Folgen Sie uns

Indizes

Börse: Impfstoffhoffnungen – weitere Gründe für Jahresendrally?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Als vor einer Woche die große Meldung von BioNTech/Pfizer auftauchte, drehten die Börse auf (durch), durch eine blitzschnelle Einpreisung möglicher Perspektiven und einer Branchenrotation hin zu den vielen Corona-Opfern. Wenige Stunden später erfolgte bereits eine Korrektur der Kursübertreibung. Aber es spricht Vieles dafür, dass wir an den Märkten etwas Ähnliches erleben, wie bei der unendlichen Geschichte in der Hoffnung auf einen China-Deal im Jahr 2019.

Börse: Ein Vakzin gegen Covid-19, Hoffnungen und die Folgen

Irgendwie erinnert das jetzige Spiel an der Börse an das letzte Jahr, nur in ganz anderer Dimension und mit anderer Tragweite. Damals hatten die Aussagen der US-Regierung (allen voran die Twitter-News von Trump) zu ständigen kleinen Rallyes geführt, manchmal auch zu kleinen Short Squeezes. Jetzt kam es am Montag vor einer Woche zur großen Rally aufgrund der Pressemeldung von Pfizer hinsichtlich der Beantragung der Zulassung des Impfstoffes (BNT162b2) mit der festgestellten 90-prozentigen Wirksamkeit.

Der globale MSCI World Index erreichte binnen Minuten ein neues Allzeithoch, in Europa sprangen Dax und Euro Stoxx innerhalb von Minuten um 6,5 beziehungsweise 7,4 Prozent in die Höhe. In den USA eröffnete der Dow Jones am Nachmittag mit 5,7 Prozent plus fast an der 30.000 Punkte-Marke bei 29 929 Punkten und auch der Leitindex S&P 500 gewann 3,7 Prozent.

Natürlich ebbte die übertriebene Hausse nach wenigen Stunden etwas ab, dafür kletterte der Optimismus in gewaltige Höhen. Zwangsläufig, weil es auch eine heftige Short Squeeze gab, die aus technischen Gründen zu extremen Kursausschlägen führen musste. Die Investoren registrierten, welche Folgen dies für die Märkte haben könnte, falls sich die Hoffnungen in den nächsten Monaten in der Realität umsetzen. Selbst der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayer, sprach davon, dass ein wirksamer und nebenwirkungsarmer Impfstoff alles ändern könne.

Nicht unmittelbar, aber das ist nicht die Perspektive des Marktes, man blickt immer viel weiter in die Zukunft. Das Aktuelle ist der Stoff für die Nachrichten und für Schlagzeilen, aber das entspricht nicht dem Wesen der Börse – die Gegenwartsbezogenheit. Rasch tauchten Bewertungen der Sachlage über den Impfstoff auf, die sich mit dem Zeitpunkt der Verfügbarkeit des Vakzins, den faktischen Schwierigkeiten bei der gigantischen Zahl der zu impfenden Personen und weiteren ungeklärten Fragen um die Wirksamkeit des Impfstoffs beschäftigten.Tenor: Es könnte noch länger dauern, bis eine Impfwelle die Coronawelle stoppen kann, die gerade in den USA zu riesigen Neuinfektionszahlen geführt hat. Zuletzt 184.000 Fälle pro Tag, über eine Million in nur einer Woche.

Trotzdem trat am Freitag der wissenschaftliche Leiter der amerikanischen Impfstoff-Initiative „Operation Warp Speed“, Dr. Slaoui, zusammen mit Donald Trump vor die Kamera, um zu verkünden, dass im Falle einer Notzulassung bereits im Dezember mit den Impfungen begonnen werden könne. 20 Millionen im nächsten Monat und dann 25 bis 30 Millionen in den Folgemonaten. Eine typische Trump-Show.

Aber eines sollte man bei allen Unwägbarkeiten nicht außen vor lassen. Die USA haben bei einer Bevölkerungszahl von 331 Millionen Bürger bereits „offiziell“ die Zahl von 11 Millionen Infizierten überschritten, laut US-Seuchenschutzbehörde musste man aber 2020 zeitweise mit einem Faktor 10 in der Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle rechnen. Allein für New York gab es schon im Frühjahr die Meldung über eine Zahl von 2,5 Millionen Menschen mit Antikörpern auf Covid-19. Sollte es also tatsächlich möglich sein, ab Jahresbeginn Millionen Amerikaner zu impfen, würde die Zahl der möglicherweise noch gefährdeten Menschen rasch sinken.

