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Was ist die Ursache für Jerome Powells Vollbremsung? Das BBB-Anleihe-Risiko, es wird immer offensichtlicher..

Sind die Bonitätsprobleme amerikanischer Firmen nicht vielleicht der unmittelbare Grund für die ungewöhnlich „dovishe“ Ausrichtung der US-Notenbank?

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Bereits die Abstufung des US-Autokonzerns Ford durch Moodyˋs auf die Note Baa3 ließ es erahnen. Es geht selbst Industriegrößen in der Super-Hausse nicht so gut, wie allgemein dargestellt. Vor Kurzem dann der zweite Schlag mit der Ankündigung Fordˋs 5000 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen, um profitabel zu werden. Man fürchtet also eine weitere Abstufung mit sehr teuren Folgen für das Unternehmen. Sind die Bonitätsprobleme amerikanischer Firmen nicht vielleicht der unmittelbare Grund für die ungewöhnlich „dovishe“ Ausrichtung der US-Notenbank?

Das lange ignorierte Dreifach-B-Risiko in den USA

Worüber ich schon seit letztem Sommer berichte, auch mit Unterstützung des Kommentators „Beobachter“ in diesem Forum, der schon früh auf diese Zeitbombe aufmerksam gemacht hat, ist das rasante Ansteigen der Anleihen im niedrigen Investmentgrade-Bereich.

Der US-Vermögensverwalter Nicolas Ware von Janus Henderson brachte es auf den Punkt: „Es gab ein explosives Wachstum der Schulden im Dreifach-B-Bereich – dem Anleihesegment, eine Stufe über dem Hochzins-Bereich.“ Allein in den USA haben Unternehmen Anleihen mit Dreifach-B-Rating mit einem Volumen von 2,8 Billionen Dollar ausstehen. Damit machen sie mehr als die Hälfte des gesamten Investment-Grade-Bereichs aus.

Darunter beginnt der Hochzins-Bereich mit den „Junk Bonds“, also den Ramschanleihen. Davor warnte auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die davon sprach, dass es 2010 erst 20% Unternehmen gab, die im B3-Bereich angesiedelt waren und dieser Anteil sei bis 2018 auf 45% gestiegen. Janus Henderson hat eine Liste mit Wackelkandidaten zusammengestellt: Dabei sind Schwergewichte wie die US-Mobilfunkanbieter AT&T und Verizon, GM, Ford oder der Pharmakonzern AbbVie. Hier ein paar Zahlen:

Verizon: Marktkapitalisierung 234 Mrd.$, 113 Mrd.$ Schulden, Rating Baa1

AT&T: MK 226 Mrd.$, 171 Mrd.$ Schulden, Baa2

Anheuser-Busch: MK 147 Mrd.$, 117 Mrd.$ Schulden, Baa1

United Technologies: MK 110 Mrd.$, 39,4 Mrd.$ Schulden, Baa1

General Electric: MK 90,5 Mrd.$, 47 Mrd.$ Schulden, Baa1

Zur Erläuterung: Der „Lower Medium Grade“ beginnt beginnt bei BBB+ und endet bei Baa3. Darunter beginnt der „Non-Investment-Grade“ bei BB+, der Markt für Hochzinsanleihen.

 

Was sind die Folgen?

Sich verschlechternde Margen bringen die Bonität der Unternehmen unter Druck. Das Problem: Viele Investoren, etwa Versicherungen und Pensionsfonds, dürfen gemäß ihren Anlagerichtlinien gar keine Hochzins-Anleihen halten. Sie müssen die Papiere verkaufen, wenn die Ratingagenturen ein Unternehmen auf Ramschniveau herabstufen. Steigt die Zahl der gefallenen Engel in einem Wirtschaftsabschwung deutlich an, droht ein massiver Ausverkauf an den Anleihe- und Aktienmärkten. Beim Sturz in den Hochzinsbereich könnten sich die betroffenen Firmen zu den veränderten Konditionen nicht mehr refinanzieren.

Also, vielleicht hat Jerome Powells zinspolitische Vollbremsung schon ganz reale Hintergründe und die Anleihemärkte könnten ihn durchschaut haben. Schließlich ist das eben skizzierte Minenfeld genau ihr Territorium.

 

 

By Johntex – Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=869900

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    barthez

    21. März 2019 15:46 at 15:46

    so isses,das trifft den nagel ….,ich würde es noch konkreter machen und zwar „amazon“ ist an der börse bepreist als das zukünftige globale kaufhaus. verdienen aber nur ein paar peanuts mit clouding.ich kenne amazon noch als bücherhandel ipo und wir haben damals noch morgens ein paar euros am neuen markt gemacht.mein gott ist das schon lange her.und heute xjahre später dreht sich bezos immer noch wie ein aal in alle richtungen, um ein paar dollar abzugreifen.ökoläden,lieferservice etc. etc. irgenndwann kommt einer ung zwingt die zb die bilanzen zu reduzieren und alles auf ein normales haftungs-risiko-ertrags szenario zu bringen und dann ? tja und dann wird der markt sein wahres gesicht zeigen.und auf dem weg dorthin ist das einzig garantierte ,die vola.die armen deutsche renten ,ich hoffe in berlin haben die tiefe taschen für mario,ich hab das gefühl ich hab das zähneklappern schon mal gehört.

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    Beobachter

    21. März 2019 17:08 at 17:08

    @ Wolfgang M. Vielen Dank, dass sie mich an ihren guten Analysen ein wenig teilhaben lassen.Wobei ich natürlich dieses Anleihenproblem, das so offensichtlich ist auch von andern Gurus übernommen habe.
    Es ist überhaupt ein generelles Problem, dass es im S&P 500 nach 9 Jahren Gratisgeldboom meines Wissens nur 2 Firmen mit Tripple A gibt.
    Mein schon mehrmals erwähntes Unverständnis war einfach , dass man dauernd über Zinssenkungen oder Erhöhungen von plus/ minus 0,25 % diskutierte während die FED diese existenziellen Anleihenzinsen gar nicht direkt beeinflussen kann. Wenn man den Chart der High-Yields Anleihen anschaut ,sieht man ,dass der an Weihnachten genau wie die US- Börse am Durchbruch einer wichtigen Marke war.Ich glaube sogar, das Powell erstmals dieses Problem erwähnte u.auch darum eine Kehrtwende machte. ( nicht nur wegen den Aktien) Denn ein Zerfall der Unternehmensbonds hätte einen Dominoeffekt auf die Börsenkurse ausgelöst.
    Jetzt bin ich nur erstaunt wie sich anscheinend dieses Problem in Luft aufgelöst hat u. diese Bonds wie auch die Börsen wieder stark steigen.
    Gruss

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    Benni

    21. März 2019 17:29 at 17:29

    Hält ihr es für möglich das das invest ment geade dann einfach angepasst wird. Denk da an die ezb und Griechenland z.b

    • Avatar

      Michael

      21. März 2019 19:09 at 19:09

      @Benni, wenn Sie schon Fragen stellen, wäre es möglich, diese in verständlichem Deutsch zu formulieren? Ansonsten ist es schwer, darauf zu antworten…

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Finanznews

ETFs – Monopolisierung der Aktienmärkte! Marktgeflüster (Video)

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Die rasanten Kursanstiege der großen US-Tech-Aktien ist auch eine Folge des passiven Investirerens durch ETFs (in den USA bereits 50% des Handelsvolumens, Tendenz steigend): wer etwa den MSCI World kauft, kauft damit 63% US-Aktien, vor allem die großen US-Tech-Werte wie Apple. Nicht zuletzt dadurch hat sich der Kurs von Apple seit Ende 2018 verdoppelt, ohne dass der Konzern Gewinn oder Umsatz gesteigert hätte. Je stärker wiederum die Kurse dieser US-Tech-Konzerne steigen, umso stärker wiederum ihre Gewichtung in den jeweiligen ETFs – ein Schneeball-Effekt, der noch dadurch verstärkt wird, dass dann Analysten ihre Kursziele für diese Aktien anheben (was wiederum neue Käufe nach sich zieht). So hat Apple alleine inzwischen die Marktkapitalisierung des gesamten australischen Aktienmarkts (der Schwergewichte wie BHP Billiton enthält). Kann das auf Dauer gut gehen?

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Aktien

Aktienmärkte: Fahnenstangen bei den Aktienkursen haben Substanz

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Immer weiter bergauf? Aktienmärkte steigen immer weiter an

Allzeithöchststände werden zum täglichen Ritual und Bewertungen spielen v. a. in den USA nur noch sekundär eine Rolle. Doch haben die Fahnenstangen der Aktienmärkte auch Substanz?

