Folgen Sie uns

Allgemein

Bargeld nach und nach abschaffen? Nein, es geht nur um die „gute Sache“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bargeld Beispielbild

Wollen die „dunklen Mächte“ aus Politik und Finanzindustrie den Bürger völlig gängeln und das Bargeld nach und nach abschaffen? Alles nur eine billige Verschwörungstheorie? Der Vorteil einer Welt ohne Bargeld wäre vor allem die totale Kontrolle. Nicht dass sich der Staat dafür interessiert, was wir so alles einkaufen mit unseren Kartenzahlungen. Nein, es geht darum, dass der Bürger ohne Bargeld nicht mehr vor dem Finanzsystem fliehen kann. Droht ein Banken-Zusammenbruch, kann man sein Geld nicht mehr von der Bank in bar abheben und unters Kopfkissen legen. Man ist den Banken ausgeliefert. Noch wichtiger: Schrauben die Notenbanken die Zinsen noch weiter ins Negative, könnten die Banken sie ohne Angst in voller Höhe an die kleinen Privatkunden weiterreichen, ohne dass die sich wehren könnten. Und dass starke Negativzinsen grundsätzlich eine Idee sind um zum Beispiel Rezessionen zu bekämpfen, zeigte der IWF letztes Jahr bereits in einem Papier.

Das böse Bargeld

Denn heutzutage kann man noch, sollten die Banken großflächig ab dem ersten Euro Negativzinsen einführen, einfach zur Bank gehen, sein Geld in bar abheben, und zack, fertig, man hat als Bürger und Kunde für sich persönlich den Strafzins verhindert. Aber ohne Bargeld geht das nicht mehr, und man würde quasi genötigt werden sein Geld zu verkonsumieren, oder in tolle Fondsprodukte der Banken zu stecken. Aber gut, kommen wir zum Hier und Jetzt. Planen die „dunklen Mächte“ die Abschaffung von Bargeld? Das ist wohl Ansichtssache. In Schweden zum Beispiel gibt es zwar kein Gesetz, das Bargeld verbietet. Aber wenn immer mehr Einzelhändler zum Beispiel gar kein Bargeld mehr annehmen, dann ist das nichts anderes als eine verdeckte Abschaffung von Bargeld.

Und in Euroland? Die EZB hatte bereits den 500 Euro-Schein abgeschafft, in dem man durch die Beendigung des Drucks neuer Scheine quasi eine indirekte Abschaffung veranlasste. Begründung: Kampf gegen Terror und Geldwäsche. Was für ein Quatsch! Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass mit der Abschaffung dieser Banknote Terror oder Geldwäsche in irgendeiner Form erschwert wird! Letztes Jahr hatte sogar die Bundesbank sogar ganz offiziell in einem ihrer Berichte klar dargelegt, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang gebe. Zitat auszugsweise:

Wissenschaftliche Belege zum Umfang der aus Schattenwirtschaft und Kriminalität resultierenden Bargeldnachfrage sind aufgrund des illegalen Charakters der Aktivitäten nur schwer zu erbringen. Empirische Untersuchungen der Schattenwirtschaft sind deswegen überdurchschnittlich unsicher, sodass alle Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten. Oft wird lediglich auf anekdotische Evidenz zurückgegriffen, die direkt an der Höhe des Bargeldumlaufs oder des Umlaufs großer Banknotenstückelungen ansetzt.

Die lästigen Münzen

Und ja, die lieben Euro-Münzen. Wie auch die Scheine sind sie ganz reale handfeste Zahlungsmittel, die dem Bürger nicht durch eine Bankenschließung weggenommen werden können. Was der Bürger in der Tasche hat, hat er in der Tasche! Und was hört man ganz aktuell? Soll Die Abschaffung von Bargeld forciert werden? Nein, aber nein, natürlich nicht!? Es geht nur „um das Wohl aller“, so möchten wir es formulieren. Aktuell läuft es unter der Überschrift „Entbürokratisierung“. Wie aktuelle Berichte zeigen, gibt es eine Initiative der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen, um die Bürokratie zu entrümpeln. Aber komisch, warum das Papier vertraulich ist und nicht an die Öffentlichkeit kommen sollte? Was wäre da naheliegender als 1 und 2 Cent-Münzen abzuschaffen. Es gehe nämlich darum das Leben der Bürger in Europa einfacher zu machen. Die Sprache ist von „Vereinfachungspotenzial und Fitness-Check“.

Es geht um einen Vorschlag für „einheitliche Rundungsregeln“ beim Bezahlen mit Münzen. Daher sollen 1 und 2 Cent-Münzen verschwinden, und man soll auf volle 5 Cents auf- und abrunden. Nur ein weiterer Schritt hin zur Abschaffung von Bargeld? Aber nein, das ist doch ganz sicher nur eine Verschwörungstheorie!? Frau von der Leyen geht es sicher nur um das Wohl der Bürger um die Vereinfachung des Alltags. Erwähnt wird im aktuellen Papier zum Beispiel, dass bei den kleinen Münzen die Herstellungs- und Transportkosten lästig seien. Aber, so möchten wir anmerken: Hat man nach dem lästigen 500er-Schein auch die 1 und 2 Cent-Münzen abgeschafft, fällt einem dann nicht auch auf, dass die Herstellungs- und Transportkosten für 10 und 20 Cent-Münzen genau so nervig und störend sind? Die könnte man dann ja auch abschaffen? Angeblich will Frau von der Leyen den Plan für die 1 und 2 Cent-Münzen heute offiziell vorstellen.

Den Bürgern das Bargeld madig zu machen, dazu gab es vom IWF unlängst einen tollen Vorschlag. Unfassbar, auch heute noch. Damit die Leute auf reines Buchgeld umsteigen, solle man einfach Bargeld abwerten. So könntem zum Beispiel bei der Abhebung von 100 Euro nur (ein einfaches Beispiel) nur 95 Euro aus dem Automaten kommen, sozusagen als Negativzins auf Bargeld? Auch könne man es so regeln, dass wer im Einzelhandel mit Bargeld bezahlt, höhere Preise zahlen muss als derjenige, der mit Karte zahlt. Sehen Sie dazu beim Klick an dieser Stelle einen sehr interessanten und ausführlichen Text.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    29. Januar 2020 10:46 at 10:46

    Nett formuliert alles.
    Eine Komponente fehlt auch hier:
    Das Problem sind nicht die Entscheider, die das Bargeld abschaffen wollen.
    Das Problem sind die naiven Bundesbürger, die der Propaganda aufsitzen.
    Zur Naivität und Gutgläubigkeit wird schon in den Schulen erzogen (heutzutage).
    Als Spielwiese dient Friday For Future.
    65 Prozent Zustimmung für Merkels sanfte Diktatur (wozu Bargeldabschaffung auch gehört).
    Da läuft was grundverkehrt…

    • Avatar

      globalvoterorg

      29. Januar 2020 14:16 at 14:16

      Wenn man den Finger auf die Wunde legt, ist die sogenannte „Naivität“ und das „Halbwissen“ eine verschleiernde Agenda. Wir „leben“ in einer gewaltigen Illusion, die durch regelmäßige Gehirnwäsche und Propaganda, seit Jahrhunderten, unterlegt ist. Nur 2% der Menschheit hat einen IQ von über 130. Nur, 0,3% der Menschheit sind Cash Dollar Millionäre. Nur, 0,001% der Menschheit dominiert alles. Das ZinsesZins Schuldgeld verteilt das Geld=Arbeit von fleißig zu reich. Die Milliardäre verdoppelten sich in den letzten 10x Jahren! Die Demokratie erweist sich, auch, als Illusion!? NEIN, sie wurde als Hoax, so, angelegt, weil keiner darüber nachdenkt, daß die Gleichverteilung der Stimmen eine, quasi, Verlängerung des Kommunismus ist. Machtillusion !!!
      Es ist nachweisbar, daß die Parlamente zu 80% Entscheidungen fällen, zugunsten der Eliten! ALLES, ist auf die Eliten ausgelegt. Eine unzweideutige Ungleichverteilung und Knechtung der Masse, obwohl uns, Allen, erzählt wird es geht „gerecht“ zu. Selbst der Staat und das Rechtssystem ist eine Illusion! Dies alles basiert auf der Gaus´schen Verteilungskurve. WIR, werden, nie und nimmer bessere Politiker/Dominanten bekommen, falls wir nicht zu besseren Bürgern werden! Das Schuldentum ist die Illusion die Zukunft konsumieren zu dürfen, ohne moralischer Schuld. Die Effekte ersehen wir, bildlich, in unserer Natur/Erde. Nur, das unnachhaltigste System, das FIAT SchuldgeldSystem, welches exponentiell angelegt ist und damit, immer, implodiert, ist die Mutter aller Wachstumskrisen. (Umweltverschmutzung und Raubbau der Ressourcen)
      Cui Bono !?
      Die Finanzkrake hat die Theorien von Silvio Gesell entdeckt, aber, NICHT, zum Vorteil der Gemeinwohlwirtschaft, sondern zum Vorteil der Dominanz. Warum nennt man diese, NICHT, die Reichen, weil es hier NICHT um Reichtum (Haben, eine weitere Illusion) geht, sondern um Dominanz/Macht! Die Finanzkrake (FED/EZB/BIZ: Die Lizenz zum Gelddrucken, Machen!) braucht nämlich kein Geld (!). Sie drucken es sich selbst.

  2. Avatar

    Übelkeit

    29. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Die Abschaffung kleiner Münzen gab es in der Vergangenheit regelmäßig. Durch Inflation werden diese Beträge nunmal zunehmend wertlos.

    Man muss bereits 60 2 Centstücke für eine Kugel Eis auf den Tischen legen. Und bei einer bleibt es meist nicht.

