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Beschlossene Sache: US Öl-Exportverbot wird aufgehoben

FMW-Redaktion

Republikaner und Demokraten haben sich gestern Abend nach dem Motto „Eine Hand wäscht die andere“ darauf geeinigt das Öl-Exportverbot für die USA aufzuheben. Die Republikaner waren eh schon dafür, nur die Demokraten wollten dafür eine Gegenleistung haben. Die bekommen sie jetzt in Form einer Verlängerung von Steuervergünstigungen für Erneuerbare Energien um 5 Jahre. Von der Einigung berichten übereinstimmend renommierte US-Portale wie TheHill.

Seit nunmehr 40 Jahren dürfen US-Ölproduzenten kein Öl ins Ausland verkaufen – seit Kurzem zwar in sehr geringem Ausmaß, dennoch ist das Verbot immer noch in Kraft. Das führte seit Jahren zu einem Überangebot auf dem US-Markt. Dadurch, dass Produzenten wohl ab Frühjahr 2016 auch ins Ausland verkaufen können, werden nach zwei verschiedenen Szenarien folgende Dinge passieren:

Entweder fließt in großem Maße Öl aus den USA ab und wird auf dem Weltmarkt verkauft, was in den USA zu weniger Angebot und damit zu höheren Benzinpreisen führt – das war bisher immer die Befürchtung der Demokraten. Oder die Aufhebung des Exportverbots führt dazu, dass die US-Produzenten die unbegrenzten Absatzchancen des Weltmarkts wahrnehmen und ihre Produktion drastisch ausweiten, was die Republikaner bisher annehmen. Dadurch sollen die Produzenten deutlich mehr verkaufen können und das Inlandsangebot weiterhin hoch bleiben, so die Theorie.

Schaut man sich die weltweiten Ölpreise an, wird eine weitere Ausdehnung der US-Fördermenge den Preis aber noch weiter runterdrücken. Die OPEC und vor allem der Iran werden 2016 noch mehr pumpen und verkaufen. Wenn die US-Förderer jetzt auch noch einen drauflegen, wohin soll der Ölpreis dann noch fallen? 30, 25, 20 Dollar? Der Großteil der amerikanischen Fracking-Industrie fördert jetzt schon in der Verlustzone und immer mehr Fracking-Buden gehen den Bach runter, um es mal so klar zu sagen. Wie soll das gehen, noch mehr Produktion? Man kann noch so viel verkaufen – was nützt es, wenn man bei jedem einzelnen Barrel Verlust macht?

Von republikanischen Abgeordneten wurden gestern Aussprüche vernommen wie „wir haben das beste Öl“ oder „wir werden bald mehr fördern als die Russen und die Saudis“. Auch gab es klare Ansagen wie „ein großer Sieg“ oder „die USA werden den Fahrersitz bei der weltweiten Energiepolitik einnehmen“. Wenn sich da mal nicht so machner in einem Rausch des nationalen Glücksgefühls böse irrt. Fracking wird nie so billig sein wie das einfache Öl-Abschöpfen in den Golfstaaten. Dort wird man immer billiger produzieren können. Wie gesagt: Was nützt auch noch so viel Fördermenge, wenn man nur im Verlust produziert? Wollen die Repbulikaner die Ölfirmen mit Subventionen am Leben erhalten, nur um auf dem Weltmarkt die Hauptrolle spielen zu können? Kaum vorstellbar. Viele Politiker in Washington scheinen von der aktuellen Pleitewelle in der eigenen Ölindustrie noch nichts mitbekommen zu haben, die bei immer mehr globalem Angebot nur noch größer werden dürfte, weil der Ölpreis dann nur noch weiter fällt.



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