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Arbeitskosten in Europa: Regelrecht explodierende Löhne sind für deutsche Arbeiter eher gute Nachrichten

Osteuropa holt weiter in großen Schritten auf, was das Lohnniveau angeht. Die Löhne dort explodieren regelrecht. Das ist einerseits gut für die dortigen Arbeiter, andererseits gleichen sich die...

FMW-Redaktion

Die Arbeitskosten (Löhne + Lohnnebenkosten) in der EU steigen im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2,2%. In der EU erhöhten sich die Arbeitskosten pro Stunde in der Industrie um 2,2%, im Baugewerbe um 1,6%, im Dienstleistungssektor um 2,7% und in der hauptsächlich nichtgewerblichen Wirtschaft um 1,7%.

An den Balken in der folgenden Grafik kann man es optisch gut erkennen. Osteuropa holt weiter in großen Schritten auf, was das Lohnniveau angeht. Die Löhne dort explodieren regelrecht. Das ist einerseits gut für die dortigen Arbeiter, andererseits gleichen sich die Gehälter innerhalb der EU so immer weiter an – damit wird eine Art Chancengleichheit hergestellt, was vor allem industrielle Arbeit in Westeuropa in Relation zu Osteuropa „nicht mehr so teuer“ aussehen lässt. Hier im Detail:

Im zweiten Quartal 2017 wurden die höchsten jährlichen Anstiege der Arbeitskosten pro Stunde für die gesamte Wirtschaft in Rumänien (+18,6%), Ungarn (+13,0%), der Tschechischen Republik (+11,1%), Bulgarien (+11,0%) und Litauen (+10,4%) verzeichnet. Rückgänge wurden in Finnland (-0,3%) registriert.

Wer es genauer wissen will, kann hier in die Details gehen (zum Vergrößern die Grafik einfach anklicken):

Es brummt also in Osteuropa, wenn die Löhne dort so stark explodieren. Gleichzeitig ist auch die Zahl offener Stellen stets ein Indikator dafür, wie stark eine Volkswirtschaft brummt. Je mehr offene Stellen es gibt, desto größer ist die Nachfrage der Arbeitgeber nach neuen Mitarbeitern. Die Quote offener Stellen liegt in der EU bei 2,0% gegenüber 1,8% vor einem Jahr. Und auch hier sieht man, dass Osteuropa gut dabei ist.

Die Tschechische Republik ist Spitzenreiter mit +3,6% offener Stellen. In den vorderen Plätzen sind auch Slowenien, Ungarn und Estland mit dabei. Was lernt man daraus? In Osteuropa brummt es, und man nähert sich weiter schnell an, auch wenn der Abstand zu Westeuropa in vielen Bereichen wie Wirtschaft und Politik immer noch immens ist.



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1 Kommentar

  1. „Die Tschechische Republik ist Spitzenreiter mit +3,6% offener Stellen. In den vorderen Plätzen sind auch Slowenien, Ungarn und Estland mit dabei. Was lernt man daraus? In Osteuropa brummt es,…“

    Was kann man noch daraus lernen? Der heimische Arbeitnehmer kann von einer brummenden Wirtschaft ’selbst dann‘ profitieren und in den Genuss kräftig steigender Löhne kommen, wenn die Unternehmen nicht auf unzählige eingewanderte Fachkräfte zurückgreifen können. Oder müsste es heißen ‚gerade dann‘?

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