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Europa

Aus diesen Gründen schrumpft der Leistungsbilanz-Überschuss der Eurozone immer weiter

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Die Leistungsbilanz beinhaltet nicht nur Außenhandelsüberschüsse und Defizite im Warenhandel, sondern auch aus Dienstleistungen, Kapitalerträge usw. Sie spiegelt also den effektiven Geldfluss wieder und gibt an, ob ein Land oder ein Wirtschaftsraum unterm Strich Mittelzuflüsse oder Mittelabflüsse erlebt.

Für die Eurozone hat die EZB heute den aktuellsten Wert für den Monat November präsentiert. Mit einen Überschuss in der Leistungsbilanz von 20 Milliarden Euro liegt man spürbar schlechter als noch im Oktober mit 27 Milliarden Euro. Dafür gibt es mehrere Gründe. Wer genau hinschaut, kann es im Balken ganz rechts erkennen, der den Monat November darstellt.

Fangen wir im Minus-Bereich an. Das Sekundäreinkommen (blau) ist durchweg negativ. Dabei geht es um Gelder, die von Ausländern in der Eurozone verdient und dann in ihre Heimat transferiert werden. Dieses Geld wird also den Volkswirtschaften in der Eurozone entzogen, und ist somit der einzige Negativwert bei der Errechnung der Leistungsbilanz. Dieser Wert hat sich zuletzt etwas vergrößert.

Dann haben wir den Warenhandel (in gelb), der traditionell für Europa immer im positiven Bereich liegt, vor allem dank der immensen deutschen Überschüsse. Man kann aber sehen, dass die gelben Balken Monat für Monat immer kleiner werden. Schlechter waren die Überschüsse im Warenhandel zuletzt Mitte 2014. Der rote Balken steht für die Überschüsse im Außenhandel mit Dienstleistungen, der konstant bleibt. Das Primäreinkommen (in grün, Kapitalerträge aus dem Ausland) ist ein klein wenig geschrumpft.

Insgesamt schrumpft die Leistungsbilanz der Eurozone von Ende 2017 bei 40 Milliarden Euro auf jetzt nur noch 20 Milliarden Euro.

Leistungsbilanz Eurozone November 2018
Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.

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Europa

China uns Deutschlands wichtigster Handelspartner, und weitere interessante Erkenntnisse

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China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Dies kann man ganz klar ableiten aus der Addition der Export- und Importsummen. Zwar importieren wir aus keinem anderen Land so viel wie aus China – aber bei den Exporten aus Deutschland heraus liegt China nur auf Platz Nummer 3. Aber wie gesagt, zusammengerechnet mit 199,3 Milliarden war dies das größte Gesamtvolumen im letzten Jahr.

Bei den USA ist das Verhältnis genau umgekehrt. Die USA sind der größte Empfänger von deutschen Exporten, aber die USA exportieren deutlich weniger nach Deutschland. Das gesamte Handelsvolumen liegt hier nur bei 178 Milliarden Euro. Auffällig ist auf der deutschen Importseite, dass Polen und Tschechien die Nummer 6 und 7 sind mit Volumen von 55 und 48 Milliarden Euro.

Daraus kann man ablesen, wie viele deutsche Produzenten inzwischen Teile-Fertigungen in diesen Ländern haben, (zum Beispiel die Autohersteller). Diese Teile gehen dann nach Deutschland in die Endmontage-Straßen, und somit kommen große Importvolumen aus diesen Ländern zustande. Auch auffallend sind die hohen Importe aus den Niederlanden mit 98 Milliarden Euro.

Dies kann natürlich damit erklärt werden, dass Übersee-Lieferungen (vor allem Öl) über die Niederlande nach Deutschland kommen. Umgekehrt auf der Exportseite geht auch ein großes Volumen Richtung Niederlande, da die deutschen Exporteure ja nicht nur Bremen und Hamburg zum Verschiffen nutzen. Produzenten entlang des Rheins können viel sinnvoller Häfen wie Rotterdam nutzen. Hier noch ein paar Worte zur aktuellen Außenhandelsstatistik vom Statistischen Bundesamt:

