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ARD-Chef spart wo er nur kann – für Schampus-Galas reicht´s dann gerade noch!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern wurde der „Deutsche Radiopreis“ verliehen. Eine Schampus-Gala voller Pomp, mit Star-Gästen aus dem Ausland uvm – der NDR nennt die Feier selbst „Eine Gala voller Glanz“. Dabei gehen NDR und ARD laut ihrem Vorsitzenden Lutz Marmor bereits finanziell auf dem Zahnfleisch…

Deutscher Radiopreis Jury NDR ARD
Die Jury des Deutschen Radiopreises. Man lässt sich nicht lumpen.
Bild: Jack Ackenhausen/Grimme-Institut

Der Deutsche Radiopreis

Einmal im Jahr wird der Deutschen Radiopreis in Hamburg verliehen. Eine Schampus-Gala voller Pomp, mit Star-Gästen aus dem In- und Ausland. Dafür mietet man jährlich eine In-Location in Hamburg, den „Schuppen 52“ – man lässt sich nicht lumpen. Die privatwirtschaftlich organisierte NDR Media GmbH und die Radiozentrale gründeten eigens für den Betrieb der jährlich stattfindenden Preisverleihung extra eine Gesellschaft namens „Deutscher Radiopreis GmbH“. Die genauen indirekten Kosten für die Gebührenzahler ließen sich nicht in Erfahrung bringen, aber wie haben bereits beim NDR angefragt.

Wenn man die aktuellen Bilder vom Deutschen Radiopreis sieht, denkt man gerne zurück an die Aussagen des ARD/NDR-Vorsitzenden Lutz Marmor vom 28. August, wo er z.B. der FAZ in einem Interview sagte bei seiner aktuellen Milliarden-Nachforderung an zusätzlichen Gebührengeldern ginge es NUR darum Zitat „den schon jetzt von Kürzungen geprägten Status Quo zu erhalten“. Der gute Mann spart also jetzt schon, wo er nur kann. Hut ab! Auch erklärten die Öffentlich Rechtlichen nach der Umstellung der Rundfunkgebühren 2013 sie hätten gar kein Interesse an den potenziellen Mehreinnahmen, die schon damals vorauszusehen waren und in den letzten zwei Jahren auf insg. 1,6 Mrd Euro anwuchsen. Zwei Jahre später will allein die ARD ihre kompletten Mehreinnahmen von 1,16 Mrd Euro, die bisher auf einem Sperrkonto liegen, aufsaugen.

Schon eine erstaunliche Ironie und sicher nur ein zeitlicher Zufall, dass nur eine Woche nach Verkündung seines Milliarden-Mehrbedarfs und der Beteuerung man würde schon sparen wo man nur könne, man so richtig die Korken knallen lässt.

Öffentlicher Informationsauftrag

Es gibt diesen allgemeinen Begriff „Öffentlicher Informationsauftrag“, den wir gerne verwenden, der auch zutreffend ist und einen Sinn ergibt. Der NDR formuliert auf seiner Webseite die Aufgabe des Öffentlichen Rundfunks folgendermaßen:

„Der NDR ist eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Ziel und Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist es, mit seinen Programmen zur freien Meinungsbildung beizutragen. Gesetzliche Grundlage für den NDR ist der Staatsvertrag (NDR-StV), der Aufgaben, Organisation und gesellschaftliche Kontrolle der Rundfunkanstalt regelt.“

Das klingt gut. Es geht dem NDR also um die „freie Meinungsbildung“. Man will dem Bürger also helfen sich fortzubilden, sich eine eigene Meinung bilden zu können. Das ist gut, sogar sehr gut. Wenn der Bürger gezwungen wird Geld dafür zu bezahlen, dass man ihm hilft sich eine eigene Meinung zu bilden, dann darf er sich bestimmt zu Recht fragen, was die Ausstrahlung von Daily Soaps oder die Ausstrahlung vom Skispringen damit zu tun hat. Und gehört die Verleihung eines Radiopreises, der so überflüssig ist wie „Unterwassergrillen“, zur Unterstützung der freien Meinungsbildung der Bürger? Sollte der Bürger notfalls per Gerichtsvollzieher dazu gezwungen werden so etwas zu bezahlen? All das kann gerne das Privat-TV leisten, wo niemand gezwungen wird dafür zu zahlen!

Unsere Fragen an den NDR

Bereits nach unserem Artikel vom 31.08. hatten wir zahlreiche Lesermails erhalten und haben daher jetzt diese Fragenliste an den NDR übersandt, z.B. was Daily Soaps im Vorabendprogramm mit dem „Öffentlichen Informationsauftrag der ARD“ zu tun haben, oder warum der NDR es für nötig hielt für 23,8 Millionen Euro eine neue Videowand anzuschaffen. Auch wollen wir konkret wissen, was der NDR für den Radiopreis jährlich ausgibt und warum er meint der sei für den „Öffentlichen Informationsauftrag“ notwendig. Hier die Fragen:

Warum hielt es der NDR für notwendig am Mittelweg in Hamburg ein modernes Design-Gebäude zu bauen anstatt ein normales Bürogebäude? Kann man beim NDR die Mehrkosten gegenüber einem normalen funktionalen Gebäude nennen ? Und was hatte das neue Gebäude gekostet?

