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Blinken macht Aktien-Party kaputt – geht es um Gas?

Warum die USA beim Ukraine-Konflikt nur gewinnen kann..

Ukraine-Konflik, Aktienmärkte und Gas

Der Preis für europäisches Gas steigt wieder, die Aktienmärkte haben ihre gute Laune verloren – Auslöser sind die Aussagen von US-Aussenminister Blinken, wonach es keine Anzeichen für einen Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze geben würde:

Damit steht Aussage gegen Aussage: Russland sagt, man habe begonnen, die Truppen abzuziehen – die USA und die NATO sagen, das sei nicht der Fall, im Gegenteil würden eher weitere russische Truppen aufmarschieren. Ähnlich hatte sich heute vormittag schon NATO-Chef Stoltenberg geäußert, mit allerdings eher begrenzter Reaktion der Märkte. Die Aussagen von US-Aussenminister Blinken hingegen nimmt die Wall Street offenkundig sehr ernst.

Aktienmärkte und Ukraine-Konflikt: Geht es um Gas und die Inflation?

Wer hat Recht beim Thema Abzug der russischen Truppen? Das können wir naturgemäß nicht beurteilen. Aber eines ist doch wahrscheinlich: die Amerikaner haben kein Interesse, den Konflikt schnell zu deeskalieren. Denn der Ukraine-Konflikt bietet die Möglichkeit, die massive Abhängigkeit Europas von russischem Öl und Gas zu minimieren. Vielleicht ist es daher nicht weit hergeholt, wenn Russland aktuell sagt, dass die Amerikaner den Anteil Russlands am europäischen Gas-Markt reduzieren wollen – um den eigenen amerikanischen Markt-Anteil durch den Export nach Europa deutlich zu steigern:

Hinzu kommt, dass US-Präsident Biden – dessen Zustimmungswerte im Keller sind, vor allem wegen der hohen Inflation – damit ein gutes Thema hat, das die heftigen Preisanstiege in der amerkanischen Öffentlichkeit in den Hintergrund drängt.

Christian Rieck über den Ukraine-Konflikt und Gas

Christian Rieck hat kürzlich gezeigt, dass spieltheoretisch die USA die großen Profiteure sind in diesem Konflikt: im Grunde können sie nur gewinnen. Die Hauptleidtragenden hingegen sind Europa (vor allem Deutschland) wegen der weiter steigenden Preise für Gas und Öl – sowie vor allem die Ukraine, die ein Spielball der amerikanischen und russischen Interesssen sind:



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5 Kommentare

  1. Also ich bin mir da nicht so sicher, ob das alles so stimmt was seitens der USA und der Nato so verbreitet wird. Man könnte fast meinen, das seitens der USA und der Nato nun gezielt gezündelt wird. Das ist sicher durchaus denkbar, das die USA mit dem Russland/Ukraine Konflikt versuchen ihre Position als Gaslieferant für Europa zu festigen, zumal man ja schon immer gegen Nord Stream 2 gewesen ist.

    1. @Stiller User
      Du liegst mit deinen Vermutungen nach meiner subjektiven
      Überzeugung absolut richtig.
      Bei dem sog. Ukrainethema geht es im Endeffekt nur
      um wirtschaftliche Interessen und um nichts anderes. Die
      USA liebt weit entfernt von ihrem Land Konflikte wo es
      etwas zu erben gibt.
      An Nord Stream 2 konnte jeder sehen, wie abhängig wir
      von den Interessen der USA sind. Unterstützt wurden sie
      von den Grünen…….! Aber man hat noch nie einen Protest
      seitens der Grünen gegen Fracking vernommen. Da müsste
      doch eigentlich jeder zumindest stutzig werden. Geht es
      wirklich immer nur um Umwelt? Nein um wirtschaftliche
      Interessen (Geld) wie immer.

  2. Im Mittelmeer ist so viel Öl und Gas vorhanden, dass ganz Europa über Jahrzehnte versorgt werden könnte.
    Aber grüne Hüpfer und Streit zwischen Griechen und Türken verhindern die Förderung.
    Eine typische Konstellation in Europa.
    Man legt mit N1 und N2 lieber zusammen über 2400 km Superröhren für zig Milliarden, und kauft dann das Gas und Öl in dem Land, das mit unzähligen Sanktionen belegt wurde, und dessen Regierung als verbrecherisch angesehen wird, ja sogar eine militärische Invasion, für möglich gehalten wird.
    Jetzt wird versucht die Gaslücke auf die umweltschädlichste und teueste Art und Weise (selbst mit dem Segen einer grünen Regierung) mit verflüssigtem Erdgas zu schließen.
    Schilda lässt grüßen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. A propo grüne Hüpfer: Können Sie sich noch an die Ho-Chi-Min-Hüpfer aus den 60-er Jahren erinnern? Die Alt-achtundsechziger sollen sich ja nur noch mit „Hey, du alter Hüpfer“ begrüßen. Aber hüpfen tun sie ja überall – selbst rechte Dumpfbacken-Gestalten wie z.B. die Hooligens. Und damit der Hüpf-Trieb nicht überhand nimmt, kleben sich die Leute ja inzwischen schon auf den Asphalt fest. Wirklich sehr besorgniserregend diese Hüpf-Entwicklung…

      1. Hey Lausi, du alter Hüpfer

        Aus diesem Grund hat man die Hüpfburgen erfunden, hüpfen Menschen kopfüber an Gummiseilen von Brücken oder wild gestikulierend auf den Balustraden des Bundestages herum, weil sie unten nicht mehr sitzen dürfen.

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