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Bargeld nach und nach abschaffen? Nein, es geht nur um die „gute Sache“

Claudio Kummerfeld

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Bargeld Beispielbild

Wollen die „dunklen Mächte“ aus Politik und Finanzindustrie den Bürger völlig gängeln und das Bargeld nach und nach abschaffen? Alles nur eine billige Verschwörungstheorie? Der Vorteil einer Welt ohne Bargeld wäre vor allem die totale Kontrolle. Nicht dass sich der Staat dafür interessiert, was wir so alles einkaufen mit unseren Kartenzahlungen. Nein, es geht darum, dass der Bürger ohne Bargeld nicht mehr vor dem Finanzsystem fliehen kann. Droht ein Banken-Zusammenbruch, kann man sein Geld nicht mehr von der Bank in bar abheben und unters Kopfkissen legen. Man ist den Banken ausgeliefert. Noch wichtiger: Schrauben die Notenbanken die Zinsen noch weiter ins Negative, könnten die Banken sie ohne Angst in voller Höhe an die kleinen Privatkunden weiterreichen, ohne dass die sich wehren könnten. Und dass starke Negativzinsen grundsätzlich eine Idee sind um zum Beispiel Rezessionen zu bekämpfen, zeigte der IWF letztes Jahr bereits in einem Papier.

Das böse Bargeld

Denn heutzutage kann man noch, sollten die Banken großflächig ab dem ersten Euro Negativzinsen einführen, einfach zur Bank gehen, sein Geld in bar abheben, und zack, fertig, man hat als Bürger und Kunde für sich persönlich den Strafzins verhindert. Aber ohne Bargeld geht das nicht mehr, und man würde quasi genötigt werden sein Geld zu verkonsumieren, oder in tolle Fondsprodukte der Banken zu stecken. Aber gut, kommen wir zum Hier und Jetzt. Planen die „dunklen Mächte“ die Abschaffung von Bargeld? Das ist wohl Ansichtssache. In Schweden zum Beispiel gibt es zwar kein Gesetz, das Bargeld verbietet. Aber wenn immer mehr Einzelhändler zum Beispiel gar kein Bargeld mehr annehmen, dann ist das nichts anderes als eine verdeckte Abschaffung von Bargeld.

Und in Euroland? Die EZB hatte bereits den 500 Euro-Schein abgeschafft, in dem man durch die Beendigung des Drucks neuer Scheine quasi eine indirekte Abschaffung veranlasste. Begründung: Kampf gegen Terror und Geldwäsche. Was für ein Quatsch! Es gibt keinerlei Beleg dafür, dass mit der Abschaffung dieser Banknote Terror oder Geldwäsche in irgendeiner Form erschwert wird! Letztes Jahr hatte sogar die Bundesbank sogar ganz offiziell in einem ihrer Berichte klar dargelegt, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang gebe. Zitat auszugsweise:

Wissenschaftliche Belege zum Umfang der aus Schattenwirtschaft und Kriminalität resultierenden Bargeldnachfrage sind aufgrund des illegalen Charakters der Aktivitäten nur schwer zu erbringen. Empirische Untersuchungen der Schattenwirtschaft sind deswegen überdurchschnittlich unsicher, sodass alle Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten. Oft wird lediglich auf anekdotische Evidenz zurückgegriffen, die direkt an der Höhe des Bargeldumlaufs oder des Umlaufs großer Banknotenstückelungen ansetzt.

Die lästigen Münzen

Und ja, die lieben Euro-Münzen. Wie auch die Scheine sind sie ganz reale handfeste Zahlungsmittel, die dem Bürger nicht durch eine Bankenschließung weggenommen werden können. Was der Bürger in der Tasche hat, hat er in der Tasche! Und was hört man ganz aktuell? Soll Die Abschaffung von Bargeld forciert werden? Nein, aber nein, natürlich nicht!? Es geht nur „um das Wohl aller“, so möchten wir es formulieren. Aktuell läuft es unter der Überschrift „Entbürokratisierung“. Wie aktuelle Berichte zeigen, gibt es eine Initiative der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen, um die Bürokratie zu entrümpeln. Aber komisch, warum das Papier vertraulich ist und nicht an die Öffentlichkeit kommen sollte? Was wäre da naheliegender als 1 und 2 Cent-Münzen abzuschaffen. Es gehe nämlich darum das Leben der Bürger in Europa einfacher zu machen. Die Sprache ist von „Vereinfachungspotenzial und Fitness-Check“.

Es geht um einen Vorschlag für „einheitliche Rundungsregeln“ beim Bezahlen mit Münzen. Daher sollen 1 und 2 Cent-Münzen verschwinden, und man soll auf volle 5 Cents auf- und abrunden. Nur ein weiterer Schritt hin zur Abschaffung von Bargeld? Aber nein, das ist doch ganz sicher nur eine Verschwörungstheorie!? Frau von der Leyen geht es sicher nur um das Wohl der Bürger um die Vereinfachung des Alltags. Erwähnt wird im aktuellen Papier zum Beispiel, dass bei den kleinen Münzen die Herstellungs- und Transportkosten lästig seien. Aber, so möchten wir anmerken: Hat man nach dem lästigen 500er-Schein auch die 1 und 2 Cent-Münzen abgeschafft, fällt einem dann nicht auch auf, dass die Herstellungs- und Transportkosten für 10 und 20 Cent-Münzen genau so nervig und störend sind? Die könnte man dann ja auch abschaffen? Angeblich will Frau von der Leyen den Plan für die 1 und 2 Cent-Münzen heute offiziell vorstellen.

