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Aktuelle offizielle Daten zeigen: So wird das nichts mit der Entspannung am Wohnungsmarkt!

Die Mietpreisbremse ist ein totaler Flop, das ist inzwischen wohl überall angekommen. Die Vermieter ignorieren sie in weiten Teilen, und die Mieter ignorieren sie wohl auch, weil sie froh sind überhaupt...

FMW-Redaktion

Die Mietpreisbremse ist ein totaler Flop, das ist inzwischen wohl überall angekommen. Die Vermieter ignorieren sie in weiten Teilen, und die Mieter ignorieren sie wohl auch, weil sie froh sind überhaupt eine Wohnung abzubekommen. Also muss es die FDP-Sichtweise richten – Angebot und Nachfrage müssen für eine Lösung des Problems sorgen. Sollen die Mieten sinken oder zumindest nicht weiter steigen, muss die Anzahl neuer Wohnungen (Angebotsseite) deutlich steigen.

Aber heute früh vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Daten zeigen, dass vom Bau neuer Wohneinheiten kaum Entspannung für den Wohnungsmarkt zu erwarten ist. Von Januar-August 2017 sinkt die Anzahl neu genehmigter Wohnungen im Vergleich zum selben Zeitraum 2016 um 6,3% oder 15.400 Wohneinheiten. Die Anzahl genehmigter Einheiten lag bei 229.900. Von Juni-August ging die Zahl neuer Genehmigungen im Jahresvergleich um 4,2% zurück.

Der mit Abstand stärkste prozentuale Rückgang von Januar-August ist zu finden bei Wohnheimen für Flüchtlinge mit -36,5% oder -6.056 Wohneinheiten. Das ist klar, da nach dem Rückgang der großen Zuzugswelle deutlich weniger Schlafplätze und provisorische Containerunterkünfte benötigt werden. Aber das bedeutet auch was? Richtig, diese Flüchtlinge gelangen nach ihrer Anerkennung in Deutschland in den „normalen“ Wohnungsmarkt, und suchen wie alle anderen Menschen auch nach einer vollwertigen Wohnung. Also explodiert die Nachfrage.

Die Zahl neu genehmigter Wohnungen in „Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohnungen“ (also die mit Abstand wichtigste Kategorie) steigt gerade mal um lausige 2,5% oder 2.727 Einheiten. Was nützt das, wenn im selben Zeitraum hunderttausende neue Nachfrager hinzukommen, wenn die Zahl der neuen Genehmigungen für Wohnungen gerade mal um 2.727 Einheiten steigt? Aber auch die anderen Zahlen zeigen keine Entlastung. Wie die Grafik zeigt, sieht man in allen anderen Bereichen Rückgänge (Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen etc).

Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass die Zahl bei den Mehrfamilienhäusern (wie vorhin beschrieben) mit ihren 111.581 Einheiten oder +2,5% den höchsten Wert seit 20 Jahren erreicht hat. Aber: Was nützt das, wenn in diesem mit Abstand wichtigsten Segment die Nachfrage explodiert und dramatisch stärker ansteigt als das Angebotswachstum? Daraus folgt: Die Mieten dürften weiter steigen, denn diese heutigen Zahlen behandeln ja die Genehmigungen – es geht hierbei also um das, was vielleicht erst in zwei oder drei Jahren fertiggestellt wird.



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4 Kommentare

  1. Wer bei dieser Rechtslage Mietwohnungen baut ist dumm,
    er schafft sich nur Probleme und wird demnächSt zwangsverwaltet oder enteignet.
    Begreift endlich, WAS BANKEN SCHON LANGE WISSEN:
    Mietwohnungen sind im Alter ein Risiko

  2. Die planwirtschaftliche Regelung des Marktes (Mietpreisbremse etc.) reduziert das Angebot. Die planwirtschaftliche Subventionierung von Mietern die sich (insbesondere in teuren Gebieten) eigentlich keine Wohnung leisten können erhöht die Nachfrage. Was fällt den Genossen als nächstes ein? Steuern ordentlich erhöhen, um endlich mal genügend Geld zu haben, solche „Probleme“ im nächsten Vierjahresplan (auch Legislaturperiode genannt) „lösen“ zu können?

  3. Wer mit durchschnittseinkommen nach München, Hamburg, Köln zieht , ist auch nicht fit .
    Das ist doch wirtschaftliche Selbstverletzung .

    Mietbremaen hin oder her . die vorher erlaubten Preissteigerungen sind und waren auch schon hoch genug , um viele in Bedrängnis zu bringen .

    Eine Einfrierung in den extremen Lagen (vielleicht gemessen am stadt durchschnitt) hätte etwas gebracht

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