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Bank of England: Brexit nicht länger das größte Risiko für UK-Finanzsystem – Aussichten für das Pfund

Der Chef der britischen Notenbank „Bank of England“ erklärte gegenüber Abgeordneten in einem Finanzausschuss , dass der Brexit nicht mehr das größte Risiko für das britische Finanzsystem…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Chef der britischen Notenbank „Bank of England“ erklärte gegenüber Abgeordneten in einem Finanzausschuss , dass der Brexit nicht mehr das größte Risiko für das britische Finanzsystem darstelle. Der Grund: Die britische Wirtschaft laufe seit der Brexit-Abstimmung im Juni 2016 deutlich besser als es die Vorstände der Bank of England wie auch er selbst als der Vorsitzende es erwartet hätten. Die Einschätzung wird auch gestützt durch gestern veröffentliche Konjunkturdaten aus UK, die über den Erwartungen lagen. Die Konjunktur lief in den drei Monaten nach der Brexit-Abstimmung genau so gut wie in den drei Monaten davor.

Explizit darauf angesprochen, sagte Carney dass die Bank of England in den Monaten vor der Brexit-Abstimmung große Bedenken hatte, wie der Brexit die finanzielle Stabilität hätte schwächen können. Im Klartext: Man wusste es nicht, und jetzt ist man schlauer. Noch im Mai hatte Carney vor einer deftigen Rezession gewarnt – gut, die kann noch kommen, aber momentan, da läuft es erstaunlich gut. Wir bei FMW sind jetzt auch schlauer, denn abgesehen vom Pfund-Absturz ist UK noch nicht den Bach runtergegangen, auch wenn es bereits viele negative Tendenzen gibt wie die steigenden Preise. Aber bislang scheint die große Katastrophe ausgeblieben zu sein. Und laut Carney wird sie auch nicht kommen.

Die Risiken, die resultieren werden aus der Abspaltung zwischen EU und UK, seien für die Rest-EU größer als für UK, so Carney. In seinem nächsten Bericht für die Inflationserwartungen für Großbritannien müsse er die Erwartungen hochsetzen. Jetzt geht es also darum, ob die Bank of England einerseits ihre Inflationserwartungen erhöhen kann, gleichzeitig aber die Zinsen weiter so niedrig hält wie bisher. Denn grundsätzlich wird die Angst vor einem Konjunktureinbruch durch den Brexit nicht verschwinden.

Geht man davon aus, dass also die Inflation steigt ohne notwendige Zinserhöhung zur Eindämmung von Inflation, würde das Pfund weiter geschwächt werden. Bis gestern fiel es auf ein neues 32 Jahres-Tief kurz vor die 1,20 gegen den US-Dollar. Wir blenden hier mal den Flash Crash im Pfund aus Oktober 2016 aus. Das Pfund legte über Nacht bis heute Nachmittag eine erstaunliche Wende hin, von 1,2037 gestern Nachmittag im Tief auf vorhin 1,23. Das ist aber vor allem der gestrigen Pressekonferenz von Donald Trump geschuldet, die den Dollar schwächte.

Die ganz aktuelle Pfund-Stärke ist also eher eine Dollar-Schwäche. Es ist fraglich, ob das lange anhalten wird. Aus technischer Sicht wird es wohl niemanden geben, der im Pfund-Chart auf dem Weg nach unten irgendwelche Unterstützungslinien einzeichnen kann. Dazu die aktuellsten Aussagen Carney´s… sicher ist nichts, aber es sieht tendenziell nach einem weiter schwachen Pfund aus. Wichtig ist, dass in den nächsten Tagen die Entscheidung des höchsten britischen Gerichts ansteht, ob die Regierung gegenüber der EU den Austritt erklären darf, ohne Zustimmung des Parlaments. Wenn nicht, sind Verzögerungen im Austritt möglich, und mal wieder würden Chaos-Szenarien zirkulieren. Was denn nun, wie geht es weiter, wie lange verzögert sich der Brexit? Das würde dann wohl auf die Tagesordnung rücken.

Der Lobbyverband der britischen Finanzbranche TheCityUK macht in einer heutigen Erklärung einmal mehr klar, was die Banken wollen. Freien Zugang zum EU-Binnenmarkt, und von Theresa May bitte schön eine Übergangslösung .Also keine Hängepartie für die Banken in den nächsten beiden Jahren, wo UK mit der EU über den Brexit verhandelt. Das wird aber eng, liebe Londoner Banker, so möchten wir betonen. Theresa May hat einmal mehr jüngst klar gemacht, dass ihr Fokus auf der Beschränkung der Personenfreizügigkeit liegt – woraufhin Angela Merkel klarstellte, dass es dann eben ein harter Brexit werden wird. Da ist wohl nichts zu holen für einen freien Zugang zum Binnenmarkt!


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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Mulinski

    12. Januar 2017 16:11 at 16:11

    Da ist wohl nichts zu holen für einen freien Zugang zum Binnenmarkt!
    Mal eine Frage, warum soll es Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA, (jetzt mit Trump eh Geschichte), also einen freien Markt aber nicht mit UK?

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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