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Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland steuert Richtung Katastrophe

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Am 19.04.2015 wurde in Finnland ein neues Parlament gewählt. Die neue Koalition hat in ihrem Regierungsprogramm verankert, ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ einzuführen. Finnland steuert Richtung Katastrophe…

Bedingungsloses Grundeinkommen Timo Soini auch die Rechten in Finnland sind dafür
Timo Soini ist Chef der „Finns Party“ („Wahre Finnen“), stramm rechtsaußen. Eigentlich passt er nicht ins Schema des linken Lagers, ist aber trotzdem wie seine Koalitionspartner für ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“.
Foto: Ppntori / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Bedingungsloses Grundeinkommen

Nachdem durch die Parlamentswahlen vom 19.04.2015 die politische Landschaft in Finnland kräftig durchgeschüttelt wurde, kann man davon ausgehen, dass in absehbarer Zeit hier zum ersten Mal in einem Land ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE) eingeführt wird. Egal ob man da Geld braucht, haben will, ob man arm, reich, Student, Bauer oder arbeitslos ist, jeder soll pauschal eine feste Summe erhalten, unabhängig davon ob er arbeitet oder nicht. Eine illustre Koalition aus drei Parteien hat sich gebildet mit der „Zentrumspartei“, den Konservativen und der „Finns Party“ (Rechtsaußen). Alle drei stimmen im Koalitionsvertrag (Sektion Gesundheit & Sozialwesen) darin überein, dass das BGE kommen soll. Nur die Höhe ist noch nicht bekannt. Die Zeitung „Helsinki Times“ kam letztes Jahr zu dem Schluss, das allein aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten in Finnland ein bedingungsloses Grundeinkommen, um die Armut flächendeckend zu beseitigen, nur Sinn machen würde auf einem Niveau von 1.166 Euro. Die Vorstellungen in der finnischen Politik reichten vor der Wahl von 400 bis über 1.000 Euro. Man darf gespannt sein, welche Summe demnächst präsentiert wird.

„Die Motivation zu arbeiten geht doch nicht verloren…“

Eines der Hauptargumente gegen das BGE ist, dass dann alle unteren Einkommensgruppen keine Motivation mehr haben, zu arbeiten. Die BGE-Befürworter halten dagegen und sagen „nein, durch ein bedingungsloses Grundeinkommen geht die Motivation zu arbeiten nicht verloren“. Keiner weiß nichts genaues. Ich persönlich glaube grundsätzlich hätte die Masse der Niedriglohnbezieher auch weiterhin Lust zu arbeiten, nur würden sie dann eben auf deutlich höhere Löhne bestehen, die über dem BGE liegen.

Und abgesehen davon: Was ist mit den Kindern von ausschließlichen BGE-Beziehern, die bei ihren Eltern sehen, dass man durch ein bedingungsloses Grundeinkommen ein schönes entspanntes Leben haben kann, ohne Sanktionen vom Amt? Denn beim deutschen Hartz4 gibt es die ja – beim BGE würde es sie ganz bewusst nicht geben! Das Ziel des BGE ist ja, dass der Mensch keinen Zwang, keinen Stress und keinen Druck mehr hat. Wo sollen die Kinder ihre Motivation herziehen? Welcher junge Mensch, der neu ins Berufsleben tritt, würde überhaupt daran denken einen einfachen schlecht bezahlten Job anzunehmen? Und die Menschen, die vielleicht einen relativ guten Job haben und dann arbeitslos werden, und nicht gleich wieder einen neuen Job finden: welche großartige Motivation sollen die haben das BGE wieder zu verlassen?

Was wäre wenn… ?

Was wäre eigentlich, wenn in Finnland ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt ist, und man als Bürger eines anderen EU-Landes auf die Idee käme jetzt in Finnland leben zu wollen? Würde man mit Wohnsitz in Finnland automatisch Anspruch auf das BGE haben? Oder wenn das BGE an die Staatsbürgerschaft gekoppelt wäre, wie schwierig wäre es die finnische Staatsangehörigkeit zu erhalten? Spätestens dann könnte man vom Staatstopf pauschal „absaugen“. Aber das nur als Gedanke am Rande.

Dramatische Folgen gerade für Finnland

Finnland gilt wie ganz Skandinavien in den Köpfen von uns Zentraleuropäern als Paradies. Gute Sozialleistungen, wenig Arbeitslosigkeit, glückliche Menschen und und und. Aber Skandinavien ist die europäische Region mit den höchsten Lebenshaltungskosten und den höchsten Produktionskosten in der Industrie. Seit Jahrzehnten werden in Skandinavien, also auch in Finnland, keine neuen Industriearbeitsplätze geschaffen. Mit Nokia bricht gerade die größte bekannte Konzernmarke des Landes in sich zusammen. Auch der finnische Werftensektor hat seine beste Zeit hinter sich. Die Wirtschaft in Finnland geht tendenziell bergab. Das Handelsbilanzdefizit von Finnland in den ersten vier Monaten 2015 lag bei -100 Millionen Euro. Es unterliegt kräftigen Schwankungen, da neue Werftaufträge oder das Fehlen einzelner neuer Anschlussaufträge sich gleich kräftig bemerkbar machen, weil das Land eine so kleine Bevölkerung hat. 100 Millionen Euro sind nicht gerade viel mag man meinen, aber bei nur 5 Millionen Einwohnern… die Exportnation Finnland ist dabei den Weg von Frankreich und England einzuschlagen, hin zu einem dauerhaften strukturellen Defizit im Außenhandel, das man als Volkswirtschaft letztlich mit Schulden finanzieren muss. Wie soll da noch die breite BGE-Gießkanne für alle Menschen ein sorgenfreies Leben ermöglichen?

Ein Beispiel: Die Schiffswerft im finnischen Turku-Perno, heute Tochter der deutschen Meyer-Werft, baut mit die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Sie wurde zusammen mit anderen Werften in Finnland in den letzten Jahren regelmäßig von einem Eigentümer an den nächsten weitergereicht – bestimmt nicht, weil die wirtschaftliche Lage so rosig ist. Wenn hunderte Arbeiter im unteren Lohnsegment, die einfache Tätigkeiten auf der Werft ausführen, auf einmal kräftige Lohnsteigerungen erhalten müssten, um über dem BGE zu liegen, könnte die Werft überhaupt noch konkurrenzfähig arbeiten, und überhaupt noch einen neuen Auftrag an Land ziehen? Wohl kaum. Selbst wenn der Teil der Belegschaft mit den niedrigsten Löhnen auch für weniger als das BGE arbeiten würde: was wäre mit neu einzustellenden Mitarbeitern? Würde sich jemand Neues aufraffen, für weniger als das BGE zu arbeiten?

Meyer Turku Werft in Finnland
Die Meyer Turku Werft in Finnland.
Foto: Markus Rantala / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Denkfehler?

Mache ich als BGE-Laie einen grundsätzlichen Denkfehler? Sollte es wirklich so sein, dass das BGE wirklich an ALLE Menschen bezahlt wird, egal ob sie etwas tun oder nicht? Das würd ja bedeuten, dass z.B. ein Arbeiter, der 2.000 Euro brutto verdient und dazu noch sagen wir mal 1.000 Euro BGE bezieht, insg. 3.000 Euro pro Monat erhält, nur mal so als runde Summe. Prima Sache auf den ersten Blick. Da würde es sich in der Tat für jedermann lohnen weiter seinem bisherigen Beruf nachzugehen. Man hätte sein Gehalt + das BGE – einfach immer deutlich mehr Geld in der Tasche als bisher. Juhu!!!

Aber halt… die 1.000 Euro BGE werden ja aus dem Staatshaushalt (Steuern) bezahlt. Der Arbeiter mit seinen 2.000 Euro brutto zahlt sagen wir mal 30% Steuern – das wären 600 Euro pro Monat. Das heißt mit seinen Steuern, die er aus seiner Arbeitsleistung heraus dem finnischen Staat zuführt, könnte der Staat noch nicht einmal das BGE dieses Arbeiters bezahlen, geschweige denn die BGE´s der Menschen in Finnland, die gar nicht arbeiten und damit auch gar keine Steuern zahlen. Mache ich irgend einen Denkfehler?

Die Frage ist: Wer soll den Spaß (Bedingungsloses Grundeinkommen) bezahlen? Denn dem Staat rieselt das Geld ja nicht vom Himmel herab, mit dem er ALLEN Bürgen das BGE bezahlen soll. Es muss durch Unternehmens, Mehrwert- und Einkommensteuer finanziert werden. Am Anfang der „Nahrungskette“, die Sozialleistungen erst möglich macht, stehen Arbeitsplätze, durch die ein Steueraufkommen produziert wird.

Planspiel

Denken wir mal ganz konkret daran, was passieren würde, wenn jeder Finne ab seinem 18. Lebensjahr z.B. pauschal 1.000 Euro „Bedingungsloses Grundeinkommen“ erhalten würde. Ich kenne das Mindestlohnniveau in Finnland nicht, aber jetzt geht es um das Prinzip an sich. Alle Menschen z.B. an der Supermarktkasse, in Fastfood-Restaurants, Logistikarbeiter, alle die aktuell weniger verdienen als ein bedingungsloses Grundeinkommen: warum sollen all diese Menschen dann noch arbeiten gehen? Richtig, es gibt keinen Grund für diese Leute noch weiter arbeiten zu gehen. Was passiert folglich? Die Arbeitgeber wären gezwungen die Löhne dieser Berufsgruppen so weit über das BGE zu erhöhen, dass es sich für diese Menschen lohnt weiter zu arbeiten.

Klingt eigentlich wie ein Argument „PRO Bedingungsloses Grundeinkommen“. Aber was passiert in Folge dieser Lohnerhöhungen? Die Arbeitgeber müssen die Preise ihrer Produkte kräftig anheben, um die höheren Gehälter zu finanzieren. Die inländischen Kunden, sofern sie dazu bereit sind, müssten diese höheren Preise akzeptieren. Exportiert der Unternehmer aber seine Produkte ins Ausland, kann er bald dicht machen, denn egal worum es geht, er steht in Konkurrenz zum Weltmarkt (Werften / Holzindustrie). Da er das BGE nicht ignorieren kann und seine Arbeiter bei geringeren Löhnen einfach kündigen und sich in das BGE retten könnten, kann er eigentlich nur noch seinen Laden dicht machen.

Bedingungsloses Grundeinkommen wird nicht funktionieren

Betrachtet man nur den Aspekt „Bedingungsloses Grundeinkommen“ als Solches, ist es eine phantastische und angenehme Vorstellung, eine ganze Bevölkerung von ihren Existenzängsten zu befreien. Endlich kann jeder seine Träume ausleben und kreativ werden. Nur das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. Noch nie in der Geschichte der Menschheit konnte man essen, trinken und wohnen, ohne dafür etwas tun zu müssen. Wie soll das gehen? Selbst der Steinzeitmensch musste erst mal auf die Jagd gehen, bevor er ein totes Tier aufspießen und über seiner Feuerstelle grillen konnte.

Demo in Berlin 2010 für ein bedingungsloses Grundeinkommen
Auch in Deutschland gibt es bereits eine große Community, die für ein bedingungsloses Grundeinkommen eintritt. Hier eine Demo im Jahr 2010 in Berlin.
Foto: PD reworked by Sir James / Wikipedia / Gemeinfrei

In der DDR wurden, das ist ja inzwischen allgemein anerkannt, viele Menschen in produzierenden Betrieben angestellt, oder sagen wir besser „untergebracht“, damit es für die Optik landesweit Vollbeschäftigung gab. Jeder Bürger war mit irgendeiner Art von Beschäftigung versorgt und bekam vom jeweiligen volkseigenen Betrieb einen Lohn. Nur dieser Lohn musste von diesem Betrieb erwirtschaftet werden. Das Volumen der verkauften Produkte reichte aber nicht aus, um auch die Masse der nicht aktiv arbeitenden Angestellten zu bezahlen. Folglich waren die Betriebe der DDR großflächig defizitär – zwar auch aus anderen Gründen, aber dies war einer der strukturellen Hauptursachen.

Ein anderes Beispiel: Die Mitarbeiter in einer industriell betriebenen Großschlachterei, wo in Massen Tiere geschlachtet werden, damit später Kotletts im Supermarktregal liegen… wenn diese Mitarbeiter, die (nehmen wir es mal an) wie in Deutschland relativ wenig Geld verdienen, auf einmal durch ein bedingungsloses Grundeinkommen mehr Geld in der Tasche hätten als durch ihre Arbeit, werden die wirklich für weniger Geld als das BGE weiterhin im Schweine- und Rinderblut stehen und Körperteile zersägen, stundenlang, jeden Tag? Nein, nach und nach werden sie ihr bedingungsloses Grundeinkommen in Anspruch nehmen – man könnte es ihnen nicht verdenken. Will der Arbeitgeber sie halten, müsste er die Gehälter erhöhen, und letztlich müssten die Fleischpreise im Supermarkt drastisch steigen. Durch diesen Effekt haben am Ende die Mittelschicht und auch die BGE-Empfänger deutlich höhere Lebenshaltungskosten, die landesweite Inflation zieht an.