Die beste Börsenphase seit Langem

Die Rally Börse der letzten beiden Wochen hört sich sehr spektakulär an. Der Dax sprang von seinem Vorwahl-Tief am 30. Oktober mit 11.556 Punkten in nur neun Tagen auf 13.216 Punkte – über 1600 Punkte plus. Der Dow Jones von 26.500 auf 29.500 und der S&P 500 von 3282 auf 3586 Punkte.

Das sind neue Hochs, die aber nur etwas über den Spitzenwerten des 2. Septembers liegen. Das Extreme dabei ist, dass es zwei Ereignisse hintereinander waren, die zu so einer Kursrally geführt haben: Die Wahlparty in den USA und dann aus heiterem Himmel die Impfstoffmeldung am Montag. Nach den Kursverlusten vor der Wahl war wieder einmal ein Börsen-V extremer Ausprägung entstanden und ein Stimmungswechsel in einzigartiger Dimension, der nach temporärer Abkühlung ruft.

Für unseren Dax gilt aber: Bei allen Meldungen über die großen Kursanstiege der letzten Woche sollte man das große Bild nicht außer Acht lassen. Zumindest beim Dax hat sich nur der Sägezahnmarkt der letzten sechs Monate fortgesetzt. Der Leitindex hat noch nicht einmal sein Niveau von Mitte September erreicht und er steht auch nur gerade knapp 100 Punkte über seinem Niveau vom 8. Juni diesen Jahres.

Die aktuellen Bremsfaktoren

Keine Rally der Börse ohne Warnzeichen, so auch diese.

Ein ganze Reihe von Indikatoren zeigen einen extrem überkauften Markt, wie der Prozentsatz der Aktien, die über ihrem 200-Tage-Durchschnitt notieren, damit liegen auch die Indizes weit über dem Aufwärtstrend, was bisher regelmäßig zu Korrekturen geführt hat. Auch ist das Put/Call-Ratio extrem niedrig, was auf fehlende Absicherung und großen Optimismus hindeutet.

Zudem zeigte sich bei der Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) ein extremer Optimismus der Anleger in den USA. Ähnliches ist auch für Deutschland zu beobachten.

Als Belastungsfaktor ist aber die aktuelle Ausbreitung von Covid-19 in den westlichen Industriestaaten nicht zu vergessen, die manch einen Regierungschef zur Anordnung schärferer Lockdown-Maßnahmen veranlasst hat.

Wie geht es weiter mit dem großen Aufregerthema?

Klar hat sich ein gigantischer Optimismus breitgemacht, weil man realisiert hat, welcher Game Changer im gesamten Umfeld der Börse des fast 30 Billionen Dollar schweren Leitindex S&P 500 entstanden ist. Die großen Tech-Werte, die die Jahresperformance der US-Börsen in Coronazeiten maßgeblich angetrieben hatten, mögen 25 Prozent beim Index ausmachen – aber was macht der große Rest von 75 Prozent? Die verprügelten Branchen, wie der Energiesektor, Luftfahrt, Banken, Freizeit und weitere? Hat die bereits im September begründbare Branchenrotation nicht eine Dauerbegründung mit dem Impfthema erhalten?

Die Vakzin-Hoffnungen sind wohl das Beste was den Märkten derzeit passieren kann. Diese Woche gab BioNTech/Pfizer das erste große Signal, kommt nächste Woche Moderna, dann CureVac, Novavax, AstraZenecca, Johnson&Johnson oder andere, wer weiß?

Wir haben es am Freitag gesehen. Welcher Großinvestor traut sich Gewinne mitzunehmen oder short zu gehen, wenn er nicht weiß, ob nicht plötzlich eine neue Erfolgsmeldung aus dem Bereich der Impfstoff-Forschung kommt? Bei der riesigen Zahl an Projekten in vielen Ländern kann keiner den Stand der Dinge erfassen.

Im Prinzip setzt sich das ungewöhnliche Corona-Jahr 2020 in anderer Form fort.

Die große Unbekannte, die Aktien-Leerverkäufe

Noch ein paar Sätze zu dem Thema, welches uns auch in diesem Jahr ganz besonders begleitet und gerade am Montag den Kursanstieg geradezu befeuerte – die Eindeckung von Leerverkäufen. Viele Beobachter sprechen immer gleich von geheimen Kräften oder Casino, dabei ist es ein markttechnisches Problem, ausgelöst von Investoren, die auch von der anderen Marktrichtung partizipieren wollen.

