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Nach dem großen Skandal des US-Bankgiganten Wells Fargo: Wir hatten aggressive Vertriebspraktiken, der Chef war überfordert

Deswegen war es in den USA letztes Jahr auch der Bankenskandal Nummer 1, als bekannt wurde, dass Wells Fargo jahrelang für gut 2 Millionen bestehende Kunden zusätzliche Konten und Kreditkartenkonten…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wells Fargo ist nicht irgendeine Wald- und Wiesen-Bank. Es wäre ungefähr vergleichbar, als würden sich alle Sparkassen in Deutschland zu einer einzigen Sparkasse zusammentun. Wells Fargo hat nach eigenen Angaben 1,9 Billionen Dollar Einlagen und 8.600 Filialen. Damit ist man die US-Privatkundenbank überhaupt. Deswegen war es in den USA letztes Jahr auch der Bankenskandal Nummer 1, als bekannt wurde, dass Wells Fargo jahrelang für gut 2 Millionen bestehende Kunden zusätzliche Konten und Kreditkartenkonten eingerichtet hatte, ohne deren Wissen.


Wells Fargo-Hauptquartier in San Francisco. Foto: Laimerpramer/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das war vielerorts in den Filialen nötig um Vertriebsziele der Mitarbeiter erreichen zu können. Nach Bekanntwerden wurden tausende Mitarbeiter der unteren Ebenen entlassen. Letztlich mussten auch der Bankchef und die Privatkundenchefin gehen. Die Bank erstattete den Kunden Gebühren und zahlte eine Strafe von 185 Millionen Dollar. Aber damit war die Sache noch nicht zu Ende. Jetzt hat Wells Fargo über den Aufsichtsrat eine Prüfgutachten einer externen Anwaltskanzlei veröffentlicht, die die gesamte Unternehmenskultur untersucht hat.

Aggressive Vertriebspraktiken habe es gegeben, so sagt es der neue Bankchef Tim Sloan zum Bericht. Weil die Bank dezentral aufgestellt gewesen sei, habe der Bankvorstand zu spät auf die Missstände reagiert und habe die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit zu spät erkannt. Das klingt ja so, als seien die Vertriebsziele nicht vom Vorstand gekommen, und als sei der Vorstand selbst völlig überrascht von den Verkaufspraktiken unten an der Basis gewesen. Wo gibt´s denn sowas? Zitat vom neuen Vorstand:

It’s clear from the Board’s review that we had an incentive program and high-pressure sales culture in our Community Bank that over time drove behavior that in many cases was inappropriate and inconsistent with our values. Because of our decentralized operating model, our corporate leadership took too long to understand the seriousness and scope of the problem, and, as a result, the actions we took over the years to address it weren’t adequate.”

Laut dem externen Bericht für den Aufsichtsrat habe die Bank bis 2016 ein schwerwiegendes kulturelles Problem gehabt, es habe eine aggressive Verkaufskultur geherrscht. Dazu wurden 100 aktuelle und ehemalige Manager der Bank befragt. Der Bericht stellt den ehemaligen Bankchef John Stumpf als eine Art schwachen und unwissenden Trottel dar, der seiner Privatkundenchefin Carrie Tolstedt praktisch blind vertraut habe. Dann habe er nach ersten Anzeichen eines Skandals zu langsam und zu schwach reagiert. Nur wenige Mitarbeiter in der Bank seien letztlich schuld gewesen an diesem Skandal.

Da könnte man fast auf den Gedanken kommen, dass diese Aussagen das Ziel haben die Bank selbst reinzuwaschen und (wie üblich?) die Schuld für Skandale auf Einzelpersonen zu schieben, und nicht auf eine generell vorherschende  schlechte Unternehmenskultur. Die Privatkundenchefin Carrie Tolstedt wird zur Hauptschuldigen erklärt, ganz eindeutig. Sie sei nicht willens gewesen etwas an den betrügerischen Verkaufspraktiken zu ändern. Gestern hat der Aufsichtsrat verkündet, dass die Bank von ihr 47 Millionen Dollar an Zahlungen zurückfordern werde, sowie von John Stumpf 28 Millionen Dollar.

Hier die Kernaussagen des Aufsichtsrats in Stichpunkten im Originalzitat:

The investigation identified a confluence of factors that led to the sales practices issues, which are being addressed by the Board and management, including:

The Community Bank’s sales culture and performance management system

Wells Fargo’s decentralized corporate structure, which gave too much authority and autonomy to the Community Bank’s senior leadership without the necessary oversight and encouraged deference to the business units, which housed their own risk and human resource management systems

Carrie Tolstedt and other Community Bank leaders were unwilling to change the sales model or recognize it as the root cause of the problem, resisted and impeded scrutiny or oversight from corporate risk management and the Board and, when forced to report, minimized the scale and nature of problems

Former Chairman and CEO John Stumpf, relying on the Bank’s decades of success with cross-sell and positive customer and employee survey results, was too slow to investigate or critically challenge the sales practices at the Community Bank and to appreciate the seriousness and the substantial reputational risk to Wells Fargo

Hier die Aussagen des Vorstands in Stichpunkten im Originalzitat:

Making fundamental changes to create a better Wells Fargo

Eliminated product sales goals and changed how we pay our retail bankers.

Invested in our people, increasing the pay for our entry-level team members across the country.

Strengthened our ethics and risk management, including creating a new Office of Ethics, Oversight, and Integrity; adding protections so anyone can feel safe reporting his or her concerns to our Ethics Line; and expanding our training for our managers and bankers, so they can better respond.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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