Fazit

Gerade für ein Land wie Finnland wäre das „Bedingungslose Grundeinkommen“ fatal. Die bereits enorm hohen Lohnkosten in der Exportindustrie würden der Branche den Todesstoß versetzen, da die Gehälter der Geringverdiener kräftig angehoben werden müssten. Werften futsch, Zulieferindustrie futsch, nachgelagerte Logistikjobs futsch, Familieneinkommen futsch. Aber halt, diese neuen Arbeitslosen erhalten dann ja zukünftig alle ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ in Finnland – also doch alles gut? Nur so lange, wie der Staat genug Geld in der Kasse hat. Die ist aber relativ schnell leer, wenn Steuereinnahmen in großem Umfang wegbrechen und die explodierenden Kosten für das BGE die Kassen leeren.



Abschlussbemerkung:
Ich als Autor habe wie jeder Mensch eine rein subjektive Meinung zu diesem Thema. Sicherlich gibt es auch viele Gründe, die für ein bedingungsloses Grundeinkommen sprechen, und ich respektiere jeden, der dafür ist. Wenn jemand ein schlüssiges Konzept vorlegt, wie ein BGE für eine ganze Volkswirtschaft funktionieren soll, und wie das dauerhaft bezahlt werden soll, bitte her mit den Fakten – ich bin für alles offen! Sollte das BGE in Finnland funktionieren, und zwar dauerhaft, gestehe ich gerne ein, dass meine Sicht der Dinge falsch war!

Anmerkung: eine andere Sicht vertritt folgende Erwiderung:Bedingungsloses Grundeinkommen – warum es realistisch und finanzierbar ist!

74 Kommentare

74 Comments

  1. Avatar

    Frank

    25. Juni 2015 11:09 at 11:09

    Hallo Herr Kummerfeld, es ist doch schön worüber Sie sich da Sorgen machen können. Bekommen Sie für solche Artikel Geld?
    Die Sanktionen bei Hartz 4 sind beim Bundessozialgericht vorliegend und als rechtswidrig ausgelegt worden!
    Mal eine andere Frage, finden Sie unseren Mindestlohn ausreichend und Kostendeckend für die Arbeiter? Es gibt in Deutschland Millionen Aufstocker, sprich Menschen, welche mit 160 Arbeitsstunden Ihre Familie nicht ernähren können. Wie würden Sie das dann nennen.
    Der Staat fördert schon seit Jahren billige Arbeitskräfte für die deutsche Industrie.
    Milliarden werden in Deutschland jährlich verschwendet und so würde das Geld endlich mal bei den Menschen ankommen, die es erwirtschaften.
    Also lieber ein Hartz 4 für alle und wer mehr braucht, soll halt arbeiten gehen.
    Leute würden weniger arbeiten und ein weiterer Vorteil wäre dann die Leute hätten endlich wieder Zeit für Familie und Freunde, denn der Überlebenskampf würde nicht mehr statt finden.

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      joah

      25. Juni 2015 11:38 at 11:38

      Themen sollten immer frei erörterbar bleiben, _ohne_ mit einer vorangestellten Unterstellung (Diskreditierung) ein Abwürgen zu provozieren – das ist äußerst kontraproduktiv.
      Es wurde im Artikel keine gegenteilige Behauptung oder Beschönigung der hiesigen Landessituation begangen, sondern lediglich fachlich richtig eine BGE-Implementierung mit der derzeitigen monetären Systemverwaltung (Schuldgeldsystem) gegenübergestellt. Folglich richtig würde dies in einem Staatsbankrott enden, weil wahrhaftig der psychologische Faktor der Menschen der Sache den Garaus machen würde und letztendlich hätte keiner etwas gekonnt.

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      Schmidt Rudi

      7. Juli 2015 13:47 at 13:47

      Endlich einer der klare Worte schreibt. Die Gesellschaft muss umdenken. Immer weniger Arbeitsplätze werden in der Zukunft gebraucht. Ich bin auch für die Abschaffung der Zwangsarbeit. Finanzierbar wäre es auch. Dafür gibt es Videos im Internet. Man muss sich nur 90 Minuten Zeit nehmen um es zu sehen und zu verstehen. Dann würde das Geld auch beim Menschen ankommen. Dafür wurden Steuern erfunden. Die Steuern sollten beim deutschen Bürger ankommen und nicht für Hinz und Kunz in aller Welt. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen alleine in Deutschland in jeder Stadt bei den Jobcentern, Arbeitsämter, Sozialämter, Wohngeldämter, ahh ja und demnächst noch die Mitarbeiter vom Grundsicherungsamt die demnächst ein paar Millionen arme Rentner bearbeiten müssen. Diesen Wasserkopf könnte man nach Hause schicken. Und diese unsinnigen Geldverschwendungen für Maßnahmen: wie mit Lama spazieren gehen oder Lehrgänge die ein Interview mit Boris Becker analysieren, das hat mir keinen Arbeitsplatz gebracht. Wir haben 1,5 Mill. Fachkräfte über 50 die zu Hause sitzen. Stattdessen regt man sich jetzt über die mit 63 ohne Abschlag in Rente gehenden Menschen auf. Da gehen die Fachkräfte verloren. Ich kann es nicht mehr sehen oder hören. Da wird mir übel.

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    admin

    25. Juni 2015 11:15 at 11:15

    Hallo Frank. Ich bin dafür, dass jeder Mensch von seiner Arbeit leben kann, und ich bin auch dafür, dass Arbeitslose von der staatlichen Hilfe ihre Grundbedürfnisse abdecken können.

    Das Thema BGE ist davon getrennt zu betrachten, so finde ich. Vom Prinzip her ist das BGE eine tolle Sache. Nur ist es gesamtwirtschaftlich zu finanzieren? Das glaube ich eben nicht.

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      joah

      25. Juni 2015 11:53 at 11:53

      Wenn das Finanzsystem dahingehend geändert würde, das es nicht immer eine Steigerung geben müsse, auch keine Zinsen gezahlt werden dürfen und Geld nach abgeschlossener Transaktion auch wieder vernichtet (gelöscht) würde, dann wäre dies wahrscheinlich sogar implementierbar. Andernfalls stapelt sich immer eine Schuld hoch, die nicht mehr bedienbar wird, weil der Glaube daran irgendwann logischerweise verloren geht.

      Allerdings müssten auch die Leute umerzogen werden, was weit schwieriger ist: kein Neid, keine (kapitalistisch angehauchte) Sammelwut, Kooperative, allgemeine Hilfsbereitschaft und Rückbesinnung auf realen Bedarf. Der als solches bezeichnete Kapitalismus hat die Leute allerdings genau in die Gegenrichtung umgepolt.

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        joah

        25. Juni 2015 13:09 at 13:09

        Aufgrund des Posts von Herrn Karl-Wilhelm Koch, welcher mit seiner überproportionalen mentalen Hässlichkeit glänzte, wären noch weitere Tugenden wiederzubeleben, damit das Leben auch wieder vernünftig und sittengemäß ablaufen könnte:
        – gegenseitiger Respekt ohne Bedingungen
        – Wertschätzung und Hochachtung des Gegenüber
        – gesitteter Umgang mit bewußter und gepflegter Wortwahl
        – Demut
        – Wille zur Intelligenz und Klugheit

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        i-ben-i

        25. Juni 2015 13:17 at 13:17

        joah: Steigungen und Senkungen gabs schon immer. Die Wirtschaftszyklen abzuschalten und Zinsverbot auszusprechen wäre mit Sicherheit nicht so wirtschaftlich. Die Regierungen versuchen immer in Kriesen/Abwärtstrends entgegenzuwirken. Diese Keynesische Lehre hat noch nie (!) funktioniert. Deshalb stapeln sich auch diese Schulden auch so massiv. Vielleicht sollte man mal die Österreichischen Schule der Nationalökonomie anwenden. Die haben diese „Kriese“ schon seit Jahrzehnte vorhergesagt.

        Leute umerziehen? Gabs das nicht schon im Kommunismus?
        Definieren sie Kapitalismus! Was sie meinen ist vielleicht korporatismus?

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        GN

        26. Juni 2015 10:33 at 10:33

        Hallo,

        ……..absolut hervorragend, was ich von Dir lese und das auf einem Portal in dem es ja eigentlich um die Gier und deren Antrieb geht…..damit ich aber nicht gleich falsch verstanden werde: Ich schätze dieses Portal gerade wegen der Offenheit in alle Richtungen und das Hinterfragen dieses fragwürdigen Wirtschaftssystems, was sich auch nur noch durch massives Gelddrucken am Leben hält. Gelddrucken für Supereiche und Großspekulanten. Also auch so eine Art BEG für die Superreichen….

        Viele Grüße

        GN

        • Avatar

          joah

          26. Juni 2015 11:32 at 11:32

          Es geht hier eigenartiger Weise sogar weniger um die klassische Gier, sondern nur noch um das Hinterherjagen nach immer höheren Zahlenwerten ohne Sinn und Verstand – Realitätsverlust. Was das final bedeuten wird, werden die Herren später noch merken. Ich lese hier auch nur mit, um zu wissen, was der aktuelle Stand der Dekadenz (Niedergang) ist.

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        Jochen Abeling

        26. Juni 2015 11:12 at 11:12

        Mit Ihrer Bemerkung, dass „Geld nach abgeschlossener Transaktion auch wieder vernichtet (gelöscht)“ werden müsse, treffen Sie einen der Kernpunkte eines modernen Geldbegriffes: Geld wird geschöpft, um eine Ware oder Dienstleistung zu produzieren. Aus den Erträgen wird der Kredit abgelöst – und das Geld ist wieder weg. Zins wäre unter solchen Voraussetzungen wesensfremd.
        Siehe auch einen ersten Versuch in diese Richtung:

        • Avatar

          Jochen Abeling

          26. Juni 2015 11:13 at 11:13

          Pardon, der Link fehlte:
          http://www.europe2019.net/

        • Avatar

          joah

          26. Juni 2015 12:47 at 12:47

          Unter normal denkenden Menschen wäre innerhalb eines solchen Systems ein Zins wie sie schon sagten „wesensfremd“. Da die Finanzindustrie leider sehr erfinderisch und verschleiernd mit ihren Finanzkonstrukten ist, wäre ohne ein hartes, striktes Verbot von Zinsen jedweder Art und Form eine abermalige Unterwanderung zu befürchten: Mikrokreditbezinsung (Ultrakurzzeitkredit) zum Ausgabezeitpunkt bis zur Einlöse mit – ich spinne jetzt mal – 200%. Chancen werden gesehen, wenn das Konstrukt Löcher aufweist.

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    J

    25. Juni 2015 11:17 at 11:17

    Hallo Herr Kummerfeld,

    Ihre Argumente sind in vielerlei Hinsicht durchaus schlüssig. Ein BGE würde sicherlich voraussetzen, dass sich die Gesellschaft verändert. Die Arbeit – egal in welcher Form auch immer – darf dann nicht mehr als Broterwerb gesehen werden, sondern als Verpflichtung gegenüber der Familie bzw. der Gesellschaft. Und ob das in jeden Kopf reingeht, kann bezweifelt werden.

    Meines Wissens gab es in einem südamerikanischen Land diesbezüglich ein zeitlich begrenztes Pilotprojekt – ich glaube, es war Brasilien, aber ich bin mir da nicht sicher – und es galt nur für ein Dorf, soweit ich weiß. Tatsache war, dass die Menschen trotz BGE anstandslos ihre Arbeit taten, aber weit entspannter und wirtschaftlich produktiver. Dieses Pilotprojekt verlief positiv. Nun muss man dabei natürlich berücksichtigen, dass es nur ein Dorf war – bei einem ganzen Staat sieht es vermutlich wieder ganz anders aus.

    Aber Sie haben recht: Die Umstrukturierung wäre eine Mammut-Aufgabe – natürlich auch in politischer Hinsicht. Deshalb haben wir hier in Deutschland diesbezüglich nichts zu befürchten, glaube ich :-)

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      Sille

      16. Juli 2015 12:09 at 12:09

      Hallo,
      es war ein kanadisches Dorf… ;-) Dauphin um genauer zu sein und es war in den 70er Jahren… 1974…
      Das Experiment hatte einen guten Ausgang, sprich es funktionierte und hatte sogar Vorteile… Aber wie Sie schon sagen, bisher war es nur ein Dorf…
      Ich würde sagen, schauen wir uns doch einfach an, wie es Finnland damit geht und wie es läuft… Spekulieren und vorher sagen „klappt“ oder „klappt nicht“ finde ich immer sehr in Richtung „schwarz / weiß“ Denken… Vielleicht kommt man auch so drauf, dass das ein oder andere noch abgeändert werden muss, damit es funktionieren kann… Abwarten würde ich sagen.. Alles immer gleich zu verteufeln, finde ich falsch… Genau so war die Kirche im Mittelalter auch und hat so vieles gebremst (was man eben nicht kennt, dass fürchtet man)…
      LG Sille

      • Avatar

        Monica

        16. Oktober 2015 22:46 at 22:46

        Ja! Sehe ich genauso!

