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Börsenpsychologie – 1.Teil: Alles Kopfsache – oder was?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Börsenpsychologie – erst mit dem Wissen über dich selbst und dem richtigen Mindset, kannst du langfristigen Erfolg an der Börse haben. Seit Wochen und Monaten strömen tausende von neuinteressierten Anlegern in die Märkte. Die Broker feiern Rekorde an Neuanmeldungen. Jeder möchte nach dem Coronacrash ein Stück vom Kuchen abhaben. Allerdings kaufen die meisten zum ersten Mal eine Aktie oder handeln mit CFDs oder Futures an den Märkten. Außerdem kennen Sie nur eine Richtung – nämlich aufwärts – und das in kürzester Zeit. Aber was ist, wenn der Markt dreht und ein Abverkauf beginnt. Diese Erfahrung haben sie noch nie gemacht. Nur die alten Börsenhasen haben bereits alle Börsenphasen durchlebt. Die Börsenpsychologie hilft dabei mit derartigen Situationen umzugehen. Egal ob alter Hase oder Neueinsteiger, es ist alles Kopfsache.

Warum ist die Börsenpsychologie entscheidend für den Handel?

Die Börsenpsychologie ist das A und O des Handels an den Märkten. Wer seine Psychologie meistert, der meistert auch die Märkte. Gerade in der jetzigen Zeit, wo die Märkte verrücktspielen, ist es enorm wichtig mit einem kühlen Kopf zu agieren. Mit Logik ist die aktuelle Situation nicht zu erklären. Wir kennen alle die Börsenweisheit – der Markt kann länger irrational bleiben, als man liquide ist. Deshalb ist es besonders jetzt erforderlich rational vorzugehen.

Die Verlustquote der Trader ist enorm. Viele von Ihnen kennen die Angaben der Broker, dass 70, 80 oder sogar 90% der Anleger Geld verlieren. Das kann zwei Gründe haben. Zum einen handeln viele emotional und konzeptlos. Zum anderen haben sie zwar eine Strategie, aber scheitern an ihren Emotionen. Genauer gesagt, wer nicht lernt seine Emotionen zu beherrschen, läuft Gefahr sich in der Gruppe der 80% wieder zu finden, die Verluste machen.

Die Börsenpsychologie hilft dabei, die eigene Handels- bzw. Tradingstrategie umzusetzen. Zwar ist der erste Schritt eine für sich passende Handelsstrategie zu erarbeiten, aber ohne Disziplin scheitert auch die beste Strategie. Deshalb ist es essentiell, seine Emotionen – wie zum Beispiel Angst und Gier – im Griff zu haben. Nur so kann die eigene Strategie optimal in die Praxis umgesetzt werden. Wer emotional und ohne wiederholbare Strategie handelt, begeht häufig Fehler und hat so gut wie keine Chance langfristig profitabel zu sein. Der Handel aus einer Emotion heraus ist nicht replizierbar und führt dauerhaft zu Verlusten. Daher sollte man mindestens genauso hart an der eigenen Börsenpsychologie arbeiten, wie an seiner Handelsstrategie. Demzufolge macht es Sinn, zuschauen, was erfolgreiche Investoren bzw. Trader richtigmachen und das zu kopieren. Natürlich nur, wenn die Strategie oder das System zur eigenen Persönlichkeit passt.

Welcher Typ Händler sind Sie?

Die Individualpsychologie, also der eigene Charakter, spielt eine große Rolle beim Börsenhandel. Menschen sind ganz unterschiedlich. Manche Anleger sind risikofreudig, andere bevorzugen eher ein sicheres Investment. Natürlich hat man im Daytrading eine höhere Emotionalität als im langfristigen Investment. Aber auch bei seinen Investments hat eine rationale Kaufentscheidung eine bessere Gewinnaussicht als eine emotionale. Daher bedarf es einer mentalen Stärke, um den Markt zu schlagen.

Damit man an seiner Börsenpsychologie arbeiten kann, muss man erstmal herausfinden, welcher Typ Anleger man ist. Wenn es ums Trading und Investieren geht, gibt es zwei verschiedene Typen. Erstens den kreativen und zweitens den rationalen. Diese Typen unterscheiden sich stark in ihrer Persönlichkeit. Der kreative Typ ist eher impulsiv, lässt sich von Emotionen leiten, hat eine gute Intuition und eine ausgeprägte Phantasie. Aufgrund dieser Eigenschaften fällt es ihm leichter ein Handelssystem zu entwickeln, aber er hat Probleme sich an seinen Plan zu halten.

