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Aktuell: Bitcoin-Kurs verliert kräftig, nachdem zweitgrößte chinesische Bitcoin-Börse Handelsstopp ankündigt

Der Bitcoin-Kurs verliert heute 10,6% auf 3.470 US-Dollar. In China soll der Absturz in Yuan noch stärker sein. Einen Durchschnittskurs oder zentralen Börsenkurs kann man ja bei Bitcoins…

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FMW-Redaktion

Nach dem chinesischen Verbot der “Initial Coin Offerings” (ICO) und den Berichten über das generelle Börsenverbot von Bitcoin-Handel in China haben Beobachter der Szene gestern und heute gedacht: Hey, die großen Bitcoin-Börsen in China (OkCoin, Huobi und BTC China) sind nicht geschlossen, der Handel läuft, also ist alles gut. Aber eine dieser drei “Börsenplätze” nämlich BTC China verkündet heute, dass man nicht per sofort, aber zum 30. September den Handel einstellt (siehe Tweets).

Ab sofort akzeptiert BTC China auch keine neuen Registrierungen mehr. Die Entscheidung des Handelsstopps habe man gefällt nach vorsichtiger Berücksichtigung der Aussagen chinesischer Behörden, die Risiken vorbeugen wollten im Zusammenhang mit der Mittelbeschaffung durch Bitcoin-Token. Der ebenfalls chinesische Anbieter “Bitkan” hatte gestern verkündet ab heute den außerbörslichen Handel (Over the Counter) mit Bitcoins und Bitcoin Cash einzustellen.

Der Bitcoin-Kurs verliert heute 10,6% auf 3.470 US-Dollar. In China soll der Absturz in Yuan noch stärker sein. Einen Durchschnittskurs oder zentralen Börsenkurs kann man ja bei Bitcoins nicht nennen, was im Wesen des Produkts liegt!

Wir meinen aber: Es ist durchaus möglich, dass dieser kleine Schock nur von kurzer Dauer ist. Denn beispielsweise sagte Leonhard Weese, Chef der “Bitcoin Association of Hong Kong” erst vor Kurzem, dass bei einer zunehmenden Regulierung in Festland-China das Bitcoin-Business nach Hong Kong umziehen könnte. Gut, Hong Kong gehört zwar offiziell zu China, ist aber eine Sonderwirtschaftszone mit eigener Regierung (auch wenn sie gegängelt wird durch Peking).

Aber selbst wenn Hong Kong unter Peking´s Druck ebenfalls Bitcoins härter regulieren sollte: Es ist eine virtuelle Internet-Währung, deren Betreiber von der Mongolei aus, von Simbabwe oder auch von Bolivien aus arbeiten können. Außerdem hat der Anteil des chinesischen Handelsvolumens an Bitcoins nach Marktgerüchten eh deutlich abgenommen, weil sich Ausländer immer stärker dafür interessieren.

Angeblich hat China letztes Jahr noch einen Anteil am Handel mit Kryptowährungen von 90% gehabt, der jetzt unter 50% gefallen sein soll. Aber wer weiß das schon so richtig. Wenn Handelsplätze auf ausländischen Servern liegen, und Chinesen dort online handeln, ist das dann noch chinesischer Marktanteil? Wir berichteten jüngst erst darüber. Die Notenbanken der großen Industrienationen (wozu wir auch langsam mal China zählen sollten) haben ein ernsthaftes Interesse daran, dass Kryptowährungen ihnen nicht den Rang ablaufen.

Denn je bedeutender virtuelle Onlinewährungen aus dem Netz für immer mehr Menschen werden, desto weniger kann eine Notenbank oder eine Regierung Konsumverhalten etc durch Zinsen beeinflussen. Aber es gibt ja immer noch genauso Menschen, die Bitcoins und Co einfach nur für eine gigantische Spinnerei und einen großen Betrug halten!

29 Kommentare

29 Comments

  1. Avatar

    Rolesch

    14. September 2017 16:50 at 16:50

    ….das klang nun fast schon nach einer Kaufempfehlung (…wenn die Kanonen donnern!)?

    • Avatar

      Feldmaen

      14. September 2017 17:28 at 17:28

      ETH, starke Unterstützung bei 240$…

  2. Avatar

    Walter Schmid

    14. September 2017 17:25 at 17:25

    Ich gehöre zu den Menschen, die Bitcoins und Co einfach nur für eine gigantische Spinnerei und einen großen Betrug halten!

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      Feldmaen

      14. September 2017 19:48 at 19:48

      Wer betrügt denn hier wen?

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        Walter Schmid

        15. September 2017 13:33 at 13:33

        Wenn es stimmt, dass sich die Initiatoren von Kryptowährungen eine große Menge an Coins zum Startkurs selbst auf Halde legen, um sie später für ein Vielfaches zu verkaufen, dann ist das sehr wohl Betrug!

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          Feldmaen

          15. September 2017 14:40 at 14:40

          Wer waren denn diese Initiatoren ihrer Meinung nach?

          • Avatar

            Walter Schmid

            16. September 2017 18:49 at 18:49

            Woher sollte ich das wissen, wenn nicht einmal die Existenz des “Urvaters” Satoshi Nakamoto geklärt ist?

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      joah

      14. September 2017 23:43 at 23:43

      Sie werden es kaum glauben: wenn man es auf die Grundprinzipien herunterbricht, dann entsprechen die Wertpapierbörsen exakt dem gleichen Schema.

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        Walter Schmid

        15. September 2017 13:37 at 13:37

        Da haben Sie gar nicht mal so unrecht. Allerdings gibt es schon einen beachtlichen Unterschied zwischen Aktien und Kryptowährungen. Bei Aktien stehen trotz aller Verzerrungen an den Börsen reale Werte dahinter, wie stark diese auch immer über- oder unterbewertet sein mögen.

        • Avatar

          Gerd

          15. September 2017 14:29 at 14:29

          Ein beachtlicher Unterschied. Genau.
          Und das gilt auch im Vergleich Kryptos zu den (FIAT)Währungen. Selbst wenn durch die leidige Gelddruckerei der Notenbanken bei Letzteren keine 100%-Deckung mehr vorhanden. Es gilt vom Prinzip her immer noch der Grundsatz, dass die vorhandene Geldmenge in etwa dem Wert der Wirtschaftsgüter und dem sonstigen Bimborium entspricht. Und 97% (sage ich mal so) dürfte die Deckung noch immer ausmachen.
          Aber den Krypo-Dingenskirchen steht ja nun mal rein gar nichts gegenüber. Sie sind für mich ein NICHTS – zumindest so wie sie jetzt existieren. Und das ändert sich auch nicht dadurch, dass man diese Nichtsnutze ganz vornehm mit der Definition “Währung” umschreibt. Krypto-Währung? Von wegen. Krypto-Nichts.

          Was nicht heißt, dass bald schon niemand mehr so ein Dingenskirchen kaufen wird und der Wert auf Null ginge. Auch Tulpenzwiebeln werden heutzutage noch immer gehandelt – wobei man da allerdings sogar noch was Reales in die Hand bekommt

  3. Avatar

    Steve

    14. September 2017 19:10 at 19:10

    Naja .Laaach…mit Zinsen wird grade gar nichts geregelt .

    Höchstens mit zinsdrohungen :p

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    Beobachter

    14. September 2017 19:10 at 19:10

    @ Walter Schmid,total einverstanden,ich habe kürzlich geschrieben, Bitcoin sei ein SCHNEEBALLSYSTEM hoch 10. Mich erstaunt dass in der heutigen informierten Welt so viele Leute an diese wunderbare Geldvermehrung glauben ,vielleicht sind die Notenbanken ein schlechtes Vorbild, die sind ja anscheinend immer noch überzeugt dass Gelddrucken ohne Hinterlegung eines Gegenwertes funktioniert.

    • Avatar

      Walter Schmid

      15. September 2017 13:50 at 13:50

      Kryptowährungen sind zwar im eigentlichen Sinne kein Schneeballsystem, aber in der Tat vielleicht 10 mal schlimmer. Und ja, es ist wirklich erstaunlich, aber schon zu allen Zeiten fielen die Leute auf Schneeballsysteme und alles, was man noch diesem Bereich zuordnen könnte, herein. Manche sogar mehrmals.
      Und Ihren Vergleich mit dem Gelddrucken der Notenbanken finde ich sogar sehr treffend.

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        Feldmaen

        15. September 2017 14:24 at 14:24

        Wissen Sie denn wie Bitcoin funktioniert? Das Minen eines einzigen Bitcoins kostet ca. 1000$, das Drucken einer Dollarnote gerade mal das Papier auf dem es steht. Geschäftsbanken können Giralgeld aus dem nichts schaffen, per Mausklick! Aber Bitcoin ist Betrug? Sie haben es nicht verstanden…

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          Gerd

          15. September 2017 14:36 at 14:36

          Übrigens wissen Sie, was da MINEN an Energie kostet?
          So viel wie eine Großstadt verbraucht, las ich gestern.
          Aber das Klima machen nur unsere Autos kaputt?!?

          • Avatar

            Feldmaen

            15. September 2017 14:47 at 14:47

            Da haben sie ja nicht unrecht! Ich kann nur dieses Schubladen denken nicht ausstehen!
            Bitcoin ist eine Bewegung, dahinter stehen nicht ein paar Abzocker….

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            Wolfgang M.

            15. September 2017 16:12 at 16:12

            Ja Gerd, ich hatte schon am 4.September über den Energieverbrauch beim Gebrauch der Kryptowährungen geschrieben. 12 Terrawattstunden, soviel wie ganze Staaten verbrauchen < Nr.80 auf der Welt. Es werden immer mehr Rechenoperationen. Mining verbraucht soviel Energie, dass es sich in vielen Ländern gar nicht mehr rentiert. Einfache Transaktionen benötigen das 1000- fache einer Visa-Überweisung. Wenn es da keine technische Verbesserung gibt? Ich frage mich, wieso in Zeiten der Diskussion über die Klimaerwärmung dies überhaupt nicht erwähnt wird.

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          Walter Schmid

          16. September 2017 19:21 at 19:21

          @ Feldmaen
          Nein, ich weiß nicht, wie Bitcoin funktioniert. Ich habe aber auch den Eindruck, ich muss es gar nicht wissen, um mir ein Urteil zu bilden. Als ich mich dahingehend vor einiger Zeit über Wikipedia informieren wollte, brach ich die Lektüre nach 15 Minuten ab. Ich wollte meine Zeit einfach nicht weiter opfern für ein aus meiner Sicht praxisfernes Hirngespinst, dem unüberschaubare Risiken und Unwägbarkeiten anhaften. Ich kann mich hier den Betrachtungen von Markus Fugmann in Gänze anschließen.

          • Avatar

            Feldmaen

            17. September 2017 21:49 at 21:49

            Ich muss nicht wissen wie etwas funktioniert um mir eine Meinung bilden zu können? Ist das wirklich ihr Ernst? Und Wikipedia ist ja nun wirklich keine Wissenssammlung mit deren Hilfe man sich eine unabhängige Meinung bilden kann, da wird zensiert und manipuliert bist die Balken sich biegen. Vielleicht lesen sie sich Mal das Whitepaper von Satoshi Nakamoto durch, dann wissen sie auch welche Absicht hinter Bitcoin von Anfang an stand. Hier geht es um eine Alternative zum zentralisierten und von den Banken kontrollierten Geldsystem. Alle jammern wie ungerecht und fehlerhaft dieses doch ist, aber mögliche Alternativen werden dann als Schneeballsystem oder Betrug abgestempelt ohne dass sich vorher mit der Materie auseinander gesetzt wurde. Bitcoin Whitepaper kann man googeln, ist 9 Seiten lang und auf jeden Fall lesenswert. Auch für Herrn Fugmann und FMW meiner Meinung nach Pflichtlektüre wenn auf dieser Seite weiterhin seriös über Bitcoin berichtet werden soll. Vielleicht endet Bitcoin in einer Blase, aber die Idee dahinter bleibt für mich revolutionär, auch wenn viele Fragen noch geklärt werden müssen.

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            PK

            18. September 2017 07:22 at 07:22

            @Feldmaen:
            Ich glaube es ist schon richtig, daß man die Blockchaintechnologie und die dahinter stehende Mathematik nicht im Detail verstanden haben muss um das Gesamtbild zu erkennen. Und da ist es eben so, daß es unendlich viele Kryptos geben kann und die aktuelle Entwicklung zeigt ja, daß die Zahl er Icos explodiert.
            Klar ist es cool, wenn man an einer Hipsterbar seinen Espresse mit Bitcoin bezahlt, aber für B2B wird es keine Rolle spielen, solange der Kurs nicht gegen solche massiven Schwankungen gesichert ist. Hier wirkt ein großes Volumen wie das einer Leitwährung eben als Puffer.
            All das wird aber letztendlich nicht die Hauptrolle spielen sondern einfach die Tatsache, daß die Coins schlichtweg als Zahlungsmittel nie im großen Masstab erlaubt wird (es sei denn, die Zentralbanken selber setzen auf die Blockchain Technologie, das wird dann aber sicher nicht Bitcoin sein). Das widerspricht komplett dem Anspruch der Zentralbanken auf Kontrolle der Zahlungsströme und der angestrebten Besteuerung.
            Ich glaube eher, die Begeisterung über Blockchain und die Beschäftigung mit deren Details vernebelt da sogar den Blick, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

          • Avatar

            Feldmaen

            18. September 2017 07:53 at 07:53

            Ihre Sichtweise ist ja auch völlig in Ordnung. Ich sehe gerade auch viele Gefahren und einen Hype in der Kryptoszene. Nur sollte man vorsichtig sein die Kryptowährungen allgemein in eine Schublade der Hirngespinste und des Betruges zu schieben, so wie es hier in einigen Kommentaren der Fall war. Alles weitere werden wir in Zukunft erfahren. Und lesen sie bitte das Whitepaper…

        • Avatar

          Walter Schmid

          16. September 2017 19:34 at 19:34

          @ Feldmaen
          Wenn das Minen eines einzigen Bitcoins wirklich 1.000 USD kostet, so ist die fehlende Effizienz schon allein damit unter Beweis gestellt. Da sind die Notenbanken deutlich effektiver in der Produktion eines an sich wertlosen Zahlungsmittels.

  5. Avatar

    Feldmaen

    14. September 2017 20:13 at 20:13

    Also wer denkt das Kryptowährungen eine riesen Blase sind, wir die Höchstkurse aber noch nicht gesehen haben, dem sollte jetzt eine leuchtend grüner “Kaufen” Button im Hinterstübchen erscheinen!

  6. Avatar

    Bademeister

    14. September 2017 21:41 at 21:41

    PLUS 500….von FMW empfohlen…und die Website ist gerade nicht erreichbar…sehr vertrauenserweckend! Kaufe nichts, das sich (im Falle des “Falles”) nicht shorten lässt!!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. September 2017 21:56 at 21:56

      @Bademeister, also bei mir geht es!

      • Avatar

        Bademeister

        14. September 2017 22:16 at 22:16

        Sorry Herr Fugmann, der Button rechts oben funktioniert tatsächlich, der Button weiter unten im Text aber nicht. Mein Fehler!!
        Der Borgmann hat aber trotzdem nichts auf einer so guten und seriösen Seite wie FMW als “Redakteur” zu suchen, stimmt ja auch so sicher nicht. Der schreibt höchstens alle paar Monate ein Gastkommentar…und muss Glück haben wenn er nicht danebenliegt. Da hilft auch das neue Outfit mit Anzug nix…der Mann ist nicht seriös genug für FMW….aber das entscheiden ja andere…das mit seinen Wikis, die ja DAS Aushängeschild/Visitenkarte eines jeden Analysten sein sollten, ist jedenfalls so!

  7. Avatar

    Bademeister

    14. September 2017 22:03 at 22:03

    Finde, dass Herr Fugmann und sein FMW-Team täglich hervorragende Arbeit leisten. Mir fiel aber heute, neben dem PLUS 500 – Flop noch folgendes auf: Wenn man auf der FMW-Seite die Rubrik “Über uns/Die Redakteure” anklickt, erscheint weiter unten ein gewisser Michael Borgmann. Da muss es sich um einen Irrtum handeln, denn abgesehen von manchem charttechnischen Glückstreffer ist der Mann sowas von einer Flasche. Bevor ihr auch nur einen Cent in seine Tipps verschwendet…checkt mal seine Wikifolios unter dem Pseudonym “Superporcus”…das kann die Oma mit der Bild-Zeitung besser.
    @Herr Fugmann Zwischendurch a bissl ausmisten könnt nicht schaden…auf einer FMW-Seite, die täglich besser wird!

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      joah

      14. September 2017 23:51 at 23:51

      Vielleicht ist auch nur die Erwartungshaltung zu hoch angehangen: ein technischer Analyst handelt nicht nach Fundamentaldaten, sondern kratzt immer nur im Bodensatz des Kaffeebechers herum und malt (bunte) Bildchen.

      • Avatar

        joah

        14. September 2017 23:59 at 23:59

        …und wenn er sich dann mal “hochgekratzt” hat, kommt eventuell soetwas dabei heraus. :-D

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Insolvenz-Welle ab Oktober? Politik plant Verschiebung auf Januar

Claudio Kummerfeld

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Das Thema Insolvenz könnte erstmal verschoben werden

Wird das Wort “Insolvenz” das große Thema im Herbst? Oder womöglich überhaupt nicht? Denn der deutsche Staat verschiebt die tatsächliche Wirtschaftskrise noch weiter in die Zukunft. Jüngst sank die Zahl der Insolvenzen sogar! Das hat einen Grund. Aber erstmal zur aktuellen großen Rettung der Volkswirtschaft. Dazu gehören abgesehen von den gigantischen Zuschüssen und Krediten zwei Maßnahmen, die von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden. Da wäre zum einem eine tolle Ausnahmeregel für die Banken. Kreditraten, die sie ihren Kunden wegen Corona derzeit stunden, müssen sie nicht als Kreditausfall in ihren Büchern vermerken.

Also keine Milliarden-Abschreibungen, und die Quartalszahlen der Banken sehen super aus. Normalerweise müssen Kredite bei Nicht-Zahlung der Raten aus Ausfall abgeschrieben werden, wodurch Verluste entstehen. Derzeit aber nicht. Und weil der Staat die finanzielle Staatsraison hoch hält (alles muss immer total in Ordnung aussehen in der Bankenbranche), wurde diese Ausnahmeregel für die Banken, die Ende Juni endete, bis Ende September verlängert. Aber man kann mutmaßen, dass sie im September erneut bis Ende Dezember verlängert wird?

Keine Anmeldung zur Insolvenz notwendig

Und die zweite essenziell wichtige Maßnahme der Bundesregierung, mit der man das Ausmaß der Wirtschaftskrise verdeckt, ist die Aussetzung der Verpflichtung für Unternehmen, Insolvenz anmelden zu müssen. Ist ein Betrieb pleite, sind Geschäftsführer normalerweise verpflichtet Insolvenz anzumelden, sonst machen sie sich der Insolvenzverschleppung strafbar. Aber diese aktuelle Ausnahme lässt derzeit zu, dass diese Unternehmen, die längst pleite sind, einfach weiter machen können, und dass die Geschäftsführer sich nicht strafbar machen. Bis Ende September gilt diese Insolvenz-Sonderregel.

Es ist natürlich verständlich, warum der Gesetzgeber das macht. Die Corona-Delle versucht man zu durchstehen, in der Hoffnung, dass die Masse der Unternehmen in den Folgemonaten wieder gut Geschäft macht, und dann mit mehr Cash in der Tasche doch weiter machen kann – obwohl man zwischendurch monatelang schon faktisch insolvent war. Wir bei FMW haben darauf schon oft hingewiesen, und oft auch Experten wie Markus Krall erwähnt. Die Zombie-Lawine wird immer größer, je länger der Staat kaputten Unternehmen die Chance gewährt, nicht in die Insolvenz gehen zu müssen. Die als solche bezeichneten Zombieunternehmen machen nicht mal genug Geld um Kreditkosten zahlen zu können. Aber dank quasi Nullzinsen für Kredite leben sie seit Jahren weiter. Und jetzt müssen sie dank der deutschen Sonderregel nicht mal offiziell die Insolvenz anmelden. Dadurch wird das Problem nur noch weiter aufsummiert, und am Ende wird der gesamtwirtschaftliche Absturz vermutlich nur noch größer werden.

Politik verschiebt die große Krise auf Ende Dezember?

Also, bislang gilt diese Sonderregel für das Thema Insolvenz bis Ende September. Was wir bei FMW aber schon vermutet hatten, scheint nun Realität zu werden. Berichte zeigen, dass vor allem aus Reihen der SPD Stimmen laut werden, dass diese Aussetzung der Insolvenzpflicht von Ende September bis Ende Dezember verlängert werden müsse. Denn Unternehmen, die sich bis hierhin durchgekämpft haben, sollen auch nach September noch Licht am Horizont sehen dürfen, so der rechtspolitische Sprecher der SPD, Johannes Fechner in einem Interview.

Und siehe da, auch die CDU/CSU-Fraktion zeige sich offen dafür die Aussetzung länger gelten zu lassen. Es gehe darum Unternehmen “nicht ohne Not in die Insolvenz zu treiben”. Das Bundesjustizministerium kommentierte dazu gegenüber dem “WirtschaftsKurier”, dass die Entscheidung noch in der Schwebe sei. Die Anhörung aller Beteiligten laufe noch. Aber mal ehrlich. Wer in der deutschen Politik kann (abgesehen von der Opposition) schon eine brutale Insolvenz-Welle ab Oktober gebrauchen? Und da die zweite Corona-Welle ja offenbar eh gerade startet, dürfte es der GroKo nicht all zu schwer fallen, diese Sonderregel bis Ende Dezember zu verlängern.

Was wäre die Alternative?

Diese anstehende Hinauszögerung der Insolvenz-Welle mag gut und nett gemeint sein. Aber der Berg an Problemen wird damit nur noch größer. Der Absturz danach wird dann um so schwerwiegender sein, so möchten wir es anmerken. Nun zügig ein intelligenteres Insolvenzrecht verabschieden und zahlreichen Unternehmern einen Neustart ermöglichen, das wäre doch wohl deutlich sinnvoller, als dass man vielen Unternehmen die Chance gewährt weiter in einem Status der Überschuldung und Starre zu verharren. Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle die jüngsten Aussagen von Markus Krall über die bald kippenden Zombieunternehmen. Wird ihm der deutsche Staat dieses Szenario kurzfristig “kaputt machen” durch eine weitere dreimonatige Verzögerung?

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Staatsbankrott: Was passiert da eigentlich? Argentinien zeigt es!

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Wenn ein Staat seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ist das eine Katastrophe für seine Bürger, die Unternehmen im Land und natürlich auch für die Gläubiger, die auf einen Großteil ihres Geldes verzichten müssen. Doch wie genau ist der Ablauf eines Staatsbankrotts? Da Argentinien gerade wieder zahlungsunfähig ist (schon im Februar forderte der IWF einen Schuldenschnitt) und sich in Verhandlungen mit seinen Gläubigern befindet, können wir an diesem Beispiel lernen, wie der Vorgang abläuft!

Die Insolvenz eines Staates ist ein häufiges Ereignis. In den vergangenen 200 Jahren kam es statistisch gesehen zu mehr als einem Staatsbankrott pro Jahr weltweit. Seit der Abschaffung der Golddeckung und der weitgehend unregulierten Schöpfung ungedeckten Fiatgeldes nahm die Frequenz der Staatsbankrotte sogar deutlich zu. So gab es zwischen 1980 und 2010 pro Jahr durchschnittlich drei insolvente Staaten auf der Erde.

Es gibt kein gesetzlich geregeltes Insolvenzverfahren für den Staatsbankrott

Umso interessanter ist es, dass es zwar gesetzliche Regelungen für den Fall eines Staatsbankrottes gibt, die aber im Falle zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland eine Insolvenz, genauer gesagt ein Insolvenzverfahren, explizit NICHT vorsehen. Doch Papier ist geduldig. Wenn Deutschland seine Schulden nicht mehr bedienen kann, ist das Land insolvent – Gesetz hin oder her.keine gesetzlichen Regelungen für den Fall eines Staatsbankrotts gibt. Zwar mag es dann kein Insolvenzverfahren wie bei Unternehmen oder Privatpersonen geben. Doch eine Art von Insolvenzverfahren findet dennoch statt: die Verhandlung mit den Gläubigern. Zwar kann ein Staat die Zahlungen an seine Gläubiger einstellen. Doch bis es keine Einigung mit diesen gab, wird das Land auch keine neuen Kredite bekommen. Zumindest keine Auslandskredite. Kredite in der heimischen Währung könnte sich ein Staat theoretisch über die Zentralbank selbst geben, wie es zum Beispiel in den USA und der Eurozone schon seit geraumer Zeit nur wenig versteckt stattfindet.

Kann ein Staat keine Devisen mehr beschaffen, leidet darunter die heimische Bevölkerung und die Unternehmen. Importe sind dann nur noch in dem Umfang möglich, in dem Devisen mittels Exporten erwirtschaftet werden. Um einen Ausgleich zwischen Importen und Exporten herzustellen, muss die Währung gegenüber den ausländischen Währungen abwerten. Die dann in der Regel herrschende Devisenknappheit zwingt die Menschen dazu, ihre Ersparnisse in der heimischen Währung zu halten, die im Falle eines Staatsbankrotts jedoch zu hoher Inflation neigt. Die Währungsabwertung heizt die Inflation zusätzlich an, da Importwaren teurer werden. Haben die Menschen und Unternehmen Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung, sind zahlreiche Privat- und Unternehmensinsolvenzen zu erwarten. Selbst wenn die Schuldner in der Lage wären, Devisen zu beschaffen, wären die Kredite durch die Währungsabwertung deutlich teurer als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme.

Gläubiger müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, bekommen aber teils noch Geld zurück

Eine Einigung mit den Gläubigern und der daraufhin wieder mögliche Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten ist daher ein vordringliches Ziel der Regierung nach einem Staatsbankrott. Den meisten Gläubigern ist bewusst, dass eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen unwahrscheinlich ist. In der Regel kauften die Gläubiger die Schuldtitel bereits mit deutlichen Preisabschlägen an der Börse und kassierten hohe Zinsen bis zum Zeitpunkt der Zahlungseinstellung. Eine Einigung, die in der Regel einen teilweisen Schuldenerlass, niedrigere Zinsen und gestreckte Zahlungsziele beinhaltet, wird daher relativ schnell gefunden. Interessant ist, dass die Insolvenzquoten bei Staatsbankrotten oft relativ hoch sind. Bei Unternehmens- und Privatinsolvenzen ist in der Regel für die Gläubiger ein Totalverlust anzunehmen. Bei Staatsbankrotten sind 30% oder auch fast 50% Rückzahlungsquoten möglich. Das Beispiel Argentinien zeigt jedoch, dass sich inzwischen auch einige Hedgefonds darauf spezialisierten, die Anleihen praktisch bankrotter Staaten zu Schnäppchenpreisen aufzukaufen und dann auf vollständige Tilgung des Nennwerts zu pochen.

Bis es zu einer Einigung mit den Gläubigern kommt, können diese auch den Besitz des säumigen Staates im Ausland beschlagnahmen lassen. So ließ ein US-Hedgefonds ein argentinisches Marineschiff beschlagnahmen, weil Argentinien sich weigerte, die vom Hedgefonds gehaltenen Anleihen zum vollen Nennwert zu tilgen.

Beispiel Argentinien: Bankrott seit Ende Januar

Argentinien erklärte am 29. Januar 2020, dass es plane, den Gläubigern ein Programm zur Schuldenrestrukturierung zu präsentieren. Mit anderen Worten: Argentinien könnte zwar seine Schulden noch bedienen, weigert sich aber, es zu tun. Am 19. Februar bestätigten Prüfer des Internationalen Währungsfonds, dass die Staatsschulden Argentiniens in der Tat nicht mehr tragbar seien. Am 21. April präsentierte Argentinien schließlich seinen Plan zur Restrukturierung von 69 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden und setzte den Gläubigern eine Frist bis zum 8. Mai, um diesen Plan zu akzeptieren.

Die dachten natürlich nicht daran, den Plan einfach durchzuwinken. In persönlichen Treffen und Videokonferenzen versuchte Argentinien, die größten Gläubiger zu überzeugen. Schließlich musste jedoch am 7. Mai verkündet werden, dass man für Gegenvorschläge der Gläubiger offen sei. Die Frist zur Annahme des Restrukturierungsangebots wird in den kommenden Wochen mehrfach verlängert. In der Zwischenzeit wurden auch die ersten Zinszahlungen fällig, die Argentinien nicht bezahlte. Das Land ist damit offiziell zahlungsunfähig und hat damit bereits den neunten Staatsbankrott seiner Geschichte erklärt.

Nach Wochen des Wartens präsentieren erste große Gläubiger ihre Vorschläge zur Restrukturierung der Schulden. Sie bieten einen Schuldenerlass von rund 45% an, was Argentinien zu wenig ist. Schließlich einigt sich Argentinien am 2. August doch noch auf einen Schuldenerlass von 45,2% mit dem Großteil seiner Gläubiger.

Im Endeffekt dauerte der Staatsbankrott also nur rund ein halbes Jahr. Für Argentinien wird es nach der Einigung noch nicht sofort so sein wie vor der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit. Investoren werden noch eine Weile merkliche Risikoaufschläge für neue Kredite verlangen. Und vermutlich wird es auch wieder den einen oder anderen Gläubiger geben, der auf vollständige Tilgung seiner Anleihen besteht. Der Wechselkurs des argentinischen Peso wird sich aller Voraussicht nach auch nicht erholen, solange Argentinien nicht das grundlegende Problem der negativen Zahlungsbilanz löst. Der teilweise Schuldenerlass gab dem Land nur eine Atempause.

Der Obelisco als Smybol für Argentinien - Staatsbankrott lähmt das Land
Der Obelisco in Buenos Aires. Foto: Gobierno de la Ciudad Autónoma de Buenos Aires CC BY 2.5 ar

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Coronavirus und die Aktienmärkte in Ost und West

Beschleunigt das Coronavirus den ökonomischen Aufstieg des Ostens? Die Börsenentwicklungen deuten schon darauf hin!

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Das Coronavirus wandert um die Welt: Ausgehend von China hat sich eine Pandemie entwickelt, die nahezu alle Länder der Welt betrifft, mit gesundheitlichen aber auch wirtschaftlichen Folgen. Einige Länder in Fernost haben die Eindämmung von des Coronavirus bisher gut gemeistert, ablesbar an Wirtschaftszahlen und Börseninidizes. Beschleunigt Corona den ökonomischen Aufstieg des Ostens?

Die Wirtschaftsdaten

Nachdem China den ersten ganz großen Lockdown in Wuhan schon ab 23. Januar vollzogen hat, war klar, dass dort auch die Konjunkturdaten im ersten Quartal so richtig in den Keller rauschen, während man im Westen die Sache noch als regionale Angelegenheit einstufte.

Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingebrochen, das Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich um 6,8 Prozent gesunken. Doch bereits in den folgenden drei Monaten betrug der Anstieg 11,5 Prozent, das gesamte Halbjahr war kaum mehr im negativen Terrain. China wird damit wahrscheinlich die einzige große Nation sein, die 2020 ein positives Wachstum erzielen kann. Aber auch in Südkorea oder in Taiwan lag man im zweiten Quartal nur wenig im Minus gegenüber den Vorjahreswerten.

Anders in den westlichen Nationen, wo die BIP-Daten für Q2 in der letzten Woche veröffentlicht wurden und die von minus 9,8 Prozent (USA) bis minus 18,5 Prozent (Spanien) richtige Horrorzahlen brachten. Hier wird es noch mindestens bis 2021 oder noch länger dauern bis der Einbruch ausgeglichen werden kann.

China hat „offiziell“ den Weg einer V-förmigen Erholung bisher erfolgreich bestritten, andere Länder aus der Region könnten folgen.

Das alles immer unter dem Vorbehalt staatlich administrierter Datenvorgaben.

Coronavirus: Die Zahlen

Obwohl die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in vielen Ländern, in der so genannten zweiten Welle, nach oben gehen, herrscht doch ein himmelweiter Unterschied zwischen Ost und West (ausgenommen Indien). Denn von den bisher registrierten 18,5 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus fallen mehr als die Hälfte auf drei Nationen: USA, Brasilien und Indien. Ebenso sieht das Verhältnis aus, wenn man die aktiven Fälle von gut sechs Millionen „active cases“ heranzieht, auch hier ähneln sich die offiziellen Zahlen in ihren Proportionen.

China, Japan, Südkorea, Singapur, Taiwan, Vietnam und weitere asiatische Volkswirtschaften findet man erst sehr viel weiter unten in der Tabelle der John-Hopkins-Universität.

Damit scheint in diesen Regionen die Eindämmung des Coronavirus schon sehr viel besser gelungen zu sein, vor allem im Vergleich zu Nord- und Südamerika. Die Wirtschaftsdaten geben auch ein Zeugnis darüber.

Die Entwicklung der Börsen

Beim ständigen Blick auf den US-Technologie-Index Nasdaq mit seinen BiG Five ist es etwas untergegangen: Der CSI 300 Index, der die Börsen von Shanghai und Shenzhen einschließt, liegt seit Jahresbeginn bereits 17 Prozent im Plus. Damit ist er der stärkste nationale Index.

Der US-Leitindex S&P 500 hat gerade die Pluszone erreicht, allerdings auch nur getrieben von seinen viel zitierten Highflyern. Dies gilt natürlich erst recht für Nasdaq oder Nasdaq 100.

Aber auch die Indizes in Taiwan und Südkorea sind schon im Positiven gelandet: Der TAIEX in Taipei mit 5,9 Prozent, der Kospi in Seoul noch mit 3,2 Prozent. Andere westliche Aktienmärkte sind noch deutlich im Minus, wie zum Beispiel der DAX (- 5 Prozent), der CAC 40 (-18 Prozent) oder der FTSE 100 (-20 Prozent). Wie erwähnt verdankt der amerikanische Leitindex seine positive Bilanz nur den IT- und Internettiteln, der große Rest läge noch weit im Minus.

Die Veränderung der Wirtschaft in China

Auch ohne das Coronavirus entwickelt sich das Reich der Mitte bei zukunftsträchtigen Branchen weiter. Früher die Werkbank der Welt bei der Herstellung von Massenartikeln, so geht es im Bereich der Hightech-Industrie oder auch in der Pharmaindustrie voran. Auch erkennbar am Wettlauf um den begehrten Impfstoff gegen Covid-19 oder an der Zahl an Patentanmeldungen, die stark an westliche Dimensionen herankommen.

Die große Dominanz der USA in den Weltindizes

Zwar ist Chinas Gewichtung im MSCI Emerging Markets bereits angehoben worden, aber dennoch ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt (mit Abstand) nicht im Weltindex MSCI World vertreten. Daher erscheint der hohe Anteil der USA mit 63 Prozent trotz einer Wirtschaftsleistung von gut 15 Prozent am Weltsozialprodukt schon ziemlich merkwürdig. Klar ist dies der Marktkapitalisierung geschuldet, bei der die großen US-Brocken so richtig schwer ins Gewicht fallen. Aber gibt es in China nicht auch Schwergewichte wie Alibaba, Tencent oder Huawei? Und wieso befinden sich Wirtschaftsnationen wie China, Taiwan oder Südkorea überhaupt in einem Index für Schwellenländer? Sind das Länder, die die Chance haben, sich in den nächsten Jahren zu Industriestaaten zu entwickeln – Südkorea, mit seinen Weltfirmen?

Im globalen Aktienindex MSCI All Country World Index beträgt Chinas Anteil gerade einmal 4 Prozent aus, obwohl das Land laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds 28 Prozent zum globalen Wirtschaftswachstum beitrug.

Aber die Entwicklung der Finanzmärkte schreitet voran. Nicht nur im MSCI Emerging Markets beträgt Chinas Anteil schon 40 Prozent, auch im Aktienindex MSCI Asien – ohne Japan – hat China schon ein Gewicht von 44 Prozent.

Investmentbanken wie J.P. Morgan erwarten deshalb in den nächsten Jahren eine deutliche Outperformance von China gegenüber den westlichen Aktienmärkten. Schon komisch: Haben nicht Umfragen der Bank of America, Aussagen von BlackRock oder Goldman Sachs in letzter Zeit für Aktienanlagen in Europa und die Emerging Markets geworben – die USA untergewichtet? Es scheint fast so, als dass US-Großanleger kein allzu großes Vertrauen in die allgemeine Aktienentwicklung der USA haben, GAFAM einmal ausgenommen.

Man muss auch immer wieder darauf hinweisen: Wo lagen Nasdaq und S&P 500 im Tief der Finanzkrise 2009?

Der Nasdaq bei 1265 Punkten – der S&P 500 bei 676 Punkten, und gestern hatte der Technologieindex bereits die 11.000-Punkte-Marke überschritten, der große Leitindex S&P 500 endete bei 3327 Zählern. Was kann da das laufende Jahrzehnt bringen?

Fazit: Das Coronavirus und die endende Dominanz der US-Aktienmärkte

Der Kampf um die wirtschaftliche, technologische und militärische Vorherrschaft war (und ist) das große Thema hinter dem Handelsstreit zwischen den USA und China, der Nummer eins gegen die Nummer zwei. Wahrscheinlich ist, dass die Pandemie durch das Coronavirus in ökonomischer Hinsicht sogar noch zu einem Beschleuniger heranreift. Die Börsenentwicklungen deuten schon etwas darauf hin und die USA haben in punkto Geldpolitik, Zinsangebot, Währungsstärke u.w. schon sehr viel Pulver verschossen. Natürlich werden sich die USA – unter welchem Präsidenten auch immer – dies nicht gefallen lassen. Disruptionen an den Kapitalmärkten sind damit vorprogrammiert. Die asiatischen Länder mit ihren weit über drei Milliarden Konsumenten, ihrer demographischen Struktur und ihren Wachstumsraten könnten durchaus dafür sorgen, dass der Anteil der USA im All Country World Index (ACWI) in der nächsten Dekade keine 60 Prozent mehr betragen wird.

Das Coronavirus und die Entwicklung der Weltbörsen

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