  4. Avatar

    danielbweber

    25. Juni 2015 11:22 at 11:22

    Lieber Herr Kummerfeld,
    solche Artikel gab es ja wohl auch, als unter Otto von Bismarck 1883 die Sozialgesetzgebung inkl. Krankenversicherung und Unfallversicherung etc. eingeführt wurde. Damals wurde auch der Untergang der Arbietsbereitschaft beschworen. – Und was ist passiert? Die Menschen arbeiten noch und diese Errungenschaften dienten überall als Voirbild.
    So wird´s wahrscheinlich auch mit der BGE sein, wenn´s es denn endlich mal ein Staat konsequent ausprobiert.

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      joah

      25. Juni 2015 12:14 at 12:14

      Eine Sozial- und Krankenversicherung – gerade zu heutigen Zeiten (!) – als gelungenes und funktionierendes System zu bezeichnen, halte ich für äußerst gewagt. Die Kosten steigen immer höher, da die Leute immer mehr (sinnlose) Dienstleistungen in diesem Sektor annehmen und immer mehr wollen, dennoch werden sie gleichsam damit immer unzufriedener, wollen daraufhin wieder mehr und es wird wieder teurer – ein ganz einfacher Vernichtungsstrudel, den wir immer mehr zu spüren bekommen.

      Das einzige was diesen Vernichtungsstrudel bisher (noch) nicht zu Totalkollaps gebracht hat, ist dessen Begrenzung auf wenige Felder – es geht somit nur langsamer vonstatten, aber stetig. Auch die Pharmaindustrie tut mit hochintensiver Lobbyarbeit noch ihr Übriges dazu.

      Wenn wir das jetzt mal nüchtern im aktuellen monetären System auf ein BGE ausweiten, dann können Sie sicher schon abstrahieren wohin die Reise geht. Zum Thema „ausprobieren“: ohne vorheriges Nachdenken und ohne Plan scheitert fast alles, vor allem wenn man eine Verantwortung für mehrere Millionen Menschen damit übernehmen muss.

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    Matthias Lindemer

    25. Juni 2015 11:22 at 11:22

    Vielen Dan für den ausführlichen Text zum Grundeinkommen. Er basiert nur leider auf mindestens 2 fatalen Fehlannahmen.

    1. Finnland möchte das Grundeinkommen nicht einführen, sondern lediglich testen. Wie das aussehen soll ist noch nicht bekannt. Es wird aber vermutlich nur eine kleine Testgruppe ein Grundeinkommen erhalten, um die vielen offenen Fragen zu beantworten. Erst wenn dieser Testlauf positive Ergebnisse bringt wird Finnland über die Einführung nachdenken. Bei einem ähnlichen Testlauf im Kanada der 70er Jahre haben nur Alleinerziehende ihr Arbeitspensum reduziert.

    2. Das Grundeinkommen ist nicht unbedingt links. Es gibt zahlreiche liberale Modelle. Bevor man einen so langen Text schreibt, würde es sich lohnen sich eingehender mit der Idee zu beschäftigen.

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      Frank

      25. Juni 2015 13:09 at 13:09

      DAAAANKEEEE!

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      weltenlaeufer

      25. Juni 2015 13:27 at 13:27

      Ich stimme Ihnen in Ihrem Kommentar zu.
      Auch mich hat verwundert, dass der Verfasser so ausführlich über ein Thema schreibt, zu welchem er vorab nicht sorgfältig genug recherchiert zu haben scheint („BGE-Laie“).
      Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang ein Titel á la „Bedingungsloses Grundeinkommen: Steuert Finnland Richtung Katastrophe ?“ seriöser und ehrlicher gewesen.
      Tipp an den Autor des Artikels: Ihre vielen, offenen Fragen (Finanzierung, Auswirkungen auf Arbeitsmotivation, etc.) werden zum Beispiel in dem auf Youtube frei verfügbarem Dokumentarfilm „Kulturimpuls: Bedingungsloses Grundeinkommen“ leicht nachvollziehbar beantwortet.
      So steht in vorliegendem Beitrag Meinung und nicht Nachricht im Mittelpunkt. Seriöser Journalismus geht nach meinem persönlichen Verständnis anders.

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      Karl Schlimm

      25. Juni 2015 14:06 at 14:06

      Ich fürchte, mit einer Testgruppe wird das GBE ad abdurdum geführt, denn die Volkswirtschaft wird sich diesen Bedingungen nicht anpassen. Da die Löhne für wenig qualifitzierte Arbeiten niedrig bleiben, wird es tatsächlich keinen Anreiz für die Testpersonen geben, dafür zu arbeiten. Wenn also dann viele der BGE-Bezieher es dann tatsächlich vorziehen, zu Hause zu bleiben, anstatt sich prekär weiter beschäftigen zu lassen, dann wird das ein Argument für die Gegner des BGE weltweit sein. „Seht ihr, die Leute arbeiten nicht mehr, wenn sie BGE kriegen!“ Und damit, fürchte ich, ist die Idee kaputt.

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    T2015

    25. Juni 2015 11:26 at 11:26

    Natürlich kann so ein alt-kommunistischer Hirngespinnst nicht funktionieren, darüber braucht man sich nicht ernsthaft unterhalten.

    Allerdings ist nicht die Finanzierung das Problem, sondern eher die Auswirkung auf die Abreitsmoral – keiner würde mehr arbeiten gehen und das ist so sicher wie dass die Sonne morgen wieder raus kommt.

    Die finanzierung könnte (utopisch) durch höhere besteuerung der reichen und der Firmen erfolgen. Es schmälert den Gewinn, würde aber so ziemlich keine Firma in die Pleite treiben. Ganz zu schweigen vom Staatsapparat, der sich eh beliebig selbst finanzieren kann (bzw. könnte, siehe unter Utopie oben).

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      Karl Schlimm

      25. Juni 2015 14:11 at 14:11

      Das sind die gleichen Argumente, wie sie gegen die Abschaffung der Sklaverei und der Prügelstrafe in der Schule geäußert wurden. „Wer will denn noch die schweren und dreckigen Arbeiten machen, wenn es keine Sklaven mehr gibt?“ „Kein Schüler wird mehr ordentlich lernen, wenn er nicht zumindest theoretisch den Zwang spürt.“ Diese Argumente scheinen uns heute absurd.

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      Karl Schlimm

      25. Juni 2015 14:16 at 14:16

      Alt-kommunistisch ist dieses „Hirngespinst“ nun wirklich nicht. Die alte Kommunisten hatten eher die Losung „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.“ Sie wollten, dass jeder arbeiten muss, aber der Reichtum für alle da ist. Leistungsloses Einkommen war ihnen ein Gräuel. Der Versuch des BGE als alt-kommunistisch zu dennunzieren, läuft also ins Leere. Offenbar wird alles, was die Welt irgendwie menschlicher machen soll, von manchen als kommunistisch wahrgenommen.

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    Holger

    25. Juni 2015 11:28 at 11:28

    Sie gehören schon mal nicht zu den Optimisten oder auch Träumern. Sie vergessen allerdings, dass dem Staat durch ein BGE nicht nur Kosten entstehen. Rente z.B. wird dann vom Staat natürlich nicht mehr gezahlt. Es gibt dann nur noch den einen Topf. Klar muss dieses BGE über Steuern finanziert werden. Mein Vorschlag wäre eine „Maschinensteuer“ einzuführen. Ich finde es auf jeden Fall spannend, was man dort versucht und wünsche den Finnen das ihr Versuch ein Erfolg wird.
    mfg Holger

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    Karl-Wilhelm

    25. Juni 2015 11:30 at 11:30

    Tach Herr Kummerfeld,
    sie wissen schon, wo ihr Name herkommt? Nein, dann will ich ihnen eine Erklrärug dafür geben. Auf dem Kummerfeld wurden früher die Toten betrauert, die vom Lehnsherren für ihre bösen Taten gehängt wurden. Böse Taten waren auch damals auch schon üble Nachrede, Verleumdung oder gar Denunziantentum, für Dummehit gab es leider keine Bestrafung durch den Strick. Sie dürfen insofern froh sein ob ihrer späten Geburt.
    Also, Ball flach halten, Hirn einschalten zwecks Recherchen und zurückhaltend kommentieren, wer nicht als Maulhure, Propagandahengst oder einfach daumm bezeichnet werden will, sollte diese einfachen Regeln befolgen.
    Es grüßt freundlichst
    Karl-Wilhelm Koch

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      joah

      25. Juni 2015 12:25 at 12:25

      Ihr verkappter, heuschlerischer Sarkassmus gepaart mit bestechender Dummheit und überbordender Verbalität ist in seiner Dreistigkeit als auch Unüberlegtheit mit nichts mehr zu überbieten. Vielleicht überlegen eher Sie erst einmal, ob Sie mit derartigen Wortveröffentlichungen nicht schon nach StGB beurteilt werden können!

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    Mitleser

    25. Juni 2015 11:32 at 11:32

    Danke für den ausführlichen Artikel. Alle Argumente pro und contra sind nachvollziehbar.

    Kleine Ergänzung von mir:

    Wenn, wie seit Jahrzehnten zu sehen, die BIP-Verteilung immer einseitiger wird, somit auf der einen Seite die Lebensbedingungen für immer mehr menschenunwürdig werden, die technische Produktivität immer mehr Menschen aus dem „normalen“ Erwerbsleben „herausspült“, andererseits die Geldmenge weit überproportional wachsen muß, um nur den Absturz in die Depression gerade mal noch so abzuwenden:

    Liesse sich dann nicht ein Weg finden, diese Geldfluten wenigstens teilweise so zu verteilen, dass die schlimmsten sozialen Konflikte vermieden werden können? Politik und Notenbanken drucken Geld, als gäbe es kein Morgen, aber fast nichts davon kommt in der Realwirtschaft an (und deshalb auch kaum Inflation bei den Verbraucherpreisen); BGE wäre ein gigantisches staatsfinanziertes Konjunkturprogramm.

    Richtig, ein kleines Land allein würde damit fast nur die Importe und die Inflation antreiben, aber Europa als ganzes?

    Nochmal: Die Technik macht immer mehr Menschen überflüssig; neu gedrucktes Geld etwas anders verteilen; BGE für alle, aber nicht zu üppig zum Erhalt der Motivation zur Selbstverwirklichung; soziale Entspannung.

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    Eis Zeit

    25. Juni 2015 12:05 at 12:05

    „geht die Motivation zu arbeiten nicht verloren“
    Glaub ich nicht, schon immer gehen o. gingen Menschen einem 2. Arbeitsverhàltnis nach um mehr zu haben. So braucht man nur noch eins und das andere bekommt einer der gerne arbeiten wùrde, aber aus Mangel an Arbeitsplàtzen, arbeitslos zu Hause hockt.
    „Es muss durch Unternehmens, Mehrwert- und Einkommensteuer finanziert werden.“
    Richtig! Mehr Einkommen bedeutet mehr Konsum, mehr Konsum mehr Steuern und was die Unternehmenssteuer angeht, die sollte man bei Konzernen ohne schlechtes Gewissen (weltweit) verdoppeln.
    Was meinen sie wieviel Lohnkosten und Lohnnebenkosten Konzerne durch Techniesierung u. Automatisierung einsparen?
    Mit dieser Einsparung kann man auch die Lohnausfàlle der abgebauten Arbeitsplàtze finazieren. (zumal gròsstenteils der techn. Fortschritt mit unseren Steuergeldern subventioniert wurde) „Die Wirtschaft und der techn. Fortschritt sollte den Menschen dienen und nicht nur EINEN „fett“ machen.
    “ Alle Menschen z.B. an der Supermarktkasse, in Fastfood-Restaurants, Logistikarbeiter, alle die aktuell weniger verdienen als ein bedingungsloses Grundeinkommen: warum sollen all diese Menschen dann noch arbeiten gehen?“
    Weil sie dann MEHR hàtten. Ihren LOHN+GRUNDEINKOMMEN! Ein mehr war schon immer Ansporn.
    „Noch nie in der Geschichte der Menschheit konnte man essen, trinken und wohnen, ohne dafür etwas tun zu müssen.“
    IST DAS WIRKLICH SO? Schauen sie nach Berlin, Brùssel oder besser gleich in alle Regierungen der Welt. Schauen sie nach unseren B-C und Z „Stars und Sternchen.
    Die kriegen genug ohne produktiv zu sein, die sind teilweise nicht mal unterhaltsam.
    „werden die wirklich für weniger Geld als das BGE weiterhin im Schweine- und Rinderblut stehen und Körperteile zersägen, stundenlang, jeden Tag?“
    Ja werden sie, jedenfalls viele von denen. Denn es soll auch Leute geben, denen ihre Arbeit Spass macht und wie gesagt DAS MEHR spornt an. Denn es ist ein Unterschied lediglich 1000 Euro oder 2000 Euro zu haben.

