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Morgan Stanley's Mike Wilson mit Ausblick Aktienmärkte: Wall-Street-Experte sagt steinigen Dezember voraus

Aktienmärkte: Wall Street-Experte sagt steinigen Dezember voraus
Wall-Steet-Stratege Michael Wilson - Foto: Bloomberg

Die Aktienmärkte befinden sich inmitten einer fulminanten Jahresendrallye. An der Wall Street schossen die Aktienkurse im November so schnell wie selten zuvor nach oben. Der marktbreite S&P 500 und Standardwerte-Index Dow Jones legten im saisonal guten Börsenmonat um rund 9 % zu, während der Tech-Index Nasdaq 100 fast 11 % dazu gewann. Angetrieben von einer Abkühlung der Inflation und der Aussicht auf baldige Zinssenkung der Fed nahm die Rallye immer mehr an Fahrt auf. Einige Indikatoren deuten schon seit Tagen eine überkaufte Situation an, zudem ist die Stimmung so bullish wie lange nicht mehr. Ein Grund, warum Morgan Stanley’s Wilson sagt, dass der Dezember für die Aktienmärkte steinig sein wird.

S&P 500 Jahresendrallye

Wie Bloomberg berichtet, ist Michael Wilson von Morgan Stanley der Meinung, dass die US-Aktienmärkte nach einer Rallye im November und stark schwankenden Anleiherenditen auf ein steiniges Jahresende zusteuern.

Der Wall-Street-Stratege – der in diesem Jahr trotz des Anstiegs des S&P 500 um fast 20 % weitgehend pessimistisch blieb – erklärte in einer Notiz, dass der Dezember „kurzfristige Volatilität sowohl bei den Zinsen als auch bei den Aktien“ mit sich bringen könnte, bevor konstruktivere saisonale Trends sowie der sogenannte „Januar-Effekt“ die Aktien im nächsten Monat unterstützen.

Der Referenzindex S&P 500 legte im vergangenen Monat um etwa 9 % zu – eine der besten November-Rallyes seit einem Jahrhundert -, weil die Händler optimistisch waren, dass die Zinsen ihren Höhepunkt erreicht haben und die Fed bald Zinssenkungen verkünden dürfte. Dies hat dazu geführt, dass sich der Index im überkauften Bereich befindet – einem technischen Niveau, das allgemein als Vorbote eines Rücksetzers gilt.

Wilson: Aktienmärkte (S&P 500) überkauft - Vorbote eines Rücksetzers an der Wall Street?
Aktienmärkte: S&P 500 im überkauften Bereich (RSI) – Vorbote eines Rücksetzers?

Dennoch bleibt das sogenannte MACD-Momentum des S&P 500 – das die Beziehung zwischen zwei gleitenden Durchschnitten des Kurses eines Wertpapiers anzeigt – positiv, da eine sich verlangsamende Wirtschaft und ein Rückgang der Inflation Wetten darauf fördern, dass die Federal Reserve bereits im März mit Zinssenkungen beginnen könnte. Der Vorsitzende der Fed, Jerome Powell, wies am Freitag die Erwartung von Zinssenkungen in der ersten Hälfte des Jahres 2024 zurück, doch die Märkte glauben ihm nicht mehr.

Aktienmärkte erwarten Goldilocks-Szenario

Wilson sagte, dass die Anleger zwar im vergangenen Jahr mehrmals einen Schwenk der Fed eingepreist hätten, dieses Mal aber „die größte Überzeugung“ gezeigt hätten, da sie erwarten, dass sich dies „in einem immer noch gesunden makroökonomischen Umfeld“ abspielen werde. Dieses Szenario käme einem Goldilocks-Szenario gleich und „wäre das beste Ergebnis für die Aktienmärkte“, schrieb der Stratege.

Andere Wall-Street-Prognostiker haben sich ebenfalls optimistisch über die Aussichten für US-Aktien im nächsten Jahr geäußert. So sagen die Experten der Bank of America, der Deutschen Bank und von RBC Capital Markets ein Rekordhoch für den S&P 500 voraus. Wilson ist nach wie vor weitgehend neutral eingestellt, da er erwartet, dass der Index 2024 bei etwa 4.500 Punkten und damit etwa 2 % unter dem aktuellen Stand schließen wird.

Im folgenden Video gibt Wilson einen Ausblick für das kommende Jahr und nennt seine Gründe, warum 2024 nicht so einfach wird, wie es die Aktienmärkte derzeit erwarten. Zu seinen Argumenten gehören unter anderem: die hohen Bewertungen von Aktien, die zu optimistischen Zinserwartungen sowie eine Abkühlung der US-Wirtschaft.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Der alte gute Mike, manchmal lag er sehr genau mit seinen Prognosen und manchmal absolut daneben.
    Wie so jeder „Analyst“…

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