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Asien

Australien: Das Platzen der Immobilienblase hat begonnen!

Australien hat als einziges westliches Land neben Kanada eine immer dickere Blase an den Immoblienmärkten, die anders als in den USA oder in Spanien einfach nicht geplatzt ist, sondern sich immer weiter aufgepumpt hat. Aber der Trend geht seit ca. einem Jahr nach unten, aktuelle Daten zeigen einen alarmierenden Einbruch am Immobilienmarkt..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Keine Frage: Asutralien ist ein Land der Wunder! Kein anderes Land hat es je geschafft seit sage und schreibe 104 Quartalen keine Rezession mehr zu haben – das ist Weltrekord! Und Australien hat als einziges westliches Land neben Kanada noch etwas anderes geschafft: man hat eine immer dickere Blase an den Immoblienmärkten, die anders als in den USA oder in Spanien einfach nicht geplatzt ist, sondern sich immer weiter aufgepumpt hat. So gibt es alleine in Sydney mehr Baukräne als in allen Großstädten der USA zusammen – ein scheinbar nie enden wollender Boom.

Wirklich nie endend? Derzeit nämlich mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Blase schon angestochen ist. Das zeigen aktuell die heute Nacht vermeldeten Zahlen aus down under für die Wohnbaugenehmigungen: sie fielen von November auf Dezember um satte -20%, wobei der Rückgang besonders herb war bei Stadtwohnungen mit einem Minus von 39%! Stabil blieben dagegen die Genehmigungen für Häuser (also Unterkünfte im vorwiegend ländlicheren Bereich) – aber es waren im ganzen Land dennoch weniger als 10.000!

Damit setzt sich die Schwäche der letzten 12 Monate verstärkt fort – in diesem Zeitraum sind die Genehmigungen um -5,5% gefallen, ein klares Zeichen zunächst für eine Abkühlung, der stetige Aufwärtstrend jedenfalls ist erst einmal gestoppt! Inzwischen herrscht Konsens unter australischen Analysten, dass der Immobilienmarkt dabei ist, deutlich abzukühlen. Derzeit geht man davon aus, dass in den Großstädten Sydney und Melbourne die Preise in diesem Jahr um 5% bis 10% fallen werden, weil in der Vergangenheit extrem viele Neubauten auf den Markt gekommen waren und nun die Nachfrage nach diesen Neubauten nachläßt. Ein Grund dafür sind vor allem die verschärften Finanzierungsbedingungen – die australischen Banken sind zuletzt deutlich vorsichtiger geworden bei der Kreditvergabe.

Wenn aber die Preise fallen, wird es zwangsläufig sehr ungemütlich: die meisten Australier haben ihre Immobilie mit einem Eigenkapital zwischen 5% und 10% gekauft, der Rest ist fremdfinanziert. Die durschnittliche Haushaltsverschuldung in Australien liegt über der 200%-Marke zum Einkommen, einer der höchsten Werte in der Welt.

Fallen aber die Preise für Immobilien, werden die kreditgebenden Banken nervös, schließlich haben sie aufgrund des geringen Eigenkapitals, das die Käufer hinterlegt hatten beim Kauf, kaum Risikopuffer – es droht eine Abwärtsspirale, wie wir sie in den USA und Spanien gesehen haben. Aber das Kartenhaus dürfte früher oder später einstürzen, wie eine ausführliche Analyse der Situation Australiens belegt!

Australien ist wie kaum ein anders Land abhängig von China – daher blickt man in Australien mit Bangen zum Reich der Mitte und hofft, dass die dortige Wirtschaft nicht abkühlt. Sollte das aber dennoch passieren, träfe das die Aussies in einem Moment, in dem die Blase ihren Hochpunkt ganz offenkundig überschritten hat – jetzt geht es nur noch um die Frage, wie bitter das Platzen der Blase werden wird!


Die Skyline von Brisbaine
Foto: Lachlan Fearnley – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26331156

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Thomas

    1. Februar 2018 17:08 at 17:08

    Wenn man davon ausgeht, das die Kredite für Immobilen geschöpftes Geld sind und zwar aus dem Nichts, dann sollte es kein Problem sein, das dieser aus dem Nichts geschöpfte Kredit wieder auf 0 geht.

    Oder verstehe ich da jetzt was nicht ?

    • Avatar

      Enka Latineg

      3. Februar 2018 10:58 at 10:58

      Natürlich geht der Kredit wieder auf Null, wenn die Immobilie zwangsversteigert ist…falls sie nicht abbezahlt werden kann.
      Die Bank gewinnt immer. Großbanken sind too big to jail. Menschensind in diesem System nicht vorgesehen.
      Mich interessiert, ob Blasen in deutschen Städten auch bald reif zum Anstechen sind.

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Asien

Bruttoinlandsprodukt: China ist gewachsen, Deutschland und Europa hinken hinterher

Redaktion

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Shanghai ist die weltweit bekannteste Metropole in China

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im Gesamtjahr 2020 um 5 Prozent gesunken (wir berichteten). Dieses Ergebnis war besser als gedacht. Für die Eurozone liegen die Erwartungen bei -7,5 Prozent. Und China? Wohl dank der schnellen und extrem harten Lockdown-Maßnahmen (Millionen Menschen wurden quasi zuhause eingesperrt) kam das Land schnell aus der Coronakrise heraus, und Wirtschaft und Handel waren relativ gering beeinträchtigt.

Ganz aktuell liegen staatliche Aussagen aus China vor, wonach das Bruttoinlandsprodukt in 2020 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent gestiegen ist! Während der Westen kräftige Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet, legt China als einziges bedeutendes Land also einen Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung hin. Im 4. Quartal 2020 lag das BIP-Wachstum in China im Jahresvergleich sogar bei 6,5 Prozent! Im Chart sehen wir im Verlauf der letzten zehn Jahre in blau die prozentuale BIP-Wachstumsrate für China, und in schwarz die für Deutschland.

Die Industrie in Deutschland kommt zwar ziemlich gut durch die Coronakrise. Aber wir alle sehen es. Die Dienstleistungsbranche leidet massiv unter den monatelangen chaotischen Maßnahmen, dem zweiten Lockdown, und ständig geänderten Regeln. Ist für so einen Krisenfall eine Diktatur wie China besser aufgestellt, weil man Lockdown-Maßnahmen dramatisch restriktiver umsetzen kann als in Europa oder Nordamerika? Danach konnten sich Wirtschaft und Konsum sehr schnell wieder erholen, anders als hierzulande.


source: tradingeconomics.com

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Asien

Sentix: Konjunkturhoffnung steigt auf Allzeithoch – Impfstoff..

Markus Fugmann

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Die Erwartungen an eine massive Konjunkturerholung nicht nur in Deutschland steigen auf neue Allzeithochs – das zeigt der sentix Konjunkturindex!

Dazu schreibt Sentix:

„Das Corona-Krisenjahr 2020 endet mit einem Paukenschlag, der für die Weltwirtschaft gleich mehrere Ausrufezeichen setzt. Uns liegen in den Dezember-Ergebnissen reihenweise Allzeithochs (!) in den Erwartungskomponenten verschiedener Weltwirtschaftsregionen vor. Die Hoffnung auf einen baldigen Einsatz von Impfstoffen schürt die Fantasie, dass die Wirtschaft in 2021 sich deutlicher als bisher vom Konsens erwartet erholen kann.

  • Die Erwartungskomponenten der sentix Konjunkturindizes gehen reihenweise durch die Decke: Wir messen in fünf verschiedenen Weltregionen ein Allzeithoch (!) in den Konjunkturerwartungen.
  • Asien ex Japan, USA, Japan, Osteuropa, sowie Deutschland legen in den 6-Monatswerten um rund 10 Punkte zu. Die Lagewerte verbessern sich ebenfalls, jedoch mit geringerem Tempo.
  • Der überraschend starke Anstieg fußt auf der Hoffnung, dass schon bald über einen Einsatz von Impfstoffen die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen ist. Dies setzt boomartige Wachstumskräfte frei. Der sentix Global Aggregate Gesamtindex legt um 6,1 Punkte zu und klettert damit auf den höchsten Wert seit Mai 2019.“

Sentix zeigt: Hoffnungen auf Konjunkturerholung immens, Lage meist mau

Für Deutschland steigen die Erwartungen im Dezember auf einen Wert von 34,3 (November war 22,0) – auffallend aber ist, dass sich die Einschätzung der aktuellen Lage kaum verändert hat mit -17,3 (Vormonat war -17,5). Faktisch also viel Hoffnung bei gleichzeitig bislang wenig eingetrtener Realität..