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    Baerbel Lahmann

    25. Juni 2015 12:06 at 12:06

    dort in dem Land werden die Menschen gewürdigt,das heisst weniger Ärger für jeden,weniger Kravalle,und das miteinander wird gefördert dadurch.Die Kinder können besser lernen,besser Sport betreiben,alte und kranke Menschen werden akseptiert,was hier zu Lande immer weniger zum Tragen kommt,alte Leute die 40 Jahre gearbeitet haben,bis ins hohe Alter ihren Wohnraum behalten können und nicht wie hier die Obdachlosigkeit steigt.

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    Michael Musil

    25. Juni 2015 12:20 at 12:20

    Schön, dass ein Land anfängt weiter zu denken. Welche politische Richtung das ist, kann völlig außen vor gelasssen werden. Wichtig ist, daß das Geldsystem an sich hinterfragt wird. In einem regionalen Modellversuch funktioniert das BGE schon seit 15 Jahren bei uns. Das Wort ZINS kommt darin allerdings nicht vor! Anzuschauen unter http://www.regio-ww.de

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    thomas kolb

    25. Juni 2015 12:20 at 12:20

    Ja sie haben einen denkfehler, wie schon gesagt wurde wird es dann z.b. Keine Rente mehr geben, dazu kein Kindergeld kein arbeitslosen Geld Keine bürokratischen mittel würden für die Organisation solcher Sätze mehr benötigt etc, die Finanzierung wird das geringere Problem sein.

    Desweiteren, meiner Ansicht nach würden die Menschen die jetzt bereit Sind zu arbeiten das auch weiterhin, schon allein der gesellschaftlichen Möglichkeiten wegen. Oder das Stichwort ehrenamtlich sollte man dabei auch nicht vergessen, es gibt bei weitem mehr ehrenamtlich tätige als wie sie es wohl nennen Würden schmarotzer, nur mit dem Unterschied das Ehrenamtliches endlich gescheit gewürdigt und somit entlohnt werden würden.

    Oder das Thema Selbstverwirklichung und produktivität, wieviel arbeiten Wohl irgendwas total demotiviert nur damit sie überleben? Mit einem BGE könnten die Menschen endlich anfangen der Arbeit ansich wegen arbeiten Zu gehen, eben weil es Spaß macht, also des Interesses wegen arbeiten Zu gehen, sozusagen das Hobby mit dem nützlichen verbinden? Ich meine die produktivität und damit die Leistungsbereitschaft, -fähigkeit und die wirtschaftskraft hätten enorme anstiege.

    Meiner Meinung nach haben die meisten Gegner Angst um ihr hab und gut und kein Gespür was für die Allgemeinheit und somit letztendlich den staat und damit alle gut wäre.

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    Zeitgeist

    25. Juni 2015 12:20 at 12:20

    Scheint wohl Ansichtssache zu sein, wie man zum Thema ‚Bedingungslosem Grundeinkommen‘ steht:

    http://motherboard.vice.com/de/read/finnland-hat-die-einfhrung-des-bedingungslosen-grundeinkommens-beschlossen-222

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    Geri Mondvogel

    25. Juni 2015 12:49 at 12:49

    Ich denke, man sollte dieses BGE nicht ausschließlich als Geld-Zuwendung sehen. Es wäre sogar viel leichter zu verstehen und auch zu finanzieren, wenn man das als eine Form von garantierten Sachleistungen sehen würde. Also zB. soundso viele Grundnahrungsmittel und Berechtigungsscheine für jeden. Klingt ein wenig nach Kommunismus? Macht ja nichts, man kann ja schließlich das Gute aus einer Ideologie verwenden und das Schlechte (den Wasserkopf der Politik) ablehnen. Oder Sie meinen, dass wir ja schon staatliche Hilfen für Notleidende haben (Hartz 4, Suppenküche, etc). Das ist etwas grundsätzlich Anderes. Diese Leistungen muss man erbetteln und man wird dafür gesellschaftlich geächtet! Ein BGE in Form von Sachleistungen für jeden (!) würde zumindest bewirken, dass niemand hungern muss, jeder ein Dach über dem Kopf hat, Zugang zu ärztlicher Hilfe hat, usw. Grundnahrungsmittel würden auch bewirken, dass jeder, sich sich auch mal „ein Häppchen Kaviar“ gönnen will, sehr Wohl Interesse daran hat Arbeiten zu gehen. Der Großteil der Bevölkerung scheint ja ausschließlich dafür zu leben, viel Geld zu verdienen, um Dinge zu kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen. Höchstens um Freunde und Nachbarn zu beeindrucken. Das geht ja schließlich so weit, dass viele stolz ein Logo auf der Brust tragen (sprich kostenlos Werbung machen) für globale Ausbeuter-Unternehmen.
    Also: Essen, Unterkunft, Ärzte und Bildung kostenlos für jeden. Um den unkontrollierten Zuzug von Wirtschaftsflüchtlingen zu vermeiden, könnte man dieses „Sachleistungs-BGE“ ja an gewissene Bedingungen knüpfen, wie zB. nur für im jeweiligen Land geborene Einwohner.
    Eingedenk der unglaublichen Mengen an Nahrungsmitteln, die jeden Tag in der EU weggeworfen werden, und der vielen leerstehenden Wohnungen und Häuser (die ja oft auch von den „notleidenden Banken“ kassiert wurden), ein sehr leicht zu finanzierendes Konzept!

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    dw-seneca

    25. Juni 2015 13:16 at 13:16

    Fakt ist, daß die heute praktizierte Form der finanziellen Unterstützung Bedürftiger nicht wirklich funktioniert. Im Ergebnis produziert sie ein Maximum an Ungerechtigkeit, wenn Menschen, die den ganzen Tag arbeiten, kaum mehr verdienen, als die Summe an Unterstützungsleistungen. Das hat nicht nur große Unzufriedenheit zur Folge sondern nimmt den Menschen die Motivation, überhaupt eine bezahlte Tätigkeit aufzunehmen.

    Wenn ich die finnischen Pläne richtig verstanden habe, soll dieses Grundeinkommen jedem zuteil werden, also auch den arbeitenden Menschen. Damit ist schon die wchtigste Quelle für Ungerechtigkeit beseitigt. Außerdem verschlingt bei uns die Organisation und Verteilung der Hilfsgelder mehr Geld als den Bedürftigen gegeben wird, so wie die gesamte Sozialstaatsindustrie der mit Abstand umsatzstärkste Verein darstellt, allerdins ohne daß sie zur Wertschöpfung des Landes beiträgt. Über kurz oder lang wird das über die dafür notwendige Ausweitung der Schulden zum Ruin führen.

    Zu allem Überfluß wird jede Arbeitsaufnahme für die Bedürftigen dazu führen, daß die Hilfsgelder versiegen. Das ist mehr als kontraproduktiv.

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    Gunnar Kaiser

    25. Juni 2015 13:26 at 13:26

    Vom Segen des Bedingungslosen Grundeinkommens

    Jetzt, da in der Schweiz Volksabstimmungen zur Einrichtung eines Bedingungslosen Grundeinkommens zur Debatte stehen; da im Koalitionsvertrag der neuen finnischen Regierung ein solches Modell versuchshalber vereinbart wird, werden zunehmend kritische Stimmen gegen eine derartige Maßnahme staatlicher Umverteilung laut.

    Die Gegner der Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) führen gemeinhin einige ernstzunehmende Punkte an, mit denen sie zeigen wollen, warum eine Maßnahme, die allen Bürgerinnen und Bürgern ohne Rücksicht auf deren echte Bedürftigkeit bestimmte Mittel ungefragt und leistungslos zur Verfügung stellt, nicht funktionieren kann.
    Ihre Gegenargumente beziehen sich im Wesentlichen auf zwei Ebenen: auf die mangelnde Praktikabilität – also der praktischen Unmöglichkeit einer gesamtgesellschaftlichen Umsetzung des BGE-Modells – sowie auf die Ungerechtigkeit – also der moralischen Fragwürdigkeit eines Gesetzes, das systematisch tut, was, wenn eine Privatperson das gleiche tun würde, Raub genannt würde: unter Androhung oder Ausübung von Gewalt unbescholtenen Menschen ihr Eigentum wegzunehmen.

    Die Argumente gegen das BGE lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    http://derintellektuelle.blogspot.de/2015/06/von-der-segensreichen-wirkung-des.html

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    John Shooter Wevei Team

    25. Juni 2015 13:29 at 13:29

    Über DAS Thema könnte man ein Buch schreiben. Aber in kurzen Worten geht es auch. Punkt 1. Ein bedingungsloses Grundeinkommen muss mit dem Geldschein verbunden sind. Die Hälfte des Grundeinkommens muss jede Woche ausgegeben werden. Steuersatz 20% = 20 Euro von 100 Euro. Bei 50 Monaten sind das … ? Richtig 20 Euro x 50 Monate = 1.ooo Euro. Bei 80 Milliarden ECHTE Euroschein eine Einnahme an Steuern von 800 Milliarden. Der Staat müsste vor dem Frühstück schon zu jubeln beginnen. Punkt 2 muss sein Grundeinkommen für alle – Steuer auf ALLES. Also auch 20% auf jede Miete – für den Staat – DANN ist dieses System finanzierbar. DAS war DIE Basis und Grundlage – in der Theorie, die in Deutschland vor 68 Jahren schon einmal funktioniert hat – heute spricht man von einem Wirtschaftswunder. Wirklich? Oder war nur DER Grund, dass der Lohn jede Woche am Freitag per Lohntüte ausbezahlt wurde. DAS war ein theoretisches Modell. In der Praxis weder in Finnland noch irgendwo sonst machbar. AUSSER ein Land ist totaler Selbstversorger mit Nahrung, Wasser, Logistik, Bildung, Technik, Autos, und Energie und Gesundheit. Leute wir leben in einer GLOBALEN WELT und wenn du dir keine Jeans selber nähen kannst, dann kann man über solche Spielchen nachdenken und mehr schon nicht. Schönen Tage und freundliche Grüsse WEVEI-Team für Kybernetik und Mathematik.

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    WErner

    25. Juni 2015 13:58 at 13:58

    Wer durch Finnland reist, sieht, dass Finnland im Grunde ein riesengroßer Wald ist, in dem sich fünf Millionen Finnen versteckt halten. Man rechne mal: 5 Mio. Finnen mal 1000 Euro BGE/Monat mal 12 Monate/Jahr = 60 Milliarden Euro/Jahr. Und das Jahr für Jahr. Nach 10 Jahren wären das 600 Mrd. Euro.

    Und hier kann man leicht umrechnen: BGE 100 Euro/Monat ergäbe 10% der obigen Summe etc.

    Also: wieviel darf es denn sein?

    Und: wie hoch ist nochmal das BIP Finnlands? Ca. 200 Milliarden /Jahr und ca 35.000 Euro je Einwohner . JETZT !!! Und nach Einführung des BGE? Mehr?? Kaum!!

    1000 Euro BGE würden bedeuten, dass ein Drittel des BIPs dafür verbraucht wird.
    Und wenn ich unterstelle, dass das BIP tendenziell sinken dürfte, sagen wir um 10%, kommt irgendwann die Zeit, zu der man in Finnland ähnliche Probleme bekommt wie sie heute in Hellas bestehen.

    Wo bleibt eigentlich das Milchmädchen? Milch her…

  20. Avatar

    Gérald Hägele

    25. Juni 2015 14:50 at 14:50

    ui, der Text sprudelt nur so vor faschistoider Sklavenhaltermentälität!
    „wenn niemand mehr in Existenznot ist, wer soll dann die Drecksarbeit machen“

    außerdem sind Tiere Lebewesen, wie Du und ich und zumal es keinerlei Notwendigkeit für tierliche Leichenteile oder Sekrete gibt, ist es ein Verbrechen, was mit den Tieren passiert, für die Lebewesen, die Natur und unsere eigenen Gesundheit!

    des Weiteren ist das revolutionär logische und einfache und liberale ja, dass es eben NICHT die, die arbeiten bezahlen, sondern es wird KONSUMSTEUER-FINANZIERT werden, d.h. nicht wer leistet wird zur Kasse gebeten, sondern wer Leistung entnimmt!

    Zuletzt muss ich anmerken, dass der Text wenig kreativ daherkommt, wenn nur Lohnerhöhung als Lösung gesehen wird, um die Leute „zum Arbeiten zu bewegen“. An Automatisierung und Robotisierung und selber machen denkt der Autor gar nicht.

  21. Avatar

    NWO-Troll

    25. Juni 2015 16:07 at 16:07

    dann kommt das Geld endlich dort an, wo es hin soll. Zum Konsumenten und nicht zu den Reichen und Bankstern die eh nicht mehr wissen, wie sie ihr Geld los werden können. Einziger Haken aber ist, das Bedingungsloses Grundeinkommen nicht mit diesem Geldsystem funktionieren wird. Denn der Zins und Zinseszins-System treibt die Staaten zwangsweise in die Schulden.

