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Britischer Immobilienmarkt im Abwärtssog – aktuelle Zahlen und Charts

Die wichtigste Kernaussage vom RICS: Die Preissteigerungen sind nicht mehr vorhanden, der Markt „stottert“. Die Käufernachfrage wie auch die Zahl der Immobilienverkäufe gehen weiter zurück. Von Juli bis Oktober gab es bei Mietwohnungen keine Steigerung mehr auf der…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der britische Berufsverband der Immobilienfachleute „Royal Institution of Chartered Surveyors“ (RICS) hat für Okotober seine Untersuchung für den britischen Immobilienmarkt veröffentlicht. Und nein, wir wollen die Depression am britischen Immobilienmarkt nicht herbeireden – sie ist durch die Daten und vor allem Charts des Verbandes belegbar. Zumindest kann man sagen, dass der Run in den Minusbereich in vollem Gange ist.

Zeitlich kann man auch sehen, dass die Jahre 2016 und 2017 den Beginn der Abwärtsrichtung für den britischen Immobiliensektor darstellen, was ziemlich gut mit dem Brexit-Votum im Juni 2016 zusammenfällt. Die wichtigste Kernaussage vom RICS: Die Preissteigerungen sind nicht mehr vorhanden, der Markt „stottert“. Die Käufernachfrage wie auch die Zahl der Immobilienverkäufe gehen weiter zurück.

Von Juli bis Oktober gab es bei Mietwohnungen keine Steigerung mehr auf der Nachfrageseite. Bei den Hauspreisen berichten 63% der Umfrageteilnehmer des Berufsverbandes für den Großraum London rückläufig Preise auf Monatsbasis. Das ist der höchste Wert seit dem Ende der Finanzkrise 2009. Das Interesse bei Hauskäufern sei auch rückläufig. Neue Listings von Häusern seien um 14% rückläufig.

Verkaufspreise von Häusern über 1 Million Pfund lagen zu 71% unter den Preisvorstellungen des Verkäufers (im Juli noch 67%). Bei Häusern im Wert von 0,5-1,0 Million Pfund berichten 62% der Verkäufer von Verkaufspreisen unter den eigenen Vorstellungen (Juli noch bei 57%). Bei Häusern unter 0,5 Million Pfund war mit 42% die größte Gruppe die der Verkäufer, bei denen der Verkaufspreis den Erwartungen entsprach. Danach kommt die Gruppe von 32% der Befragten, bei denen die Verkaufspreise sogar bis zu 5% über ihren Wünschen lagen.

Was lernt man daraus? Kaufwillige meiden teure Häuser, und kaufen dafür deutlich billigere. Alle Daten zeigen, dass von der Immobilien-Depression auf der Insel vor allem der Großraum London betroffen ist. Wales und Schottland scheinen noch relativ gut da zu stehen. Als Grund für die Krise in der Branche nennt RICS die politische Unsicherheit (Brexit), und die steigenden Zinsen. Hier das von RICS hervorgehobene Fazit zu den Oktober-Daten, im Wortlaut:

The combination of the increased cost of moving, a lack of fresh stock coming to the market, uncertainly over the political climate and now an interest rate hike appears to be taking its toll on activity in the housing market. With both buyer enquiries slipping and sales expectations also subdued, the sense is that home owners are staying put and first time purchasers are increasingly focusing on that part of the market supported by the Help to Buy incentive. A stagnant second-hand market is bad news for the wider economy, not just in terms of spending but also because it restricts mobility. Prices do now seem under pressure at the more expensive end of the market with a further rise in the number of properties transacting at below the asking price. But it is important to not characterise the whole of the market by what is happening in parts of London and the wider South-East.


Die britischen Immobilienpreise seit 1995. Grafik: RICS


Aufteilung nach Regionen. Der große Abwärtsbalken zeigt London. Vor allem die Hauptstadt ist mit ihren Rückgängen für die Flaute im Gesamtschnitt verantwortlich. Grafik: RICS


Neue Verkäufe seit dem Jahr 2000. Grafik: RICS


Die Nachfrage von Mietern seit 1999. Grafik: RICS

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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