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Arbeitsmarkt: Motor läuft auf Hochtouren

Im Zuge der Winter-Abschwächung ist die Arbeitslosenquote in Deutschland von November auf Dezember leicht gestiegen von 4,8% auf 4,9% (offizielle Quote). Das waren 23.000 Arbeitslose mehr, womit der Stand jetzt bei 2,21 Millionen Personen liegt. Die tatsächliche Arbeitslosenquote (wo unzählige Arbeitslose eingerechnet werden, die unter dubiosen Begründungen aus der Statistik entfernt werden), liegt bei 6,9% nach 6,8% im November. 3,16 Millionen Menschen sind tatsächlich arbeitslos. Offiziell wird dies als „Unterbeschäftigung“ bezeichnet, obwohl die allermeisten Menschen aus dieser Gruppe arbeitslos sind. Dieser Wert nahm im Monatsvergleich um 24.000 Personen zu.

Saisonbereinigt, wenn man also den Winter-Effekt bei Seite lässt, liegt die Arbeitslosigkeit derzeit auf dem tiefsten Stand in einem Monat Dezember seit dem Jahr 1991. Der Bestand der bei den Arbeitsagenturen von den Arbeitgebern aktiv gemeldeten offenen Stellen sinkt spürbar von 807.032 im November auf 781.326 im Dezember. Wie die folgende Grafik zeigt, sind alle Trends seit Jahren intakt und verlaufen weiter positiv.

Arbeitsmarkt

Das Bundesland Berlin bleibt weiterhin Spitzenreiter beim prozentualen Zuwachs bei neuen Jobs (immer noch viel nachzuholen). Metall, Elektro- und Stahl haben sich als Sektor in den letzten Monaten immer mehr auf Platz 1 der Branchen mit den meisten neuen Jobs etabliert, wie die Grafik rechts aufzeigt. Aber es bleibt dabei. Danach folgen zahlreiche eher schlecht bezahlte Dienstleistungsbranchen, die insgesamt gesehen den überwiegenden Großteil neuer Arbeitsplätze ausmachen.

Im folgenden Original-Wortlaut von der Bundesagentur für Arbeit zeigen wir die Dezember-Info zur Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosmeldung von geflüchteten Menschen ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern sehr hoch ausfällt. Dabei hat ein großer Einsatz von Integrationskursen und Fördermaßnahmen die Arbeitslosigkeit in Grenzen gehalten. Nach jüngsten Angaben für den Dezember lag die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises geringfügig über dem Niveau des Vorjahres (+1.000 oder +0,5 Prozent). Die Unterbeschäftigung, die den Einsatz von entlastenden Fördermaßnahmen berücksichtigt, lag sogar geschätzt um 41.000 oder 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zugleich ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im Oktober um 95.000 oder 47 Prozent gestiegen. Seit Juni 2016 wird die bisherige Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern ergänzt um die Berichterstattung über Personen im Kontext Fluchtmigration. 12 Als solche Personen werden Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte und geduldete Ausländer gezählt. Danach waren im Dezember 2018 in Deutschland 175.000 geflüchtete Menschen in der Arbeitslosigkeit registriert. Die Unterbeschäftigung für diese Personen wird im Dezember auf 372.000 geschätzt.



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2 Kommentare

  1. hallo herr fugmann
    wenn ihr im stylesheet bei .mvp-drop-nav-title h4 {

    width: 100%;

    einstellt, dann sind eure drop-in-headlines nicht immer abgeschnitten.

    vg peter hoffmann

  2. Welche „Arbeitslosen“, die von der Bundesagentur nicht als arbeitslos gezählt werden, würdet ihr denn mit hinzu zählen?

    Nach international üblicher Methodik liegt die deutsche Quote ja sogar noch viel niedriger als die gemäß Methodik der BA.

    Die Linkspartei listet Monat für Monat die Zahlen auf, vielleicht ist das als Diskussionsgrundlage sinnvoll.
    https://www.die-linke.de/themen/arbeit/tatsaechliche-arbeitslosigkeit/2018/

    Offizielle Arbeitslosigkeit im November 2018: 2.186.109
    Nicht gezählte Arbeitslose verbergen sich hinter:

    Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II: 169.921
    Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 76.105
    Förderung von Arbeitsverhältnissen: 7.243
    Fremdförderung: 220.152
    Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt: 14.017
    berufliche Weiterbildung: 168.593
    Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 200.400
    Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 1.967
    Kranke Arbeitslose (§146 SGB III): 68.881
    Nicht gezählte Arbeitslose gesamt: 927.279

    Tatsächliche Arbeitslosigkeit im November 2018: 3.113.388

    Das ist letztlich die Zahl, die die BA als Unterbschäftigung definiert. Nun ist m.E. jemand, der eine berufliche Weiterbildung absolviert, nicht arbeitslos. Wer einen 1-Euro-Job ausübt, ist nach meinem Verständnis genau das, was die BA dazu sagt, eben unterbeschäftigt und nicht arbeitslos.

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