Den Bürgern das Bargeld madig zu machen, dazu gab es vom IWF unlängst einen tollen Vorschlag. Unfassbar, auch heute noch. Damit die Leute auf reines Buchgeld umsteigen, solle man einfach Bargeld abwerten. So könntem zum Beispiel bei der Abhebung von 100 Euro nur (ein einfaches Beispiel) nur 95 Euro aus dem Automaten kommen, sozusagen als Negativzins auf Bargeld? Auch könne man es so regeln, dass wer im Einzelhandel mit Bargeld bezahlt, höhere Preise zahlen muss als derjenige, der mit Karte zahlt. Sehen Sie dazu beim Klick an dieser Stelle einen sehr interessanten und ausführlichen Text.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    29. Januar 2020 10:46 at 10:46

    Nett formuliert alles.
    Eine Komponente fehlt auch hier:
    Das Problem sind nicht die Entscheider, die das Bargeld abschaffen wollen.
    Das Problem sind die naiven Bundesbürger, die der Propaganda aufsitzen.
    Zur Naivität und Gutgläubigkeit wird schon in den Schulen erzogen (heutzutage).
    Als Spielwiese dient Friday For Future.
    65 Prozent Zustimmung für Merkels sanfte Diktatur (wozu Bargeldabschaffung auch gehört).
    Da läuft was grundverkehrt…

    • Avatar

      globalvoterorg

      29. Januar 2020 14:16 at 14:16

      Wenn man den Finger auf die Wunde legt, ist die sogenannte „Naivität“ und das „Halbwissen“ eine verschleiernde Agenda. Wir „leben“ in einer gewaltigen Illusion, die durch regelmäßige Gehirnwäsche und Propaganda, seit Jahrhunderten, unterlegt ist. Nur 2% der Menschheit hat einen IQ von über 130. Nur, 0,3% der Menschheit sind Cash Dollar Millionäre. Nur, 0,001% der Menschheit dominiert alles. Das ZinsesZins Schuldgeld verteilt das Geld=Arbeit von fleißig zu reich. Die Milliardäre verdoppelten sich in den letzten 10x Jahren! Die Demokratie erweist sich, auch, als Illusion!? NEIN, sie wurde als Hoax, so, angelegt, weil keiner darüber nachdenkt, daß die Gleichverteilung der Stimmen eine, quasi, Verlängerung des Kommunismus ist. Machtillusion !!!
      Es ist nachweisbar, daß die Parlamente zu 80% Entscheidungen fällen, zugunsten der Eliten! ALLES, ist auf die Eliten ausgelegt. Eine unzweideutige Ungleichverteilung und Knechtung der Masse, obwohl uns, Allen, erzählt wird es geht „gerecht“ zu. Selbst der Staat und das Rechtssystem ist eine Illusion! Dies alles basiert auf der Gaus´schen Verteilungskurve. WIR, werden, nie und nimmer bessere Politiker/Dominanten bekommen, falls wir nicht zu besseren Bürgern werden! Das Schuldentum ist die Illusion die Zukunft konsumieren zu dürfen, ohne moralischer Schuld. Die Effekte ersehen wir, bildlich, in unserer Natur/Erde. Nur, das unnachhaltigste System, das FIAT SchuldgeldSystem, welches exponentiell angelegt ist und damit, immer, implodiert, ist die Mutter aller Wachstumskrisen. (Umweltverschmutzung und Raubbau der Ressourcen)
      Cui Bono !?
      Die Finanzkrake hat die Theorien von Silvio Gesell entdeckt, aber, NICHT, zum Vorteil der Gemeinwohlwirtschaft, sondern zum Vorteil der Dominanz. Warum nennt man diese, NICHT, die Reichen, weil es hier NICHT um Reichtum (Haben, eine weitere Illusion) geht, sondern um Dominanz/Macht! Die Finanzkrake (FED/EZB/BIZ: Die Lizenz zum Gelddrucken, Machen!) braucht nämlich kein Geld (!). Sie drucken es sich selbst.

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    Übelkeit

    29. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Die Abschaffung kleiner Münzen gab es in der Vergangenheit regelmäßig. Durch Inflation werden diese Beträge nunmal zunehmend wertlos.

    Man muss bereits 60 2 Centstücke für eine Kugel Eis auf den Tischen legen. Und bei einer bleibt es meist nicht.

  3. Avatar

    Facherfahrener

    30. Januar 2020 01:10 at 01:10

    Ich schrieb schon vor Jahren – Mit der EU wird eine noch nicht gekannte DIKTATUR geschaffen.
    Und je mehr KRITIK an der EU entsteht, wird mit immer mehr VERBOTEN geantwortet.
    – 500,-€ Schein- Der Bürger soll den Eindruck gewinnen mit kleinen Scheinen Reicher zu sein
    – Nur die anfangs genannten Lagerkosten werden mit den kleinen Scheinen noch größer
    – NEIN statt 100 nur 95 zu erhalten geht nicht – bitte mal die Gesetze dieses Landes lesen
    – EU Gesetze die gegen das GG verstößen sind null und nichtig – dürfen nicht angewandt werden
    – Da der € in D offizielles Zahlungsmittel ist darf die EU diese Scheine in D nicht verbieten
    Und da kommt die „drei Wetter Taft“ zum Zug. Deutschland ist der treiber dieser EU-Diktatur
    um mit EU-Verordnungen das GRUNDGESETZ zu umgehen, und den Bürger mit Bargeldentzug gefügig
    zu machen. Das dritte Reich war NICHTS gegen die kommende Diktatur EU.
    Der Konsumgesteuerte dumme Bürger hat nur sein Handy im Kopf. Nicht mal reden miteinander
    können Sie – nur noch WhatsApp oder Facebook. Apps und Apps die ALLES an den Anbieter senden. Aber der so „studierte“ Bürger hat ja nichts zu verberger. Alexa dankt.
    Und ja – Bargeld zu pfänden brauchen dieser Betrüger einen rechtsverbindlichen richterlichen Beschluss, was seit den Bereinigungsgesetzen ausgeschlossen ist.
    Banken brauchen derartiges nicht um angeblich als „Drittschuldner“ Ihr Konto zu plündern.
    GEZ schikt Ihrer BAnk eine selbst augestellte Pfändung, und die Banken zahlen ohne das
    der Bürger sich dagegen wehren kann.
    Man kann diesen „Schwachköpfen“ hundert mal schreiben das GEZ, Bußgeldbescheide,Urteile
    einfach alles ohne Unterschrift NICHTIG sind. Selbst die Kfz-Steuer in Teilen gegen das
    GG verstößt. Ganz einfach- ab 2007 dürfen diese Verwaltungsangestellte derartiges NICHT
    unterschreiben. Sie sind nicht befugt. Öff-rechtliche Sender oder öff-rechtl. Forderungen
    gibt es nicht! Nur noch VERTRAGSRECHT. Gerichte arbeiten auch nur auf dieser Grundlage!
    GESETZE werden bei der Bildung gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Oder die Kids werden
    arglistig geteucht. AO=Abgabenordnung kein notwend. Vorschaltgesetz ZPO,StPO OwiG u.a.
    seit 2007 allesamt ungültig. Artikel 19 GRUNDGESETZ. Abes das wird den „Studierten“ nicht
    beigebracht. So sucht sich die heutige Generation „Götzbilder“ wie WhatsApp,Facebook u.a.

  4. Avatar

    Bernd

    30. Januar 2020 07:20 at 07:20

    Leider viel Schwarzmalerei und wenig Konkretes was man tun kann. Das Beispiel Schweden ist falsch herum aufgeführt: In Schweden gibt es seit letzen November ein Gesetz das die Banken zu Bargeld verpflichtet. Der nächste Schritt: Die Geschäfte werden Bargeld annehmen müssen. Erreicht wurde dies hauptsächlich durch eine Aktion der Rentner! Man kann also was tun! Aber es ist trotzdem sehr praktisch mit Karte bezahlen zu können. Auf den richtigen Mix kommt es an. Grüße aus Schweden!

  5. Avatar

    Facherfahrener

    30. Januar 2020 11:15 at 11:15

    @Bernd, Schweden ist nicht Deutschland.Staatsbürger kontra Staatsangehörige (Nationalität)
    SHAEF-Gesetz u.a.
    Gott hat gesagt „Mensch helfe dir selbst, dan helfe ich dir auch“ Das können die Rentner.
    Die heutige Generation – kan NICHTS!! Unbelehrbar, Überheblich Dumm!!
    „Sehr praktisch mit Karte zu bezahlen“? wage ich zu bezweifeln. Dauert länger und wenn der
    Apparat streikt nutzt das Kontogeld NICHTS. GELD was man in der Hand hat funktioniert
    IMMER ohne Störung/Überlastung der EDV.
    Warum sollen wir Ihnen oder anderen sagen, was dagegen zu tun ist? Wenn diese zu feige sind
    Gesetze anzuwenden, und sich der Ausbeutung zu widersetzen.
    – Bescheide aller Art – ohne Unterschrift Nichtig zurückweisen Abbuchungserl.widerrufen
    – Einfach NICHTS bezahlen – Vollstreckungsbeamte gibt es NICHT! GVG Gerichtsvollzieher
    auch nicht. Gilt nur für Deutschland/Austria
    Brauchen Sie noch mehr Anregungen, was jeder machen kann? Vertragsrecht studieren.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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am

Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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