekommt 2019) und natürlich FOMO, gepaart mit dem Window Dressing. Man kauft zum Jahresende die Siegeraktien und verkauft die Verlierer – und da wären wir wieder bei Apple. Der Handelsstreit mit seinen „geschickten“ Verzögerungen spielt sicher eine Rolle, aber in summa eine Untergeordnete.

Wenn man sich die Kursdaten im Verlauf der letzten drei Monate so ansieht, wird meiner Ansicht nach deutlich, dass diese Rally in erster Linie die Kombination aus den genannten monetären Faktoren und der Konjunkturhoffnung für 2020 ist. Der S&P 500 stand Mitte August bei 2840 Punkten und gestern ziemlich genau 10 Prozent höher (3133 Punkte). Ähnliche Kursteigerungen auch bei Dow Jones und Nasdaq. Dies bedeutet, dass die US-Indizes in dieser Zeit um mindestens drei Billionen Dollar (!!) an Marktkapitalisierung zugelegt haben.

Wie hoch könnte ein Wirtschaftsdeal zwischen den beiden Supermächten ausfallen? 50 Milliarden Dollar? Und wie hoch sind die Einfuhren aus China in die USA insgesamt? 2018 lag der Gesamthandel zwischen China bei 660 Milliarden Dollar – 529 Milliarden Einfuhren und 120 Milliarden Ausfuhren. Und da soll ein Deal mit China für billionenschwere Kursanstiege sorgen? Ähnliche Anstiege gab es an anderen großen Börsen der Welt.

Da scheinen einige Analysten, Kommentatoren und Moderatoren mit ihrer Fixierung auf den Deal etwas mit der Mathematik zu hadern.

Auf alle Fälle offenbart sich hier die Riesenschere zwischen den Kursbewertungen und der zugrunde liegenden Unternehmensgewinnentwicklung. Wie schon erwähnt, wird sich diese schließen (müssen). Nicht umsonst erwartet Börsenurgestein Gottfried Heller für 2020 ein Riesen-Volatilitätsjahr..

Die Aktienmärkte in Feierlaune

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktien: Nochmal das Jahr 2020 spielen! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das war gestern zum Abschied von Donald Trump noch einmal das gute alte Muster des Jahres 2020: die Aktien, die vor dem 09.November besonders gut gelaufen sind (die FAANG-Werte) gestern mit einer fulminanten Rally – während Aktien, die die Verlierer der Coronakrise waren, seit dem 09.November (Impfstoff-Meldung) aber zu den großen Gewinnern gehörten, gestern deutlich weniger stiegen. Dass dem gestern so war, hat (charttechnische) Gründe – der Reflations-Trade jedenfalls hat gestern einen Rückschlag erlitten. Auch die positiven Eröffnungs-Gaps bei den großen US-Indizes sind ein altbekannntes Muster aus dem Jahr 2020, der Leitindex S&P 500 ist dank eines solchen Eröffnungs-Gaps aus seiner Seitwärtsrangenach oben ausgebrochen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

DAX daily: Euphorische US-Börsen ziehen den Dax nach oben

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax schleppt sich im gestrigen Handel zurück in Richtung der 14.000er Marke, während der Nasdaq und S&P500 mit Leichtigkeit auf neue Rekordstände fliegen. Insbesondere bei den Technologiewerten haben die Anleger wieder fleißig zugegriffen. Die Börsianer erhoffen sich durch das Duo Biden/Yellen weiteren Stimulus für die Konjunktur sowie Schecks für die Kleinanleger zum Zocken an den Aktienmärkten. Wer will es ihnen verdenken, es ist wie in einem Paradies, wo es ständig Geld von Regierungen und Notenbanken regnet. Selbst eine Verschärfung und Verlängerung der Corona-Maßnahmen kann die Kauflaune der Anleger nicht bremsen.

Im Gegensatz zu den US-Indizes befindet sich der deutsche Leitindex aber immer noch in einer Konsolidierung auf hohem Niveau. Für weitere Aufwärtsimpulse muss der Dax die Hürden bei 13.960 und 14.000 überwinden. Das gestrige Tageshoch lag bei 13.952 Punkten, damit fehlt also noch ein Stück zur runden Marke. Den Handel hat der Dax schließlich mit einem Plus von 106 Punkten (0,77%) bei 13.921 beendet. Das heutige Ziel sollte somit der Sprung über die 14.000er Marke sein.

News und fundamentale Daten

Nach der gestrigen Vereidigung von Joe Biden steht heute mit der EZB-Sitzung das nächste Highlight der Woche auf dem Plan. Für 13.45 Uhr ist die Zinsentscheidung angesetzt, um 14.30 Uhr folgt anschließend noch die Pressekonferenz der EZB-Chefin Christine Lagarde. Die Anleger erhoffen sich dann neue Hinweise über die zukünftige Geldpolitik. Allerdings ist nicht mit neuen geldpolitischen Lockerungen zu rechnen, nachdem die EZB im Dezember bereits ihr Anleihekaufprogramm um 500 Milliarden ausgeweitet hatte.

Zudem erscheinen zeitgleich noch ein paar Wirtschaftsdaten aus den USA. Unter anderem werden die wöchentlichen Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Zusätzlich erscheinen die Daten der Baugenehmigungen (Dez) sowie der Philly Fed Herstellungsindex. Den Termin um 14:30 Uhr stellt aufgrund der zahlreichen Daten ein interessantes Trading-Event für Dax-Händler dar. Aus Unternehmenssicht sind die Quartalszahlen von dem Medizintechnik-Unternehmen Intuitive Surgical, dem IT-Unternehmen IBM sowie dem Halbleiterhersteller Intel interessant. Die Anteilseigner von dem zuletzt stark unter Druck geratenen Chip-Riesen Intel werden nach dem Rauswurf des CEO Bob Swan ganz genau auf die Zahlen und den Ausblick schauen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax notiert vorbörslich an der Widerstandszone bei 13.960. Damit der Sprung über die 14.000er Marke gelingt, muss der Bereich sowie das Nachthoch bei 13.980 überwunden werden. An der 14.029 wartet dann die 161,8% Extension. Setzt sich der Anstieg fort, dann dürfte der Dax noch das offene Gap bei 14.049 schließen. Sollte dem Dax dort nicht die Puste ausgehen, dann wäre die Zone bei 13.115 bis 13.131 das nächste Ziel.

Die energische Rally der US-Indizes hat den Dax in den letzten Tagen angetrieben. Aber sogar die Wall Street benötigt mal eine Verschnaufpause, das würde wiederum den Dax bei seiner Zurückeroberung der 14.000er Marke ausbremsen. Eine erste Unterstützung befindet sich im Bereich der 13.902. Unterhalb der 13.900 dürfte sich die Abwärtsbewegung bis zur 13.870 fortsetzen. Dort könnte der Dax wieder Halt finden, ansonsten wäre das gestrige Tagestief bei 13.835 das nächste Ziel. Ein Bruch des Tiefs würde den Index wieder zur markanten Unterstützungszone bei 13.800 führen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 21.01. - H1-Chart - Schafft der Dax die 14.000?

Dax Unterstützungen (US):

13.898 – M15-Chart

13.870 – mehrfache US

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.700 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.672 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

13.988 – offenes Gap 14.01.

14.000 – psychologische Marke

14.029 – 161,8% Extension (13.670)

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.167 – 261,8% Extension (13.672)

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage