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Aktuell: Bitcoin-Kurs verliert kräftig, nachdem zweitgrößte chinesische Bitcoin-Börse Handelsstopp ankündigt

Der Bitcoin-Kurs verliert heute 10,6% auf 3.470 US-Dollar. In China soll der Absturz in Yuan noch stärker sein. Einen Durchschnittskurs oder zentralen Börsenkurs kann man ja bei Bitcoins…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach dem chinesischen Verbot der „Initial Coin Offerings“ (ICO) und den Berichten über das generelle Börsenverbot von Bitcoin-Handel in China haben Beobachter der Szene gestern und heute gedacht: Hey, die großen Bitcoin-Börsen in China (OkCoin, Huobi und BTC China) sind nicht geschlossen, der Handel läuft, also ist alles gut. Aber eine dieser drei „Börsenplätze“ nämlich BTC China verkündet heute, dass man nicht per sofort, aber zum 30. September den Handel einstellt (siehe Tweets).

Ab sofort akzeptiert BTC China auch keine neuen Registrierungen mehr. Die Entscheidung des Handelsstopps habe man gefällt nach vorsichtiger Berücksichtigung der Aussagen chinesischer Behörden, die Risiken vorbeugen wollten im Zusammenhang mit der Mittelbeschaffung durch Bitcoin-Token. Der ebenfalls chinesische Anbieter „Bitkan“ hatte gestern verkündet ab heute den außerbörslichen Handel (Over the Counter) mit Bitcoins und Bitcoin Cash einzustellen.

Der Bitcoin-Kurs verliert heute 10,6% auf 3.470 US-Dollar. In China soll der Absturz in Yuan noch stärker sein. Einen Durchschnittskurs oder zentralen Börsenkurs kann man ja bei Bitcoins nicht nennen, was im Wesen des Produkts liegt!

Wir meinen aber: Es ist durchaus möglich, dass dieser kleine Schock nur von kurzer Dauer ist. Denn beispielsweise sagte Leonhard Weese, Chef der „Bitcoin Association of Hong Kong“ erst vor Kurzem, dass bei einer zunehmenden Regulierung in Festland-China das Bitcoin-Business nach Hong Kong umziehen könnte. Gut, Hong Kong gehört zwar offiziell zu China, ist aber eine Sonderwirtschaftszone mit eigener Regierung (auch wenn sie gegängelt wird durch Peking).

Aber selbst wenn Hong Kong unter Peking´s Druck ebenfalls Bitcoins härter regulieren sollte: Es ist eine virtuelle Internet-Währung, deren Betreiber von der Mongolei aus, von Simbabwe oder auch von Bolivien aus arbeiten können. Außerdem hat der Anteil des chinesischen Handelsvolumens an Bitcoins nach Marktgerüchten eh deutlich abgenommen, weil sich Ausländer immer stärker dafür interessieren.

Angeblich hat China letztes Jahr noch einen Anteil am Handel mit Kryptowährungen von 90% gehabt, der jetzt unter 50% gefallen sein soll. Aber wer weiß das schon so richtig. Wenn Handelsplätze auf ausländischen Servern liegen, und Chinesen dort online handeln, ist das dann noch chinesischer Marktanteil? Wir berichteten jüngst erst darüber. Die Notenbanken der großen Industrienationen (wozu wir auch langsam mal China zählen sollten) haben ein ernsthaftes Interesse daran, dass Kryptowährungen ihnen nicht den Rang ablaufen.

Denn je bedeutender virtuelle Onlinewährungen aus dem Netz für immer mehr Menschen werden, desto weniger kann eine Notenbank oder eine Regierung Konsumverhalten etc durch Zinsen beeinflussen. Aber es gibt ja immer noch genauso Menschen, die Bitcoins und Co einfach nur für eine gigantische Spinnerei und einen großen Betrug halten!

29 Kommentare

29 Comments

  1. Avatar

    Rolesch

    14. September 2017 16:50 at 16:50

    ….das klang nun fast schon nach einer Kaufempfehlung (…wenn die Kanonen donnern!)?

    • Avatar

      Feldmaen

      14. September 2017 17:28 at 17:28

      ETH, starke Unterstützung bei 240$…

  2. Avatar

    Walter Schmid

    14. September 2017 17:25 at 17:25

    Ich gehöre zu den Menschen, die Bitcoins und Co einfach nur für eine gigantische Spinnerei und einen großen Betrug halten!

    • Avatar

      Feldmaen

      14. September 2017 19:48 at 19:48

      Wer betrügt denn hier wen?

      • Avatar

        Walter Schmid

        15. September 2017 13:33 at 13:33

        Wenn es stimmt, dass sich die Initiatoren von Kryptowährungen eine große Menge an Coins zum Startkurs selbst auf Halde legen, um sie später für ein Vielfaches zu verkaufen, dann ist das sehr wohl Betrug!

        • Avatar

          Feldmaen

          15. September 2017 14:40 at 14:40

          Wer waren denn diese Initiatoren ihrer Meinung nach?

          • Avatar

            Walter Schmid

            16. September 2017 18:49 at 18:49

            Woher sollte ich das wissen, wenn nicht einmal die Existenz des „Urvaters“ Satoshi Nakamoto geklärt ist?

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      joah

      14. September 2017 23:43 at 23:43

      Sie werden es kaum glauben: wenn man es auf die Grundprinzipien herunterbricht, dann entsprechen die Wertpapierbörsen exakt dem gleichen Schema.

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        Walter Schmid

        15. September 2017 13:37 at 13:37

        Da haben Sie gar nicht mal so unrecht. Allerdings gibt es schon einen beachtlichen Unterschied zwischen Aktien und Kryptowährungen. Bei Aktien stehen trotz aller Verzerrungen an den Börsen reale Werte dahinter, wie stark diese auch immer über- oder unterbewertet sein mögen.

        • Avatar

          Gerd

          15. September 2017 14:29 at 14:29

          Ein beachtlicher Unterschied. Genau.
          Und das gilt auch im Vergleich Kryptos zu den (FIAT)Währungen. Selbst wenn durch die leidige Gelddruckerei der Notenbanken bei Letzteren keine 100%-Deckung mehr vorhanden. Es gilt vom Prinzip her immer noch der Grundsatz, dass die vorhandene Geldmenge in etwa dem Wert der Wirtschaftsgüter und dem sonstigen Bimborium entspricht. Und 97% (sage ich mal so) dürfte die Deckung noch immer ausmachen.
          Aber den Krypo-Dingenskirchen steht ja nun mal rein gar nichts gegenüber. Sie sind für mich ein NICHTS – zumindest so wie sie jetzt existieren. Und das ändert sich auch nicht dadurch, dass man diese Nichtsnutze ganz vornehm mit der Definition „Währung“ umschreibt. Krypto-Währung? Von wegen. Krypto-Nichts.

          Was nicht heißt, dass bald schon niemand mehr so ein Dingenskirchen kaufen wird und der Wert auf Null ginge. Auch Tulpenzwiebeln werden heutzutage noch immer gehandelt – wobei man da allerdings sogar noch was Reales in die Hand bekommt

  3. Avatar

    Steve

    14. September 2017 19:10 at 19:10

    Naja .Laaach…mit Zinsen wird grade gar nichts geregelt .

    Höchstens mit zinsdrohungen :p

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    Beobachter

    14. September 2017 19:10 at 19:10

    @ Walter Schmid,total einverstanden,ich habe kürzlich geschrieben, Bitcoin sei ein SCHNEEBALLSYSTEM hoch 10. Mich erstaunt dass in der heutigen informierten Welt so viele Leute an diese wunderbare Geldvermehrung glauben ,vielleicht sind die Notenbanken ein schlechtes Vorbild, die sind ja anscheinend immer noch überzeugt dass Gelddrucken ohne Hinterlegung eines Gegenwertes funktioniert.

    • Avatar

      Walter Schmid

      15. September 2017 13:50 at 13:50

      Kryptowährungen sind zwar im eigentlichen Sinne kein Schneeballsystem, aber in der Tat vielleicht 10 mal schlimmer. Und ja, es ist wirklich erstaunlich, aber schon zu allen Zeiten fielen die Leute auf Schneeballsysteme und alles, was man noch diesem Bereich zuordnen könnte, herein. Manche sogar mehrmals.
      Und Ihren Vergleich mit dem Gelddrucken der Notenbanken finde ich sogar sehr treffend.

      • Avatar

        Feldmaen

        15. September 2017 14:24 at 14:24

        Wissen Sie denn wie Bitcoin funktioniert? Das Minen eines einzigen Bitcoins kostet ca. 1000$, das Drucken einer Dollarnote gerade mal das Papier auf dem es steht. Geschäftsbanken können Giralgeld aus dem nichts schaffen, per Mausklick! Aber Bitcoin ist Betrug? Sie haben es nicht verstanden…

        • Avatar

          Gerd

          15. September 2017 14:36 at 14:36

          Übrigens wissen Sie, was da MINEN an Energie kostet?
          So viel wie eine Großstadt verbraucht, las ich gestern.
          Aber das Klima machen nur unsere Autos kaputt?!?

          • Avatar

            Feldmaen

            15. September 2017 14:47 at 14:47

            Da haben sie ja nicht unrecht! Ich kann nur dieses Schubladen denken nicht ausstehen!
            Bitcoin ist eine Bewegung, dahinter stehen nicht ein paar Abzocker….

          • Avatar

            Wolfgang M.

            15. September 2017 16:12 at 16:12

            Ja Gerd, ich hatte schon am 4.September über den Energieverbrauch beim Gebrauch der Kryptowährungen geschrieben. 12 Terrawattstunden, soviel wie ganze Staaten verbrauchen < Nr.80 auf der Welt. Es werden immer mehr Rechenoperationen. Mining verbraucht soviel Energie, dass es sich in vielen Ländern gar nicht mehr rentiert. Einfache Transaktionen benötigen das 1000- fache einer Visa-Überweisung. Wenn es da keine technische Verbesserung gibt? Ich frage mich, wieso in Zeiten der Diskussion über die Klimaerwärmung dies überhaupt nicht erwähnt wird.

        • Avatar

          Walter Schmid

          16. September 2017 19:21 at 19:21

          @ Feldmaen
          Nein, ich weiß nicht, wie Bitcoin funktioniert. Ich habe aber auch den Eindruck, ich muss es gar nicht wissen, um mir ein Urteil zu bilden. Als ich mich dahingehend vor einiger Zeit über Wikipedia informieren wollte, brach ich die Lektüre nach 15 Minuten ab. Ich wollte meine Zeit einfach nicht weiter opfern für ein aus meiner Sicht praxisfernes Hirngespinst, dem unüberschaubare Risiken und Unwägbarkeiten anhaften. Ich kann mich hier den Betrachtungen von Markus Fugmann in Gänze anschließen.

          • Avatar

            Feldmaen

            17. September 2017 21:49 at 21:49

            Ich muss nicht wissen wie etwas funktioniert um mir eine Meinung bilden zu können? Ist das wirklich ihr Ernst? Und Wikipedia ist ja nun wirklich keine Wissenssammlung mit deren Hilfe man sich eine unabhängige Meinung bilden kann, da wird zensiert und manipuliert bist die Balken sich biegen. Vielleicht lesen sie sich Mal das Whitepaper von Satoshi Nakamoto durch, dann wissen sie auch welche Absicht hinter Bitcoin von Anfang an stand. Hier geht es um eine Alternative zum zentralisierten und von den Banken kontrollierten Geldsystem. Alle jammern wie ungerecht und fehlerhaft dieses doch ist, aber mögliche Alternativen werden dann als Schneeballsystem oder Betrug abgestempelt ohne dass sich vorher mit der Materie auseinander gesetzt wurde. Bitcoin Whitepaper kann man googeln, ist 9 Seiten lang und auf jeden Fall lesenswert. Auch für Herrn Fugmann und FMW meiner Meinung nach Pflichtlektüre wenn auf dieser Seite weiterhin seriös über Bitcoin berichtet werden soll. Vielleicht endet Bitcoin in einer Blase, aber die Idee dahinter bleibt für mich revolutionär, auch wenn viele Fragen noch geklärt werden müssen.

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            PK

            18. September 2017 07:22 at 07:22

            @Feldmaen:
            Ich glaube es ist schon richtig, daß man die Blockchaintechnologie und die dahinter stehende Mathematik nicht im Detail verstanden haben muss um das Gesamtbild zu erkennen. Und da ist es eben so, daß es unendlich viele Kryptos geben kann und die aktuelle Entwicklung zeigt ja, daß die Zahl er Icos explodiert.
            Klar ist es cool, wenn man an einer Hipsterbar seinen Espresse mit Bitcoin bezahlt, aber für B2B wird es keine Rolle spielen, solange der Kurs nicht gegen solche massiven Schwankungen gesichert ist. Hier wirkt ein großes Volumen wie das einer Leitwährung eben als Puffer.
            All das wird aber letztendlich nicht die Hauptrolle spielen sondern einfach die Tatsache, daß die Coins schlichtweg als Zahlungsmittel nie im großen Masstab erlaubt wird (es sei denn, die Zentralbanken selber setzen auf die Blockchain Technologie, das wird dann aber sicher nicht Bitcoin sein). Das widerspricht komplett dem Anspruch der Zentralbanken auf Kontrolle der Zahlungsströme und der angestrebten Besteuerung.
            Ich glaube eher, die Begeisterung über Blockchain und die Beschäftigung mit deren Details vernebelt da sogar den Blick, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

          • Avatar

            Feldmaen

            18. September 2017 07:53 at 07:53

            Ihre Sichtweise ist ja auch völlig in Ordnung. Ich sehe gerade auch viele Gefahren und einen Hype in der Kryptoszene. Nur sollte man vorsichtig sein die Kryptowährungen allgemein in eine Schublade der Hirngespinste und des Betruges zu schieben, so wie es hier in einigen Kommentaren der Fall war. Alles weitere werden wir in Zukunft erfahren. Und lesen sie bitte das Whitepaper…

        • Avatar

          Walter Schmid

          16. September 2017 19:34 at 19:34

          @ Feldmaen
          Wenn das Minen eines einzigen Bitcoins wirklich 1.000 USD kostet, so ist die fehlende Effizienz schon allein damit unter Beweis gestellt. Da sind die Notenbanken deutlich effektiver in der Produktion eines an sich wertlosen Zahlungsmittels.

  5. Avatar

    Feldmaen

    14. September 2017 20:13 at 20:13

    Also wer denkt das Kryptowährungen eine riesen Blase sind, wir die Höchstkurse aber noch nicht gesehen haben, dem sollte jetzt eine leuchtend grüner „Kaufen“ Button im Hinterstübchen erscheinen!

  6. Avatar

    Bademeister

    14. September 2017 21:41 at 21:41

    PLUS 500….von FMW empfohlen…und die Website ist gerade nicht erreichbar…sehr vertrauenserweckend! Kaufe nichts, das sich (im Falle des „Falles“) nicht shorten lässt!!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. September 2017 21:56 at 21:56

      @Bademeister, also bei mir geht es!

      • Avatar

        Bademeister

        14. September 2017 22:16 at 22:16

        Sorry Herr Fugmann, der Button rechts oben funktioniert tatsächlich, der Button weiter unten im Text aber nicht. Mein Fehler!!
        Der Borgmann hat aber trotzdem nichts auf einer so guten und seriösen Seite wie FMW als „Redakteur“ zu suchen, stimmt ja auch so sicher nicht. Der schreibt höchstens alle paar Monate ein Gastkommentar…und muss Glück haben wenn er nicht danebenliegt. Da hilft auch das neue Outfit mit Anzug nix…der Mann ist nicht seriös genug für FMW….aber das entscheiden ja andere…das mit seinen Wikis, die ja DAS Aushängeschild/Visitenkarte eines jeden Analysten sein sollten, ist jedenfalls so!

  7. Avatar

    Bademeister

    14. September 2017 22:03 at 22:03

    Finde, dass Herr Fugmann und sein FMW-Team täglich hervorragende Arbeit leisten. Mir fiel aber heute, neben dem PLUS 500 – Flop noch folgendes auf: Wenn man auf der FMW-Seite die Rubrik „Über uns/Die Redakteure“ anklickt, erscheint weiter unten ein gewisser Michael Borgmann. Da muss es sich um einen Irrtum handeln, denn abgesehen von manchem charttechnischen Glückstreffer ist der Mann sowas von einer Flasche. Bevor ihr auch nur einen Cent in seine Tipps verschwendet…checkt mal seine Wikifolios unter dem Pseudonym „Superporcus“…das kann die Oma mit der Bild-Zeitung besser.
    @Herr Fugmann Zwischendurch a bissl ausmisten könnt nicht schaden…auf einer FMW-Seite, die täglich besser wird!

    • Avatar

      joah

      14. September 2017 23:51 at 23:51

      Vielleicht ist auch nur die Erwartungshaltung zu hoch angehangen: ein technischer Analyst handelt nicht nach Fundamentaldaten, sondern kratzt immer nur im Bodensatz des Kaffeebechers herum und malt (bunte) Bildchen.

      • Avatar

        joah

        14. September 2017 23:59 at 23:59

        …und wenn er sich dann mal „hochgekratzt“ hat, kommt eventuell soetwas dabei heraus. :-D

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Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Aktienmärkte und Wirtschaft 2020: Ein Jahr der Extreme

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte Lotto spielen

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am

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte mal Lotto spielen, bei diesem Glück. Denn das Coronajahr wird in die Geschichte eingehen mit all seinen Anomalien, die es gewiss noch nicht allzu häufig in dieser Form gegeben hat. Wirtschaft, Finanzen und Aktienmärkte lieferten (und liefern?) Ausschläge ungeahnten Ausmaßes.

Aktienmärkte: Die saisonalen Muster – Fehlanzeige

Viele Börsianer versuchen aus den statistisch gehäuften, jahreszeitlich bedingten Mustern, Profit zu erzielen. Aber 2020?

Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

Die Entwicklungen der Aktienmärkte

Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

Der Dax brauchte nur gut zwei Monate, um bis Anfang Juni um 57 Prozent auf 12913 Punkte zu steigen und nur ein halbes Jahr um mit 13460 Punkten fast sein Allzeithoch von Ende Februar zu erreichen (13788 Punkte).

Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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