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Auch wenn Ölpreis fallen sollte – anhaltender Effekt auf die Inflation!

Benzin tanken an der Tankstelle

Der Zusammenhang ist klar. Der Ölpreis auf dem Weltmarkt steigt wegen dem Ukraine-Krieg. Daher steigen auch die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen in Deutschland. Und damit steigen an die Verbraucherpreise deutlich an. Warum die Inflation auch noch jahrelang höher sein kann durch diesen Effekt, auch wenn der Ölpreis bald wieder sinkt, dies haben Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) heute in einer Analyse erläutert.

Der aktuelle Ölpreisschock erhöht laut DIW die Verbraucherpreise in Deutschland um bis zu 1,5 Prozent und über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren – selbst wenn der Ölpreis schon wieder auf sein Vorkriegsniveau gefallen ist. Der Verbraucherpreisanstieg werde auch im gesamten Euroraum anhaltend sein. Aber warum ist das so? Schauen wir auf die Erläuterung des DIW. Wir lassen einen Großteil sonstiger Aussagen in der Analyse weg, da sie für diese Fragestellung irrelevant sind.

Zuerst betroffen seien von den höheren Ölpreisen in der Wirkungskette die Erzeugerpreise. Diese reagieren laut DIW erfahrungsgemäß, und so auch hier, recht stark. Sie steigen innerhalb eines halben Jahres um rund sechs Prozent und bilden sich nach rund eineinhalb Jahren wieder zurück. Dagegen reagieren die Verbraucherpreise zwar geringer, aber anhaltender. Der Anstieg beträgt recht schnell fast 1,5 Prozent und sinkt über die berücksichtigten zweieinhalb Jahre nur leicht. Folglich steigen die Verbraucherpreise (anders als die kriegsbedingt steigenden Ölpreise) anhaltend. Diese Permanenz könne negative Folgewirkungen haben, beispielsweise auf Löhne, die hier nicht mehr berücksichtigt werden. Die sich daraus ergebenen Lohn-Preis-Steigerungen könnten die Preise weiter anheizen.

Also basiert das Modell des DIW darauf, dass die vorlaufenden Erzeugerpreise viel stärker auf den steigenden Ölpreis reagieren, und ihn über einen längeren Zeitraum abgeschwächt auf die Verbraucherpreise abwälzen. Hier dazu das Fazit des DIW:

Der russische Angriff auf die Ukraine stellt Europa vor eine bisher nicht gekannte Situation. Wenn von einer Zeitenwende die Rede ist, dann ist damit in erster Linie die Außen- und Verteidigungspolitik gemeint. Aber auch wirtschaftlich wird das weitgehende Ausscheiden Russlands aus dem europäischen Handel negative Folgen haben. Die vorliegenden Berechnungen mit einem Zeitreihenmodell zeigen, wie allein der gegenwärtige kriegsbedingte Ölpreisschock die Preise in Deutschland und im gesamten Euroraum treibt. Für Deutschland erhöht der Ölpreisanstieg die Preise um bis zu 1,5 Prozent, im Euroraum sogar um bis zu zwei Prozent. Dabei bleiben die Preise über den gesamten betrachteten Zeitraum von gut zwei Jahren erhöht. Der Verbraucherpreisanstieg wird auch im gesamten Euroraum anhaltend sein.



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