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Aktienmärkte: Wie enden Bullenmärkte?

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Das Ende der seit 2009 laufenden Rally der Aktienmärkte wird bereits seit über einem Jahr immer wieder heftig diskutiert, bereits sehr konkret im Dezember 2018, als durch die mehrfachen Zinssenkungen der Federal Reserve neben den Bilanzreduzierungen die Rezessionssorgen hochschossen. Aber was ist eigentlich symptomatisch für das Ende eines Bullenmarktes und gibt es beim jetzigen nicht eklatante Unterschiede zu denen aus der jüngeren Vergangenheit?

 

Aktienmärkte: Dauer und Intensität der Bullenmärkte

Eine Studie von Newfound Research untersuchte den US-Aktienindex S&P 500 bis zum Jahr 1903 und identifizierte zwölf Bullenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 8,1 Jahren und elf Bärenmärkte, die im Schnitt 1,4 Jahre lang anhielten. In den Aufschwungsphasen gab es eine durchschnittliche Wertsteigerung von 387 Prozent, der darauffolgenden Abschwung führte zu einem durchschnittlichen Verlust von 35 Prozent. Der jetzige Aufschwung feierte im März diesen Jahres bereits seinen 10. Geburtstag und liegt mit seiner mehr als Vervierfachung des Kursniveaus vom 9. März (S&P 500 – von 666 auf 3085 Punkte) auch bereits über dem Durchschnitt der Bullenmärkte.

 

Die Auslöser für das Ende eines Bullenmarktes

Die meisten Bullenmärkte gipfelten in großer Euphorie, man spricht auch von der Milchmädchenhausse, weil sich dann plötzlich jeder für Aktienmärkte interessiert und schnell reich werden möchte. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit um die Jahrtausendwende, bei der selbst Pensionäre Konten bei mehreren Direktanlagebanken eröffneten, um an die begehrten Neuemissionen zu können, die sich bereits am erstens Tag verdoppelten.

Zuvor lief die Wirtschaft so gut, dass die Notenbank mehrfach die Zinsen anheben musste, um eine anziehende Inflation zu unterbinden.

Vor der Finanzkrise hatte die Fed die Zinsen 19-mal bis auf 5,50 Prozent angehoben, bis zum Jahr 2000 war das finale Niveau bei 6,50 Prozent, bis die Wirtschaft einbrach. Und heute? Im geraden laufenden Bullenmarkt war höchstwahrscheinlich schon nach neun Zinsanhebungen der Fed bis auf 2,25 zu 2,50 Prozent Schluss – und von ansteigender Inflation ist noch weit und breit nicht viel zu sehen.

Blickt man weiter zurück, so kann man feststellen, dass die Auslöser für das Ende von langen Haussen der Aktienmärkte zumeist zu stark steigende Zinsen und ein stark gestiegener Ölpreis waren. Der Ölpreis war immer ein entscheidender Faktor für einen deutlichen Anstieg der Inflationsrate. Man braucht sich nur zu verdeutlichen, was bei einer Tagesförderung von jetzt bereits 90 Millionen Barrel Rohöl, ein Preisanstieg von 50 auf 100 Dollar für die Industrie, wie auch den Verbraucher haben muss.

Ich habe erst vogestern die Zahl der existierenden Kfz von 1,3 Milliarden Fahrzeugen dargelegt. Aber hier existiert eine deutlich geänderte Lage als in den letzten Jahrzehnten. Die USA, mit ihrer Frackingindustrie und dem Fördervolumen von 12 Millionen Barrel täglich, wurden erst kürzlich vom Ölimporteur zum Exporteur. Früher führten Bedrohungen für die Ölversorgung durch Auseinandersetzungen im Nahen Osten fast automatisch zu einem militärischen Eingreifen der USA (zwei Golfkriege). Der Rückzug der USA aus den dortigen Gebieten ist zu einem großen Teil der veränderten Ölsituation geschuldet und nicht dem Ausbruch des Pazifismus in den USA – außer es geht um die Straße von Hormus, dem Nadelöhr für die Weltversorgung.

Die Höhe der Verschuldung spielte natürlich eine entscheidende Rolle, weil die hohen Zinsen die Schuldentragfähigkeit zum Einsturz brachten. In jedem Bullenmarkt entstanden Blasen, die sich voneinander unterschieden. War es 2008 der Häusermarkt, 2000 die Dotcom-Blase, sollte der jetzige eine andere Entartung gebracht haben. Es dürfte eigentlich klar sein, dass die Manipulation der Notenbanken am Anleihemarkt in diesem Sektor den größten Ballon aufgeblasen haben. Man spricht hier ganz offen vom größten Experiment in der Wirtschaftsgeschichte, das mit dem neuen Schlagwort „Quantitative Easing“ umschrieben wird. Von hieraus könnte die größte Gefahr ausgehen, die Frage ist nur, welche Schieflagen den Einbruch auslösen werden?

 

Fazit

Jeder Bullenmarkt ist verschieden und produziert im Aufschwung bestimmte Blasen an den Aktienmärkten. Der jetzige ist in verschiedener Hinsicht anders als der seiner Vorgänger. Die globale Staatsverschuldung ist auf rund 250 Billionen US-Dollar angeschwollen, das entspricht in etwa dem Dreifachen der Wirtschaftsleistung aller Staaten der Erde. Die weltweiten Zinsen befinden sich auf Nachkriegstief. Bei neun Zinsanhebungen war Schluss für die Fed, bei 2,50 Prozent und damit liegt man weit entfernt von den Zinshöhen vergangener Zyklen.

Aus meiner Sicht werden es trotzdem Zinsanstiege sein, die das Fass zum Überlaufen bringen.

Staatschulden können noch lange durch die Notenbanken tief gehalten werden, durch weiteres Quantative Easing, aber nicht die Unternehmensschulden der dramatisch angestiegenen Zahl der Firmen weltweit mit schlechter Bonitöt – Stichwort BBB- und Zombiefirmen.

Hier genügt bereits ein geringfügiger Zinsanstieg, um einen Kollaps zu erzeugen. Für mich auch ein Grund für die 180-Gradwende der amerikanischen Notenbank Ende Dezember 2018. Die Welt verträgt keine höheren Zinsen mehr.

Derzeit steigen die Zinsen am Kapitalmarkt, weil sich die Rezessionswahrscheinlichkeit verflüchtigt hat. An die 10-jährigem US-Treasuries sind aber viele Verbraucherkredite gekoppelt, wie die Immobilienkredite. Eine wichtige Quelle für die Konsumenten, sich Geld durch Beleihung zu beschaffen. Ein spürbarer Zinsanstieg würde den Haupttreiber des derzeitigen Bullenmarktes, den US-Konsumenten bremsen, mit seiner 17 Billionen-Dollar-Konsumsause.

Damit ergibt sich doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, woher das Unheil für den Wechsel  der Aktienmärkte in den Bärenmarkt kommen könnte. Jeder Aufschwung endet anders, aber die Zutaten sind doch zumeist irgendwie gleich, gemäß der primitiven Formel: Euphorie + Zinsanstieg + Inflation = Bärenmarkt

 

Wann endet die Hausse der Aktienmärkte?

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    7. November 2019 10:51 at 10:51

    Erstaunlicherweise gehen alle immer davon aus, die Zombieunternehmen würden erst kippen, wenn die Zinsen steigen. Das ist aber nur ein Szenario. Sie kippen auch und sogar noch viel schneller, wenn die Wirtschaft einbricht. Wenn es nicht sehr bald wieder zu einem Wirtschaftsaufschwung kommt (und den sehe ich nicht), dann platzt die Zombieblase auch ohne Zinserhöhung.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      7. November 2019 11:33 at 11:33

      @Hesterberg. Hallo, ich habe auch davon gesprochen, dass die Zinsen steigen können, ohne dass die Notenbank die Leitzinsen anhebt. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass Investoren nicht mehr das Risiko eingehen wollen und die Nachfrage nach Junkbonds nachlässt. Auch ein solcher Käuferstreik bringt einen Zinsanstieg, den die Zombiefirmen nicht aushalten. Wenn auch noch die Wirtschaft nachlässt, ja dann!
      Es ist das Phänomen der Nichtlinearität von Entwicklungen oder wie der Volksmund sagt, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
      Grüße

      • Avatar

        Hesterberg

        7. November 2019 12:08 at 12:08

        @Wolfgang M.
        Ja, ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Auch das könnte die Zombieblase zum Platzen bringen. Ich wundere mich sehr darüber, dass die Pleitewelle noch nicht begonnen hat, denke aber, lange wird man darauf nicht mehr warten müssen.

  2. Avatar

    Michael

    7. November 2019 10:56 at 10:56

    @Wolfgang, persönlich habe ich die größten Bedenken hinsichtlich des Zusammenbruchs einer oder mehrerer systemrelevanter Groß- bzw. Zombiebanken.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      7. November 2019 11:46 at 11:46

      @Michael. Hallo Michael. Da könnten Sie recht bekommen. Es ist auch wissenschaftlich bewiesen, dass Systeme, denen man durch Manipulation die Möglichkeit der Volatiltät nimmt, nicht stabiler, sondern immer instabiler werden und der Knall dann umso größer wird. Genau das haben die Notenbanken mit dem Aufkauf von Anleihen gemacht. Man erzwingt eine Zeitlang Stabilität, höhlt aber das System insgesamt aus. Deshalb dürfte der Einbruch auch von dieser Seite kommen. Eine Zentralbank kann durch das Gelddrucksystem zwar viel unter Kontrolle halten, aber nicht alles auf Dauer – Unternehmensanleihen, Bankenschieflagen, Schattenbankensysteme. Es wird wieder einmal der schwarze Schwan werden, den keiner vorher kennt, sonst dürfte er nicht so heißen oder „the unkwown, unknowns“.
      Viele Grüße

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    Beobachter

    7. November 2019 11:32 at 11:32

    @ Wolfgang M., Wieder eine Superanalyse. Mindestens jemand der die grösste aller Bomben, die hinter allen kleinen Bomben im Sprengstofflager versteckt ist, erwähnt. (. BBB Anleihenbombe ) Auch Jeffrey Gundlach hat diese Aleihen wieder als zu gut geratet erwähnt. ( Sein kürzlicher Artikel, US AKTIEN WERDEN AM MEISTEN VERLIEREN ) Ich frage mich schon lange wer diesen Schrott vor dem Verfall schützt.

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    Katja Wohmann

    7. November 2019 12:16 at 12:16

    Eine andere These zum Kippen einer Blase ist nun heute, dass die Notenbanker alles aufkaufen, was nicht bis 3 auf den Bäumen ist und damit der Mechanismus der Rolle der Gläubier völlig fehlt, da die Notenbanker für das gedruckte Geld enfach keine Gläubiger zu befürchten haben die ihr Kapital zurückhaben möchten. Jordan der SNB behauptet bereits öffentlich, dass die Zeiten in denen grössere Rezessionen möglich seien für die Menschheit vorbei seien. Wir wissen natürlich alle, dass die Notenbanker keinen Intelligenztest vor ihrer Einstellung absolvieren müssen und nun die nun die Wirtschaftsblöcke direkt oder indirekt alles aufkaufen, was irgendwie lohnend erscheint. Geradezu die Chinesen haben ihre Chancen längstens entdeckt und kaufen weltweit alles auf, denn eine Golddeckung des Papiergeldes ist ja nicht mehr vorausgesetzt als Wertgrundlage.
    Das Spiel wird daher erst beendet, wenn Länder sich gegenseitig aufgrund von Machtbestrebungen zu blockieren beginnen. Bis dann sind sämtliche Regeln der alten Ökonomie nur noch in Lehrbürchern relevant für professorale Theorien.

  5. Avatar

    franko33

    7. November 2019 13:26 at 13:26

    Wie schon oft bemerkt.
    Ein Spiel mit dem Feuer !
    Es wird seitens der USA alles getan,um den §&P hochzudrücken.
    Einige Charttechniker der USA sehen erst den Gang bis 3200-3280,nur die
    Gier bringt ihn nach oben.Danach sehen wir wahrscheinlich einen „echten“
    Absturz und dann wird wieder gerufen: Wer rettet die Banken ? Wer rettet
    die Großinvestoren ? Nur wird sie dann keiner mehr retten können.
    Nur beim Aufbau eines neuen Finanzsystems wird dann wieder reichlich „verdient“.

  6. Avatar

    Revisor

    7. November 2019 13:34 at 13:34

    @Wolfgang Müller
    Eine fundierte Analyse, völlige Zustimmung!
    Nur sieht meine primitive Formel etwas anders aus:
    …Euphorie + Zinsanstieg + Inflation = Bärenmarkt…
    Hoffnung+Zinssenkungsbremse+(versteckter)Handelskonflikt=Bärenmarkt

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    Beobachter

    7. November 2019 14:57 at 14:57

    Der neueste Beitrag von Jeffrey Gundlach ( Märchenstunde mit Jerome Powell)ergänzt diesen Artikel gut.

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ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

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ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

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Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Rüdiger Born: Dax, Dow, Öl und Gold zum Wochenschluss

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Der Schub nach oben in den Indizes ist verloren gegangen. Die US-Arbeitsmarktdaten haben Dax und Dow wenig beeindruckt. Im Öl wird die Trendrichtung nach der Korrektur nach oben fortgesetzt. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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