  3. Avatar

    Facherfahrener

    30. Januar 2020 01:10 at 01:10

    Ich schrieb schon vor Jahren – Mit der EU wird eine noch nicht gekannte DIKTATUR geschaffen.
    Und je mehr KRITIK an der EU entsteht, wird mit immer mehr VERBOTEN geantwortet.
    – 500,-€ Schein- Der Bürger soll den Eindruck gewinnen mit kleinen Scheinen Reicher zu sein
    – Nur die anfangs genannten Lagerkosten werden mit den kleinen Scheinen noch größer
    – NEIN statt 100 nur 95 zu erhalten geht nicht – bitte mal die Gesetze dieses Landes lesen
    – EU Gesetze die gegen das GG verstößen sind null und nichtig – dürfen nicht angewandt werden
    – Da der € in D offizielles Zahlungsmittel ist darf die EU diese Scheine in D nicht verbieten
    Und da kommt die „drei Wetter Taft“ zum Zug. Deutschland ist der treiber dieser EU-Diktatur
    um mit EU-Verordnungen das GRUNDGESETZ zu umgehen, und den Bürger mit Bargeldentzug gefügig
    zu machen. Das dritte Reich war NICHTS gegen die kommende Diktatur EU.
    Der Konsumgesteuerte dumme Bürger hat nur sein Handy im Kopf. Nicht mal reden miteinander
    können Sie – nur noch WhatsApp oder Facebook. Apps und Apps die ALLES an den Anbieter senden. Aber der so „studierte“ Bürger hat ja nichts zu verberger. Alexa dankt.
    Und ja – Bargeld zu pfänden brauchen dieser Betrüger einen rechtsverbindlichen richterlichen Beschluss, was seit den Bereinigungsgesetzen ausgeschlossen ist.
    Banken brauchen derartiges nicht um angeblich als „Drittschuldner“ Ihr Konto zu plündern.
    GEZ schikt Ihrer BAnk eine selbst augestellte Pfändung, und die Banken zahlen ohne das
    der Bürger sich dagegen wehren kann.
    Man kann diesen „Schwachköpfen“ hundert mal schreiben das GEZ, Bußgeldbescheide,Urteile
    einfach alles ohne Unterschrift NICHTIG sind. Selbst die Kfz-Steuer in Teilen gegen das
    GG verstößt. Ganz einfach- ab 2007 dürfen diese Verwaltungsangestellte derartiges NICHT
    unterschreiben. Sie sind nicht befugt. Öff-rechtliche Sender oder öff-rechtl. Forderungen
    gibt es nicht! Nur noch VERTRAGSRECHT. Gerichte arbeiten auch nur auf dieser Grundlage!
    GESETZE werden bei der Bildung gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Oder die Kids werden
    arglistig geteucht. AO=Abgabenordnung kein notwend. Vorschaltgesetz ZPO,StPO OwiG u.a.
    seit 2007 allesamt ungültig. Artikel 19 GRUNDGESETZ. Abes das wird den „Studierten“ nicht
    beigebracht. So sucht sich die heutige Generation „Götzbilder“ wie WhatsApp,Facebook u.a.

  4. Avatar

    Bernd

    30. Januar 2020 07:20 at 07:20

    Leider viel Schwarzmalerei und wenig Konkretes was man tun kann. Das Beispiel Schweden ist falsch herum aufgeführt: In Schweden gibt es seit letzen November ein Gesetz das die Banken zu Bargeld verpflichtet. Der nächste Schritt: Die Geschäfte werden Bargeld annehmen müssen. Erreicht wurde dies hauptsächlich durch eine Aktion der Rentner! Man kann also was tun! Aber es ist trotzdem sehr praktisch mit Karte bezahlen zu können. Auf den richtigen Mix kommt es an. Grüße aus Schweden!

  5. Avatar

    Facherfahrener

    30. Januar 2020 11:15 at 11:15

    @Bernd, Schweden ist nicht Deutschland.Staatsbürger kontra Staatsangehörige (Nationalität)
    SHAEF-Gesetz u.a.
    Gott hat gesagt „Mensch helfe dir selbst, dan helfe ich dir auch“ Das können die Rentner.
    Die heutige Generation – kan NICHTS!! Unbelehrbar, Überheblich Dumm!!
    „Sehr praktisch mit Karte zu bezahlen“? wage ich zu bezweifeln. Dauert länger und wenn der
    Apparat streikt nutzt das Kontogeld NICHTS. GELD was man in der Hand hat funktioniert
    IMMER ohne Störung/Überlastung der EDV.
    Warum sollen wir Ihnen oder anderen sagen, was dagegen zu tun ist? Wenn diese zu feige sind
    Gesetze anzuwenden, und sich der Ausbeutung zu widersetzen.
    – Bescheide aller Art – ohne Unterschrift Nichtig zurückweisen Abbuchungserl.widerrufen
    – Einfach NICHTS bezahlen – Vollstreckungsbeamte gibt es NICHT! GVG Gerichtsvollzieher
    auch nicht. Gilt nur für Deutschland/Austria
    Brauchen Sie noch mehr Anregungen, was jeder machen kann? Vertragsrecht studieren.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

weiterlesen

Allgemein

Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

weiterlesen

Allgemein

Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

ico Capital.com
Capital.com CFD Trading App
Kostenfrei

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen