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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Aktuell: Wirecard mit Klarstellung und scharfem Angriff gegen die FT

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Seit zwei Wochen geht es hin und her. Die Financial Times hat Wirecard in drei Artikeln jedes Mal interne Unregelmäßigkeiten, Buchungstricks etc vorgeworfen. Das Unternehmen widersprach. Gestern Abend folgte die Ankündigung Presse-Interview, dass man die FT verklagen wolle.

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Heute nun folgt die offizielle Bestätigung, dass Wirecard die FT verklagen wird. Und noch etwas Wichtiges hat man verkündet. Die konkreten Vorwürfe der FT, was ist damit? Wie kann sich diese renommierte Zeitung so derart sicher sein, dass sie trotz knallharten Dementis noch zwei Mal nachlegt und ihre Vorwürfe bekräftigt? Je öfter sie das nämlich tut, desto stärker glaubt der Markt daran, dass an den Vorwürfen wirklich etwas dran sein könnte.

Wirecard mit Klarstellung

Wirecard stellt aktuell klar, dass es die Dokumente aus einer internen Untersuchung wirklich gibt, auf die sich die FT bezieht. Aber diese Untersuchung aus Mai 2018 hätte sich um Vorwürfe eines Mitarbeiters gegen einen anderen Mitarbeiter gedreht. Und interne wie externe Prüfungen hätten ergeben, dass diese Vorwürfe haltlos gewesen seien. Also hat der FT-Journalist die Vorwürfe für seinen Artikel genommen, aber das Ergebnis der Untersuchung weggelassen?

Klage gegen die FT

Wie auch immer. Man wird jetzt rechtlich gegen die FT vorgehen. Der Aktienkurs hat sich seit 30. Januar (wo die FT-Berichte anfingen) zerlegt von 160 bis jetzt auf 113,90 Euro. Das Unternehmen erwähnt heute, dass die externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei kurz vor dem Abschluss stehe, und man die Öffentlichkeit „zu gegebener Zeit“ informieren werde. Bei dem immer noch niedrigen Aktienkurs, da wäre es gut diese Ergebnisse so schnell wie irgend möglich zu veröffentlichen, um Klarheit herzustellen!

Hier der Wortlaut der aktuellen Erklärung von Wirecard:

Gestern ist erneut ein Artikel über Wirecard in der Financial Times erschienen. Dies ist das dritte Mal, dass dieselben hochvertraulichen Dokumente aus einem Compliance-Audit als Grundlage für eine diffamierende Medienberichterstattung verwendet wurden. Diese Dokumente stammen von Anfang Mai 2018, als eine interne Untersuchung eingeleitet wurde, und listen die Vorwürfe eines Mitarbeiters gegen einen anderen Mitarbeiter auf (wie sowohl in der Stellungnahme von Wirecard als auch in der Telefonkonferenz am Montag, den 4. Februar 2019, beschrieben).

Seitdem wurden diese Vorwürfe in einem professionellen Compliance-Prozess sowohl von unserem internen Compliance-Team als auch von einer unabhängigen Untersuchung einer auf Compliance spezialisierten Anwaltskanzlei (Rajah & Tann) untersucht. Weder die interne Untersuchung durch unsere Compliance-Abteilung hat eine Bestätigung für die erhobenen Vorwürfe gefunden, noch hat die externe Untersuchung durch Rajah & Tann bisher zu schlüssigen Feststellungen über kriminelles Fehlverhalten von Mitarbeitern oder Führungskräften geführt (wir verweisen auf die Aussage von Rajah & Tann unter ir.wirecard.de). Die Untersuchung durch Rajah & Tann steht kurz vor dem Abschluss und wir werden die Ergebnisse zu gegebener Zeit bekannt geben. In dem gestern veröffentlichten Artikel werden Wirecard-Mitarbeiter mit unbewiesenen und falschen Behauptungen verleumdend verurteilt. Wir werden alle verfügbaren rechtlichen Mittel einsetzen, um das Unternehmen und insbesondere unsere Mitarbeiter und deren Persönlichkeitsrechte zu schützen. Wirecard geht rechtlich gegen FT und seine unethische Berichterstattung vor.

Wirecard
Foto: Wirecard AG

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Aktuell: Pinterest-Aktie mit erstem Börsenkurs 25% im Plus

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Die Pinterest-Aktie wurde gestern mit 19 Dollar offiziell an die Erstzeichner verkauft. Soeben wurde der erste frei handelbare Börsenkurs an der New York Stock Exchange mit 23,75 Dollar festgestellt. Hat diesmal ja „nur“ zwei Stunden gedauert, bis der Kursmakler in der Erstauktion die Preisfindung geschafft hat. Damit notiert die Aktie 4,75 Dollar oder genau 25% über dem gestrigen Emissionskurs. Aktuell steigt sie sogar etwas weiter auf 24,51 Dollar. Mehr Detail-Infos zum Pinterest-Börsengang finden Sie hier.

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Foto: Pinterest

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Markus Koch LIVE vor dem Wall Street-Start: Pinterest im Fokus

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Markus Koch berichtet gerade im LIVE-Video von der Wall Street. Aktuell ist die heutige Erstnotierung der Pinterest-Aktie im Fokus.