Für die USA und Asien steigen die von Sentix erfaßten Erwartungen ebenfalls auf neue Allzeithochs: für Asien von 30,8 im Vormonat auf nun 40,0, in den USA von 21,3 auf 32,3. Während in Asien auch die Einschätzung der aktuellen Lage steigt von 16,0 auf 19,8, fällt die Einschätzung der aktuellen Lage im Dezember im Vergleich zum Vormonat November sogar von -10,5 im November auf nun -11,8.

Diesen immensen Optimismus spiegeln auch die Aktienmärkte wider, die etwa in den USA breitflächig auf neue Allzeithochs gestiegen sind. Global gesehen bringen die Aktienmärkte nun eine Marktkapitalisierung von 100 Billionen Dollar auf die Waage – so viel wie noch nie. In Relation zum globalen BIP sind die Aktienmärkte nun mit 115% bewertet – nur auf dem Hochpunkt der Dotcom-Blase lag die Bewertung noch höher.

Da muß also alles gut gehen, die Beste aller Welten wird eingepreist. Was aber, wenn die immensen Erwartungen sich nicht erfüllen? Die in der Coronakrise massiv aufgehäufte Verschuldung von Staaten und Unternehmen macht zukünftiges Wachstum schwieriger, weil immer mehr Geld in die Bedienung von Schulden fließen muß. Und die von vielen Staaten aufgelegten Stimulus-Maßnahmen verlagern zukünftigen Konsum in die Gegenwart (siehe dazu hier mehr). Um das hohe Konsum-Niveau beibehalten zu können, bedarf es dann wiederum weiterer Stimuli und noch höherer Verschuldung – ein Teufelskreis, der letztlich kaschiert, dass die Schulden seit den 1980er-Jahren schneller wachsen als die Wirtschaft..

Das Sentix Sentiment zeigt, dass die Erwartungen für die Konjunktur auf neue Allzeithochs steigen

 

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Asien

China mit beeindruckenden Konjunkturdaten – asiatische Märkte beflügelt

Claudio Kummerfeld

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Die Kulisse von Shanghai als Vorzeigemetropole in China

In China glänzen die Konjunkturdaten. Ein beeindruckendes Wachstum wird da hingelegt – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass man den Zahlen auch wirklich trauen kann. Die Industrieproduktion in China wächst laut heute früh veröffentlichten Daten im Oktober im Jahresvergleich um 6,9 Prozent bei Erwartungen von 6,5 Prozent. Damit kann die Wachstumsrate aus dem Vormonat gehalten werden. Im Year-to-date-Vergleich, also Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019, ist die Industrieproduktion um 1,8 Prozent gewachsen. Also legt China trotz Coronakrise insgesamt schon in 2020 ein Wachstum hin!

Der Chart zeigt das Wachstum im Jahresvergleich – ein Balken steht für einen Monat. Beeindruckend höhere prozentuale Werte im Vergleich zum Vorjahr! Die Einzelhandelsumsätze sind in China im Oktober im Jahresvergleich um 4,3 Prozent gestiegen, bei Erwartungen von +4,9 Prozent. Aber die Daten zeigen, dass die Lücke aus der Coronakrise in China längst überwunden wurde. Man hatte noch vor Europa und den USA einen extrem harten und kurzen Lockdown, und konnte danach schnell wieder die Volkswirtschaft hochfahren.


source: tradingeconomics.com

Japan meldet heute früh ebenfalls erfreuliche Konjunkturdaten. Im dritten Quartal gab es im Quartalsvergleich ein Wachstum bei der Wirtschaftsleistung (BIP) von 5 Prozent. Vier Quartale vorher gab es kein Wachstum. Schon kurz vor der Coronakrise hatte eine Mehrwertsteueranhebung in Japan die Wirtschaft geschwächt. Aber das jetzige Wachstum sorgt für Optimismus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legt heute ein Plus von 521 Punkten oder 2,05 Prozent hin. Der Shanghai Composite steigt um 37 Punkte oder 1,1 Prozent. Gute Vorzeichen für den Wochenstart in Europa.


source: tradingeconomics.com

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