  22. Avatar

    Cource

    25. Juni 2015 16:11 at 16:11

    Sicherlich könnte jeder Arbeitslose irgendwo als leibeigener in einer wohlhabenden Familie sein Dasein hier auf der Erde fristen–die Frage ist nur wer hat das Recht jemanden derartig auszubeuten–keiner hat so ein Recht deshalb gibt es ja auch schon lange die Grundsicherung lediglich mit der Androhung von Sanktionen

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    milton

    25. Juni 2015 16:17 at 16:17

    bGE ist schon heute finanziert :
    Steuersatz * Volkseinkommen = Einwohner * bGE
    = Erwerbstätige * Grundfreibetrag + Erwerbslose * Grundsicherung + Einwohner * KV/PV-Kopfpauschale.
    (Einwohner = Erwerbstätige + Erwerbslose)
    Das kostet nicht mehr als heute Grundsicherung und Gesundheit.„smile“-Emoticon
    Dazu muss man nur die Einkommensteuern mit den AG-Sozialabgaben verdoppeln und durch Besteuerung ab dem ersten Cent die Freibeträge mit ausleihen, dann hat man das vierfache Volumen von heute.

  24. Avatar

    milton

    25. Juni 2015 16:24 at 16:24

    „sondern es wird KONSUMSTEUER-FINANZIERT werden, d.h. nicht wer leistet wird zur Kasse gebeten, sondern wer Leistung entnimmt!“

    Das ist natürlich Unsinn, Gerald, denn die Konsumsteuer erfasst nicht die Grundfreibeträge, bringt also bei gleichem Steuersatz nur die Hälfte an bGE-Volumen auf. Das hat schon André Presse Götz Werner in seine Dissertation (S. 120) nachgewiesen !

    Man kann Wohlstand NICHT „erfressen“, nur erwirtschaften ! :)

  25. Avatar

    Freiberufler

    25. Juni 2015 16:28 at 16:28

    BGE ist keine neue Erfindung. Der Unterschied zu Brot und Spielen im alten Rom besteht alleine darin, dass das BGE in Naturalien gezahlt wurde: Getreide, Fleisch, Wein, Öl, etc.. Die viele Freizeit wurde dann in Bordellen, Kneipen, beim Glücksspiel oder im Circus Maximus totgeschlagen. Produktive Tätigkeiten überließ man anderen. Zustände wie im alten Rom halt… Im 4. Jahrhundert n. Chr. gab es in der Stadt mehr BGE-Empfänger als im Westreich Soldaten.

  26. Avatar

    Oliver

    25. Juni 2015 19:38 at 19:38

    Soso, es ist noch weder ein Konzept ausgearbeitet, noch die Details dazu erklärt, aber irgendwo im Parteiprogramm steht „BGE“ und sofort weiß der Autor, dass diese „Nazis“ (das war doch wohl Intention der Bildunterschrift) Finnland direkt in den Weltuntergang führen werden, weil nämlich … ähm … ja, weil die Lohnkosten explodieren werden und dann alle Friseure und Klempner nach Schweden gehen werden. Die Finnen steuern also nicht nur in die Katastrophe (Panik bitte hier!!!111!!!), sie werden vorher auch noch langhaarige Stinker!

    Also noch mal alle: „Der Raubtierkapitalismus ist alternativlos! Die Märkte und Lobbyisten müssen die Politik beherrschen zum Wohle von uns allen! Das Aktiendepot ist die Bibel und der Mensch ist bestenfalls Humankapital.“ Ist auch viel einfacher, dann kann man auch weiterhin FDP oder Mutti wählen und muss keine Angst haben, dass irgendwas besser wird.

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    newsmen

    25. Juni 2015 22:33 at 22:33

    der #Finanzmarktwelt ist Angst und Bange! hahahahaha -Zu Recht! Bedeutet ein BGE in JEDEM Land doch das Ende des alten Kapitalismus-Modells der Klassen, Ungerechtigkeit und Konkurrenzkampf. Wer nach der Krise 2008/2011 als Finanzmarktexperte noch immer nicht verstanden hat, das der Kapitalismus auf Dauer NICHT mit Demokratie, Freiheit und Umweltschutz harmoniert, sollte mal seine Hausaufgaben machen! http://www.tageswoche.ch/de/2015_24/schweiz/690517/

    Dauphin (kanada) ist ein schönes Beispiel von VIELEN!: „Mitten im Nirgendwo startet die kanadische Regierung 1974 ein revolutionäres Sozialexperiment: Jeder Bürger erhält Geld vom Staat, einfach so. Das Experiment ist ein gewaltiger Erfolg – und verschwindet dann einfach in der Versenkung.“ http://www.n-tv.de/panorama/Dauphin-war-die-Stadt-ohne-Armut-article15287556.html

    Wer weiter recherchiert, wird noch viel mehr ALTERNATIVEN zu diesem „verbrecherischen Raubzug“ (=Finanzkrise) finden und erfahren, das die idiologie des Kapitalismus ein längst überholtes Gesellschaftsmodell darstellt, das nicht nur der Natur, sondern auch uns Menschen schadet!

    „‪#‎Griechenland‬ darf die ‪#‎Superreichen‬ nicht besteuern und die ‪#‎Rüstungsausgaben‬ nicht senken, und dafür soll dieses leidgeprüfte Volk noch mehr bluten? Es wird Zeit, dass ‪#‎IWF‬, ‪#‎EU‬ und ‪#‎EZB‬, ebenso ‪#‎Schäuble‬, ‪#‎Merkel‬ & Co. in die Schranken gewiesen werden!“ Klaus Seibert

    http://mosaik-blog.at/griechenland-eurogruppe-putsch/

    http://www.tageswoche.ch/de/2015_24/schweiz/690517/

  28. Avatar

    newsmen

    25. Juni 2015 22:49 at 22:49

    Grundlage aller BGE-Konzepte ist die Vereinfachung und Zusammenlegung des hiesigen Steuersystems (incl. aller Einsparungen in der Bürokratie!)- es gäbe dann nur noch eine Vermögens-und Mehrwertsteuer=Konsumsteuer und die Tatsache, das Rente, Arbeitslosen-und Sozialhilfe im klassischen Sinne nicht mehr da wären (incl. aller Einsparungen in der Bürokratie!)! Also bitte noch einmal alles neu berechnen! ;-)

    Große Chancen birgt dieses Modell übrigens im sozialen und kullturellen Bereichen- die ja im Kapitalismus auch immer weiter „privatisiert“ und reglementiert werden was zur Folge hat, das Soziales, Gesundheitliches und Kulturelles in unserer Gesellschaft wegen „fehlender Renditen“ immer mehr auf ein Minimum abgebaut werden bzw. stark an Qualität verlieren!

    Hier könnten sehr viele Menschen einfach weiterhin etwas Gutes tun und anderen helfen bzw. die Gesellschaft BEREICHERN, ohne über Essen und Miete nachdenken zu müssen! Ein BGE würde auch vielen anderen, negativen Folgen und Dynamiken der Marktdiktatur entgegensteuern! :-)

  29. Avatar

    newsmen

    25. Juni 2015 22:55 at 22:55

    Und zur Erinnerung: Wir leben in einer Zeit, wo unbezahlte EhrenämtlerInnen sogar ihre wenigen Einnahmen für Mobilität und Spesen bei gleichzeitigem Hartz4-Bezug angeben müssen bzw. dann auch noch weniger Geld kriegen. Rein prozentual wird der „kleine Mann“ viel höher besteuert, als ein Großverdiener oder Multinationaler Konzern (die auch noch subventioniert werden). Schaut euch mal an, wieviele hunderte Milliarden JÄHRLICH an Steuern hinterzogen werden! Und dann die „Bankenrettung“ aus Steuergeldern! Leute, wacht auf! Es ist schon lange die Zeit für einen globalen Change! Schon alleine deshalb, weil Amerika einen großen Krieg will und braucht und Russland immer mehr auf die Pelle rückt! Diese militarstischen NATO-Kräfte müssen gebremst werden, bevor es zu spät ist!!! Ein dritter großer Krieg ist das letzte was wir brauchen! Große Kriege stehen allerdings immer synchron zu großen Wirtschaftskrisen! Merkt ihr was???

  30. Avatar

    Kunstsoldat

    26. Juni 2015 11:18 at 11:18

    Sehr geehrter Herr Kummerfeld:

    Ganz davon abgesehen ob ein BGE in die Katastrophe führt oder das Gegenteil, beachten sie bitte, dass im Moment gar nicht klar ist, ob das angepeilte Grundeinkommen auhc wirklich bedingungslos ist. Schauen sie sich dazu folgenden Kurzartikel an, wenn sie mögen: http://blog.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/2015/06/25/um-welches-grundeinkommen-geht-es-in-finnland/

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    Piratenpartei Wähler

    26. Juni 2015 11:33 at 11:33

    Das hängt doch alles von der Höhe des BGE ab, wenn dieses lediglich als Grundsicherung etabliert wird dürfte der Anreiz zu arbeiten durchaus noch vorhanden sein. Schließlich wollen die meisten Leute ja immer mehr als sie haben um ihren eigenen sozialen Status zu erhöhen.

  32. Avatar

    Henrik Wittenberg

    26. Juni 2015 11:34 at 11:34

    Zunächst bleibt festzuhalten, dass Arbeit nicht in gleichem Maße in allen Unternehmen billiger werden würde. Insbesondere den im heutigen Niedriglohnsektor arbeitenden Menschen muss man nach Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) schon attraktive Arbeitsplätze anbieten (Identifikation mit der Arbeit und sehr gute Arbeitsbedingungen). Der Hochlohnsektor wird dann um den heutigen Niedriglohnsektor werben müssen und bei vielen Arbeitsstellen wird man um eine angemessenere Entlohnung nicht herumkommen. Beim Hochlohnsektor selber ist hingegen davon auszugehen, dass das BGE nahezu vollständig im bisherigen Einkommen aufgeht, denn dort sind bereits vermehrt gute Arbeitsbedingungen vorhanden und bei einem hohen Gehalt (z.B. von 4000 € Netto) ist mit einem BGE (z.B. 1000 €) der Hebel nicht groß genug, um durch die Androhung der Kündigung das Gehalt nach oben zu schrauben, weil natürlich der gewohnte Lebensstandart eingebüßt würde.

    Von sinkenden Arbeitskosten werden auch eher Unternehmen profitieren, die bisher durch die überwiegende Beschäftigung von menschlichen Arbeitskräften gegenüber Unternehmen im Nachteil sind, welche heutzutage durch den vermehrten Einsatz von quasi »schwarz arbeitenden« Maschinen sehr günstig produzieren können (eine Umstellung des Steuersystems in Richtung Konsum- statt Arbeitsbesteuerung würde dies noch stärker befeuern).

    So oder so werden die sich die Gesamteinkünfte – also Grundeinkommen plus Gehälter – in den heutigen unteren und mittleren Einkommensklassen z.T. deutlich erhöhen, womit dann mehr Investitions- und Kaufkraft in der Bevölkerung vorhanden wäre. Zudem würde es vielen alten und hoffentlich auch neuen Unternehmern leichter fallen, stärker als bisher im Inland zu investieren bzw. neu zu gründen, weil durch das BGE natürlich Kaufkraft auch in Regionen kommt, die heute als »strukturschwach gelten. Dort würde sich aufgrund der gestiegenen Kaufkraft auch das Preisniveau an das der heute reicheren Regionen annähern, woraus sich wiederum steigende Umsätze für lokale Unternehmen ergeben würden. Diese könnten in Folge weiter expandieren und dadurch mehr Arbeitsplätze schaffen, deren Entlohnung sich ebenfalls an das steigende Preisniveau anpassen würden. Zusätzlich sinkt das Risiko für Unternehmensgründungen, weil durch das BGE die Existenz des Unternehmers, die seiner Familie und die seiner Angestellten jederzeit gesichert ist.

    ten Aspekte könnte man daher aus Makro-Ökonomischer Perspektive wissenschaftlich untersuchen lassen). Davon abgesehen wäre ein EU-weit ausgezahltes Grundeinkommen natürlich der beste Weg wäre, um unsere Währungsunion zu erhalten:
    https://www.youtube.com/watch?v=c10zWSE7DwA

  33. Markus Fugmann

    Markus Fugmann

    26. Juni 2015 14:42 at 14:42

    Hier meine Erwiderung auf den Artikel von Herrn Kummerfeld:

    Bedingungsloses Grundeinkommen – warum es realistisch und finanzierbar ist!

    http://finanzmarktwelt.de/bedingungsloses-grundeinkommen-warum-es-realistisch-und-finanzierbar-ist-14070/

  34. Avatar

    Peter Halvensleben

    26. Juni 2015 16:04 at 16:04

    Wenn Finnland es richtig anstellt, dann wird sich die finnische Wirtschaftsleistung um 50 % erhöhen. Wenn Finnland jedoch glaubt, ein BGE zu zahlen und alles andere bleibt, wie es ist, dann geht es gegen den Baum. Das BGE muss mit den Löhnen zumindest zu einem Großteil gegengerechnet werden, so das die Lohnkosten für die Firmen geringer werden, dann wird es der große Wurf und die finnische Wirtschaft sprudelt. Weil es die Unternehmen stärken wird. Es muss eine neue Lohnstruktur für alle geschaffen werden. Das BGE wird Finnland von erheblichen Verwaltungskosten befreien. Es muss auch eine Krankenkasse die kostenlos also steuerfinanziert geschaffen werden. Die Renten müssen selbstverständlich auch angepasst werden und ebenfalls zum Teil mit angerechnet werden, auf jeden Fall so, dass unterm Strich für jeden mehr Bei rauskommt.

    Finnland brauchte keine Rentenversicherung mehr, weil die Rentner von Grunde her abgesichert sind, nur wenn jemand im Alter mehr zur Verfügung haben möchte, dann muss er sich zusätzlich privat absichern. Das Polster von 1000 € zum Beispiel gibt vielen auch den Anreiz sich selbstständig, noch eine Existenz aufzubauen. Allerdings sollte dieser Betrag BGE unpfändbar sein, und zwar auf Dauern, dieses sollte gesetzlich garantiert sein. Ich habe auch für Deutschland ein BGE entwickelt, wobei ich auch die Kritiker berücksichtigt habe. Ich gehe von 1000€ im Monat aus, für jeden der zusätzlich einer Arbeit nachgeht, wer nicht arbeiten möchte, bekommt 850 €, also 150 weniger, was ich auch mit den höheren Kosten, derer erklären lässt, die er zur Arbeit braucht.

    Wer einer gemeinnützigen Arbeit nach geht, die wenigstens 40 Stunden im Monat betragen soll, der bekommt ebenfalls die 1000 € im Monat. Auch wer ein Teilzeitjob ausführt und noch für wenigstens 450 € im Monat dazu verdient, soll ebenfalls die 1000 € erhalten. Ich stelle mir vor, dass die Unternehmen die Verträge neu verhandeln mit den Mitarbeitern, sodass sich die gegenüber dem jetzigen Lohn, insgesamt um 40 % erhöht. Das ist aber noch nicht durchgerechnet. Auf jeden Fall würde es für den Arbeitgeber bedeuten, das seine Lohnkosten um 60 % gesenkt werden. Was ihm natürlich die Produktionskosten senken wird. Es darf nur noch wenige Steuerarten geben, wobei jedes unternehmen 25% Steuern zahlen muss, die sie auch nicht wegrechnen können.

    Dann Steuersätze die es gewährleisten das der Staat nicht nur das BGE beherrscht, sondern auch das die Investitionen wieder fließen können, bzw. auch die notwendigen Instandhaltungskosten vom Staat getragen werden. Jedenfalls sollte jemand meinen auf seinen jetzigen Lohn, noch 1000 € drauf, der Schuss wäre unkalkulierbar und wird nach hinten losgehen. Nach meinem Konzept wird sich das Bruttosozialprodukt um 50 % erhöhen, das erheblich die Kaufkraft gesteigert wird. Dieses würde auch in Deutschland funktionieren. Ich befürchte aber, dass die EU Partner diesen Test in Finnland starten, um zu beweisen, dass es nicht geht. Also wird man ein Konzept fahren, das nicht funktioniert. Ich denke dass mein Konzept, auch von allen Bürgern getragen werden kann, allerdings auch von der Wirtschaft.

    Ein riesen großer Teil der Staatskosten ist die Verwaltung die mit 30 % der Gesamtkosten ausmacht, ist das gegenwärtige Problem. Diese Kosten müssen um 80 % gesenkt werden. Mit einem BGE könnten viele heutige Verwaltungen entfallen. Lauf unsere Unternehmen bekommen sie kein Fachpersonal. Dieses würde dann frei werden. Eine Arbeitslosen Verwaltung könnte ersatzlos gestrichen werden, lediglich die Auszahlungen des Neuen BGE wäre noch notwendig. Wenn die Gesundheitsvorsorge steuerfinanziert wäre, würde auch ein Großteil der Verwaltung wegfallen. Ebenso sollte der Nahverkehr steuerfinanziert werden. Hier eine kluge Steuerpolitik und das Leben wird für alle erschwinglich werden. Dann würde auch eine private Arbeitnehmervermittlung Sinn machen. S könnten wir 80% der Verwaltungen zu den Akten legen.

    Auch die Kosten würde dann ein BGE-Kompensieren. Auch hier könnte der Staat Anreize gegeben. Zu guter Letzt muss die Wirtschaft wieder anfangen im ausreichendem Maße, junge Menschen ausbilden, allerdings auch Umschulungen durchführen. Hierbei sollten, die Ausbildungsbetriebe, ihre Schrauben realistisch halten und nicht in jedem kleinen Job, gleich Abby voraussetzen. Es gibt viele aufgaben, die heute von ausgebildeten gemacht werden, zu denen man auch einen Affen dressieren könnte. Wir brauchen 100 % der Arbeitskräfte, und zwar aus vornehmlich Deutschland. Insgesamt habe ich für Deutschland errechnet, dass es nicht mehr kostet, sondern ein Anstieg des Bruttosozialprodukts bedeuten würde, was auch die Steuern sprudeln lassen würde. Selbstverständlich muss sich auch da Kapital zukünftig am Steueraufkommen des Staates beteiligen. Das gilt auch für Börsengewinne.

    Kapital, das keine Steuern zahlen will, muss weltweit geächtet werden, als Sozialschmarotzertum und eine Straftat werden. Insbesondere wer Geld mit Geld verdient, muss besonders zur Kasse gebeten werden, weil hier keine Leistung hinter steht. Die teuersten Arbeitslosen, die wir haben, sind an der Börse. Das Zocken an der Börse muss ebenfalls abgeschafft werden, denn das ist asoziales Verhalten. Dann möchte ich den Autor des berichtest noch gratulieren zu soviel Unkenntnis und einen wenig geistreichen Artikel. Wer sich so wenig mit der Materie auseinandergesetzt hat, sollte die Internetgemeinde nicht mit so einem Quatsch verunsichern. Die meisten Kritiker haben sich so wie er noch nie wirklich damit auseinandergesetzt, weil sie es vorher schon aus völlig blödsinnigen Argumenten ablehnen.

  35. Avatar

    Paul

    26. Juni 2015 17:02 at 17:02

    Unfassbar.

    Bitte künftig einfach mit Google ein wenig Wissen erwerben bevor man einen Artikel schreibt, dann kommt kein derartiger Schwachsinn heraus, sorry.

    Wie finanziert sich das:
    Es gibt mehrere Modelle für die Finanzierung eines BGE, von neoliberal über hohe Mehrwertssteuer bis Linkslinks über starkte Besteuerung von Vermögen.

    Keiner arbeitet mehr:
    Die Annahme einer Massenarbeitsniederlegung von BeziherInnen geringer Einkommen ist komplette Phanthasie – wer sagt denn das?

    Betriebe gehen pleite:
    Möglich, andere werden geründet, die vermutlich mehr Sinn für die Gesellschaft machen!

    Weiters bringt das BGE:
    Das Ende der Mc-Jobs und der ein-Euro-Cheeseburger
    Das Ende erpressbarer Lohnabhängiger Menschen als Billigarbeitskräfte
    Das Ende von Armut jeder Art
    Das Ende staatlicher Zuschüsse samt Verwaltung für Miete, Heizung, Rente,…

    Das EINZIGE das bedenklich stimmt: Es ist eine Mitte-Rechts-Regierung die es einführen will. Die werden keine linken Ansätze dafür wählen und eventuell fett überrascht sein mit den Ergebnissen.

  36. Avatar

    Fidel

    26. Juni 2015 17:28 at 17:28

    Was einige der Pro-BGE-Kommentatoren gerne vergessen bzw. unter den Tisch fallen lassen….

    Wie soll es möglich sein BGE und (über ggf. Jahrzehnte erworbene) Rentenansprüche unter einen Hut zu bekommen?

    • Avatar

      Henrik Wittenberg

      26. Juni 2015 18:01 at 18:01

      Das BGE ersetzt bestehende Sozialleistungen in seiner Höhe, also kann sich jeder ausrechnen, ab welchem BGE-Betrag seine bisherigen Transferleistungen entfallen, weil sie künftig im BGE aufgehen.

      Leistungen, die nicht vom BGE gedeckt würden, müssten dann – solange, bis sie wieder durch eine Steigerung der BGE-Höhe obsolet würden – bei einer dafür zuständigen Behörde beantragt werden (BGE garantiert also in seiner Höhe ein garantiertes Einkommen, darüber hinaus braucht es weiterhin Bedarfsprüfungen für den Einzelfall).

      Auch wenn ein BGE die Höhe des heutigen durchschnittlichen Nettoeinkommens hätte (ca. 1500 Euro), wird es immer noch Menschen geben, die bedeutend mehr Transferleistungen benötigen (Rollstuhlfahrer etc.). Solche speziellen Leistungen müssten dann zwar beantragt und von einer Behörde geprüft werden, aber die 1500 Euro wären auch für diese Menschen ohne Bedürftigkeitsprüfungen garantiert und würden deren Alltag im Gegensatz zur jetzigen Situation enorm erleichtern.

      Des Weiteren wird es auch nicht möglich sein, Rentner mit höheren Rentensprüchen zu enteignen, da diese verfassungsrechtlich garantiert sind. Ein Rentner müsste also seinen Rentenanspruch, der über das BGE hinausgeht, nachweisen, damit er ihn weiterhin zusätzlich zum BGE ausbezahlt bekommt. Dieser zusätzliche Rentenbetrag würde dann – wie bereits heute – besteuert werden.

      Also machen auch mit einem hohen – und eventuell weiter steigenden – BGE die heutigen Sozialgesetze Sinn und sollten nicht sofort mit Einführung des BGE über Bord geworfen werden.

      Dafür bedarf es noch einer einzigen Bundesbehörde, welche die restliche Sozialbürokratie in sich vereint, um die schwindenden »BGE-plus-Bedarfe« zu verwalten (»Amt für Zusatzleistungen«).

      http://www.youtube.com/watch?v=bOzOPzWTvSs

  37. Avatar

    Oliver

    27. Juni 2015 11:16 at 11:16

    Hallo zusammnen, ohne alles hier gelesen zu haben, kann ich doch sagen, dass der Autor dieses Artikels sicherlich nicht ganz falsch liegen mag.

    Ich bin einerseits für ein Grundeinkommen, aber andererseits nicht zwingend für ein „bedingungsloses“ Grundeinkommen. Erstens dürfte solch ein Grundeinkommen nicht aus der Staatskasse finanziert werden, sondern müsste in „freiwilligen“ Leistungen aus der Wirtschaft kommen und zweitens stellt sich die Frage, ob es wirklich ein bedingungsloses Grundeinkommen geben sollte, oder „nur“ ein Grundeinkommen in weit differenzierterem Sinne.

    Dass man Menschen, die nicht erwerbsfähig sind, sei es aus Gründen körperlicher oder geistiger BEhinderung, oder weil die Person noch zur Schule oder in die Kita geht oder bei Rentnern, ein Grundeinkommen zahlen sollte ergibt sich schon aus unseren entsprechenden Stellen zur Menschenwürde im Grundgesetz. Wenn diese dortigen Artikel ernst genommen werden MUSS jeder Mensch ein Einkommen erhalten, welches seine Grundbedürfnisse und damit seine Menschenwürde wirklich abdeckt. Und so muss das auch mit dem Erwerb durch Arbeit ausschauen. Für einen Vollzeitjob MUSS der Arbeitende einfach so bezahlt werden, dass er davon ausreichend würdig leben kann, OHNE zusätzlich beim Staat Hilfen beziehen zu müssen.

    Wir benötigen grundlegende Veränderungen in unseren moralischen Werten in der Wirtschaft. Eine Wirtschaftsweise wie heute ist nicht zukunftsfähig, sie ist veraltet und nicht menschlich vertretbar. Profitmaximierung und ständiges Wachstum sind illusionär und rückständig. Eine Wirtschaft muss sich an familiären Werten orientieren, schon allein da JEDER Mensch ein Wirtschaftsteilnehmer und damit Wirtschaftsfaktor ist. Und da jeder ein potenzieller Wirtschaftsfaktor ist, sollte sich die Wirtschaft, die nunmal Güter und damit Werte erwirtschaftet auch wie eine Art Familie um alle Schützlinge kümmern. Dass den späteren Wirtschaftsteilnehmern, also Schülern etc. ein Grundeinkommen und damit eine Möglichkeit geschaffen wird, sich eine Grundlage für das Leben zu bilden, ist ein erster wichtiger Schritt. Er entlastet Familien und macht die Kinder und Jugendlichen von Beginn an freier. Individualität und eigene Lebesfasson können viel mehr ausgebildet werden und dies kann keiner Gemeinschaft auf DAuer schaden. Wirtschaft, auch wenn sie global handelt, muss lokal strukturiert und organisiert sein und muss sich an WIRKLICHKEITSGEMÄßEN WERTEN orientieren. Waren und Güter müssen nach tatsächlichem Wert bemessen werden die sie für eine lokale Gemeinschaft tatsächlich darstellen. Denn jede Region ist verschieden in wahren Bedürfnissen etc. Der Staat hat übrigens in einer gesunden Gesellschaft nur die Rolle der Wahrhung der Gleichheit vor dem Gesetz inne, sowie der Verwaltung des Allgemeingutes. Mehr nicht.

    Ob und wie ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ allerdings als eine Übergangslösung zu einer neuen, zukunftfähigen Gesllschaft nütze ist, kann nur durch den Versuch und die Erfahrung beleuchtet werden. Alle dogmatische Ablehnung (oder auch alle unreflektierte Zustiimmung) sind fehl am Platze. Ich bin der Meinung dass man es probieren muss, am besten aber aus einem Umdenken seitens der Wirtschaft und aus einer Finanzierung aus der Wirtschaft heraus. Aber solange unsere Milliardenschweren Konzerne lieber TTIP’s durchdrücken und Gentechnik fördern müssen, weil sie meinen nur so die Welt retten zu können, sehe ich wenig Hoffnung für wirklich zukunftsweisende Modelle. Daher begrüße ich die Schritte mutiger Länder wie Finnland oder evtl. auch der Schweiz in diese Richtung. Sicherlich wird ein solches bed. Grundeinkommen nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber ein notwendiger Beginn auf dem Weg zu einer neuen und besseren Gesellschaft!!

    • Avatar

      Henrik Wittenberg

      27. Juni 2015 12:29 at 12:29

      Kaum eine Idee bewegt die Menschen in den letzten Jahren so sehr wie das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Das lässt sich leicht an der Vielzahl von Modellen ablesen, die mittlerweile die Diskussionen durchfluten. Je nach Modell und Finanzierungsansatz gibt es unterschiedliche Begriffe für im Prinzip Vergleichbares: »Gesellschaftsdividende«, »Negative Einkommensteuer«, »ausgezahlter Mehrwertsteuerfreibetrag«, »Teilhabeabgabe« sind nur einige davon.

      Überall wird diskutiert, theoretisiert – wie soll das gehen? Arbeitet dann noch einer? Was ist mit den Schmarotzern?

      Ein BGE löst nicht alle Probleme auf einmal, ist keine »eierlegende Wollmilchsau«, wie Michael Opielka betont. Aber: es könnte eine zentrale Innovation des 21. Jahrhunderts werden, nicht nur für unsere Gesellschaft, sondern weltweit.

      Dass ein Grundeinkommen in der Armutsbekämpfung wegweisende Erfolge erzielt, beweisen die Modellprojekte in Namibia oder Brasilien. Armutsbekämpfung mit dem BGE verläuft erfolgreich, da die Bürokratie weitgehend wegfällt, und die Menschen direkt profitieren. Das macht Mut.

      Über Armutsbekämpfung hinaus geht es auch um Freiheitsgewinn – ein wichtiges Argument. Wenn – durch das garantierte Einkommen für alle – Arbeit nicht mehr nur getan werden muss, um die Existenz zu sichern, können wir unsere Talente und Fähigkeiten da einbringen, wo wir am besten sind. Wirtschaft ist für den Menschen da, statt umgekehrt.

      Arbeit darf nicht weiter auf Duckmäusertum und Anpassung bauen, statt auf freie Initiative und Engagement. Das Grundeinkommen ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. So wird gegenüber Staat und Märkten die Würde des Einzelnen gestärkt – erst dann sind wir auch als Wirtschaftssubjekte souverän. Demokratie und weltweite Solidarität würden neu gestärkt – also machen wir uns auf den Weg!

      http://bgekoeln.de/bge/index.html

  38. Avatar

    Xepdas

    27. Juni 2015 15:11 at 15:11

    Natürlich funktioniert ein Grundeinkommen! Nämlich in seiner Version 2.0 = Bandbreitenmodell
    Genauer ist das beschrieben unter http://www.bandbreitenmodell.de

    1. Das BBM basiert auf einer einzigen (!) Steuer, der Umsatzsteuer. Sonst gibt´s keine Steuern mehr (Einkommenssteuern, Gewerbe und sonstige Steuern ENTFALLEN).

    2. Unternehmen, die *ausreichend* gut (!) bezahlte Arbeitnehmer beschäftigen , werden steuerlich belohnt (müssen lediglich 15% Umsatzprovision abführen), wer Personal minimiert, muss mehr Umsatzsteuer aufschlagen (bis zu 200%). Ausreichend gut bezahlte Arbeitnehmer sind gutes Geschäft für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

    Wer Geschäfte in Deutschland machen will, muss Beschäftigung bieten.

    Somit werden alle Interessen verknüpft (Kaufkraft = ausreichende Beschäftigung + ordentliche Vergütung der Arbeitnehmer).

    3. Um in den Genuss des BBM zu kommen, müssen Mindestkriterien erfüllt werden: Eine maximale (Höchst-)Arbeitszeit, eine definierte, aber justierbare Beschäftigungsquote (pro Umsatzmillion „x“ Mitarbeiter), 4 verschiedene Arbeitsmodelle (Vollzeit, Teilzeit, Abwesende Beschäftigung, Auszubildende) aus denen die Unternehmen wählen können sowie Mindesteinkommen, die deutlich höher als die heutigen Vergütungen sind.

  39. Avatar

    goin

    27. Juni 2015 16:21 at 16:21

    Scheinbar haben Sie das nicht richtig verstanden. Wieso sollte jemand der für 1000 Euro arbeitet und dann noch das BGE DAZU bekommt aufhöhren zu arbeiten? er kann sich mit den 2000 euro viel mehr kaufen als nur mit den 1000 vom BGE (Menschen wird langweilig ohne Arbeit). Was wiederum ja toll ist für die Wirtschaft da mehr kaufkraft vorhanden ist.

    Aber keine Angst.. bei so hetzerischen Blogs wie diesem (in dem erstmal alles falsch dargestellt wird. „Wenn man nicht arbeitet bekommt man 1000E BGE und wenn man arbeitet nur 900E?“. dann fällt ihnen der punkt auf das sie es falsch verstanden haben nur um im nächsten absatz wieder über das BGE herzuziehen.
    Und auch in der allgemeinen Presse wird über diese „katastrophe“ namens BGE direkt negativ Meinung gemacht.

    Also keine Angst in unserem SOZIALSTAAT Deutschland wird sowas nie passieren… obowhl gerade deutschland das geld dafür hatte (wie viel wars? 40Millarden mehreinnahmen?)

    • Avatar

      goin

      27. Juni 2015 16:24 at 16:24

      Es könnte funktionieren. Aber die Wirtschaft und die Lobbys + Politik wird das nie zulassen..

  40. Avatar

    stefan

    27. Juni 2015 16:49 at 16:49

    Hallo Herr Kummerfeld,
    lieb dass Sie so besorgt sind! Aber alle Untersuchungen haben bisher gezeigt, dass Ihre Befürchtungen ungebgündet sind. In allen Feldexperimenten, von Windhoek, Namibia bis zu Manitoba, Kanada, haben Leute höchstens leicht ihre Arbeit reduziert; dafür gab es große Einsparungen im Gesundheitssektor, weil Leute nicht mehr ihre Krankheiten verschleppt haben, und es gab höhere Investitionen in Bildung und lokale Unternehmen. Die Leute sind nicht einfach fies und faul!
    Quellen gibts hier und hier und sonst überall in Internet und Büchern:

    http://www.brandeins.de/lesen/was-wurde-aus/grundeinkommen-in-namibia/
    Evelyn Forget,
    http://economix.fr/pdf/seminaires/H2S/forget.pdf

  41. Avatar

    TomBoy

    27. Juni 2015 21:12 at 21:12

    Bezüglich Planspiel;
    Meine Freundin und ich haben uns gefragt, was wir tun würden, wenn es z.B. ein BGE in Höhe von jeweils 600,-€ geben würde. Sie würde ihren Job als Brötchenverkäuferin kündigen, und ich meinen als Mechaniker, und würden uns mit einer kleinen Rückendeckung von (2×600,-€) 1200,-€ selbstständig machen. Einen Schnell-Restaurant würden wir uns gerne eröffnen. Die Preise bräuchten nicht erhöht werden, da wir ja erst einmal keine Angestellten bräuchten.Und wenn andere der Meinung sind die Preise erhöhen zu müssen, ja dann werden wir wohl früher oder später auf Angestellte zurückgreifen müssen, und gut bezahlte Jobs/Teilzeitjobs anbieten. Gierige sterben somit aus, und die die bereit sind fair zu teilen werden zeigen, dass ein BGE gut funktionieren kann, „NEIN“ wird!

  42. Avatar

    Jan

    28. Juni 2015 12:34 at 12:34

    Ich stimme dem Kommentar von Matthias Lindemer zu und möchte ein paar Punkte ergänzen:
    1. Wenn das BGE (Bedingungslose Grundeinkommen „links“ oder „noch schlimmer – kommunistisch“ wäre, dann hätte es doch eigentlich in der Sowjetunion stattfinden müssen, was aber nicht der Fall gewesen ist. Stattdessen wurden im „Westen“ Versuche und Tests mit dem BGE durchgeführt:
    2. In Namibia, in Brasilien (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/modellversuche-in-brasilien-und-namibia-grundeinkommen-statt-entwicklungshilfe-1.1785816 und http://www.brandeins.de/lesen/was-wurde-aus/grundeinkommen-in-namibia/) und in den den 70ern in Kanada, in der Stadt Dauphine (Manitoba-Experiment: http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2006/12/01/a0141). Auch in Deutschland findet man solche Experimente.
    3. In der Schweiz wird in einigen Jaheren (2-4 Jahre) eine Volksabstimmung zum Grundeinkommen durchgeführt. Da geht es nicht um einen Test, sondern um die gänzliche Einführung desselben. Die schweizer Besonderheit ist, dass die Initiative dazu schon seit Jahren das Thema in die gesellschaftliche Diskussion trägt und vor allem jetzt, bis zur Volksabstimmung das Thema breit diskutiert werden muss, damit die Leute sich ein differenziertes Bild machen können. Flankiert wird das Ganze durch eine angestrebte Volksabstimmung zur Einführung des Vollgeldes, also, dass nur nich Nationalbank die Herrschaft über die Geldschöpfung inne hat. Es gibt zu der schweizer Grundeinkommensinitiative einen wunderbaren Film, der Für und Wider des BGE beleuchtet: „Grundeinkommen – ein Kulturimpuls?“ (http://grundeinkommen.tv/grundeinkommen-ein-kulturimpuls-2/)
    4. Das Argument, dass ein BGE mit der jetzigen Geldordnung nicht vereinbar ist stütze ich ebenfalls. Entweder verändert sich die Geld- und Wirtschaftsordnung durch die Einführung des BGE „automatisch“ (Stichwort Kulturimpuls), oder man ändert diese Ordnung von vorneherein und das BGE ist dann Bestandteil einer neuen Ordnung, indem z.B. die Schöpfung des Geldes nicht mehr in Form von Kredit (privater Banken), also „Schuld“ stattfindet, sondern in Form von „Guthaben“, also, wenn das Geld in dem Moment geboren wird, wenn es als BGE an die Leute ausgegeben wird (Stichwort „MONETATIVE“: http://www.monetative.de) . Dann steht übrigens die Frage der Refinanzierung in einem völlig anderen Licht, da sich völlig neue Antworten auftun werden.
    5. Das BGE „isoliert“ einzuführen, wird meiner Meinung nach sehr schwer. Es gibt aber auch dazu schon Leute, die sich dazu Gedanken gemacht haben und in Form des „Plan B“ einen neuen Gesellschaftsentwurf entwickelt haben, der das BGE als eine Säule von mehreren enthält: Plan B von der Wissensmanufaktur (Andreas Popp, Rico Albrecht etc.), zu finden hier: http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b und http://www.wissensmanufaktur.net/media/pdf/plan-b.pdf .

    Ich hoffe einen Beitrag zum differenzierten Umgang mit dem Thema geleistet zu haben und möchte noch an das „Overton-Fenster“ (http://www.wissensmanufaktur.net/media/pdf/plan-b.pdf) erinnern ;-) Gruß, Jan

    • Avatar

      Jan

      28. Juni 2015 12:38 at 12:38

      Der Link zum Overton-Fenster ist augenscheinlich falsch. es ist hier zu finden: http://www.pi-news.net/2014/02/das-overton-fenster/

    • Avatar

      Henrik Wittenberg

      28. Juni 2015 22:51 at 22:51

      Beim Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) handelt es sich um einen Rechtsanspruch in Form eines neuen (wirtschaftlichen) Bürgerrechtes, das eine gesellschaftliche Teilhabe in einem von der Gemeinschaft vereinbarten Umfang garantiert. Damit lässt es sich sowohl mit jedem Geldsystem (Euro, Regionalgeld, BitCoins), als auch ganz ohne Geld umsetzen (Recht auf Nahrungsmittel; Bereitstellung von kostenloser Infrastruktur).