Wichtigstes Abnehmerland deutscher Waren im Jahr 2018 waren wie bereits in den Vorjahren die Vereinigten Staaten. Güter im Wert von 113,5 Milliarden Euro wurden von Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert. Auf den Plätzen zwei und drei der bedeutendsten deutschen Exportländer lagen Frankreich (105,3 Milliarden Euro) und die Volksrepublik China (93,1 Milliarden Euro). Nach Deutschland importiert wurden die meisten Waren im Jahr 2018 aus der Volksrepublik China (106,2 Milliarden Euro). Auf den Plätzen zwei und drei der wichtigsten deutschen Lieferländer lagen die Niederlande (98,2 Milliarden Euro) und Frankreich (65,2 Milliarden Euro). Die höchsten Exportüberschüsse wies Deutschland im Jahr 2018 mit den Vereinigten Staaten (48,9 Milliarden Euro), dem Vereinigten Königreich (45,0 Milliarden Euro) und Frankreich (40,2 Milliarden Euro) aus. Mehr Waren importiert als dorthin exportiert wurden aus China. Für dieses Land betrug der Importüberschuss im Jahr 2018 13,0 Milliarden Euro.

China

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Europa

Konjunkturabschwung in Europa: Exporte über Überschüsse schrumpfen!

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Und jetzt gibt es noch einen weiteren Beleg dafür, dass der Konjunkturabschwung in Europa (Gesamt-EU und Eurozone) gerade voll im Gange ist. Nur am Arbeitsmarkt ist er noch nicht angekommen. Das hängt wohl davon ab, wie stark und dauerhaft der Abschwung sein wird. Heute haben die Statistiker von Eurostat Außenhandelsdaten für den Monat Dezember vermeldet. Der Außenhandelsüberschuss der Eurozone ist weiter geschrumpft auf 17 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es noch 24,5 Milliarden Euro.

Konjunkturabschwung in Europa sichtbar in Exportrückgängen

Die Exporte der Eurozone sind im Dezember im Jahresvergleich um 2,7% gesunken. Für die Gesamt-EU war es ein Rückgang von 3,9%. Gleichzeitig stiegen die Importe in der Eurozone um 1,9%, und in der Gesamt-EU um 4,3%. Das bedeutet: Weniger Geldzuflüsse nach Europa, gleichzeitig mehr Ausgaben für Importe, die Überschüsse sinken weiter. Europaweit so klar rückläufige Exporte deuten ganz eindeutig auf ein globales Abkühlen der Konjunktur hin, und auf den angesprochenen Konjunkturabschwung in Europa – vor allem in Ländern wie Deutschland, Österreich, Niederlande, wo Industrieproduktion in bedeutendem Umfang stattfindet. Hier dazu die passende Grafik. Rechts sieht man die Abstürze der letzten Monate.

Interessant sind wie schon in den vorigen Monaten die Veränderungen des EU-Außenhandels gegenüber den Schwergewichten USA und China. Im Gesamtjahresvergleich 2017 zu 2018 hat die EU gegenüber den USA ihren Überschuss von 119,6 auf 139,7 Milliarden Euro enorm vergrößert! Gegenüber China hat die EU ihr Defizit von 177,7 auf 184 Milliarden Euro leicht erhöht! Die von Donald Trump angemahnte Bekämpfung des Defizits ist zumindest gegenüber Europa bislang (!) übelst fehlgeschlagen, trotz seiner Bemühungen. Gegenüber Russland und Norwegen ist das Defizit der EU gestiegen. Diese beiden Länder sind wichtige Rohstoff-Lieferanten für die EU (Öl und Gas).

Konjunkturabschwung in Europa - Containerverladung
Containerterminal im Port of Colombo in Sri Lanka. Foto: CC BY 2.0

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Europa

Aktuell: Daten zum Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt

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Das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 4. Quartal 2018 wurde soeben als Vorabschätzung veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es um 1,2% gestiegen (erwartet waren +1,2%). Im Quartalsvergleich ist es um 0,2% gestiegen (erwartet waren +0,2%).

Italien zeigt im Quartalsvergleich -0,2% und im Jahresvergleich nur +0,1%. Frankreich zeigt +0,3% und +0,9%. Spanien steigt um 0,7% und 2,4% im Jahresvergleich. Aus Griechenland gibt es noch keine aktuellen Daten.

EU-Bruttoinlandsprodukt
© European Communities, 1996 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: –

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