Für den deutschen Markt gibt es hierzu aktuelle Zahlen. Hedgefonds haben nach der BioNTech-Meldung rasant begonnen ihre Short-Spekulationen auf die Verliereraktien der Coronakrise aufzulösen. Das führte zu einem Anstieg der Lufthansa-Aktie von 15 Prozent. Die Shortquote fiel vom 6. November von 11,48 Prozent auf 5,94 Prozent am 11. November (Bundesanzeiger). Ähnliches vollzog sich auch bei Fraport und bei Airbus. Insgesamt dürfte es bei vielen Corona-Verlierern noch große Leerverkaufsbestände geben, denn die Spekulanten konnten sich vor Kurzem noch relativ sicher sein, dass die Verlierer noch längere Zeit darben müssen. Aber nichts ändert sich so schnell wie die Lage an der Börse!

Fazit

Sicherlich sind die Zeichen der Überkauftheit der Märkte unübersehbar und Korrekturen eigentlich unausweichlich. Sei es aus markttechnischen Gründen oder speziell aus der Euphorie der Investoren ableitbar.

Zu bedenken gibt es allerdings, dass fast jeder Experte, der im Fernsehen auftritt, vor einer Korrektur warnt, die jetzt unmittelbar bevorsteht. Also stehen viele noch an der Seitenlinie und die Tage verrinnen bis zum Jahresultimo.

Deshalb könnte folgendes Szenario eintreten: Diese Woche verläuft weiter im Korrektur- und Konsolidierungsmodus, dann kommt die stets bullishe Thanksgiving-Woche.

Nach einer Korrektur der Überkauftheit könnte die Börse mit dem Impfstoff dasselbe Spiel veranstalten wie mit dem China-Handelsdeal.

Ein wenig Jo-Jo mit Tendenz nach oben. Schließlich ist man in der Finanzindustrie auch interessiert an Umsatz, gerade im Zeitalter der explodierten Depoteröffnungen (auch bei uns). Wenn jetzt die Coronazahlen nicht wieder die großen Lockdowns provozieren, hat sich eine positive Gemengelage ergeben, so unsinnig sich die Situation in der Gegenwartsbetrachtung auch darstellen mag, die Antriebsfaktoren für einen positiven Jahresausklang an der Börse haben sich weiter verstärkt. Wann kommt die Moderna-Meldung?

Die Börse wied getrieben durch Impfstoff-Hoffnungen

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    16. November 2020 10:34 at 10:34

    Es gibt 2 sichere Indikatoren die nur eine Richtung nach Norden erlauben. Die unglaubliche Manie der Notenbanker täglich Unsummen an ungedeckten Scheinen in den Markt zu pumpen und die endlose Gier der Marktteilnehmer die sich sicher sind, dass die Geldflut für sie nie in diesem Leben je enden wird. Und der reale Markt? Was ist das? Gibt es denn sowas noch?
    Also ich habe bereits mein ursprüngliches Vermögen mit Gratisgeld verzehnfacht – steuerfrei versteht sich. Alles in Boden und Immobilien mit zusätzlichen Bankkrediten gesteckt. Was soll ich tun, der Banker hat mich weinend um Kreditannahme gebeten, da sie ja praktisch nur noch von der Gewinnmarge gegenüber der EZB leben. Und mein Risiko? Keines – denn bei Marktzusammenbruch ist alles über Einzelfirmen abgesichert. Wie gewohnt haben dann die Gläubiger das Risiko – üblicher Marktmechanismus, nicht?

  2. Avatar

    Macwoiferl

    16. November 2020 12:00 at 12:00

    Ja es ist schon bezeichnend.
    Auch in Ihrem Artikel spielt keine Rolle mehr, was eigentlich der Konsument tut.
    Wen interessiert schon Wirtschaftswachstum?
    Die Börse bewegt sich mittlerweile nurmehr wegen Short Squeezes (nach oben) und Leerverkäufen (nach unten).
    Die Impfstoff-Hoffnung ist weiterer Irrsinn.
    „Für mich ein Haus bitte, zwei Tesla, neun Pferde und acht IPhones, ja ich bin geimpft und deswegen reich.“
    Ansonsten hat @Mike Lohmann alles gesagt.
    Die Börse ist eine Einbahnstraße nach oben.
    Selbst kurze Abstürze wie z.B. im März dienen nur als willkommender Grund den Ballon weiter aufzupumpen.