      Das Geld ist nichts anderes als ein Rechtsregulator, mit dem die (wirtschaftlichen) Beziehungen unter Menschen geregelt werden, indem es für jeden den Zugriff auf eine bestimmte Menge an Güter und Dienstleistungen gewährt. Der Wert des Geldes hängt dabei im Wesentlichen von der Menge der produzierten Güter und Dienstleistungen ab, die ihm gegenüberstehen. Das BGE steht und fällt also nicht mit der Art und Menge des Geldes, sondern mit der Verfügbarkeit der produzierten Güter und Dienstleistungen, da durch das BGE jedem Mitglied der Gemeinschaft davon ein gleicher Teil gewährt wird. Der Grad an Produktivität bestimmt deshalb den Umfang der Teilhabe (was sich dann in der Höhe des BGEs ausdrückt).

      Im Gegensatz zur DDR, wo alle zwar immer genug Geld vom Staat bekamen, aber leider nicht viel davon kaufen konnten, ist unsere heutige Produktivität so hoch wie nie zuvor, und die Regale in den Supermärkten und Warenhäuser so voll, dass wir in der EU z.T. Waren vernichtet haben, um die Preise stabil zu halten. Güter und Dienstleistungen sind also genug vorhanden, wir haben nur ein sichtbares Verteilungsproblem, welches durch die Einkommensstagnation der letzten Jahre verschärft wurde – kurz gesagt: die Kaufkraft hängt der Produktivität hinterher. Aber solange wir nicht in der Lage sind, unser Geld essen zu können, ist die Frage des Geldes (in seiner Erscheinung als Kredit-, Einkommens- und Konsumgeld) eher eine demokratische, aber bestimmt keine wirtschaftliche Notwendigkeit.

      Das BGE verändert bereits durch seine regelmäßige Auszahlung den Geldumlauf, da es automatisch wie eine Geldumlaufsicherung wirkt (Liquidität). Dies erklärt sich aus seiner Natur: Es wird ein Leben lang gewährt und dies nach Möglichkeit auf einem Niveau, das die Existenz sichert und die Teilhabe an der Gesellschaft garantiert. Dadurch wird die Binnennachfrage erkennbar stimuliert, während das Angstsparen deutlich verringert wird. Folglich werden sich auch weltweit die Geld-Stauseen leeren, die sich zurzeit noch aus der Vorsorgewut der künftigen Rentner speist. Das dürfte das Geld- und Finanzsystem aus der Zone der heutigen Irrealität herausholen und damit die Gefahr künftiger Finanzkrisen erheblich entschärfen.

      Aus dem Wesen des Geldes ergibt sich außerdem, dass es zwingend in den Rechtsbereich gehört und seine Schöpfung durch die Banken demokratisch reguliert wird.

  43. Avatar

    Jan

    28. Juni 2015 12:37 at 12:37

    Das Overton-Fenster ist unter folgendem Link zu finden : http://www.pi-news.net/2014/02/das-overton-fenster/

  44. Avatar

    Jan

    28. Juni 2015 12:51 at 12:51

    Laut Schäuble „kostet“ unser Sozialsystem mehr als 1 Billion Euro im Jahr, die laut Ihm auch besser asugegeben werden könnten. Z.B. als Bedingungsloses grundeinkommen (ca. 1000€ pro Kopf/Monat). Das sagte schöäuble im Interview: http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/schaeuble-eine-billion-euro-im

  45. Avatar

    Bettina Berens

    29. Juni 2015 13:37 at 13:37

    also, ich hab mal kurz gerechnet:

    wir geben rund 1Bill für Soziales aus.
    Davon sind rund 300 Milliarden für Krankheit, was wir nochmal aufdröseln müssten.
    Es wäre also rechnerisch erstmal möglich, dass jeder von den 80 Mill. mit deutschem Pass 700 EU mtl. bekommen könnte.
    Ebenso müsste geklärt werden, wie hoch der Anteil der Sozialversicherungen
    und der Steueranteil der Einnahmen für diese Billion ist. Und wie hoch ist der Anteil der Ausländer, die ja in die Sozialversicherungen einzahlen, aber keinen Anspruch auf BGE hätten, die müssten wir aus den Einnahmen ja wieder rausrechnen.
    Wenn wir dann davon ausgehen, dass alle trotzdem was tun, müsste noch geklärt werden, ob nicht produktives Arbeiten, in erster Linie Sozialarbeit, uns soviel wert ist, da ja dadurch keine Einnahme generiert wird.
    Wenn ich mir heute anschaue, was uns soziale Arbeit heute wert ist ……

    Auf jeden Fall drücke ich den Finnen die Daumen, dass der Kapitalmarkt denen nicht einen Strich durch die Rechnung macht.

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    Dracul

    20. Juli 2015 12:12 at 12:12

    Ich bin nicht für BGE aber die Argumentation oben versteh ich nicht.

    Warum sollten Arbeiter nicht mehr arbeiten gehen wollen, wenn ihr Lohn unter dem BGE liegt? Der Sinn dahinter ist doch gerade, dass das BGE an Arbeitslose wie an Arbeiter ausgezahlt wird, also auf den bisherigen Lohn obendrauf und man dafür (ich weiß nicht wie das in Finnland geplant ist) das Arbeitslosengeld abschafft. So gesehen wird gerade zur Arbeit motiviert werden, weil jeder Euro den die Arbeiter durch Arbeit verdienen zusätzlich zu dem Geld ist, was sie sonst als Arbeitslose hätten. Das ist doch gerade das Problem bei Niedriglohnverdienern z.B. in Deutschland, dass event. der Unterschied zu HarzIV nicht so groß ist. Als Folge müssten die Löhne daher eher noch sinken, weil sie nicht mehr zur Existenzsicherung genutzt werden würden, sondern als Bonus zum sowieso durch das BGE gesicherte Existenzminimum.
    Die wirklichen Folgen hängen davon ab wie das mit der Arbeitslosigkeit davor gehandhabt wurde. War die Arbeitslosenhilfe davor eher mau, würde es vielleicht mehr Menschen zur Arbeitlosigkeit motivieren als vorher. War sie vorher ähnlich oder sogar über dem Betrag des BGE, dürfte es eher zur Arbeit motivieren, weil wie gesagt man nicht mehr nur die Differenz zwischen Lohn und Arbeitslosengeld als wahren Lohn hat, sondern den Lohn on top bekommt.

    Die wichtigere Frage ist eher, ob sich der Staat das auf Dauer leisten kann. Ich hoffe es wird eingeführt – aus reiner Neugier was dann passiert.

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    Dr. Gernot Reipen

    14. August 2015 18:52 at 18:52

    In diesem Artikel wurde eine falsche Behauptung aufgestellt.

    Im Artikel heißt es, Zitat: „Egal ob man da Geld braucht, haben will, ob man arm, reich, Student, Bauer oder arbeitslos ist, jeder soll pauschal eine feste Summe erhalten, unabhängig davon ob er arbeitet oder nicht.“

    Diese Aussage ist falsch! Richtig ist: aktuellen Pressemeldungen zufolge hat die finnische Regierung nur einem “Versuch” zur Umsetzung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zugestimmt. Zitiert wird dort der abgeschlossene Koalitionsvertrag mit dem Satz: “Ein Grundeinkommensversuch wird durchgeführt”. Und das Grundeinkommen, so berichtet die Zeit , sei nicht für jeden, sondern nur für Erwerbstätige geplant.
    Demnach kann hier nicht von einem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) gesprochen werden. Das wäre tatsächlich auch nicht von einer Regierung, die laut Deutscher Welle  aus Liberalen, Konservativen und Rechtspopulisten besteht, zu erwarten.

    Die Einschränkung auf Erwerbstätige – wie in Finnland geplant- erscheint jedoch fragwürdig. Denn ein “BGE nur für Erwerbstätige” führt im besten Fall zu einem einfacheren Steuersystem, im schlechten Fall ist es schlicht  ein Kombilohn, der sich als Grundeinkommen tarnt. 

    Das finnische BGE ist in Wirklichkeit nur ein Kombilohn.

    Es stimmt durchaus, dass sich ein BGE für Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen wie ein Kombilohn verhalten könnte, was z.B. Prof. Dr. Christoph Butterwegge lautstark in einem Interview zum Thema Kinderarmut in Deutschland kritisiert.
    Grundeinkommen nur bei Erwerbsarbeit” beendet daher weder Lohndumping noch garantiert es eine sichere Existenz. Im Gegenteil, denn eine solche Beihilfe kann eher als eine neoliberale Maßnahme zur Demontage des Sozialstaats angesehen werden. In anderen eher neoliberal geprägten Staaten, wie im Vereinigten Königreich, gibt es nämlich ähnliche Regelungen. Unter der Bedingung einer Erwerbsarbeit inklusive Mindeststundenzahl ist der working tax credit  auch eine Art Kombilohn durch negative Einkommensteuer. Von BGE spricht hier – zu Recht – niemand.

    Geplante BGE – Versuche gibt es auch in den Niederlanden

    Vielleicht sollte man eher zu unseren Nachbarn in den Niederlanden schauen. Hier wird berichtet, dass die Stadt Utrecht (immerhin über 300 000 Einwohner) ein Grundeinkommen plane. Details sind auch hier noch offen. Im Interview mit dem Beigeordneten der Stadt Utrecht, Victor Everhardt, spricht dieser von einem Experiment in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht. Es sei geplant, mehrere Gruppen zu bilden, von denen eine ein BGE erhält, eine andere nur bei bestehender Erwerbsarbeit und einer weiteren Kontrollgruppe, für die die aktuellen Regelungen ohne BGE gelten. Zudem gäbe es ähnliche Überlegungen in weiteren Städten. Start für den Versuch soll das 2.Halbjahr 2015 sein!

    Fazit

    Festzuhalten ist, dass die Idee eines Grundeinkommens mittlerweile auch in modernen Industriestaaten Fuß zu fassen scheint. Die Diskussion und Realisierung sind also nicht mehr auf Entwicklungsländer und Schwellenländern beschränkt. Diese Entwicklung lässt hoffen, dass sich Deutschland ebenfalls für einen BGE-Versuch öffnet.

    Gernot Reipen
    Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Bedingungsloses Grundeinkommen
    Piratenpartei Deutschland

    Siehe auch meinen Artikel in der Zeitschrift „Flaschenpost“ der Piratenpartei mit entsprechenden Quellenangaben.

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    Rolf Fischer

    29. Dezember 2016 07:01 at 07:01

    Solange wir noch nicht alle unsere Energie mit PV- und Windkraft gewinnen, mit unterirdischen Pumpspeicherwerken speichern und mit ausreichenden (unterirdischen) Stromtrassen durchleiten, und mobil mit Brennstoffzellen und Methan-PKW verbrauchen, wird jede Arbeitskraft hierfür benötigt (Ist alles ohne Mehrkosten möglich).
    Sollten wir dies vollbracht haben, dann ist ein bedingungsloses Grundeinkommen sicher eine sehr gute Sache. Gerade in Finnland könnten noch hervorragend viele Stauseen gebaut werden, mit denen Energie (noch besser als im Pumpspeicherwerk) nicht nur gespeichert, sondern auch gewonnen werden könnte.

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    Jörg Pepmeyer

    12. November 2017 16:29 at 16:29

    Es war eine ziemliche Überraschung, als die Vertreter der neuen Jamaika-Koalition in Kiel vor ein paar Monaten ihr Projekt Grundeinkommen auf einer Pressekonferenz vorstellten. In Schleswig-Holstein könnten zukünftig bedürftige Menschen anstatt Hartz-IV-Leistungen, wie auch alle anderen erwerbsfähigen Menschen, ein Grundeinkommen in Höhe von 1.000 Euro bekommen. Natürlich erst mal nur im Rahmen eines überschaubaren Pilotprojektes. Wenn man sich den Jamaika-Koalitionsvertrag durchliest ist da allerdings von einem konkreten Vorhaben mit einem zeitnahen Start keine Rede. Und von einem „bedingungslosen“ Grundeinkommen schon erst recht nicht. So heißt es dort auf Seite 31 ziemlich vage:
    „Damit sich die Menschen in Zukunft eigenverantwortlich und flexibel im Arbeitsmarkt bewegen können, muss auch das Verhältnis von Arbeit und Absicherung neu austariert werden.
    Wir werden daher ein Zukunftslabor mit den Akteurinnen und Akteuren der Arbeitsmarktpolitik und aus der Wissenschaft ins Leben rufen, in deren Rahmen die Umsetzbarkeit neuer Absicherungsmodelle, z.B. ein Bürgergeld, ein Grundeinkommen oder die Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme, diskutiert und bewertet werden sollen. Ebenso wichtig wie die soziale und ökonomische Flexibilisierung des Arbeitslebens soll dabei auch die Entbürokratisierung der Arbeits- und Sozialverwaltung sein.
    Die Ergebnisse dieses Prozesses wollen wir in die bundespolitische Debatte tragen, um unser Land fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen und um Existenzängste von den Bürgerinnen und Bürgern fern zu halten.“
    Dazu gibt es einen kritischen Beitrag, den ich allen wärmstens zum Lesen empfehle: „Grundeinkommen für alle in Schleswig-Holstein? – Armut bekämpfen sieht anders aus“ unter: https://akopol.wordpress.com/2017/06/28/grundeinkommen-fuer-alle-in-schleswig-holstein-armut-bekaempfen-sieht-anders-aus/

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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