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Aus dem Tagebuch eines einfachen Traders: Jetzt bin ich leicht verwirrt …

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Jürgen Sprenzinger

Jetzt bin ich leicht verwirrt

… weil ich überhaupt nicht weiß, was und wie ich traden soll – hm. Der Markt spielt verrückt und die Kurse laufen so schnell, dass ich kaum mehr reagieren kann. Ich glaube, ich kauf mir langsam einen Trading-Roboter und automatisiere das Ganze, weil das hält ja kein Mensch auf Dauer aus …

Wir leben schon in einer irren Welt: Einmal höre ich, dass die FED die Zinsen erhöht, dann erhöht sie sie wieder nicht, weil ja alles so toll läuft in Amerika und Umgebung, dann liest man, dass Griechenland kurz vor dem Grexit steht, dann wieder doch nicht, weil‘ s ja vielleicht einen Schuldenschnitt geben könnte und die griechische Regierung wieder mal einen Reformvorschlag gemacht hat, der dann aber doch wieder keine neuen Fakten enthält, sondern nur Unterhaltungswert hat – ist ja auch ganz nett, denn die Herren in Brüssel müssen ja irgendwie bespaßt werden und brauchen zudem eine Existenzberechtigung.

Der eine „Experte“ schreibt dies, der andere sagt das – meist das Gegenteil vom andern – es ist ein Kasperltheater ohnegleichen und man sollte nicht glauben, dass hier erwachsene Menschen am Werk sind. Nebenbei schreit noch jeder, dass es jetzt „fünf Minuten vor Zwölf“ sei – sehen dabei aber nicht, dass es bereits zehn Minuten nach Zwölf ist – eigentlich müsste die Uhr schon längst zurückgedreht werden … Selbst der liebe Herr Weidmann, also Sie wissen schon, der Jens von der Bundesbank, hat gesagt, dass nicht mehr viel Zeit bliebe, weil sich durch einen Grexit der Charakter der Währungsunion verändern und es dann einen „Ansteckungseffekt“ geben würde und das alles hätte negative Folgen für uns. Ist schon ein Schnellspanner, der Jens. Nun ja, hat schon seinen Grund, dass er Präsident der Bundesbank ist und nicht der Herr Meier aus Althegnenberg. Was der Herr Weidmann allerdings genau damit meint, ist mir zwar schleierhaft, denn an einer konkreten Ausdrucksweise muss er noch etwas feilen – aber ich vermute mal, dass er annimmt, dass dann Spanien, Portugal, Frankreich und Italien hinterher kommen und sich ebenfalls fragen, ob man den Euro wirklich braucht und wie, bitte schön, wär‘s so nebenbei mit einem Schuldenschnitt? Ein Schuldenschnitt soll nämlich viel schöner sein als ein Halsabschnitt, habe ich mir sagen lassen. Herr Weidmann betrachtet dieses Szenario zwar als „befremdlich“, weil er glaubt, dass jeder Beobachter sieht, dass sich die Situation sowohl in Spanien als auch in Italien von der Griechenlands klar unterscheiden würde. „Jeder Beobachter“ – wer bitte schön ist das? Und selbstverständlich sieht das „jeder Beobachter“ völlig objektiv, hat aber leider nicht die gleichen Dioptrie-Werte wie die Brille von Herrn Weidmann und man redet ja oft nur, damit die Luft scheppert. Wie auch immer – auch ohne Brille darf man sagen: Schulden haben sie alle bis über beide Ohren, Jugendarbeitslosigkeit und Altersarmut auch. Im August 2014 war Italien sogar arbeitsmarktpolitisch das Schlusslicht Europas, der italiensche Staatspräsident sprach damals von einer „nationalen Katastrophe“ und dass die Jugend eine Generation ohne Zukunft sei“. By the way: In mir regt sich die leise Vermutung, dass sich die Staatspleiten in nächster Zeit mehren werden – wie gesagt, nur eine Vermutung und man kann‘s in Ruhe abwarten …

Frau Merkel (Mutti) jedenfalls sollte man mit der Frage, ob man den Euro wirklich braucht, nicht belästigen, denn sie ist ja der Meinung, dass es ohne Euro kein Europa gibt, weil sie längst vergessen hat, dass sie mal in Ostmark bezahlt hat. Für ihren geliebten Euro würde sie auch Deutschland verheizen. Dann allerdings taucht bei mir schon wieder die nächste Frage auf: Was war zuerst? Europa oder der Euro? Ich kann diese Frage leider nicht hier und jetzt beantworten, aber ich werde das noch ausgiebig recherchieren. Ich werde auch nachforschen, wie die Jungs das vor unserer Zeit gemacht haben, als es den Euro noch gar nicht gab. Allerdings habe ich mal gehört, dass es angeblich den Handel zwischen verschiedenen Ländern bzw. Nationen früher schon gegeben hat – im alten Babylon zum Beispiel – und das, obwohl die keinen Euro hatten. Dennoch haben die das ganz gut hinbekommen. Einfach unglaublich!
Zufälligerweise bin ich Augsburger und deswegen weiß ich, dass hier einst eine Familie Fugger lebte, die so um 1500 herum zu den reichsten Familien der Welt gehörte – man könnte fast schon sagen, Bill Gates oder Warren Buffett sind dagegen arm wie Kirchenmäuse. Egal: Der Patriach Jakob Fugger bezahlte seine Brötchen beim Bäcker mit Gulden und man soll‘s nicht glauben: Es hat einwandfrei funktioniert. Aber nicht nur das: Seine Handelwege reichten von Deutschland nach Italien, Portugal, Spanien, England, Ungarn oder auch Polen. Selbst der Ferne Osten war kein Problem – und das alles ohne Euro. Ja wie er‘s bloß gemacht hat …

Doch zurück zu Griechenland: Irgend wann geht einem das Thema wirklich auf den Nerv – und deshalb hoffe ich, dass es bald zu einem Grexit kommt, Griechenland im Euro bleibt oder das Land an den Nordpol versetzt wird – egal, aber entweder Hüh oder Hott oder wie der norddeutsche Mitbürger sagt: Jetzt mal Butter bei die Fische! Ich vestehe einfach nicht, warum die alle so ein Theater wegen der bißchen Zahlungsunfähigkeit machen! Zahlungsunfähigkeit hin oder her, was soll‘s? Ist doch nur Geld …
In neuerer Zeit war Griechenland doch schon oft zahlungsunfähig. Meines Wissens nach bereits in den Jahren 1826, 1843, 1860, 1894 und 1932. Die Hälfte der Zeit, in der das Land unabhängig ist, war es zahlungsunfähig – weshalb also die Aufregung?

Man sollte diesbezüglich nicht so pingelig sein – auf einmal mehr oder weniger kommt‘s doch wohl nicht an, oder? Hauptsache ist doch, dass die Kurse wieder normal laufen!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    joah

    19. Juni 2015 10:21 at 10:21

    Irgendwie bekomme ich den Eindruck nicht weg, das der Autor am Anfang des Artikels mit der primären Verunglimpfung anderer seine eigene Unwissenheit und Oberflächlichkeit decken wollte. Neben diverser Verdrehungen herrscht hier auch mangelndes Tiefenwissen – der Rest ist das, was jeder ohnehin weiß.

    • Avatar

      joah

      19. Juni 2015 19:06 at 19:06

      PS: bei mir war es zu dieser Zeit erst 21 nach 10

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Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick für die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

Veröffentlicht

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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