  3. Avatar

    Shortbrüller

    16. November 2020 15:23 at 15:23

    Die Experten, die warnen habe ich bis jetzt nicht gehört ( ausser bei FMW) , es gibt nur noch Longbrüller.Bis Freitag ( kleiner Verfall ) noch die bekannten Short- Squeezes, dann weitersehen. Die Börsen sollen weitersteigen. Nachdem man den Rinderwahnsinn erfolgreich bekämpft hat ist das Virus mutiert zum Bullenwahnsinn. Niemand ist interessiert diesen Wahnsinn zu stoppen, nein er wird sogar gefördert, weil er durch die schönen Buchgewinne eine Zeitlang sooooo glücklich macht.An die Folgen denkt in der kurzlebigen Daytrader und Robin Hooder Zeit noch niemand.

  4. Avatar

    Columbo

    16. November 2020 19:20 at 19:20

    @Macwoiferl

    „Die Impfstoffhoffnung ist weiterer Irrsinn“

    Wie kommen Sie darauf? Versuchen Sie das Ganze mal emotionslos zu sehen. Die Erfolge in der Pharmaforschung haben in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Vor vielen Jahren, in der Anfangszeit der Impfstoffentwicklung, als man technisch lange nicht so weit war wie heute, sind schon wirksame Impfstoffe entwickelt worden. Mit den heutigen, um ein Vielfaches besseren Möglichkeiten sollte das nicht klappen? Warum?
    Wir sind auf dem Mond gelandet, aber finden keinen Impfstoff gegen das Coronavirus? Ziemlich unwahrscheinlich.
    Es geht viel schneller, als gedacht und überrascht die Börsianer wieder einmal auf dem falschen Fuß.

  5. Avatar

    Impfgegner

    16. November 2020 20:22 at 20:22

    Genau darum hat man bei HIV auch mit den heutigen Möglichkeiten nach 40 Jahren noch keinen Impfstoff.
    Siehe heutiges Video eines Experten.Wie es auch kommt, die Langfristwirkung ( Nebenwirkungen) können auf jeden Fall nicht in kurzer Frist getestet werden.Und was meinen generelle Impfgegner gegen einen Schnellschuss ins Ungewisse. Herr Columbo sind sie sehr jung oder sehr naiv ? Könnte sein ,dass die Impfstoff – Träumer auch noch von der Börse erwischt werden.Noch zu erwähnen, dass mit oder ohne Impstoff vor allem in den armen Ländern die Pandemie noch einige Zeit zunimmt.

  6. Avatar

    Macwoiferl

    17. November 2020 00:04 at 00:04

    @Columbo
    Na denn auf zur Impfung!
    Wenn Sie´s überleben: Von mir gratis einen guten Tropfen zum knisternden Kaminfeuerchen!
    Was heißt guter Tropfen, es wäre ein sehr, sehr junger Wein. Ein 2020er gar.
    Die Cabernet-Trauben womöglich nicht ganz ausgereift. Mutmaßlich auch nicht ganz ausgegoren, aber was solls. Der Trester nicht ganz herausgefiltert, aber was solls.
    Das Etikett mit Spucke handgeklebt. Denn die Zeit bis zur Abfüllung drängte. Aber was solls. Und, ganz ehrlich, wer braucht ein Etikett.

    Da rechne ich auf Ihr Verständnis: Der Winzer wollte nämlich sehr rasch etwas Rotes in Flaschen abgefüllt und für ordentliches Geld verkauft sehen.
    Den Konkurrenten vom Nachbarhügel hat er um Jahre überrundet.
    Er ist jetzt an der Börse mit seinen Anteilscheinen sehr, sehr erfolgreich, der Schlaufuchs, weil er mir den Wein verkauft hat, den ich Ihnen schenken werde.

    Als Lohn für Ihren Mut, sich freiwillig als erster Proband impfen zu lassen!

    Das ist doch mal eine Perspektive.
    Neben den steigenden Kursen, weil die Wirtschaft so rund läuft.

  7. Avatar

    Columbo

    17. November 2020 07:10 at 07:10

    @Impfgegner

    Gegen HIV war der Druck, einen Impfstoff zu entwickeln nie so groß. Erstens hatte man längst vorher Medikamente, die die Krankheit kontrollieren konnten, zweitens betrifft die Krankheit eine Minderheit (zumindest bei uns) und drittens kann man sich dagegen leicht schützen.
    Und noch etwas: Impfgegner lassen sich sehr, sehr schnell impfen, wenn es ihnen oder ihren Kindern an den Kragen geht.
    Weiß ich aus Erfahrung…

  8. Avatar

    Columbo

    17. November 2020 07:15 at 07:15

    @Macwoiferl

    Warum nur habe ich das Gefühl, daß einige Zeitgenossen gar nicht wollen, daß die Pandemie endet?
    Ich kann mir nicht erklären, warum. Vielleicht macht man damit gute Geschäfte.

  9. Avatar

    Stiller-Leser

    17. November 2020 11:55 at 11:55

    @Columbo..Hallo Herr Columbo. Jeder möchte gerne das die Pandemie gestoppt wird. Die Frage ist nur wieviel man dafür in Kauf nehmen möchte ? Aus Jahrzehntelangen Erfahrungen mit Medikamenten ist es geboten und Gesetz das neu entwickelte Medikamente einen strengen Überprüfungszyklus unterliegen und deshalb Jahre in Anspruch nehmen um die Menschn vor eventuellen unheilbaren oder tödlichen Nebenwirkungen zu schützen. Das ist etwas ganz selbstverständliches. Und wie Herr Fugmann auch des öfteren erwähnt hat, ist es der Wissenschaft bis heute nicht gelungen einen erfolgreichen Impfstoff innerhalb eines jahres zu entwickeln, welcher dann auch noch garantieren kann das man es heil und unbeschadet überlebt wenn man damit geimpft worden ist. Warum also sollte es HEUTE anders sein ? Daher ist es nur SEHR BERECHTIGT wenn man seine Zweifel daran hat. Und das ganz abgesehen von der Börsenwelt. Denn eines wissen wir doch alle. Der Börse ( Finanzsystem ) ist es doch völlig egal wieviel Menschen an etwas sterben wenn es nur Geld bringt. Oder wie erklärt man sich sonst den Anstieg der Börsen mit gleichzeitigen expontenziellen Anstieg der infizierten auf der ganzen Welt ? oder das steigen des Aktuenkurses von dem Unternehmen welches zig tausend Mitarbeiter auf die Straße setzt ? Nein, Moral ist an der Börse so fehl am Platz wie Salz im Kaffee. Daher zu Ihrem letzten Satz : “ Vielleicht macht man damit gute Geschäfte“. Ist eher den Bullen am Finanzmarkt zuzuordnen als den Skeptikern die sich nicht ein rasch zusammengesetzten Cocktail in den Arm spritzen lassen möchten.

  10. Avatar

    Columbo

    17. November 2020 12:17 at 12:17

    @Stiller Leser

    „…ist es der Wissenschaft bis heute nicht gelungen einen erfolgreichen Impfstoff innerhalb eines Jahres zu entwickeln…“

    Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen ist schon an der Börse ein Fehler, erst recht in der Medizin.
    Einfach auf alles schimpfen, Impfung, Lockdown, Medikamente, Ärzte, Wissenschaft und selbst keine bessere Lösung haben, ist halt große Mode, bringt aber nichts.

  11. Avatar

    Macwoiferl

    17. November 2020 12:47 at 12:47

    @Columbo:
    Sehr wohl soll sie enden. Freilich.
    Aber sicher nicht mit einem Impfstoff, der aus reiner Gier heraus nicht ausreichend getestet wurde.
    Der Pharma geht es ums nackte Geld. Nicht um Gesundheit.
    Im Gegensatz zu früher ist dies heute mehr denn je offensichtlich.
    Nochmals: Niemand braucht Corona!
    Außer der Börse.
    Stichwort: Extrem steigende Kurse an der Wall of Worry.
    Wäre Corona vorbei müssten sich Powell&Co etwas Neues einfallen lassen, um ihre Zocker-Schäfchen zu füttern.

  12. Avatar

    Real- Pessi- Mist

    17. November 2020 14:05 at 14:05

    Über 150 Firmen forschen mit riesigen Kosten am Impfstoff. Vielleicht werden 2 bis 3 Firmen Erfolg haben in den nächsten Jahren.Da die Forschung teilweise staatlich unterstützt ist werden die Verkaufspreise und Margen relativ tief sein.Die Krankenkassen werden die Preise drücken, vor allem wenn es mehrere Produkte gäbe. Fazit: Für einige Firmen wird das heissen, AUSSER SPESEN NICHTS GEWESEN, Das könnte dann endlich die Börsenkurse von Impfstoff- Hoffnung auf Impfstoff – Entäuschung drehen, oder neuerliche Branchen-Rotation.
    Bis jetzt haben ja die Impfstoffhoffnungen die Nachteile der Pandemie überwogen. ( Steigende Börsen)
    Zynische Leute müssten sich ja gerade keine Besserung herbeiwünschen um die Impfstoffhoffnung noch weiter zu spielen. Da hat doch der verschmähte Donald der ganzen Börsenwelt gezeigt wie es geht , mit der hundertfach gespielten Handelskrieg – Hoffnung.
    Man könnte auch fragen, wie stark muss die Wirtschaft kurzfristig leiden , damit die Bullen merken ,dass es auch mittelfristig schädlich ist und der Normalzustand in frühestens 3bis 4Jahren zu erreichen ist.

  13. Avatar

    Columbo

    17. November 2020 14:12 at 14:12

    @Macwoiferl

    Natürlich gehts der Pharmaindustrie ums nackte Geld. Na und? Wissen Sie wieviele Männer glücklich sind, daß sie die teuren blauen Pillen kaufen dürfen?
    Wissen Sie, warum wir so alt werden? Weil Hochdruck, Diabetes, Herzinfarkte, Schlaganfälle mit Produkten der Pharmaindustrie behandelt werden können.
    Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit Knoblauch oder Globuli.

  14. Avatar

    Stiller-Leser

    17. November 2020 15:24 at 15:24

    @Columbo…sie haben meinen Text nicht gelesen, weil sie ihn nicht lesen wollten. Anders kann ich mir Ihre Antwort auf meinen text nicht erklären. Wo habe ich gegen irgend etwas gemeckert ? ich habe versucht Ihnen deutlich zu machen, dass es Menschen gibt die nicht jede Pille schlucken will, die man ihnen vorhält. Und Sie werden sicherlich auch etwas über die völlig harmlose Pille – Conetrgan- wissen. Das war ja auch nichts, oder ???
    Sorry, aber man merkt schon an den Kommentaren, das Sie sich in einer Sackgasse begeben haben und einfach nicht zugeben wollen, das es nun mal murks ist, wenn man sich einfach mal so schnell impfen lässt ohne zu wissen welche Nebenwirkungen in 6-24 Monaten auf Sie zukommen. Erinnert mich ein wenig an Trump….der denkt auch er hätte die Wahl gewonnen.

  15. Avatar

    Columbo

    17. November 2020 16:03 at 16:03

    @Stiller Leser

    Ich hab nicht gesagt, daß Sie über alles meckern, sondern daß es Mode ist, über alles zu schimpfen.
    Contergan ist eine der Ausnahmen, die die Regel bestätigen, daß Medikamente ein Segen für uns sind.
    Die üblichen Impfungen (Polio, Diphterie, Tetanus, Masern, Hepatitis usw.) sind harmloser als Aspirin.
    Jetzt kommt eine neue Impfung daher und die soll plötzlich schwere Nebenwirkungen in zwei Jahren hervorrufen?
    Eher unwahrscheinlich.
    Klar wäre es angenehmer, die volle Erprobungszeit zu haben, aber die haben wir nunmal nicht. Wo sind die Alternativen? Unendliche Lockdowns, Zusammenbruch der Wirtschaft, Bürgerkriege, Armut, Hunger?
    Dann doch lieber eine Impfung mit leicht erhöhtem Risiko.
    Außer natürlich man wünscht den Untergang. Angesichts der Beliebtheit von Crashpropheten scheint mir dies gar nicht so abwegig.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Wall Street: Experte Markus Koch über die Jahresendrally

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Wall Street ist in Party-Laune – gestern der Leitindex S&P 500 sowie der Nasdaq 100 mit neuem Allzeithoch. Kommt jetzt die große Jahresendrally – und das nach dem Rekord-Monat November mit zweistelligen Gewinnen bei den großen Indizes der Wall Street?

Wall Street: Comeback der Tech-Aktien zum Jahresende?

Derzeit, so Markus Koch in einem Interview mit „Mission Money„, sei es schlicht schwer, die Bullenherde an der Wall Street aufzuhalten. Das Problem sei, dass die Investoren extrem optimistisch seien, das Sentiment sei euphorisch. Insgesamt aber bleit auch Markus Koch optimsitisch für die Entwicklung der Wall Street – auch im Jahr 2021:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Markus Koch über die Wall Street und die Jahresendrally

 

weiterlesen

Indizes

Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage