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Boeing 737 Max: Problem war schon 2017 bekannt – das kann übel werden

Das kann übel werden für Boeing als Unternehmen und für den Kurs der Aktie. Man hat in einer gestern veröffentlichten Mitteilung zugegeben, dass man intern schon im Jahr 2017 von Problemen bei der 737 Max wusste.

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Hier erstmal das entscheidende Zitat aus der Mitteilung von Boeing:

In 2017, within several months after beginning 737 MAX deliveries, engineers at Boeing identified that the 737 MAX display system software did not correctly meet the AOA Disagree alert requirements. The software delivered to Boeing linked the AOA Disagree alert to the AOA indicator, which is an optional feature on the MAX and the NG. Accordingly, the software activated the AOA Disagree alert only if an airline opted for the AOA indicator. When the discrepancy between the requirements and the software was identified, Boeing followed its standard process for determining the appropriate resolution of such issues. That review, which involved multiple company subject matter experts, determined that the absence of the AOA Disagree alert did not adversely impact airplane safety or operation.

Im Klartext: Man habe ein Problem erkannt, es geprüft, und letztlich aber befunden, dass dieses Problem kein Risiko für das Flugzeug darstelle. Wir bei FMW sind keine Rechtsanwälte, und erst recht nicht für US-Recht. Aber wenn sich nun endgültig herausstellt, dass das inzwischen viel besprochene MCAS-System doch schuld war am Absturz der beiden Maschinen (es steht im Zusammenhang mit dem aktuell von Boeing besprochenen Warnsystem), könnten dann womöglich Milliarden-Forderungen von Angehörigen der Toten, von Airlines und Aktionären ins Haus stehen? Immerhin ist die Aktie seit März um 16% gefallen.

Und ohhh Wunder, man denke dabei doch gleich an Volkswagen und die Diesel-Affäre. Boeing schreibt aktuell nämlich auch, dass das Management des Unternehmens von dem ganzen Vorgang erst etwas mitbekam nach dem ersten Absturz der 737 Max Ende 2018. Nach dem ersten Absturz habe man die Aufsichtsbehörden über seine vorigen Prüfungen informiert, und damit war die Sache dann auch in Ordnung (verkürzt und vereinfacht von uns zusammengefasst).

Tja, damit ist Boeing aus der Sache raus? Man hatte alles geprüft und auch gemeldet, und ein Risiko war nicht erkennbar? Wenn man sich da mal nicht irrt, sobald die Abschlussberichte der Abstürze gerichtsverwertbar vorliegen? In der Aktie ist ein steigendes Risiko vorhanden für Milliarden-Forderungen. Auch ist noch gar nicht abzuschätzen, was diese Farce Boeing kosten wird in Sachen abgesagter und verlagerter Bestellungen.

Vorbörslich notiert die Boeing-Aktie heute mit -3,4%. Das wird wohl eher am aktuellen Minus des Gesamtmarkts liegen, als an dieser Meldung. Man kann sie nämlich auch interpretieren als quasi „Selbst-Entlastung“ des Managements. Man habe ja alles getan was möglich war, als man von den Problemen erfuhr. Und überhaupt, auch vorher hätten ja die Ingenieure geprüft und kein Sicherheitsproblem entdecken können… man denke an unsere mahnenden Worte. Da könnte noch was auf Boeing zukommen, aber so richtig!

Boeing 737 Max
Boeing 737 MAX Roll-out im December 2015 mit der ersten 737 MAX 8. Foto: Aka The Beav CC BY 2.0



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