Die Attraktivität der Aktienmärkte hat sich stark gewandelt

Kaufte man klassischerweise an der Börse gehandelte Unternehmensanteile, um an einem erfolgreichen Geschäftsmodell zu partizipieren, regelmäßige Ausschüttungen zu erhalten oder die blühende Zukunft einer Aktiengesellschaft zu antizipieren, so haben sich die Gründe für den Erwerb von Dividendentiteln zuletzt stark gewandelt. Die klassischen Kaufmotive mögen heute auch noch eine Rolle spielen, werden aber in der Kursentwicklung durch andere Faktoren enorm verstärkt oder völlig verzerrt. Als Beispiel soll hier nur das starke Aufwärtsmomentum erwähnt sein, das ständig neues, nach schnellen Gewinnen trachtendes Kapital anzieht (die Hausse nährt die Hausse).

Doch es gibt darüber hinaus noch andere Impulse für die ungewöhnlich konstant steigenden Aktienmärkte, die man nicht per se als irrational oder nicht nachhaltig bezeichnen kann. Insofern ist die Fragestellung, ob die Fahnenstangen bei immer mehr Aktienkursen mit Substanz gestützt sind, durchaus berechtigt. Die Formulierung aus der Überschrift geht übrigens auf einen aufmerksamen Leser der FMW zurück und war die Inspiration für diesen Artikel. Vielen Dank dafür!

Der Zwang zur Nachahmung

In einem Artikel von Anfang Dezember hatte ich bereits auf den stattfindenden Impulswechsel für steigende Aktienmärkte hingewiesen. Dieser Wechsel vollzieht sich hin zur reinen zins- und liquiditätsgetriebenen Hausse, bei denen fundamentale Entwicklungen nur noch als Alibi-Investmentstory dienen, aber für die Bewertungen vieler Aktiengesellschaften sekundär sind. So ist es mittlerweile Usus, dass Unternehmen mit der hippsten Story und dem dynamischsten Momentum deutlich besser performen, als solide Unternehmen mit positivem Cashflow und moderaten Bewertungen.

Wobei die überteuerten Highflyer ganze Indizes nach oben ziehen und diese durch ihr zunehmendes Gewicht dominieren. Dies zwingt wiederum indexbasierte Anlageprodukte oder Benchmark orientierte Fonds dazu, ebenfalls diese Highflyer in ihren Portfolios überzugewichten. Andernfalls wird man als Fondsmanager schnell aussortiert, zumal der Siegeszug der passiven Indexfonds auch in dieser Branche zu einem Personalkahlschlag historischen Ausmaßes führt. Im Zuge der Trumpschen Steuerreform kam der Markt bekanntermaßen auch in den Genuss von Zusatznachfrage in Form von „Buybacks“ aus den Aktiengesellschaften selbst. Ein Effekt, der sich basiseffektbedingt sukzessive abschwächt. Nach ca. 1,3 Billionen US-Dollar im letzten Jahr soll es laut Schätzungen in diesem Jahr nur noch ca. 500 Mrd. US-Dollar Aktienrückkaufvolumina geben, also über 50 Prozent weniger.

Neuer Raketentreibstoff für die Börse

Dennoch verbirgt sich hinter den fahnenstangenartig ansteigenden Kursen eine gewisse Substanz. Diese Substanz speist sich ausschließlich aus der Geldpolitik der Notenbanken. Historisch niedrige Zinsen und eine Geldschwemme, die sich gemäß dem Cantillon-Effekt zu aller erst über die Banken und die Finanzmärkte ergießt, treibt die Vermögenspreise nach oben. Die Gründe für diese äußerst akkommodierende Geldpolitik sind so nachhaltig, dass sie eine echte Substanz darstellen. Welchen Zwängen die Zentral- und Notenbanken unterliegen und wie sich der Cantillon-Effekt nachhaltig auf die Vermögenspreise auswirkt, erläutere ich in diesem Video. Dort erfahren Sie auch, wie sich mit relativ wenig Aufwand und zu geringen Kosten ein auf diese außergewöhnliche Situation ausgerichtetes Wertpapierportfolio strukturieren lässt.

Der Zwang in die Aktienmärkte zu investieren

Die Abkürzung „TINA“ (There Is No Alternative) ist in Bezug auf die Aktienmärkte natürlich übertrieben, da es auch andere Vermögenswerte gibt, die von dem Raketentreibstoff der Notenbanken beflügelt werden. Gleichwohl gibt es aus Sicht professioneller Investoren und Geldverwalter einen enormen Rendite- und Anlagedruck. Aktien sind am leichtesten für Vermögensverwalter zugänglich, sie sind zudem hochfungibel und bieten im Idealfall zusätzlich laufende Erträge. Die Renditen vieler Aktien, zum Beispiel in Deutschland, erfüllen zudem nach wie vor die Anforderungen der Kapitaleigner. Durch die Ballung des Vermögens in relativ wenigen Händen generieren die Kapitaleigner permanent laufende Erträge aus Vermietung, Verpachtung, Dividenden, Sonderausschüttungen, Zinsen und Tilgungen. Dieses Geld muss neu angelegt werden und konkurriert mit der Zusatzliquidität aus den Notenbanken. Die Anforderungen für die Geldverwalter sind dabei hoch. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man unter 5 Prozent Bruttorendite p. a. bezogen auf die Gesamtkapitalverzinsung keine Chance am Markt hat – trotz Nullzinsumfeld.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Aktien

Dow Richtung 30.000, Banken-Vergleich, Handelsdeal, Tesla und Wirecard

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Dow visiert 30.000 Punkte an, US-Banken verdienen gut - New York im Fokus

Die Indizes laufen super. Der Dow Jones läuft dieser Tage mit voller Kraft Richtung 30.000 Punkte. Über die aktuelle Lage am Markt sprechen im folgenden Video Sissi Hajtmanek und Manuel Koch in Frankfurt. Sie blicken zurück auf die aktuelle Handelswoche, wo vor allem die hochprofitablen US-Banken im Mittelpunkt standen. Die größten Banken in den USA (JP Morgan, Citi etc) meldeten ihre Zahlen. Vor allem der Branchenprimus JP Morgan konnte die Erwartungen deutlich übertreffen. Die Banken in den USA machen gigantische Gewinne. Sissi Hajtmanek und Manuel setzen die US-Banken in Relation zu der Ertragslage bei deutschen Banken.

Und da wird es interessant. Während die US-Banken (so unsere Anmerkung) ein großes Kapitalmarktgeschäft haben und somit unabhängiger von Zinsmargen sind, so haben sie zusätzlich noch ein existierendes Zinsumfeld dank der Fed, die die Zinsen in den USA in den Jahren nach der Finanzkrise wieder angehoben hatte, anders als die EZB. Die Banken vor allem in Deutschland hängen traditionell fast komplett von ihren Zinserträgen ab. Die EZB hat diese Ertragsquelle aber quasi vernichtet. Und so dümpeln die deutschen Banken vor sich hin, mit lächerlich niedrigen Erträgen in Relation zu den Konkurrenten in den USA.

Auch war diese Woche der Handelsdeal zwischen China und den USA ein wichtiges Thema. Sissi Hajtmanek erwähnt die Aufforderung von Donald Trump, dass die amerikanischen Landwirte schon mal mehr Traktoren kaufen sollten, weil die Chinesen so viele zusätzliche landwirtschaftliche Produkte aus den USA kaufen würden. Eine mehr als zweifelhafte Aufforderung, da der unterschriebene Phase 1-Deal ja nur ein erster Schritt zur Einigung im Handelskrieg ist. Und jederzeit kann dieses fragile Gebilde wieder zusammenbrechen.

Besprochen werden im folgenden Video auch zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Tesla (derzeit über 500 Dollar) solle man zwar kaufen, aber erst mit einem Limit von 377 Dollar. Sie müsste also erstmal kräftig fallen, bevor sie entsprechend dieser Empfehlung wieder ein Kauf wäre. Auch die Aktie von Wirecard könne man kaufen, aber über dem aktuellen Kurs, nämlich mit einer Stop-Buy-Order bei 132 Euro. Und abschließend nochmal die Frage unsererseits: Läuft der Dow wirklich weiter mit voller Kraft auf die 30.000 Punkte-Marke zu? Noch fehlen dazu 635 Punkte. Aber das ist heutzutage ja kein großer Abstand mehr.

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