Warum war es nötig für 23,8 Mio Euro für die Tagesschau im Jahr 2014 eine neue Videowand anzuschaffen? War der Öffentliche Informationsauftrag im alten Studiodesign nicht mehr zu gewährleisten? Bitte beantworten Sie diese Frage besonders im Hinblick auf das Gebot der Sparsamkeit, da es sich ja um zwangsweise eingetriebene Gelder der Bürger handelt.

Auch bzgl. des Gebots der Sparsamkeit: Warum ist es für den NDR notwendig einen Radiopreis zu veranstalten? Und welche Summe bezahlt der NDR jährlich dafür?

Was haben Daily Soaps und ähnliche Formate im Vorabendprogramm der ARD mit dem Öffentlichen Bildungsauftrag der ARD zu tun?

Welche konkreten Sparmaßnahmen wurden seit der Gebührenreform 2013 unternommen um Programminhalte abzuschaffen, die mit dem „Öffentlichen Informationsauftrag bzw. Bildungsauftrag“ der ARD nichts zu tun haben? Und falls vorhanden, welche wurden umgesetzt und welche nicht?

Ihr Vorsitzender Lutz Marmor beschreibt am 28.08., dass besonders die Umstellung der Programme auf die Digitalisierung sehr viel Geld kostet. Kann dies monetär genau beziffert werden?

Lutz Marmor beschreibt ebenfalls die Digitalisierung kostet kurzfristig, wird aber langfristig Geld sparen. Kann er dann zusagen, ab wann und um wie viel Euro der jährliche Finanzbedarf der ARD sinken würde?

Können Sie uns einen Einblick gewähren, in welchem Bereichen und in welchem finanziellen Umfang die ARD seit der Gebührenumstellung im Jahr 2013 Sparmaßnahmen realisiert haben im Rahmen eines „Sparsamen Wirtschaftens“ ?

Für alle, die sich (zu Recht) über die ARD aufregen wollen

Jetzt könnte man sagen „was für ein Rummgejammere, dann sollen die von der ARD eben ihren Fernsehpreis veranstalten…“. Das soll man mal einen Arbeiter sagen, der für 8,50 Euro die Stunde schuftet, jeden Cent drei Mal umdrehen muss, und dann noch 17 Euro pro Monat für so was ausgeben soll, das ihn überhaupt nicht interessiert. Neben seinem Bekennen zum „Eisernen Sparen“ zeigte ARD-Chef Marmor in der „Süddeutschen Zeitung“ auch, wie kaltschnäuzig er Kostenexplosionen nett verpacken kann, Zitat:

„Wir wissen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Aber in Deutschland steigen glücklicherweise Löhne und Gehälter, so auch bei uns. Diese Steigerung müssen auch wir irgendwann ausgleichen.“

NDR ARD Vorsitzender Lutz Marmor
Der aktuelle ARD-Vorsitzende Lutz Marmor.
Foto: Martina Nolte / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Menschen aus dem Ausland, die sich gar nicht vorstellen können vom Staat gezwungen zu werden, für ein Fernsehprogramm zahlen zu müssen, würden wahrscheinlich fragen „warum lasst ihr euch das vom deutschen Staat gefallen“. Gute Frage. Ja, warum lassen wir uns das gefallen? Warum machen alle entscheidenden Politiker in den Bundesländern mit beim fleißigen JA-Sagen im Sinne von ARD & ZDF? Vielleicht weil sie riesige Versorgungsanstalten für ausrangierte Politiker und Verwaltungsbeamte sind? Nur so eine Frage…

Ein „Tagesschau.de“-Artikel vom 28.08. zur großen Geldnachforderung von Lutz Marmor endet mit seinem Zitat:

„Wir sind uns bewusst, dass das Geld der Beitragszahler wirklich sehr knapp ist. Aber ich glaube, wir haben da wirklich Maß gehalten und möchten auch weiterhin ein gutes Programmangebot machen.“

Ein grandioses Schlusswort auch für diesen Artikel.



———————————————————–
In der Originalfassung des Artikels vom 04.09. hatten wir geschrieben der Radiopreis wird vom NDR verliehen. Hierzu stellt der NDR in einer EMail an uns fest:

„Ihr gestern veröffentlichter Artikel aus Anlass der Vergabe des Deutschen Radiopreises basiert auf der falschen Voraussetzung, der Preis würde vom NDR verliehen. Dem ist nicht so. Der Preis wird gemeinsam getragen von den Hörfunkprogrammen der ARD, Deutschlandradio und den privaten Radiosendern in Deutschland, sie stiften den Deutschen Radiopreis. Unterstützer sind die Freie und Hansestadt Hamburg und das Grimme-Institut sowie die großen Vermarktungsgesellschaften RMS und AS&S. Die Durchführung des Preises einschließlich der Galaveranstaltung ruht auf vielen Schultern. Entsprechend ist auch die in Ihrem Text erwähnte Deutsche Radiopreis GmbH eine gemeinsame Gesellschaft der privatwirtschaftlich organiserten NDR Media GmbH und der Radiozentrale, die ihren Sitz in Berlin hat. Bitte korrigieren Sie Ihre unzutreffenden Behauptungen unverzüglich.“

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Jörg

    4. September 2015 11:41 at 11:41

    Prima Artikel!
    …. übrigens … da wir hier auf einem Börsenblog sind … Die ARD Sender zocken offenbar auch mal hin und wieder. Das letzte mal sickerte das 2009 durch: http://www.merkur.de/tv/mm-unter-verdacht-zocken-gebuehrengeldern-195516.html

    Die größten ‚Bereicherungsmaschinen‘ der Öffentlichen sind übrigens im undurchschaubaren Geflecht von Zuliefer- und Sub-Firmen zu finden, die den Intendanten oder Jauch & Co gehören: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-105648309.html .

  2. Avatar

    Hinterfrager

    4. September 2015 11:55 at 11:55

    „Marmor“ ist ja ein geradezu sinnbildlicher Name für einen prunksüchtigen wie üppig entlohnten ARD-Vorsitzenden! Ob mit den durch die Digitalisierung freigewordenen Zwangsgebühren dann die ARD-Studios auch mit selbigem Material ausgestaltet werden…?

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    Hinterfrager

    4. September 2015 11:58 at 11:58

    P.S.: ARD-Propaganda vom Feinsten – „plusminus“ feiert den Abschied vom Bargeld:

    https://www.youtube.com/watch?v=IT6ZoyHv0JA

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    Roy

    4. September 2015 13:28 at 13:28

    Der ÖR nimmt seinen Programmauftrag seit Jahren nicht mehr wahr, Propaganda statt ausgewogener Information dominiert und wird immer extremer.

    Damit hat der ÖR in dieser Form keine Existenzberechtigung mehr. Der BBC geht es bereits an den Kragen, der wesentlich schlimmere ÖR muß folgen. Leider sind die Deutschen folgsame Untertanen und lassen sich von Politik und BVerfG, das dem ÖR nahezu einen Blankoscheck ausgestellt hat, unreif bevormunden.

    Das Foto Marmors sagt ja auch schon sehr viel aus.

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    Selbstschutz hat Priorität

    4. September 2015 16:22 at 16:22

    Nutzen wir das Net und lesen wir gute Bücher oder widmen wir uns unserer Familie, das ist das Beste was man tun kann.

    Setzen wir uns nicht dieser vom System gekauften, hämmernden Verblödungsmaschine aus. Drückt den „Roten Knopf“, der auf der Fernsehbedienung extra dafür geschaffen wurde.

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    karl-heinz ring

    5. September 2015 11:11 at 11:11

    Es wird Zeit das bei den ÖrR der „Stecker“gezogen wird.
    Die mafiösen Struckturen werden immer offensichtlicher.
    Das Volk wird sich bald gegen diese „Nimmersatten“erheben und die zum Teufel jagen,wenn nicht noch Schlimmeres.

  7. Avatar

    Fred

    5. September 2015 11:53 at 11:53

    Bitte die aktuell laufenden Petitionen in den Ländern unterschreiben und damit unterstützen. Örr ist Ländersache.

    BAYERN http://www.bit.ly/ARDZDFGEZ-2014-BY

    NIEDERS. http://www.bit.ly/ARDZDFGEZ-2014-NI

    Also los!. Danke, und die Links an alle GEZ-Unzufrieden weitergeben!

  8. Avatar

    Fred

    5. September 2015 12:06 at 12:06

    Hinweis zu den obigen Petitionen:

    Diese kann JEDER unterschreiben auch wenn man selbst nicht in dem Bundesland wohnt!

  9. Avatar

    Fred

    8. September 2015 00:29 at 00:29

    Bitte die aktuell laufenden Petitionen für eine Reform des ÖRR unterschreiben und damit unterstützen. ÖRR ist (leider) Ländersache, darum pro Land eine eigene Petition.
    Die Petitionen kann JEDER unterschreiben auch wenn man selbst nicht in dem Bundesland wohnt!

    BAYERN: http://www.bit.ly/ARDZDFGEZ-2014-BY

    NIEDERSACHSEN: http://www.bit.ly/ARDZDFGEZ-2014-NI

    Also los!. Danke, und die Links an alle GEZ-Unzufrieden weitergeben!

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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