Der rationale Typ geht eher logisch vor, ist Detail und Fakten verliebt und nutzt einen mathematischen Ansatz beim Handeln. Dadurch fällt es ihm schwerer ein System zu entwickeln bzw. von einem Handelssystem überzeugt zu sein. Jedoch fällt es ihm leichter seinen Tradingplan umzusetzen, da er sich nicht so häufig von seinen Emotionen leiten lässt.

Entsprechend muss man an seinen Schwächen arbeiten. Der kreative Typ muss lernen, mit seinen Emotionen umzugehen. Das bedeutet, die Disziplin zu entwickeln seinen Tradingplan konsequent umzusetzen. Der rationale Typ muss sich darauf fokussieren ein Handelssystem zu entwickeln, dass zu ihm und seinen Trading-Stil passt.

Börsenpsychologie - 1.Teil: Alles Kopfsache – oder was?

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Hans-Werner Sinn bei Marc Friedrich – die große Krise

Claudio Kummerfeld

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am

Hans-Werner Sinn ist als ehemaliger Leiter des ifo-Instituts immer noch ein bundesweit hoch anerkannter und gern gesehener Gesprächspartner rund um ökonomische Themen. Seine Meinung hat Gewicht. Aktuell wurde er vom (durch große Medien als Crashprophet bezeichneten) Marc Friedrich interviewt zur aktuellen großen Krise.

Hans-Werner Sinn über zweite Corona-Welle und China

Laut Hans-Werner Sinn sei die zweite Corona-Welle längst da. Einen zweiten, echten und harten Lockdown könne Deutschland nicht verkraften – deswegen werde es ihn auch nicht geben. Man werde stattdessen versuchen Brandherde einzeln und lokal zu löschen. Besprochen werden von den beiden zahlreiche bestehende ökonomische Probleme, darunter die Südländer in Europa, für die der Euro nach wie vor zu teuer sei. Auch die Krise der Autohersteller wird angesprochen. Hier gehe es um Regulierungsprobleme.

Marc Friedrich spricht die starke Überschuldung in China an. Hans-Werner Sinn erwähnt hier aber die in wenigen Jahren stark gestiegene Bedeutung Chinas für Deutschland. Vor vier Jahren sei China noch das viert wichtigste Exportland für die deutsche Wirtschaft gewesen, heute sei es das wichtigste Land. Die dortige rasche konjunkturelle Erholung helfe derzeit auch sehr stark der deutschen Exportwirtschaft.

Schulden-Vergemeinschaftung

Auch besprechen Hans-Werner Sinn und Marc Friedrich ausführlich das Thema der neuen EU-Anleihen und der zunehmenden Staatsfinanzierung durch die EZB. Angesprochen werden auch die ursprünglichen Grundsätze zu Zeiten der Euro-Einführung, wonach die EZB die Staaten nicht direkt finanzieren dürfe. Aus der Formulierung hätte Juristen dann den Schluss gezogen, dass eine indirekte Finanzierung erlaubt sei, so wie sie jetzt laufe (Banken kaufen Staatsanleihen in der Erstauktion, verkaufen sie kurz danach an die EZB).

Auch werden von den beiden Themen angesprochen wie eine mögliche Hyperinflation, das massive Rentenproblem und die großen wirtschaftlichen Probleme, die in Deutschland schon in zehn Jahren sichtbar sein sollen. Hans-Werner Sinn formuliert es drastisch und klar. Europa gehe über in ein dauerhaftes Siechtum bestehend aus dauerhaften Transfers nach Südeuropa, und ohne ausreichende Produktivität.

Bankenkrise

Egal ob die Zinsen nun wieder steigen würden, oder ob man weiter auf der Null-Linie bleibe. Auf die Banken in Europa werden laut Hans-Werner Sinn immense Probleme zukommen, die nicht ewig mit Sondermaßnahmen (wie es derzeit passiert) kaschiert werden könnten. Ein sehenswertes Gespräch, es lohnt sich! Nehmen Sie sich die Zeit.

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle die fünf Investment-Ideen von Marc Friedrich.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: blu-news.org CC BY-SA 2.0

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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