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Commerzbank DB-Fusion: Zwei Gründe, warum es kein Zurück mehr gibt

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Der folgende Text ist eine rein subjektive Meinung! Also, zur Sache. Die Deutsche Bank kann eigentlich nicht mehr zurück. Nach trostlosen Jahren unter Anshu Jain sowie dem tristen Sanierer von der Insel (wer kennt noch seinen Namen?) versucht nur der sachliche Bankkaufmann Christian Sewing sein Glück an der Spitze der Deutschen Bank. Die angedachte Fusion mit der Commerzbank ist seit Jahren der einzige Hoffnungsschimmer für die DB. wie traurig. Nicht tolle Geschäfte, sondern noch „eine weitere Fusion“ bringt Hoffnung in die Bude.

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Wir hatten bereits darüber geschrieben. Die Deutsche Bank ist das Paradebeispiel dafür, dass Zukäufe und Fusionen zum Zwecke des „Immer größer werden“ nicht automatisch ein gutes Ende finden. Bankers Trust gekauft, Morgan Grenfell gekauft, Postbank gekauft, Sal Oppenheim gekauft. Und trotzdem ist die Deutsche Bank ein Rendite-Desaster, und im Investmentbanking auch keine Profit-Fabrik wie die Konkurrenten aus dem Ausland. Aber die merkwürdige Hoffnung ist da, dass durch die Fusion mit der Commerzbank nun endlich alles besser wird. Bei der CoBa schön massiv Stellen streichen und runter mit den Kosten, und dann durch einen Riesen-Zuwachs im Mengengeschäft die Gewinne hochschrauben? Das scheint die Hoffnung zu sein.

Commerzbank muss „in gute Hände“ kommen

Ist die DB für die Commerzbank ein guter Ehepartner? Es geht wohl eher darum, was die Politik denkt, was gut und richtig für die Commerzbank ist, beziehungsweise für das deutsche Finanzsystem. Jüngst tat die Berliner Politik ja alles um so zu tun, dass die mögliche Fusion eine rein privatwirtschaftliche Sache sei. Man halte sich da raus. Dabei ist es in Berlin und Frankfurt ein offenes Geheimnis, dass der ehemalige Goldman Sachs-Chef in Frankfurt Jörg Kukies, der seit dem Amtsantritt von Olaf Scholz Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, diese Fusion hinter den Kulissen vorantreibt.

Aber nochmal ein Schritt zurück. Seit Monaten haben die Gerüchte immer weiter zugenommen, dass Commerzbank und Deutsche Bank über eine Fusion sprechen. Aber erst vor genau vier Wochen gab es dazu die offizielle Bestätigung. Seit dieser offiziellen Verkündung lief die CoBa-Aktie besser als die Aktie der Deutschen Bank. Und seit Jahresanfang, wo die Gerüchte so langsam aufkamen, hat die CoBa im Kurs um satte 42% (! ! !) zugelegt.

Von 5,70 auf 8,08 Euro, das ist ein guter Trade gewesen für jemanden, der im Januar eingestiegen ist. Auf lange Sicht aber ist dieser Anstieg im Chart kaum wahrnehmbar. Noch schlimmer ist die Lage beim Betrachten dieses Charts, der bis 2015 zurückreicht. 2016 lag das Tief in der Commerzbank-Aktie bei 5,20 Euro. Ende 2018 wurde dieses Tief fast wieder erreicht. Die Fusionsgerüchte mit der DB brachten die Kurswende für die Aktie. Der Markt preist positive Ereignisse immer schon mit Gerüchten und Erwartungen vorher in die Kurse ein.

Was, wenn nun die Fusion abgesagt wird? Die Phantasie wäre weg, und der Kurs würde einbrechen. Das kann sich die Commerzbank kaum leisten. In der Banken-Szene ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Frankreich und den Niederlanden durchaus Banken geben soll, die Interesse daran hätten die Commerzbank relativ günstig zu schießen. Aber wohl am Ehesten könnte die italienische UniCredit bereit stehen als Käufer. Und das wäre wohl ein absolutes No Go für die Berliner Politik. Man sehe nur, zu was für einer leeren Hülle die Italiener die HypoVereinsbank gemacht haben, die einst eine der vier großen deutschen Banken war. Ein ähnliches Schicksal könnte der Commerzbank als UniCredit-Außenstelle bevorstehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Bundesregierung dies nach Möglichkeit vermeiden will, im Sinne der finanziellen Staatsraison. Die Commerzbank selbst kann einen erneuten Kurseinbruch nicht brauchen, falls die DB-Fusion abgesagt wird. Durch den zuletzt immer weiter gestiegenen Aktienkurs wird nun auch die Fallhöhe nach einem Scheitern immer höher. Halten sich potenzielle ausländische Käufer danach erstmal zurück, könnte der CoBa-Kurs schön in die Tiefe rauschen. Dann könnten sie einen Anlauf nehmen für ihre Schnäppchenjagd. Und das kann die Berliner Politik kaum wollen. Olaf Scholz hat mit dem 15%-Anteil an der Commerzbank ein gewichtiges Wort mitzureden bei der letztlichen Entscheidung. Man darf durchaus vermuten, dass bei Problemen in den Fusionsgesprächen ein „nettes“ Machtwort des 15%-Eigentümers erfolgt. Los, seht zu, zieht die Fusion durch.

Commerzbank Handelssaal
Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

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